Jubiläum im Leipziger Tropen-Paradies: Die schielende Heidi wurde hier zum Mega-Star

Leipzig - Egal, ob es draußen warm ist oder kalt, in der Messestadt gibt es diesen einen Ort, an dem 365 Tage im Jahr Sommer ist: das Gondwanaland im Leipziger Zoo. Wenn der nicht gerade wegen Corona geschlossen ist, ist dieses tropische Paradies, das im Sommer zehnjähriges Jubiläum feiert, DIE Attraktion für die Zoobesucher.

2007 war das Areal neben dem Zoogelände noch eine riesige Baustelle.
2007 war das Areal neben dem Zoogelände noch eine riesige Baustelle.  © Screenshot/MDR-Mediathek

Jeder kennt die gläserne Kuppel im nördlichen Zentrum Leipzigs. Darunter verbirgt sich ein zweieinhalb Fußballfelder großer Dschungel, der 300 exotische Tiere und 24.000 tropische Pflanzen beherbergt.

Klingt erstmal ganz nett, doch dieser kleine Urkontinent bringt mittlerweile nicht nur Kinderaugen zum Leuchten, wenn es in jeder Ecke dieses "Abenteuerspielplatzes" etwas anderes Aufregendes zu entdecken gibt.

Vor allem die Bootsfahrt, die die Besucher mit auf eine Zeitreise durch die Entstehung und den Niedergang Gondwanas nimmt, und der Rundgang auf der Insel der Totenkopfäffchen sind für Groß und Klein die absoluten Highlights.

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Im Jahr 2007 waren die Pläne für dieses außergewöhnliche Projekt auf der Industriebrache neben dem Zoo in der Pfaffendorfer Straße entstanden.

"Völlig verrückt war das", erzählt Zoo-Direktor Jörg Junhold (57) in der MDR-Dokumentation "Der Osten – Entdecke wo du lebst: Der Urknall von Leipzig – Das Gondwanaland" lachend. Man habe ja im Grunde keine Ahnung gehabt, was einen erwartete. Dennoch war er überzeugt, "dass wir was Außergewöhnliches schaffen können."

Urknall trifft es in jedem Fall ganz gut, denn einige alte Ruinen mussten den großen Plänen damals weichen und so wurden sie einfach weggesprengt. Aus einer Baustelle wurde ein Tropenparadies mitten in der Großstadt Leipzig.

Heute versteckt sich unter der Glaskuppel im Leipziger Zentrum ein Paradies mit zahlreichen exotischen Tieren und außergewöhnlichen Pflanzen.
Heute versteckt sich unter der Glaskuppel im Leipziger Zentrum ein Paradies mit zahlreichen exotischen Tieren und außergewöhnlichen Pflanzen.  © MDR/Alex Foster

Jeden Tag Tausende Euro für einzigartigen Lebensraum

Das auf der ganzen Welt bekannte, schielende Opossum Heidi war einer der ersten Bewohner des Gondwanalands, lebte aber schon vorher im Leipziger Zoo.
Das auf der ganzen Welt bekannte, schielende Opossum Heidi war einer der ersten Bewohner des Gondwanalands, lebte aber schon vorher im Leipziger Zoo.  © Hendrik Schmidt/dpa

Unter großem Medienrummel bereits im Vorfeld wurde das Gondwanaland im Sommer 2011 eröffnet. Der erste Bewohner war Komodowaran Kampung, die berühmteste Bewohnerin das schielende Virginia-Opossum Heidi. Sie wurde zum internationalen Star, starb jedoch schon wenige Monate später.

Viele andere Tiere scheinen sich in Leipzigs Regenwald so wohl zu fühlen, dass in regelmäßigen Abständen Nachwuchs gezeugt wird.

Ob Schabrackentapir oder Dikdiks, Ozelots oder Plumploris – viele Arten haben inzwischen regelrechte Dynastien gegründet.

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So auch die nachtaktiven Quolls, die im Tunnel des Gondwanalands leben. Die Beutelmarder, die auf dem australischen Festland ausgestorben sind, sind mittlerweile zu einer internationalen Großfamilie herangewachsen, mit der sich der Zoo weltweit einen Namen gemacht hat.

Solch einen künstlichen Regenwald am Laufen zu halten, macht natürlich eine Menge Arbeit und kostet sehr viel Geld. Täglich werden mehr als 10.000 Euro für Futter, Tierpfleger sowie Luft- und Wassertemperatur ausgegeben. Doch die Mühe lohnt sich, denn so bekommen viele vom Aussterben bedrohte Arten einen einzigartigen Lebensraum.

"Wenn ich daran denke, was für Besuchermassen hier waren, wie die Tiere sich eingewöhnt haben, wie sich alles entwickelt hat und was uns Gondwanaland für ein Ansehen draußen gebracht hat, dann kann ich nur sagen, jede Sekunde, die wir hier reingesteckt haben, war richtig reingesteckt", schwärmt Direktor Junhold stolz.

Zoo-Direktor Jörg Junhold (57) inmitten seines kleinen, immergrünen Paradieses.
Zoo-Direktor Jörg Junhold (57) inmitten seines kleinen, immergrünen Paradieses.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Die ganze Sendung über diese kleine, tolle Welt mitten in Leipzig könnt Ihr in der MDR-Mediathek anschauen.

Titelfoto: Bildmontage: MDR/Alex Foster / Hendrik Schmidt/dpa

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