Stinkendes Erbe der Flut: Leipzig wird entschlammt

Leipzig - Es ist das erdrückende Erbe der letzten Flut: Rund 100.000 Kubikmeter Sand und Kies hat das Hochwasser 2013 nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung (LTV) in das Elsterbecken geschwemmt. Jetzt soll Leipzigs größtes Fließgewässer entschlammt werden.

Mit dieser Zahnradtechnik aus den 1930er Jahren öffnet und schließt Jens Thieme (55) von der Fußmeisterei Leipzig das Wehr.
Mit dieser Zahnradtechnik aus den 1930er Jahren öffnet und schließt Jens Thieme (55) von der Fußmeisterei Leipzig das Wehr.  © Alexander Bischoff

Jedes Mal, wenn der Wasserstand zur Wartung des Palmengartenwehrs gesenkt werden muss, kommt er zum Vorschein: tonnenweise stinkender Schlamm, dazu jede Menge Müll.

Das sieht nicht nur unschön aus - die Ablagerungen behindern zunehmend auch den Abfluss des Wassers und beeinträchtigen die Lebensbedingungen der tierischen Flussbewohner.

Deshalb wird jetzt aufgeräumt: "Das Elsterbecken wird entschlammt, in den nächsten Tagen beginnt die Beseitigung der ersten 10000 Kubikmeter Sedimente", kündigte LTV-Sprecherin Karin Schöne gestern an.

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Dazu werde ein auf einem Ponton stehender Schneidkopfsaugbagger genutzt, dessen Ansaugdruck die Sedimente vom Grund löse.

Der ganze Dreck wird dann über eine 1,6 Kilometer lange Spülleitung zu einem Trockenbecken gepumpt und später auf einer Deponie entsorgt. Ganz große Schlammbatzen und der ganze Müll sollen durch einen normalen Bagger geborgen werden.

Auch unter der Elstermühlgraben-Brücke hat sich tonnenweise Segment abgelagert.
Auch unter der Elstermühlgraben-Brücke hat sich tonnenweise Segment abgelagert.  © Alexander Bischoff
Wird der Wasserstand zur Wartung des Wehrs gesenkt, tauchen überall im Becken Schlamm- und Müllinseln auf.
Wird der Wasserstand zur Wartung des Wehrs gesenkt, tauchen überall im Becken Schlamm- und Müllinseln auf.  © Alexander Bischoff

Eine Viertelmillion Euro lässt sich der Freistaat die von Fischsachverständigen fachlich begleitete ökologische Aufwertung des Elsterbeckens kosten.

Titelfoto: Alexander Bischoff

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