"Superblock" im Leipziger Osten: Weniger Verkehr und bessere Luft

Von Anke Brod

Leipzig - Einen "Superblock" zur Verkehrsberuhigung will Leipzig jetzt nach dem Vorbild der spanischen Stadt Barcelona für Anger-Crottendorf prüfen. Das beschloss der Stadtrat mit großer Mehrheit. So sollen der Durchgangsverkehr gestoppt und zugeparkte Fußwege in engen Seitenstraßen wieder begehbar gemacht werden.

Ein beliebter Schleichweg von Pendlern durch Anger-Crottendorf ist die Grüne Gasse – zum Leidwesen der Anwohner.
Ein beliebter Schleichweg von Pendlern durch Anger-Crottendorf ist die Grüne Gasse – zum Leidwesen der Anwohner.  © Anke Brod

Der Stadtbezirksbeirat Ost hatte den Antrag auf den Weg gebracht. Konkret soll in Anger-Crottendorf im Sinne eines "Superblocks" eine alternative Verkehrsführung zwischen Friedrich-Dittes-, Gregor-Fuchs-, Sellerhäuser- und Theodor-Neubauer-Straße ausprobiert werden.

Geparkt werde in dem Stadtteil nämlich dort, wo gerade Platz sei, hieß es in der Begründung. Und weiter: "Gehwege sind nicht nutzbar und werden kaputt geparkt".

Der Fuß- und Radverkehr werde behindert und gefährdet. Zudem blieben Ver- und Entsorgungfahrzeuge sowie Rettungsdienst "stecken". Und das Ordnungsamt werde der Lage nicht Herr.

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Thema "Schleichweg": Anstatt die Hauptroute inklusive Ampelschaltungen längs Wurzner- und Breite Straße, Täubchenweg sowie Zweinaundorfer Straße in Richtung Leipziger Osten zu nutzen, würden viele Autofahrer die Wiebelstraße, Grüne Gasse, Gregor-Fuchs-Straße, Neumannstraße, Theodor-Neubauer-Straße und den Kohlgartenweg nehmen und dadurch die Anwohner zusätzlich "erheblich" belasten.

Das geschehe vor allem im nachmittäglichen Berufsverkehr.

Was ist eigentlich ein Superblock?

Zugeparkte Gehwege im Leipziger Osten: Das könnte sich schon bald ändern!
Zugeparkte Gehwege im Leipziger Osten: Das könnte sich schon bald ändern!  © Anke Brod

Um dieses Verhalten und die Falschparkerei zu unterbinden, soll im Viertel ein Einbahnstraßensystem mit ausgewiesenen Parkplätzen getestet werden. Ein Durchfahren der gleichzeitig beruhigten Neumannstraße würden Poller an der Kreuzung Neumannstraße/Stünzer Straße verhindern.

Für Fußgänger und Radfahrer wären diese durchlässig. Der motorisierte Individualverkehr würde dann in die Stünzer Straße geleitet und durch ein Einbahnstraßensystem geführt.

Einfach ausgedrückt ist es ein verkehrsberuhigtes Areal ohne Durchgangsverkehr. Kinder können dort auf der Straße spielen, Fahrradfahrer und Fußgänger gefahrlos passieren.

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Superblocks machen Wohnviertel sicherer, ruhiger und wegen reduzierter Abgase die Luft sauberer. Der Umweltbund Ökolöwe fordert verkehrsberuhigte Superblocks in allen Vierteln.

Weitere News für den Kiez: Im September hatte das Liegenschaftsamt vor der ehemaligen Feuerwache Ost in der Gregor-Fuchs-Straße massive Betonringe zum Schutz vor losen Dachziegeln für parkende Fahrzeuge aufstellen lassen.

Dabei blieben die Fußgänger jedoch außen vor. Alternative Begrenzungen sollen ihnen hier bald wieder Raum und Sicherheit geben.

Titelfoto: Anke Brod

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