Erst "Nein", dann "Ja" zur Impfpflicht: Darum hat Holetschek seine Meinung geändert

München - In einem Podcast-Interview mit dem Format "Nach Redaktionsschluss" hat der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57, CSU) erklärt, warum er seine Haltung zur Impfpflicht geändert hat.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57) verteidigt in einem Podcast seinen Richtungswechsel - aber auch die frühere Haltung.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (57) verteidigt in einem Podcast seinen Richtungswechsel - aber auch die frühere Haltung.  © Peter Kneffel/dpa

In der Podcast-Reihe des "Deutschlandfunks" stellen sich vor allem Journalisten den Kritiken ihrer Leser, Zuschauer und Zuhörer.

Bei der am Freitag erschienenen, aktuellen Ausgabe steht die Frage im Raum: "Haben Politiker eine Impfpflicht frühzeitig ausgeschlossen, weil Medien sie dazu gedrängt haben?"

Der bayerische Gesundheitsminister, der sich früher gegen eine Impfpflicht positioniert hatte und diese nun befürwortet, weist die Vorwürfe zurück.

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Er wäre gegen eine Impfpflicht in der Corona-Pandemie gewesen, weil ihn die Argumente der Pflegekräfte überzeugt hätten, dass man mit Zwang eine unnötige Drucksituation schaffe. Es wäre aus seiner Sicht sinnvoller, die Menschen von den Vorteilen des Schutzes zu überzeugen.

"Ab irgend einem Zeitpunkt ist es so gewesen, dass man sagen muss: Es ist nicht mehr gelungen", gesteht der Politiker und meint: "Es muss doch die Chance geben, dass man seine Meinung revidiert, weil sich der Sachverhalt geändert hat."

Er fordere, dass man so etwas der Politik auch zugestehen müsse, ohne als "Wendehals" abgestempelt zu werden, der sich nur dreht: "Und schon gar nicht nach der Meinung der Journalisten."

Holetschek appelliert um Verständnis: "Es ist eine Zeit, die wirklich herausfordernd ist und die auch dann immer wieder zulassen muss, dass Positionen nachjustiert werden, wenn sich der Sachverhalt ändert."

Holetschek verteidigt seine Haltung gegen die Impfpflicht weiter

Die Medien hätten mit ihrer Kritik seinen Standpunkt nicht beeinflusst, so Holetschek weiter: "Den Finger in die Wunde zu legen, ist völlig in Ordnung." Das sei schließlich Aufgabe des Journalismus'.

Seine damalige Sicht auf das Thema verteidigt Holetschek aber dennoch weiter. Die Politik wollte ursprünglich "die Menschen nicht mit einer Impfpflicht belasten, sondern wir wollen sie überzeugen."

Der Appell sei jedoch nicht so angenommen worden, wie erhofft: "Jetzt sind wir an dem Punkt angekommen, wo ich glaube, dass die allgemeine Impfpflicht uns hilft, aus der Pandemie raus zu kommen."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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