Ampel-Bündnis bald auch in Bayern? Das sagt SPD-Chef Florian von Brunn

München - Nach Einschätzung des bayerischen SPD-Vorsitzenden und Fraktionschefs im Landtag, Florian von Brunn (52), könnte eine Ampel-Koalition im Bund auch die Zusammenarbeit von SPD, Grünen und FDP in Bayern befördern.

Bundesebene als Vorbild? Florian von Brunn (52, SPD) sieht in einem möglichen Ampel-Bündnis im Freistaat Bayern ein "attraktives Modell".
Bundesebene als Vorbild? Florian von Brunn (52, SPD) sieht in einem möglichen Ampel-Bündnis im Freistaat Bayern ein "attraktives Modell".  © Matthias Balk/dpa

"Die Ampel ist ein attraktives Modell auch für Bayern - weil die CSU nach so vielen Jahren spürbar ausgelaugt ist und deshalb endlich frische, neue Kräfte die Regierung stellen sollten", sagte von Brunn gegenüber der Passauer Neuen Presse.

"Wenn Grüne und FDP dazu bereit sind, würde ich gerne zusammen mit ihnen den Bürgerinnen und Bürgern in Bayern das Konzept einer Ampel anbieten", zitiert das Blatt den SPD-Politiker.

"Bei allen unterschiedlichen Meinungen gibt es zwischen uns eine gute Atmosphäre - so, wie man das auch in Berlin bei den Sondierungsgesprächen und jetzt konkreten Koalitionsverhandlungen beobachten kann", führte von Brunn aus.

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Der CSU warf der Oppositionspolitiker vor, "keinen Plan, keinen Kompass, kein Konzept mehr" zu haben. Vor dem Hintergrund des schlechtesten CSU-Bundestagswahlergebnisses seit mehr als 70 Jahren erwartet er für Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder (54) zunehmend Probleme.

"Er hat sich nicht loyal verhalten gegenüber Armin Laschet. Das wird in der Union kritisiert und schwächt den Stellenwert der CSU in Berlin. Auch in Bayern kam das nicht wirklich gut an bei vielen Menschen", so von Brunn.

Bayerische SPD verzeichnet Mitgliederzuwachs

Die bayerische SPD verzeichnet laut von Brunn unterdessen einen Mitgliederzuwachs und wird nach seinem Eindruck "wieder stärker wahrgenommen". Sie habe aktuell "etwas mehr als 50.000 Mitglieder".

In der Bundesregierung werde seine Partei voraussichtlich "einen pragmatischen Mitte-Links-Kurs" verfolgen, "bei dem es um die Bedürfnisse der hart arbeitenden Mitte der Gesellschaft geht".

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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