Wie ticken eigentlich "Querdenker"? Notizen am Rande der Leipziger Großdemonstration

Leipzig - Am gestrigen Samstag war die Messestadt Schauplatz von Demo-Veranstaltungen aller Couleur (TAG24 berichtete). Im Fokus stand die vorzeitig wegen Auflagenverstößen aufgelöste "Versammlung für die Freiheit" mit 20.000 Teilnehmern. TAG24 erkundigte sich über Demonstrationsmotive.

Mit bunten Fahnen war auch die "Love-Wins"-Bewegung in der Stadt unterwegs.
Mit bunten Fahnen war auch die "Love-Wins"-Bewegung in der Stadt unterwegs.  © privat

Am Samstagmorgen stand auf der Alten Messe im Leipziger Südosten ein Pulk aus rund 50 Autos, Fahrrädern und einem Traktor abfahrbereit zum Korso in Richtung Augustusplatz.

Die Teilnehmer waren allesamt "Querdenker", wie sich die in Stuttgart geborene Bewegung gegen herrschende Corona-Auflagen selbst nennt.

Einige von ihnen vertraten zudem die im Sommer in Berlin formierte "Love-Wins"-Strömung. Zu Deutsch: Liebe gewinnt.

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Deren Vertreter haben sich den Slogan "Liebe, Frieden, Freiheit, Wahrheit" auf bunte Regenbogenfahnen geschrieben. Mit der "Kraft der Liebe" wollen sie im Land wieder positive Energie vermitteln.

Kollateralschäden bis zum Suizid

Vor dem Kühler mit der Aufschrift "Peace"warten Florian (59) und Snezana (54) aus München auf ihre Abfahrt im Autokorso zum Augustusplatz.
Vor dem Kühler mit der Aufschrift "Peace"warten Florian (59) und Snezana (54) aus München auf ihre Abfahrt im Autokorso zum Augustusplatz.

"Die Maßnahmen unserer Regierung wegen Corona sind überzogen, es gibt riesige Kollateralschäden", verdeutlichte es der Querdenker Florian (59) aus München.

Es litten derzeit nicht wenige Menschen unter Einsamkeit, Isolation, Depressionen oder Ängsten bis hin zum Suizid.

"Die Masken sind im Übrigen menschenverachtende Maulkörbe", meinte der Querdenker darüber hinaus.

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"Man hat kein Gesetz zur Grundlage, es gibt nur eine willkürlich erlassene Verordnung", betonte er.

Schon in der Diktatur

Der Autokorso startete auf dem Gelände der Alten Messe.
Der Autokorso startete auf dem Gelände der Alten Messe.

"Wir befinden uns bereits in der Diktatur", ist Florian mitsamt Partnerin Snezana (54) fest überzeugt. "Daher muss solange demonstriert werden, bis die Maßnahmen gekippt sind", ergänzte Snezana.

Der Münchener sprach zudem von einer aktuellen "Untersterblichkeitsrate". Dies sei sogar vom Robert-Koch-Institut belegt. Seiner Auffassung nach sind die Zahlen zum Nachweis des Coronavirus "gefakt". Denn positiv getestet heiße nicht gleich auch ansteckend, kritisierte er im TAG24-Gespräch auf der Alten Messe.

Auf den Autotüren der Korso-Teilnehmer prangten in diesem Sinne auch Plakate wie: "Angst macht krank" oder: "Gebt den Kindern das Gesicht zurück".

Die Abfahrt der Querdenker von der Alten Messe zum Augustusplatz hatte sich dann durch eine später von der Polizei aufgelöste Sitzblockade von Gegendemonstranten erheblich verzögert.

Titelfoto: privat

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