Barrierefreiheit in Bayern: Grüne machen Druck auf Staatsregierung!

München - Die Grünen machen Druck auf Ministerpräsident Markus Söder (55), dem Versprechen seines Vorgängers Horst Seehofer (73, beide CSU) für ein barrierefreies Bayern bis zum Jahr 2023 endlich neue Taten folgen zu lassen.

Barrierefreiheit und deren Umsetzung im Freistaat Bayern: Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze (37) findet deutliche Worte.
Barrierefreiheit und deren Umsetzung im Freistaat Bayern: Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze (37) findet deutliche Worte.  © Angelika Warmuth/dpa

Unter anderem soll die Barrierefreiheit für öffentliche Stellen und Behörden verbindlich vorgeschrieben werden. Das sieht der Entwurf eines Gesetzes vor, den die Grünen in der bayerischen Landeshauptstadt München offiziell vorstellten.

"Die Söder-Regierung ist groß bei Ankündigungen zur Barrierefreiheit, in der Umsetzung jedoch liefert sie nicht", so Fraktionschefin Katharina Schulze (37).

Der Gesetzentwurf, der bis zum Ende dieser Legislaturperiode umsetzbar sei, solle vorhandene Regelungslücken schließen und verbindliche Vorgaben für Barrierefreiheit in Bayern schaffen.

"Barrierefreiheit umfasst so viel - von der Rollstuhlrampe am Museum über Apps, die die Inhalte von Websites vorlesen, bis zu behördlichen Formularen in leichter Sprache", erklärte Schulze.

Beispielsweise wollen die Grünen erreichen, dass die Kommunikation in einfacher und verständlicher Sprache für Behörden von einer Soll-Vorschrift in eine verbindliche Vorgabe umgewandelt wird.

Menschen mit Behinderungen sollen auf Verlangen Schriftdokumente in "leichter Sprache" bekommen können. Neu angeschaffte Software in Verwaltungen soll barrierefrei sein. Eine bisherige "Exit-Option", von Barrierefreiheit aus finanziellen, wirtschaftlichen oder organisatorischen Gründen entsprechend abzusehen, soll gestrichen werden.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (55, CSU) steht im Fokus der Kritik.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (55, CSU) steht im Fokus der Kritik.  © Stefan Puchner/dpa

Unterstützung bei Umsetzung der Barrierefreiheit in Bayern

Eine neue "Landesfachstelle für Barrierefreiheit" soll die Behörden bei der Umsetzung der Barrierefreiheit ferner unterstützen und auf Anfrage auch Wirtschaft, Verbände und Zivilgesellschaft beraten. Das Versprechen, Bayern bis 2023 "im gesamten öffentlichen Raum" barrierefrei zu machen, stammte noch aus dem Jahr 2013 vom damaligen Ministerpräsidenten Seehofer.

Sozialverbände und Kommunen zweifeln schon lange, ob Ziel und Zeitplan zu halten sind. Vor einiger Zeit hatte dies auch die Staatsregierung einräumen müssen. Das alles seien "großspurige Versprechen" gewesen, "denen nie echte Taten gefolgt sind. Das ist die traurige Realität", kritisierte die sozialpolitische Sprecherin der Grünen, Kerstin Celina (54).

Barrierefreiheit brauche eben "klare gesetzliche Vorgaben und Investitionen".

Titelfoto: Montage: Angelika Warmuth/dpa, Stefan Puchner/dpa

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