Kinderklinik des Klinikums Magdeburg erreicht Limit: "Zustand unhaltbar"

Magdeburg - Im Bereich Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Magdeburg wird wegen Corona, einer frühen Grippewelle und immer mehr Fällen von RS-Viren an der Kapazitätsgrenze gearbeitet.

Das Klinikum Magdeburg kommt besonders auf den Kinderstationen an die Grenzen.
Das Klinikum Magdeburg kommt besonders auf den Kinderstationen an die Grenzen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir können zwar immer noch Kinder aufnehmen, müssen dies aber zunehmend auch aus anderen Kliniken im Umland, weil die ebenso überlaufen", sagte Chefarzt Matthias Heiduk am Mittwoch laut einer Mitteilung des Klinikums.

"Es wird zu einem täglichen Wagnis, wo in der Gegend noch Betten für Kinder frei sind." Dieser Zustand sei dauerhaft unhaltbar, sagte er.

Aktuell gebe es wegen der angespannten Infektionslage beispielsweise Anfragen für Aufnahmen aus Hannover oder Braunschweig, parallel versuche auch das Klinikum auszulagern.

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Auf Station müssten geplante Aufnahmen geschoben werden, weil sonst die stationäre Betreuung von kranken Säuglingen und Kleinkindern gefährdet sei. Auch die ambulanten Kinderärzte erreichen den Angaben zufolge inzwischen ihre Kapazitätsgrenze.

Heiduk zufolge ist ein Grund für die Zuspitzung der Versorgungslage auch, dass in den vergangenen Jahren einige Kinder- und Jugendkliniken geschlossen wurden.

Heiduk: Klinikum Magdeburg braucht neue Strukturen

Es sei bedenklich, dass es mittlerweile Engpässe auf vielen Kinderintensivstationen gebe, so der Mediziner. Lange Transportwege seien für kleine Patienten zusätzlich belastend.

Laut Heiduk müssen zudem strukturelle Defizite in der medizinischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen ausgeräumt werden, etwa das Fallpauschalensystem, das begrenzte Mittel zur Patientenversorgung vorschreibt.

Es brauche in mehreren Bereichen neue Strukturen.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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