Ende der Maskenpflicht? Markus Söder spricht Klartext

München - In Norddeutschland machen Gedankenspiele zum Ende der Pflicht für Mund-Nase-Schutz die Runde. Prompt schwappt das brisante Thema auch in den Süden. Für Bayern zieht Ministerpräsident Markus Söder (53) eine rote Linie.

Markus Söder (53, CSU) ist aktuell Bayerns Ministerpräsident.
Markus Söder (53, CSU) ist aktuell Bayerns Ministerpräsident.  © Sven Hoppe/dpa

Anders als in anderen Bundesländern ist ein Ende der Maskenpflicht im Freistaat kein Thema. Es sei klar, dass Bayern "auf keinen Fall die Maskenpflicht abschaffen oder lockern" werde, sagte der CSU-Chef und Ministerpräsident am Montagvormittag am Rande der CSU-Vorstandssitzung in München

Die geltende Maskenpflicht sei neben dem Abstandsgebot und möglichst vielen Tests in der Bevölkerung "eines der ganz wenigen Elemente für einen Schutz gegen das Virus". Es gebe keine Alternative dazu, umsichtig und vorsichtig zu sein.

Söder betonte, in dem Punkt sei man sich auch mit der CDU einig, darüber habe man sich am Morgen noch einmal abgestimmt. Die Maskenpflicht habe sich im Alltag auch bewährt, betonte Söder, die Abschaffung zum jetzigen Zeitpunkt ein Fehler. 

Gleichwohl könne er generell verstehen, dass es gerade in Bundesländern mit nur noch sehr wenige Corona-Fälle eine Diskussion darüber gebe. "Wir sollten aber an der Stelle nicht unvorsichtig sein."

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (66, CDU) hatte die Debatte über ein baldiges Ende der coronabedingten Maskenpflicht im Handel jüngst in einem Interview losgetreten. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (53, CDU) hatte eine Lockerung favorisiert, seine Forderung aber relativiert.

Viele Coronavirus-Beschränkungen inzwischen bereits gelockert

Markus Söder (53, CSU) kommt nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts mit Mundschutz zu einer Pressekonferenz.
Markus Söder (53, CSU) kommt nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts mit Mundschutz zu einer Pressekonferenz.  © Sven Hoppe/dpa

"Das würde nicht nur ein Gefühl der großen Unsicherheit neu beleben. Es könnte nämlich auch die Infektionsraten steigen lassen. Deswegen ist es aus meiner Sicht nichts Sinnvolles zu tun", sagte Söder zum Ende der Maskenpflicht. 

Unterm Strich seien die Zahlen in ganz Deutschland zwar halbwegs stabil, die geforderte Abschaffung würde allerdings ein falsches Signal senden.

Nachdem viele Corona-Beschränkungen inzwischen gelockert seien, liege die Verantwortung nun wieder bei jedem Einzelnen. Wenn er dann noch sehe, dass etwa in England die Pubs bei ihrer Wiedereröffnung gestürmt worden seien, bereite ihm dies Sorge.

Hinsichtlich der wachsenden Zahl von öffentlichen Treffen meist jüngerer Menschen appellierte Söder an das noch immer entsprechend überaus wichtige Verantwortungsgefühl eines jeden Einzelnen: "Ich habe totales Verständnis, wenn junge Leute gern Party machen. Es soll auch möglich sein, aber auch eine Party kann man mit Vernunft machen." 

Er fürchte, dass sich angesichts von Bildern mit ausgelassen feiernden Menschen auf engstem Raum viele ältere Menschen deshalb aus dem öffentlichen Raum zurückzögen und es zu einer Spaltung der Gesellschaft komme.

Letztlich stehe Deutschland im Herbst noch die große Bewährungsprobe in Sachen Corona bevor, sagte Söder. Wenn die Menschen aus ihren Urlauben zurückkommen würden. Bayern bleibe bei der aktuellen Strategie, auch wenn viele Leute mit aller Wucht dagegen angingen. "Die Maske ist keine Glaubensfrage", sagte auch CSU-Generalsekretär Markus Blume (45) und führte im gleichen Atemzug weiter aus: "Wir stehen ganz klar zu dieser Maskenpflicht."

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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