Verbraucherzentrale rät zur digitalen Selbstverteidigung

Leipzig - Die Weitergabe von Millionen Handy-Bewegungsdaten an das Robert-Koch-Institut und das geplante Tracking von Corona-Infizierten stellen den Datenschutz hierzulande auf eine harte Probe.

VZS-Digitalexpertin Dr. Katja Henschler.
VZS-Digitalexpertin Dr. Katja Henschler.  © Ralf Seegers

Sachsens Verbraucherzentrale (VZS) mahnt die Politik zur Verhältnismäßigkeit und gibt Tipps zur digitalen Selbstverteidigung.

"Standort- und Bewegungsdaten sind höchst sensible persönliche Daten und stehen unter dem besonderen Schutz der Grundrechte. 

Auch in der derzeitigen Ausnahmesituation muss jede Datennutzung und -weitergabe vom Gesetz gedeckt sein", stellt VZS-Digitalreferentin Katja Henschler klar. 

Eine Erfassung müsse zudem nachweislich geeignet sein, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. "Zum anderen müssen die Maßnahmen verhältnismäßig sein."

Die VZS fordert mit drei Tipps zur digitalen Selbstverteidigung die Verbraucher auf, selbst aktiv zu werden und die eigenen Daten zu schützen. 


Verbraucherschutz gibt Tipps zum Datenschutz

VZS-Referentin Stefanie Siegert rät zur digitalen Selbstverteidigung.
VZS-Referentin Stefanie Siegert rät zur digitalen Selbstverteidigung.  © Petra Hornig

1. Am Smartphone die Standortfunktion (Ortungsdienste) deaktivieren. "Google geht es nach unserer Auffassung nichts an, wo ich arbeite, lebe oder meinen Lieblingskaffee trinke", so VZS-Referentin Stefanie Siegert.

2. Personalisierte Google-Suche deaktivieren. "Unter der Rubrik 'Web- und App Aktivitäten' gibt Google an, auch Standortdaten, die mit den Aktivitäten auf Websites oder Apps verknüpft sind, zu speichern", begründet die VZS-Expertin die Empfehlung.

3. App-Einstellungen prüfen. Viele Apps sind Datenfresser, die auch auf den Standort des Smartphones zugreifen. Siegert: "Man sollte sich die Zeit nehmen, die Apps genau unter die Lupe zu nehmen und die Zugriffsrechte zu beschränken. Gelingt das nicht, sollte man sich die Frage stellen, ob die App wirklich notwendig ist und sie gegebenenfalls löschen."


Titelfoto: imago /Future Image

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