Uni Leipzig bekommt neues Institut zur Erforschung menschenfeindlicher Tendenzen

Leipzig - An der Universität Leipzig sollen ab 2021 antidemokratische und menschenfeindliche Tendenzen erforscht werden.

Ab dem kommenden Jahr werden an der Uni Leipzig antidemokratische und menschenfeindliche Tendenzen erforscht. (Symbolbild)
Ab dem kommenden Jahr werden an der Uni Leipzig antidemokratische und menschenfeindliche Tendenzen erforscht. (Symbolbild)  © 123RF/Marcus Beckert

Das nach der jüdischen Antisemitismus-Forscherin Else Frenkel-Brunswik (1908-1958) benannte Institut trage Untersuchungen zu demokratiefeindlichen Einstellungen zusammen und ergänze sie mit eigenen Arbeiten sowie Forschungsaufträgen zu Sachsen, sagte Demokratieministerin Katja Meier (Grüne) bei der Übergabe eines Fördermittelbescheids am Donnerstag.

Es werde das gewonnene Wissen bewerten und verständlich für die unterschiedlichen Träger und Einrichtungen zur Verfügung stellen.

Für die Entwicklung des im Koalitionsvertrag verabredeten Instituts stehen in der laufenden Legislaturperiode 2,5 Millionen Euro bereit.

Es wird als eigenständige Forschungseinheit im interdisziplinären Zentrum "Leipzig Research Centre Global Dynamics" etabliert und von dem Sozialforscher Oliver Decker geleitet.

Mit der Namensgebung wollen die Wissenschaftler an die von Frenkel-Brunswik mitbegründete Tradition der Vorurteilsforschung anknüpfen.

Die aus der Ukraine stammende und in die USA emigrierte Psychologin war maßgeblich an den ab 1944 an der Universität in Berkeley durchgeführten "Studies in Prejudice" beteiligt und leitete unter anderem mit dem Sozialphilosophen Theodor W. Adorno die Studien "The Authoritarian Personality".

Titelfoto: 123RF/Marcus Beckert

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