Ab Freitag sind Sommerferien! Schuljahr endet, doch Corona-Pandemie bleibt

München - Ausflüge unternehmen, schwimmen oder einfach nur faulenzen - in Bayern beginnen am Freitag die Sommerferien. Aber wie geht es danach weiter? Die Lehrerinnen und Lehrer fordern eine klare Orientierung.

Sechs Wochen Sommerferien! In Bayern dürften sich zahlreiche Schulkinder auf die anstehende freie Zeit freuen. (Symbolbild)
Sechs Wochen Sommerferien! In Bayern dürften sich zahlreiche Schulkinder auf die anstehende freie Zeit freuen. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa

Zahlreiche Kinder und Jugendliche werden am Ende der Woche im Freistaat freudestrahlend die eigene Schule verlassen. Vor ihnen liegen sechs Wochen Sommerferien - und damit Zeit aufzuatmen nach einem Schuljahr, das erneut von der Coronavirus-Pandemie absolut einschneidend geprägt war.

Doch ganz sorgenlos werden die Heranwachsenden die anstehende freie Zeit wohl doch nicht genießen können. Angesichts steigender Inzidenzen bleibt die Frage, wie es denn nach den Ferien weitergeht.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (61, Freie Wähler) betont zwar, dass das Ziel im neuen Schuljahr kontinuierlicher Präsenzunterricht sei. "Dafür braucht es weiterhin ein Höchstmaß an Infektionsschutz an den Schulen", teilte der Politiker mit. Aber: Distanz- und Wechselunterricht seien bei lokal begrenzten Ausbrüchen oder aufgrund von Quarantäneanordnungen nicht ausgeschlossen.

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In den ersten Wochen nach den Sommerferien müssen die bayerischen Schülerinnen und Schüler nach einem Kabinettsbeschluss im Klassenzimmer jedenfalls wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

So sollen Infektionen durch Reiserückkehrer verhindert werden.

Impfangebote für Jugendliche und klare Forderung an die Politik

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband fordert mit Blick auf das neue Schuljahr verbindliche Rahmenbedingungen. (Symbolbild)
Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband fordert mit Blick auf das neue Schuljahr verbindliche Rahmenbedingungen. (Symbolbild)  © Matthias Balk/dpa

Außerdem soll es vermehrt Impfangebote für Jugendliche geben. Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren könnten demnach entsprechend künftig nicht nur beim Haus- oder Kinderarzt, sondern auch in den Impfzentren geimpft werden.

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband forderte mit Blick auf das neue Schuljahr, verbindliche Rahmenbedingungen für einen sicheren Präsenzunterricht festzulegen. Die verschiedenen Schutzmaßnahmen wie Lüften und Abstandsregeln müssten klar definiert werden.

Das zurückliegende Schuljahr sei für die Schülerinnen und Schüler, die Eltern, die Lehrkräfte und alle in der Verwaltung kräftezehrend gewesen, teilte BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann (51) mit. Nun bräuchten alle eine Auszeit, um Energie fürs neue Schuljahr zu schöpfen.

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"Das geht nur, wenn die Politik in den Ferien ihre Hausaufgaben macht und eben nicht wieder wartet, bis ganz plötzlich die Schule im September beginnt", führte Fleischmann zum Thema aus.

Monatelang mussten viele Schülerinnen und Schüler im zurückliegenden Schuljahr von zu Hause aus lernen, den Kontakt zu anderen Kinder und Jugendlichen stark einschränken. Nicht nur Lücken beim Schulstoff sind nach Angaben des bayerischen Philologenverbands die Folge.

Lehrkräfte berichten von Verhaltensschwierigkeiten, Depressionen oder Prüfungsängsten

Beim Abiturschnitt hat sich die Coronavirus-Pandemie und deren Folgen in diesem Jahr in Bayern nicht bemerkbar gemacht. (Symbolbild)
Beim Abiturschnitt hat sich die Coronavirus-Pandemie und deren Folgen in diesem Jahr in Bayern nicht bemerkbar gemacht. (Symbolbild)  © Peter Kneffel/dpa

Lehrkräfte an den Gymnasien und Beruflichen Oberschulen berichten auch von Störungen in der Entwicklung einige Jugendlicher wie etwa Verhaltensschwierigkeiten, Depressionen oder Prüfungsängsten bei vielen Heranwachsenden.

Beim Abiturschnitt hat sich das in diesem Jahr nicht bemerkbar gemacht - im Gegenteil!

Mit 2,14 erreichten die Abi-Klassen den bisher besten Schnitt in Bayern. Am Mittwoch wollten Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) und Kultusminister Piazolo rund 50 Schulabsolventinnen und Schulabsolventen für ihre herausragenden schulischen und ehrenamtlichen Leistungen bei einem Festakt in der Münchner Residenz würdigen.

Um vorhandene Lernrückstände aufzuholen, aber auch die soziale Kompetenz von Schülerinnen und Schülern zu fördern, soll es in den Sommerferien und im neuen Schuljahr nachmittags zusätzliche Kurse an den Schulen im Freistaat geben.

Piazolo kündigte an, auch im neuen Schuljahr Rücksicht auf die Schulschließungen zu nehmen. "In den Lehrplänen werden weiterhin Schwerpunkte gesetzt, nicht jedes Themengebiet muss dabei gleich intensiv behandelt werden."

In diesen Sommerferien können sich Kinder und Eltern über mehr Ferienangebote freuen. Mehr als 600 Träger bieten über das Ferienportal Sportcamps, Ausflüge, Kletterkurse, Tanzen und andere Aktivitäten an.

Titelfoto: picture alliance/dpa

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