Gläserne Begräbniskutsche: Mit Durchblick auf die letzte Reise

Wurzen - Forstwirt Dietmar Dietze (38) ist für gewöhnlich mit seinen Pferden im Wald zu Gange. Weil er aber auch eine Leidenschaft für Kutschen hegt, kam ihm eine ungewöhnliche Idee. Er möchte die alte Tradition des Trauerzugs wieder aufleben lassen und die Verstorbenen zum Abschied in einer gläsernen Kutsche durch den Ort chauffieren.

Früher: eine Leichenkutsche Ende des 19. Jahrhunderts.
Früher: eine Leichenkutsche Ende des 19. Jahrhunderts.  © imago images/glasshouseimages

"Ich war mal mit meinem Opa in einem Museum. Dort habe ich so einen Leichenwagen das erste Mal gesehen", erinnert sich der Voigtshainer. 

Inzwischen steht solch ein Gefährt in seiner Scheune - voll verglast, mit edlen Gravuren und Gardinen an den Scheiben. 

Aufgetan hatte er die Kutsche in Polen. "Wir schätzen, sie ist um die 70 Jahre alt, aber noch in sehr gutem Zustand", schwärmt der Familienvater.

Auf ihren ersten Einsatz wartet sie aber noch. "Einige haben schon angerufen und sind begeistert. Aber für manche ist das ein Tabuthema. Doch dem Tod kann man eben nicht entrinnen", sagt Dietze. Deshalb möchte er den Abschied ehrenvoller gestalten.

Heute: Mit Zylinder und ganz in Schwarz möchte Dietmar Dietze (38) die Verstorbenen in dieser gläsernen Kutsche zum Friedhof geleiten.
Heute: Mit Zylinder und ganz in Schwarz möchte Dietmar Dietze (38) die Verstorbenen in dieser gläsernen Kutsche zum Friedhof geleiten.  © privat

Gläserne Kutsche soll alte Tradition wiederbeleben

Mit dem Rheinisch-Deutschen Kaltblut holt Dietmar Dietze Bäume aus dem Wald, bietet aber auch Kremserfahrten und den Trauerzug an.
Mit dem Rheinisch-Deutschen Kaltblut holt Dietmar Dietze Bäume aus dem Wald, bietet aber auch Kremserfahrten und den Trauerzug an.  © privat

Eine besondere Erlaubnis brauche er dafür nicht. 

"Eine Kutsche ist ein normaler Verkehrsteilnehmer. Sie muss nur so ausgestattet sein, dass keine Flüssigkeiten austreten", erklärt er. Das sei aber kein Problem. Denn die Verstorbenen würden im Sarg oder der Urne auf ihre letzte Reise gehen.

Kontakt Dietmar Dietze: 0174/77 58 988

Titelfoto: privat

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