Von wegen "grüne Oase": Leipziger Müllberg soll die Sonne anzapfen

Leipzig - Ein glitzernder "Energieberg" vor den Toren im Norden der Stadt - das ist die Vision der Leipziger Stadtwerke. Auf dem Hügel der stillgelegten Deponie Seehausen sollen auf einer Fläche von 60 Hektar über 75.000 Solarmodule aufgestellt werden. Doch vor Ort ist man über die Pläne schockiert.

Den Einwohnern von Seehausen wurde eine grüne Oase auf der stillgelegten Deponie versprochen - nun drohen tausende Solarmodule.
Den Einwohnern von Seehausen wurde eine grüne Oase auf der stillgelegten Deponie versprochen - nun drohen tausende Solarmodule.  © Ralf Seegers

Denn das nach der Wende eingemeindete Seehausen ist bereits von Bauten umzingelt, die man in der Innenstadt nicht haben will: Einkaufspark, Messegelände, BMW-Werk, Autobahn und ICE-Strecke - und eben der Mülldeponie. Außerdem donnern Frachtflugzeuge über den Ort.

Einst hatte man den Anwohnern versprochen, der Hügel werde zu einer grünen Oase zur Erholung umgestaltet.

In einem Brandbrief an OBM Burkhard Jung lässt der Ortschaftsrat seiner Wut freien Lauf: "Während die ehemaligen Industriestandorte mit Wohnungen und Kultur aufgewertet werden, der Süden ein Erholungsgebiet wird, soll Leipzigs Norden stückweise zur Industriemüllhalde werden!"

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Trotzdem winkten Leipzigs Stadträte dieser Tage den Aufstellungsbeschluss durch.

Hintergrund: Die Stadtwerke Leipzig finden kaum Flächen für Ökostrom - weder für Sonne noch Wind.

Ein Schock für die Anwohner: Auf einer Fläche von 60 Hektar mehr als 75.000 Solarmodule aufgestellt werden. (Symbolbild)
Ein Schock für die Anwohner: Auf einer Fläche von 60 Hektar mehr als 75.000 Solarmodule aufgestellt werden. (Symbolbild)  © 123rf/Ivan Kish

Derzeit planen sie bei Freiberg 200 Meter hohe Krafträder, erhalten aber von einer Bürgerinitiative mächtigen Gegenwind.

Titelfoto: Ralf Seegers; 123rf/Ivan Kish / Montage

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