Tödliche Messerstiche in Leipzigs gefährlichstem City-Kiez

Leipzig - Die Kriminalität in Leipzigs nördlicher Innenstadt eskaliert. Donnerstagabend hat es eine blutige Auseinandersetzung unter polizeibekannten Dealern gegeben. Ein Mann starb. Der mutmaßliche Täter wurde selbst schwer verletzt (TAG24 berichtete).

Die Polizei hat den Tatort weiträumig abgesperrt, Kriminaltechniker sichern Spuren.
Die Polizei hat den Tatort weiträumig abgesperrt, Kriminaltechniker sichern Spuren.  © Hendrik Schmidt/dpa

Wer mit dem Zug in Leipzig ankommt und vom Hauptbahnhof zu Fuß in die City geht, muss unweigerlich einen der gefährlichsten Orte der Stadt queren. So hat die Polizei das Areal um Willy-Brandt-Platz und Bürgermeister-Müller-Park selbst eingestuft. 

Zu jeder Tages- und Nachtzeit lungern hier Drogendealer herum, holen sich Süchtige ihren Stoff, halten "Abzieher"-Banden nach Opfern Ausschau. 320 Drogen-Aufgriffe stehen für dieses Areal bereits in der 2020er Polizei-Statistik, dazu etliche Gewalttaten, Diebstähle und Raubüberfälle.

Am Donnerstagabend wurde es mal wieder blutig. Zwei der Polizei als Kleindealer bekannte Nordafrikaner gingen gegen 19.30 Uhr mit Messern aufeinander los. Am Ende blieb ein Libyer (29) tot auf dem Bürgersteig liegen. Ein schwer verletzter Tunesier (25) schaffte es noch bis zu den "Höfen am Brühl". Dort brach er blutüberströmt zusammen.

Der Mann kam ins Krankenhaus. Gestern machte er mit einem Richter Bekanntschaft, der gegen ihn Haftbefehl wegen Totschlags erließ. Die Kripo macht ihn für den Tod des Libyers verantwortlich.

Das Motiv ist offiziell unklar. Intern gehen die Ermittler von einem Streit um Drogen oder Verkaufsplätze aus.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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