Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Chiphersteller Intel wird konkret

Magdeburg - Mit der Intel-Ansiedlung stellt sich auch die Frage nach geeigneten Fachkräften. Die Hochschulen im Land wollen bei der Ausbildung von Nachwuchskräften helfen. An der Uni Magdeburg werden die Ideen konkreter.

So soll die Intel-Fabrik aussehen. Im Jahr 2027 soll die Produktion starten.
So soll die Intel-Fabrik aussehen. Im Jahr 2027 soll die Produktion starten.  © PR/Intel Corporation

Die Zusammenarbeit des US-Chipherstellers Intel und den Hochschulen in Sachsen-Anhalt nimmt vor dem Hintergrund der Ansiedlung des Konzerns in Magdeburg immer mehr Form an.

"Ganz konkret arbeiten wir an der Universität Magdeburg an der Implementierung von ein bis zwei interdisziplinären Studiengängen, die im kommenden Wintersemester starten sollten", sagte der Rektor der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Jens Strackeljan, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Dabei sei in Kooperation mit Intel das gesamte Portfolio von Honorarprofessuren bis hin zu Stipendien denkbar. Zuvor hatte der MDR Sachsen-Anhalt über neue Studiengänge im Bereich der Halbleitertechnologie berichtet.

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Intel betonte, dass dem Unternehmen eine Zusammenarbeit auf gegenseitiger Augenhöhe sehr wichtig sei. "Forschung und Lehre ist frei", sagte der Personalchef für Deutschland, Bernd Holthaus. "Wir können uns verschiedene Programme zur Aus- und Weiterbildung vorstellen. Die Gespräche laufen sehr gut und wir haben diese Woche noch einen tieferen Einblick in die Fakultäten bekommen."

Die ersten Ideen seien da, zur konkreten Umsetzung würden Arbeitsgruppen eingerichtet, so Strackeljan.

Neben der Uni Magdeburg kommen auch andere Hochschulen in Frage

Für die Entwicklung und Herstellung von Chips sind gut ausgebildete Fachkräfte notwendig. (Symbolbild)
Für die Entwicklung und Herstellung von Chips sind gut ausgebildete Fachkräfte notwendig. (Symbolbild)  © 123rf/uflypro

Eine wichtige Frage sei auch, wie der Anteil von Frauen in den sogenannten MINT-Bereichen erhöht werden könne.

Zudem sei der Berufseinstieg auch für die internationalen Studierenden an der Uni wichtig. "Wir werden konkrete Überlegungen anstellen, wie wir es tatsächlich schaffen, sie nicht nur zu holen, sondern auch in der Region zu halten", so der Rektor.

Neben der Uni in Magdeburg ist Intel eigenen Angaben zufolge auch in Gesprächen mit weiteren akademischen Einrichtungen. Am Dienstag hatten sich Vertreter von Intel und verschiedenen Hochschulen des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg ausgetauscht.

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"Die Hochschulen des Landes nutzten die Gelegenheit, sich vorzustellen, ihre Kompetenzen sowie Vorhaben zu formulieren", sagte Strackeljan, der auch Präsident der Landesrektorenkonferenz ist.

Intel habe über konkrete Bedarfe und Pläne, was die Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Fachkräften betreffe, informiert.

Bislang wurden nach Angaben von Intel mehr als 80 Stellen in Magdeburg ausgeschrieben. Es handelt sich demnach in erster Linie um Positionen für die Bau- und Planungsphase, wie zum Beispiel die zukünftige Werksleitung, Konstruktion oder Öffentlichkeitsarbeit.

2027 will das Unternehmen in den zwei bis dahin gebauten Halbleiterfabriken mit der Produktion starten.

Titelfoto: 123rf/uflypro

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