Blinde Passagiere und Bierbauch-Räuber: Die skurrilsten Polizeimeldungen des Jahres

Leipzig - Es war ein aufregendes, spannendes, aber auch nervenaufreibendes Jahr für Leipzigs Polizei. Neben erfundenen Geiselnahmen, Großdemonstrationen und sogar einem Skandal gab es jedoch auch so einige Einsatzmeldungen, die sicherlich nicht nur bei der TAG24-Redaktion für Staunen, Kopfschütteln oder den einen oder anderen Schmunzler gesorgt haben. Hier sind die skurrilsten Polizeimeldungen des Jahres.

Mann fährt von Chemnitz nach Leipzig - auf der Zugkupplung

Der 39-Jährige während seiner gefährlichen Zugfahrt.
Der 39-Jährige während seiner gefährlichen Zugfahrt.  © Bundespolizei

Beim Anblick dieses Schnappschusses läuft uns noch immer ein kalter Schauder über den Rücken: Im Mai wollte ein 39-jähriger Mann aus Syrien per Zug von Chemnitz nach Leipzig fahren.

Am Haltepunkt Liebertwolkwitz stieg er aus. Kurz darauf, der Zug war bereits wieder unterwegs, entdeckte ihn ein Zugbegleiter auf der Kupplung zwischen zwei Abteilen (TAG24 berichtete)!

Der Zug hielt daraufhin in Belgershain, wo Beamte der Bundespolizei den Mann von seinem lebensgefährlichen Sitzplatz holten und ihn belehrten.

Die eindringlichen Worte der Beamten waren offenbar jedoch schnell wieder vergessen, denn schon kurze Zeit später stand der 39-Jährige erneut auf einer Zugkupplung und verhinderte so die Weiterfahrt eines weiteren Zuges.

Dieses Mal nahm der zuständige Zugbegleiter den Mann zu sich ins Abteil. In Bad Lausick wurde er erneut an die Bundespolizei übergeben. Diese brachte ihn per Streifenwagen in die Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz.

Zu dick für den großen Coup

Die Leipziger Kulturkneipe naTo wurde im Juli Schauplatz eines äußerst kuriosen Raubversuchs.
Die Leipziger Kulturkneipe naTo wurde im Juli Schauplatz eines äußerst kuriosen Raubversuchs.  © Alexander Bischoff

Ebenfalls für Aufsehen - wenn auch eher ungewollt - sorgte im Juli ein Möchtegern-Räuber, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, ausgerechnet die gut besuchte Kulturkneipe naTo an der Karl-Liebknecht-Straße im Leipziger Süden auszurauben (TAG24 berichtete).

Dazu mischte sich der etwa 30-Jährige, gekleidet in einen knallroten Pullover, zunächst unter die Gäste, um einem Angestellten (39) aufzulauern. Als sich dieser mit den Tageseinnahmen zurückzog, folgte der Unbekannte und zog plötzlich eine Pistole.

Sein Ruf "Geld her" versetzte dem Kassierer solch einen Schrecken, dass der sämtliche Einnahmen zu Boden fallen ließ. Das schepperte derart, dass plötzlich sämtliche Blicke im Club auf den Dicken gerichtet waren. Der bekam daraufhin Panik und rannte ohne Beute aus dem Lokal.

Mit einem Fahrrad trat er die Flucht an. Allerdings hatte er nicht nur ein paar Kilo zu viel auf den Hüften, sondern war offensichtlich auch etwas zu unsportlich für eine solche Flucht: Eine Angestellte konnte ihm problemlos folgen und dabei sogar noch die Polizei rufen.

Ein paar Hundert Meter weiter hatte es der Dicke dann satt. Wütend schmiss er Fahrrad und (Spielzeug-)Pistole hin, flüchtete zu Fuß. Die Polizei konnte ihn zwar nicht mehr schnappen, bedankte sich jedoch für zwei zurückgelassene Spurenträger.

GPS-Sender geklaut: Polizei fasst Dieb am "Arbeitsplatz"

So möchte wohl niemand am "Arbeitsplatz" überrascht werden.
So möchte wohl niemand am "Arbeitsplatz" überrascht werden.  © Ralf Seegers

Nicht alles, was glänzt, ist auch aus Gold. Diese Lektion musste im Oktober ein 39-jähriger Dieb aus Litauen auf die harte Tour lernen, als er in Leipzig auf Beutezug war (TAG24 berichtete).

Der Litauer hatte aus einem Keller ein mehrere Tausend Euro teures Mountainbike gestohlen. Was er dabei jedoch nicht wusste: In dem Edel-E-Bike war ein GPS-Sender verbaut.

Während der Mann also seine Diebestour im Osten der Messestadt und schließlich in Gohlis fortsetzte, folgte zunächst der Besitzer des Radls und schließlich auch die Polizei der Spur.

Am Freiligrathplatz stießen die Beamten auf einen VW-Transporter mit polnischem Kennzeichen. Beim Blick durch die Heckscheibe erkannten sie das gesuchte Fahrrad. Doppeltes Glück: Während die Polizei den Bereich absuchte, kam ein Mann aus einem angrenzenden Haus und verschwand beim Anblick der Streifenwagen sofort wieder.

Die Beamten sprinteten hinterher und nahmen den Litauer (39) fest. Volltreffer! In jenem Haus waren bereits die Kellerboxen aufgebrochen.

Haftbefehl lässt Mutti aufkreuzen

500 Euro waren dann doch nicht genug, um Söhnchen vor dem Gefängnis zu bewahren. (Symbolbild)
500 Euro waren dann doch nicht genug, um Söhnchen vor dem Gefängnis zu bewahren. (Symbolbild)  © stylephotographs/123RF

Manchmal kann selbst die Hilfe einer Mutter nichts mehr bewirken - vor allem, wenn gleich mehrere Haftbefehle gegen ihren Liebling ausstehen.

So geschehen im Fall eines 25-jährigen Russen, der Anfang November am Hauptbahnhof festgenommen wurde. Die Bundespolizei vollstreckte gleich drei Haftbefehle gegen den Mann. In allen drei Fällen soll es sich um nicht gezahlte Bußgelder gehandelt haben.

Um einer Haftstrafe zu entgehen, rief der Mann kurzerhand seine Mama an, die um natürlich sogleich zur Hilfe eilte. Die von ihr mitgebrachten 500 Euro reichten jedoch nicht aus, um Geldstrafe in Höhe von 610 Euro zu begleichen.

Und so musste Mams Liebling schließlich für acht Tage hinter Gitter.

Nach dem Bruch noch den "wohlverdienten" Kaffee

Der Kleingartenverein "Am Walde" wurde Ziel eines Einbruchs.
Der Kleingartenverein "Am Walde" wurde Ziel eines Einbruchs.  © Anke Brod

Bei all den Gaunereien und Verfehlungen sollten wir jedoch nicht vergessen, dass auch Straftäter am Ende des Tages nur Menschen sind und sich hin und wieder eine Auszeit gönnen müssen.

Ein Laubeneinbrecher tat Ende November genau dies: Während seines Beutezuges im Kleingartenverein "Am Walde" soll er sich zwischendurch erst einmal seinen "wohlverdienten" Kaffee gegönnt haben (TAG24 berichtete).

Leider fiel die Tour nicht ganz so erfolgreich aus, wie er es sich vermutlich erhofft hatte: Eine Wildkamera erfasst ihn. Auf einem Bildausschnitt soll man an seinem Körper sogar zwei prall gefüllte Taschen und einen Rucksack sehen - wohl vollgepackt mit dem Diebesgut.

Wer in der Zeit vom 22. November, 17.15 Uhr, bis 23. November, 11.30 Uhr, im KGV "Am Walde" etwas beobachtet hat oder Hintergründe kennt, kann sich unter der Leipziger Telefonnummer 03413030299 an das Polizeirevier Südost in der Richard-Lehmann-Straße 19 wenden.

Titelfoto: Montage: Bundespolizei/Ralf Seegers/Alexander Bischoff

Mehr zum Thema Leipzig:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0