München überschreitet kritischen Corona-Grenzwert: Droht ein Lockdown?

München - Nach Überschreiten des Corona-Grenzwertes in München hängt es nun von der Entwicklung am Wochenende ab, welche Maßnahmen zum verschärften Infektionsschutz ergriffen werden.

Hunderte Menschen belagern bei sommerlichen Temperaturen die Frühlingsanlagen an der Isar in München. (Archivbild)
Hunderte Menschen belagern bei sommerlichen Temperaturen die Frühlingsanlagen an der Isar in München. (Archivbild)  © Peter Kneffel/dpa

Bis dahin gibt es zunächst nur für die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen Konsequenzen: Sie müssen im Unterricht weiter eine Maske tragen. 

"Aber einen Rückgang zum eingeschränkten Blockunterricht halte ich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht für verhältnismäßig", entschied Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). 

Auch Krippen und Kindertagesstätten sollten zunächst im Regelbetrieb bleiben. Doch je nachdem, wie das Wochenende in der bayerischen Landeshauptstadt verläuft, könnten am Montag vor allem in anderen Bereichen weitere Beschränkungen und Maßnahmen folgen, wie Reiter ankündigte.

Nach Tagen knapp unterhalb der Schwelle hatte München am Freitag den Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. 

Die Verantwortlichen blicken mit Sorge vor allem auf den Samstag: Da hätte der Anstich des Oktoberfests sein sollen. Die Stadt befürchtet, dass sich viele zu bierseligen "Wiesn-Ersatzpartys" treffen könnten und hat sowohl für die Theresienwiese als auch für bekannte Party-Hotspots ein Alkoholverbot erlassen.

Mehrere Corona-Hotspots in Bayern - Alkoholverbote in München

Für die Theresienwiese wurde ein Alkoholverbot erlassen.
Für die Theresienwiese wurde ein Alkoholverbot erlassen.  © Sven Hoppe/dpa

Wiesnchef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) forderte die Feierwütigen im Radiosender B5 aktuell auf: "Geht nicht auf die Wiesn, feiert im Wirtshaus, das ist einfach besser!"

Eine Alternative zum coronabedingt geplatzten weltgrößten Volksfest bieten rund 50 Wiesn- und Innenstadtwirte, die bis zum 4. Oktober mit der WirthausWiesn Oktoberfest-Stimmung schaffen wollen. 

OB Reiter appellierte jedoch auch an sie eindringlich: "Sorgen Sie dafür, dass Musik wirklich immer Hintergrund-Musik bleibt und sich auch Ihre Gäste an die Regeln zum Infektionsschutz halten. Nicht nur am Anfang, sondern auch nach der zweiten Maß Wiesn-Bier." Die Wirte hätten es großteils selbst in der Hand, weitere Einschränkungen durch die notwendige Sensibilität und Achtsamkeit zu verhindern.

Neben München (50,70) verzeichnen in Bayern derzeit auch die Stadt Würzburg (70,38), die Stadt Kaufbeuren (61,51), der Landkreis Garmisch-Partenkirchen (58,78) und der Landkreis Kulmbach (50,11) kritisch hohe Infektionszahlen. 

Im Hotspot Würzburg wurden am Freitag die Regeln für die Gastronomie an die überarbeitete bayerische Infektionsschutzmaßnahmeverordnung angepasst. Das bedeutet konkret: Die Gastronomie in der Würzburger Innenstadt darf ab sofort bis 23 statt 22 Uhr Alkohol ausschenken. Das Ausgeben von Speisen und Getränken ohne Alkohol ist auch danach noch möglich.

Das Verwaltungsgericht Würzburg bestätigte zudem in zwei Eilentscheidungen die Reduzierung der Personenzahl von 100 auf 50 bei privaten Feiern. Auch ist die Beschränkung der Gruppengröße von zehn auf fünf Personen in der Gastronomie rechtmäßig. Weiterhin gilt in Würzburg zudem das Alkoholverbot entlang des Mains ab 22 Uhr.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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