Land unterstützt Halle bei Bewerbung ums Zukunftszentrum: Das sagt Magdeburgs OB dazu

Magdeburg - Die Entscheidung der Landesregierung ist gefallen: Statt Magdeburg unterstützt das Land Sachsen-Anhalt die Stadt Halle in der Bewerbung um das Zukunftszentrum. Die Magdeburger Regierung zeigt sich enttäuscht.

Oberbürgermeisterin Simone Borris (59) zeigte sich enttäuscht gegenüber der Entscheidung der Landesregierung.
Oberbürgermeisterin Simone Borris (59) zeigte sich enttäuscht gegenüber der Entscheidung der Landesregierung.  © Heiko Rebsch/dpa

Um neues Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation zu werden, erhält nun Halle die finanzielle Unterstützung des Landes.

In Folge dieser Entscheidung zog nun Magdeburg die Bewerbung zurück, das teilte die Landeshauptstadt in einer Pressemeldung mit.

Oberbürgermeisterin Simone Borris (59, parteilos) äußerte sich enttäuscht über den Ausstieg aus dem Bewerbungsrennen: "Da die Landesregierung eine andere Kommune Sachsen-Anhalts öffentlich unterstützt, sind die Hürden nun zu hoch geworden. Ohne den notwendigen Rückenwind der Regierung ist eine Bewerbung aus unserer Sicht nicht mehr erfolgsversprechend."

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Der Bund hatte am 1. Juli den Wettbewerb zum Zukunftszentrum Deutsche Einheit und Europäische Transformation ausgerufen. Bis 30. September können sich ostdeutsche Kommunen um die Investition in Höhe von 200 Millionen Euro bewerben.

Das Zukunftszentrum soll als eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Kultur und bürgerschaftlichem Engagement agieren.

Bürgermeisterin Stieler-Hinz: Begründung der Landesregierung nicht nachvollziehbar!"

Bürgermeisterin Regina-Dolores Stieler-Hinz (53) hatte seit 2021 an der Bewerbung mitgearbeitet.
Bürgermeisterin Regina-Dolores Stieler-Hinz (53) hatte seit 2021 an der Bewerbung mitgearbeitet.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

Eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Universität und Hochschule arbeitete bereits seit 2021 an der Bewerbung um das Zukunftszentrum. Mitglieder der Arbeitsgruppe, die zum Teil nur widerwillig die Bewerbung zurückgezogen hatten, zeigten sich erstaunt und überrascht gegenüber der gefallenen Entscheidung.

Bürgermeisterin Regina-Dolores Stieler-Hinz (53) fand die Begründung der Landesregierung nicht nachvollziehbar. Die Transformationsprozesse seien in Magdeburg viel besser sichtbar als in irgendeiner anderen Stadt, dazu käme auch die breite Verankerung der Wissenschaft und Forschung.

"Wir hoffen, dass sich der Blick des Landes mittelfristig vom Süden löst und auch wieder auf die Errungenschaften in der Mitte und im Norden Sachsen-Anhalts lenkt", so Stieler-Hinz.

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Der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität, Prof. Dr. Jens Strackeljan (60), blieb jedoch optimistisch: "Es sollte uns allen doch klar sein: Es geht hierbei um die Sichtbarkeit des gesamten Landes, einer gesamten Region und weniger um den Erfolg einer Stadt."

Die Bundesregierung will spätestens Anfang 2023 bekanntgeben, welche Stadt zukünftig Sitz des Zukunftszentrums sein wird.

Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa

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