Zu viele offene Stellen: Fehlendes Hotelpersonal in Leipzig bereitet Sorgen

Leipzig - In Leipzig fehlt es laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) an Hotelpersonal. Besonders in der nahenden Urlaubssaison könnte das brenzlig werden.

In Leipzig fehlt es 2022 an Hotelpersonal.
In Leipzig fehlt es 2022 an Hotelpersonal.  © 123RF/belchonock

"Rezeptionistinnen, Köche, Barkeeper, Service- und Reinigungskräfte werden in der Messestadt händeringend gesucht. Ohne sie kann die Branche in der wichtigsten Saison des Jahres nicht durchstarten", stellte Jörg Most von der NGG fest.

Ende Juni seien im Beherbergungsgewerbe der Messestadt 102 Stellen offen gewesen - laut der Bundesagentur für Arbeit mehr als drei Mal so viele wie zur gleichen Zeit im Vorjahr.

Das Problem lässt sich allerdings nicht so einfach lösen, wie Most anfügte. "Für viele Hoteliers ist es aktuell einfacher, Gäste zu finden als Mitarbeiter". Das habe besonders mit der Pandemie und der damit verbundenen Lockdowns und Kurzarbeit zu tun, die vor der Branche abschrecken.

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Um sich trotzdem vom Wettbewerb abzuheben, müssen die Arbeitgeber neues Personal vor allem mit besserer Bezahlung und fairen Bedingungen locken. Dank eines neuen Tarifvertrags bekommen sächsische Branchen-Neulinge ab Oktober 12,24 Euro pro Stunde, Fachkräfte sogar mindestens 12,88 Euro. Der erste Schritt ist also getan, aber - "Entscheidend ist nun, dass sich die Betriebe an die tariflichen Standards halten", betonte Most.

Neben der Aufstockung des Gehalts müsse den Hotelangestellten zudem flexiblere Arbeitszeiten geboten werden. Da in der Branche sowohl nachts als auch an Wochenenden und an Feiertagen gearbeitet wird, muss diese Leistung ausgeglichen werden, um genug Freizeit und Erholung zu ermöglichen.

Auch Entgegenkommen der Gäste ist gefragt

In den kommenden Monaten wird in Leipzig aufgrund der vielen Urlauber, Touristen und auch Geschäftsreisenden mit sehr hoher Auslastung in der Hotelbranche gerechnet. Damit die Wünsche all dieser Gäste berücksichtigt und erfüllt werden können, muss der Job-Zweig laut Most endlich attraktiver werden.

Hier sei aber auch das Entgegenkommen der Kunden gefragt: "Für ein sauberes Hotelzimmer und einen guten Service sollte man bereit sein, etwas mehr auszugeben. Das gilt auch im Restaurant. Ein Schnitzel für neun Euro ist heute nicht mehr machbar".

Titelfoto: 123RF/belchonock

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