"Tanzen ist gefährlich": Wie geht es weiter mit den Leipziger Clubs?

Leipzig - Mjut, IfZ, Distillery und Co.: In diesen Leipziger Clubs wird "dank" der Corona-Krise schon seit rund einem halben  Jahr nicht mehr getanzt (TAG24 berichtete). Nun möchte die Stadt Leipzig den Kulturstätten unter die Arme greifen.

Alle Leipziger Clubs, wie hier der TV Club im Norden der Stadt, stehen aktuell still. (Symbolbild)
Alle Leipziger Clubs, wie hier der TV Club im Norden der Stadt, stehen aktuell still. (Symbolbild)  © Screenshot/Facebook.com/TvClubLeipzig/

"Die Leipziger Kulturszene führt dazu, dass viele Menschen nach Leipzig kommen und dort da auch gerne bleiben", erinnert Grünen-Stadtrat Jürgen Kasek zu Beginn der Debatte. Dabei sei es wichtig, klassische Kultur wie die Oper oder das Gewandhaus nicht von der "alternativen" Clubkultur zu entscheiden. "Leipzig braucht beides", so Kasek weiter.

In der momentanen Corona-Situation sei es für die Leipziger Clubs jedoch sehr schwer, wieder Fuß zu fassen: Tanzveranstaltungen mit mehreren Besuchern sind, wie in der sächsischen Kabinettssitzung am Dienstag noch besprochen, nach wie vor als "gefährlich" in der Pandemiesituation einzuordnen.

Viele Clubs versuchen deshalb, sich gleichzeitig an die geltenden Hygienestandards zu halten, aber trotzdem Einnahmen zu generieren. Dabei stoßen sie jedoch immer wieder auf Widerstand von Ordnungsamt und Co., wie Jürgen Kasek bemängelte.

"Statt zu sagen, was alles nicht geht, soll die Stadt mal sagen, was denn überhaupt geht", fordert der Grünen-Stadtrat und bekommt dabei unter anderem Unterstützung von CDU-Ratsmitglied Michael Weickert. "Es fehlt einfach etwas, wenn man nicht tanzen gehen kann", so Weickert.

Mehrstimmig beschlossen wurde deshalb, dass Leipzigs Clublandschaft mit einer Hilfe von rund 200.000 Euro unterstützt werden soll. Damit soll vor allem an Konzepten gearbeitet werden, die zum Beispiel Open Air-Veranstaltungen wieder möglich machen.

Auch sollen Clubs zukünftig als kulturelle Anlagen begriffen werden, was eine bessere Handhabung des Baunutzungsrechts zur Folge hätte.

Titelfoto: Screenshot/Facebook.com/TvClubLeipzig/

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