"Solidarität mit den Betroffenen": Kundgebungen in Magdeburg und Leipzig zur Urteilsverkündung im Halle-Prozess

Magdeburg/Leipzig - Das Urteil im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle soll am morgigen Montag fallen. Verschiedene Initiativen rufen deshalb unter dem Motto "Solidarität mit den Betroffenen - keine Bühne dem Täter" zu Kundgebungen in Magdeburg und Leipzig auf.

Das Urteil im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle soll am heutigen Montag fallen. Vor dem Landgericht Magdeburg soll es dazu eine Kundgebung geben. (Archivbild)
Das Urteil im Prozess um den rechtsterroristischen Anschlag von Halle soll am heutigen Montag fallen. Vor dem Landgericht Magdeburg soll es dazu eine Kundgebung geben. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

Geplant ist ab 8 Uhr eine Kundgebung am Landgericht Magdeburg, wie es in dem Aufruf bei Facebook heißt.

"Am Tag der Urteilsverkündung wollen wir mit euch Solidarität auf die Straße tragen! Denn für uns bedeutet das Ende des Prozesses nicht das Ende der Auseinandersetzung mit dem Attentat und der Gesellschaft, die es möglich machte", so die Veranstalter.

Interessierte außerhalb Magdeburgs könnten sich zudem solidarisch zeigen, indem sie Banner und Plakate in der Stadt oder ihren Fenstern aufhängen und Fotos davon unter dem Hashtag #halleprozess ins Netz stellen. Zusätzlich soll die Kundgebung live übertragen werden.

Auch in Leipzig wollen Menschen anlässlich der Urteilsverkündung auf die Straße gehen. Start der Kundgebung am kleinen Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof ist um 12.30 Uhr.

Vor dem Hauptbahnhof in Leipzig sammelten sich eine Handvoll Teilnehmer.
Vor dem Hauptbahnhof in Leipzig sammelten sich eine Handvoll Teilnehmer.  © Silvio Bürger
Gegen 12.30 Uhr startete die Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz.
Gegen 12.30 Uhr startete die Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz.  © Silvio Bürger

Jana L. und Kevin S. wurden am 9. Oktober 2019 erschossen

Am 9. Oktober 2019 hatte ein Terrorist versucht, 51 Menschen zu töten, die in der Synagoge von Halle den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Er scheiterte an der massiven Tür, erschoss daraufhin die Passantin Jana L. und später in einem Döner-Imbiss Kevin S.. Auf der anschließenden Flucht verletzte er weitere Menschen (TAG24 berichtete).

Der Prozess läuft seit Juli vor dem OLG Naumburg, aus Platzgründen findet er jedoch in Magdeburg statt.

Der 28-jährige Deutsche Stephan Balliet hat die Taten gestanden und mit antisemitischen, rassistischen und antifeministischen Verschwörungstheorien begründet.

Titelfoto: Silvio Bürger

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