Vorgänger im Ersten und Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt: Hier klingen in Leipzig nun wieder Glocken

Von Anke Brod

Leipzig - Die Probstheidaer Immanuelkirche in Leipzig hat nun zwei neue Glocken. Mit einem Umzug per Pferdegespann über den Dorfanger samt Andacht begrüßten die Mitglieder der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde feierlich ihr neues Geläut.

Mit einem Umzug per Pferdegespann wurden die beiden neuen Glocken in Leipzig-Probstheida begrüßt.
Mit einem Umzug per Pferdegespann wurden die beiden neuen Glocken in Leipzig-Probstheida begrüßt.  © Anke Brod

Beide wurden am 18. Juni in Innsbruck gegossen und ersetzen die beiden Glocken, die 1917 im Ersten Weltkrieg und 1942 im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt wurden. Letzteres, um zu Rüstungszwecken eingeschmolzen zu werden.

Pfarrer Matthias Weber sagte gegenüber TAG24: "Wir freuen uns und sind dankbar, dass künftig neben der kleinen, erhaltenen Glocke aus dem Jahr 1821 wieder ein komplettes Geläut zu Gottesdienst und Gebet einladen!"

Viele Gedanken und Überlegungen seien den Arbeiten vorausgegangen, berichtete Matthias Weber vor Ort und erläuterte: "Da war einerseits die Forderung der Denkmalpflege, die neuen Glocken nach dem Vorbild der alten, 1821 von dem Leipziger Glockengießer Johann Carl Berger gegossen Glocken, gießen zu lassen. Nur in Holzhausen und Probstheida waren/sind noch Glocken dieser Firma erhalten".

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Des Weiteren stand noch die Frage im Raum, welche Inschriften, Bilder oder Medaillons die neuen Glocken zieren sollten.

Zum ersten Mal werden die Glocken nun offiziell am 7. November um 10 Uhr läuten und im Gottesdienst geweiht werden. Dieser Tag kommt dem Tag der Glockenweihe vor 200 Jahren am nächsten.

Titelfoto: Anke Brod

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