Corona-Krise im Leipziger Zoo: Vier Millionen Euro Verlust!

Leipzig - In der Talkrunde im MDR-Riverboat saß am Freitagabend auch Jörg Junhold, Direktor des Leipziger Zoos. Die direkten Auswirkungen der Corona-Krise spüren er, sein Team und auch die Tiere bereits jetzt. Finanziell ist die Zwangsschließung eine Katastrophe für die beliebte Einrichtung. 

Leipzigs Zoodirektor Jörg Junhold war am Freitag zu Gast im MDR-Riverboat
Leipzigs Zoodirektor Jörg Junhold war am Freitag zu Gast im MDR-Riverboat  © Screenshot/MDR-Riverboat

Das gab Junhold gegenüber Moderator Jörg Kachelmann (61) ganz offen zu. "Die Tiere müssen gefüttert werden, Sie haben alle Kosten, was bedeutet das für Sie gerade?", fragte Kachelmann den Zoodirektor. 

Seine Antwort macht betroffen. "Ja, das ist natürlich sehr, sehr traurig gerade. Es ist so, dass unsere Kosten weiterlaufen, wir haben es mit sehr wertvollen Tieren und hochgeschützten Arten zu tun. Die wollen gepflegt werden, die Technik muss ständig laufen. Wir haben einen hohen Prozentsatz der fixen Kosten und uns fehlen 90 Prozent der Einnahmen - denn das ist unsere Eigenfinanzierungs-Quote und da kann man sich vorstellen, dass das nicht lange ausgehalten wird von den Zoos."

Wenn Junhold derzeit Bilanz zieht, dann steht unterm Strich eine Millionensumme, die dem Leipziger Zoo fehlt. 

"Jetzt kommen gerade die Hochzeits- und die besucherstärksten Wochen im Jahr. Ich kann mal eine Zahl nennen: Die letzten vier Wochen werden uns 4 Millionen Euro in etwa kosten und das halten wir nicht ewig durch als Zoo." 

Im Moment stehe auch die Frage im Raum, wer für die Kosten schließlich aufkommen soll. Der Zoo habe sich diesbezüglich bereits an die Bundesregierung gewandt. "Ohne Hilfe werden wir nicht auskommen. Und das können nicht nur Kredite sein. Das ist schon dramatisch gerade. Zum einen muss man das von der Liquidität her überstehen - das schaffen wir als Zoo Leipzig. Aber die mittelfristigen und langfristige Auswirkungen, die werden groß sein."

Mit Moderator Kachelmann sprach er dabei über die Probleme, die die Zwangsschließung für den Zoo bereitet.
Mit Moderator Kachelmann sprach er dabei über die Probleme, die die Zwangsschließung für den Zoo bereitet.  © Screenshot/MDR-Riverboat

Junhold über die Tiere im Leipziger Zoo: "Einigen fehlen die Menschen

Wie und wann der Zoo wiedereröffnen kann, darüber hat sich Junhold noch keine Gedanken gemacht. 

"Wir haben diese Gespräche noch nicht geführt und erst einmal den Zoobetrieb organisiert. Wir sind aber alle gespannt und hoffen, dass die Totalbeschränkungen nicht so lange dauern. Wir brauchen irgendwelche Regeln und wir müssen auch ein Stück zur Normalität zurückkehren, weil wir sonst einen Riesenschaden erleiden", so der Zoodirektor. 

Auch die Tiere im Zoo würden bereits merken, dass dieser Tage einiges anders ist rund um sie herum "Einigen Tieren fehlen die Menschen. Und wir haben andere Tiere, die nutzen den Freiraum, z. B. im Gondwana-Land. Dort tummeln sich gerade die Kronentauben, die umher stolzieren und die Treppen benutzen, auf denen sonst die Besucher laufen. Und sich sichtlich wohlfühlen dort", so Junhold. 

Er mache sich eher Sorgen um das wirtschaftliche Gebilde im Zoo.

Titelfoto: Screenshot/MDR-Riverboat

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