Vorzeitige Schließzeit-Verlängerung in Leipzig: Machen auch Dresdens Kulturhäuser länger zu?

Leipzig/Dresden - Die Sächsische Corona-Notfall-Verordnung, welche unter anderem die Schließung aller Kulturinstitutionen verfügt, hat zeitliche Reichweite bis 12. Dezember. Die großen Häuser in Leipzig haben ihrerseits die Schließzeit über die Verordnung hinaus bis 9. Januar verlängert. Wir haben nachgefragt, wie es in Dresden darum bestellt ist.

Das Leipziger Gewandhaus.
Das Leipziger Gewandhaus.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir haben immer gewusst, dass eine sich zuspitzende Coronasituation weitere Maßnahmen erfordert und tragen diesen nun Rechnung", begründete der Intendant der Leipziger Oper, Ulf Schirmer (62), den Schritt, verbunden mit der Hoffnung, "schon bald wieder gemeinsam Musiktheater erleben zu können und Gefühle und Emotionen im Miteinander erfahrbar zu machen."

Der Verzicht wird getragen von Oper, Gewandhaus, Schauspiel und Theater der Jungen Welt. Er gilt für Eigenveranstaltungen, nicht zwingend für Einquartierungen.

Die Leipziger kommen so einer Entscheidung des Freistaats zuvor, der nach Lage der Dinge nicht vor 9. Dezember beschließen wird, ob der "Wellenbrecher" genannte Lockdown in die Verlängerung geht oder nicht.

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Für die staatlichen Kultureinrichtungen in Dresden schließt die Staatsregierung eine zu Leipzig analoge Maßnahme erstmal aus.

"Eine vorsorgliche Schließung der Sächsischen Staatstheater und der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden über den 12. Dezember hinaus ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht geplant", heißt es in der Antwort des Kulturministeriums.

Leipziger Intendant Ulf Schirmer (62).
Leipziger Intendant Ulf Schirmer (62).  © Kirsten Nijhof

"Modus des zwischenmenschlichen Kontakts ist unsere große Qualität und zugleich in diesen Zeiten unser wunder Punkt"

Bleibt weiter geschlossen: der Dresdner Kulturpalast.
Bleibt weiter geschlossen: der Dresdner Kulturpalast.  © Norbert Neumann
Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (44, Linke).
Dresdens Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (44, Linke).  © Steffen Füssel

Nicht so eindeutig ist die Situation die städtischen Kulturinstitutionen betreffend. Dort denkt man über die Verlängerung des Schließzeitraums längst nach.

Sie sei zur Frage einer längerfristigen Schließung über den Jahreswechsel mit den städtischen Intendanten und Intendantinnen im Gespräch, lässt uns Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (44, Linke) wissen.

Fakt sei, dass "wir ohne Erhöhung der Impfquote, Boostern, Testung und Masken nicht aus der Situation herauskommen", so Klepsch: "Wir beobachten die politische Diskussion und die Entwicklung und bewerten Anfang nächster Woche neu."

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Für die Dresdner, Leipziger und wohl alle Kultureinrichtungen Sachsens wie Deutschlands insgesamt gilt, was Intendant Ulf Schirmer folgendermaßen formuliert: "Der Modus des zwischenmenschlichen Kontakts ist unsere große Qualität und zugleich in diesen Zeiten unser wunder Punkt."

Titelfoto: Montage: Norbert Neumann; Jan Woitas/dpa

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