Umweltpreise 2022 verliehen - doch es gab auch Proteste

Magdeburg - Für die Entwicklung eines energiesparenden Schiffsantriebs und den Einsatz für Artenschutz in Nationalparks haben ein Ingenieur-Duo aus Hamburg und ein Biologe aus Frankfurt am Main den Deutschen Umweltpreis bekommen.

Strahlende Gesichter in Magdeburg: Am Sonntag wurde der Deutsche Umweltpreis verliehen.
Strahlende Gesichter in Magdeburg: Am Sonntag wurde der Deutsche Umweltpreis verliehen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Vor rund 900 Gästen wurden Friedrich Mewis (79) und Dirk Lehmann (58) sowie Christof Schenck (60) während eines Festaktes am Sonntag in Magdeburg von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (66) ausgezeichnet.

Der seit 1993 ausgelobte Preis ist mit 500.000 Euro dotiert und nach Angaben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt eine der höchstdotierten Auszeichnungen ihrer Art in Europa.

"Mehr denn je brauchen wir Menschen, die uns Wege aufzeigen, um Tiere und Pflanzen zu erhalten und die Erderwärmung zu stoppen", sagte Steinmeier. "Mehr denn je brauchen wir Menschen, die es möglich machen, dass wir in Zukunft besser im Einklang mit der Natur leben und wirtschaften."

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Steinmeier nahm in seiner Rede auch Bezug auf den Krieg Russlands in der Ukraine - er nannte den Deutschen Umweltpreis einen "Lichtblick in dieser Zeit". Von der Verleihung gehe ein besonderes Signal aus: "Wir dürfen nicht zulassen, dass der Umwelt- und Klimaschutz angesichts des Krieges auf unbestimmte Zeit verschoben wird."

Die Ingenieure Mewis und Lehmann wurden für die Entwicklung ihres kraftstoffsparenden Schiffsantriebs "Becker Mewis Duct" geehrt. Das Duo entwickelte eine energiesparende Düse für große Schiffe. Dabei handelt es sich um eine Vorrichtung, die unmittelbar vor dem Propeller installiert wird und die nach Angaben der Erfinder bereits in 1400 Schiffen weltweit zum Einsatz kommt. Lehmann sagte, die Auszeichnung habe eine immense Bedeutung für die maritime Industrie.

Schenck ist Geschäftsführer der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt. Belohnt wurde sein Engagement für den Artenschutz, etwa für Wildnisgebiete in Afrika und Südamerika. Schenck sei fasziniert von unberührten Ökosystemen und setze sich für deren Erhalt und damit für den Weltklimaschutz, heiß es. "Dieser Preis ist auch Verantwortung. Wir stecken in einer dramatischen Krise, einmalig in ihrer zeitlichen und räumlichen Dimension", sagte der Biologe.

Landwirte protestieren vor einem Hotel gegen die Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2022.
Landwirte protestieren vor einem Hotel gegen die Verleihung des Deutschen Umweltpreises 2022.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Proteste gegen Ehrenpreis-Verleihung

Den mit 20.000 Euro dotierten Ehrenpreis teilen sich Myriam Rapior (26) und Kathrin Muus (28). Die ehemalige Bundesvorständin der Jugend des Naturschutzverbandes BUND und die Vertreterin des Bundes der Deutschen Landjugend hätten maßgeblich für das Zustandekommen des Abschlussberichts der "Zukunftskommission Landwirtschaft" gesorgt, der im Juli 2021 vorgelegt wurde, urteilte die Jury.

Gegen die Zukunftskommission im Allgemeinen und die Auszeichnung im Speziellen protestierte eine kleine Gruppe der Organisation Freie Bauern Deutschland.

Sie waren mit Traktoren an den Ort der Preisvergabe gekommen und vergaben symbolisch den "Echten Umweltpreis" an eine 18-Jährige Jungbäuerin aus Ostfriesland. Auf einem Transparent forderten sie "Zukunft ohne Kommission".

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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