"Hatten keine Chance": Todesursache von Elefantenbullen Kiran ist geklärt!

Leipzig - Mitte Juni ereilte eine Schocknachricht Fans des Leipziger Zoos: Elefantenbulle Kiran war nach einer rasanten Verschlechterung seines Gesundheitszustandes überraschenderweise verstorben. Nun ist die Todesursache geklärt.

Kiran, der jüngste Elefanten-Nachwuchs aus dem Leipziger Zoo, ist Mitte Juni überraschend an den Folgen einer Herpes-Infektion verstorben.
Kiran, der jüngste Elefanten-Nachwuchs aus dem Leipziger Zoo, ist Mitte Juni überraschend an den Folgen einer Herpes-Infektion verstorben.  © Zoo Leipzig

Wie der Zoo am Montag mitteilte, war der eineinhalb Jahre alte Elefant an den Folgen einer Infektion mit dem hochaggressiven Elefanten-Herpes-Virus EEHV1 (Endotheliotropes Elefanten Herpesvirus) gestorben.

"Der pathologische Befund zeigt deutlich, dass wir keine Chance hatten, Kiran zu retten. Das Herpes-Virus hatte bereits alle Organe angegriffen und zu einem multiplen Organversagen geführt", bedauerte Zoodirektor Prof. Jörg Junhold (57).

Kirans Erkrankung gilt als erster Herpesausbruch in der Geschichte der Elefantenhaltung in Leipzig.

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Zwar ist das Virus weltweit sowohl unter frei lebenden Elefanten als auch in Zoopopulationen vertreten, meist sind die Tiere jedoch nur Träger des Virus und erkranken selber nicht.

Nach Kirans Tod: Bei den Leipziger Elefanten ist wieder Ruhe eingekehrt

Zoodirektor Jörg Junhold (57) möchte weiterhin an der Zucht der stark bedrohten Asiatischen Elefanten festhalten.
Zoodirektor Jörg Junhold (57) möchte weiterhin an der Zucht der stark bedrohten Asiatischen Elefanten festhalten.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB

"Unsere Elefantenherde unterliegt einer engmaschigen Kontrolle, zu der auch regelmäßige Blutuntersuchungen gehören, jedoch geben die Blutwerte nur bei einem Ausbruch des Herpes-Virus Aufschluss über die Erkrankung, ansonsten ist das Virus kaum nachweisbar.

Deshalb ist es zumeist nicht möglich, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln", erklärte Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard die Problematik.

Einen Impfstoff gegen das Virus gäbe es außerdem noch nicht. Warum die Krankheit gerade beim kleinen Elefantenbullen ausgebrochen war, sei rückblickend nicht mehr nachvollziehbar, da hier mehrere Faktoren mit reinspielen können.

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Weitere Leipziger Elefanten sind Untersuchungen zufolge nicht am Herpes erkrankt - nach Kirans Tod ist in der Herde auch wieder Ruhe und ein normaler Alltag eingekehrt.

"Wir werden auch zukünftig an unserem Ziel einer sozial intakten Herdenstruktur mit entsprechender Zucht zur Arterhaltung der stark bedrohten Asiatischen Elefanten festhalten", so Zoodirektor Prof. Jörg Junhold optimistisch.

Titelfoto: Zoo Leipzig

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