In Quarantäne: Immer mehr Schüler wegen Corona zu Hause

München - Immer mehr Schüler fehlen wegen Corona-Infektionen oder Quarantäne im Unterricht. Stand Freitag waren es 3,8 Prozent, wie das Kultusministerium auf Nachfrage mitteilte. Das sind mehr als doppelt so viele wie kurz nach den Weihnachtsferien am 11. Januar.

Ein Corona-Teststreifen liegt auf einem Mäppchen. Immer häufiger müssen Kinder wegen einer Infektion zu Hause bleiben.
Ein Corona-Teststreifen liegt auf einem Mäppchen. Immer häufiger müssen Kinder wegen einer Infektion zu Hause bleiben.  © Peter Kneffel/dpa

Auch bei Kindergärten, Krippen und Horten sind inzwischen sehr viele Einrichtungen vom Infektionsgeschehen betroffen.

Der Anteil der wegen eines positiven Corona-Tests dem Unterricht fernbleibenden Schüler lag - Stand Freitag - bei knapp 1,5 Prozent, in Quarantäne befanden sich 2,3 Prozent - jeweils etwas mehr als eine Verdoppelung zum 11. Januar.

Damit haben sich die Zahlen in etwa parallel zur allgemeinen Corona-Inzidenz in Bayern entwickelt, die sich im gleichen Zeitraum ebenfalls etwas mehr als verdoppelt hat.

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Auch immer mehr Betreuungseinrichtungen - von der Krippe über Kindergärten bis zum Hort - sind vom Infektionsgeschehen betroffen. Von bayernweit 10.200 Einrichtungen waren es Stand Freitag 970, wie das Sozialministerium mitteilte, das entspricht etwa einer Verdreifachung binnen einer Woche.

49 Einrichtungen waren vollständig geschlossen, 691 teilweise. In weiteren 230 waren nur Einzelpersonen von Quarantänemaßnahmen betroffen. Noch eine Woche zuvor waren dem Ministerium zufolge nur sieben Einrichtungen ganz und 147 teilweise geschlossen sowie in 119 Einrichtungen Einzelpersonen betroffen gewesen.

"Oberstes Ziel bleibt, die Kitas offenzuhalten. Denn Kinder brauchen Kinder, Eltern brauchen eine verlässliche Kindertagesbetreuung und die Familien sowie die Beschäftigten brauchen größtmöglichen Schutz", sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU).

Werden Ausbrüche in Schulen und Kindergärten rechtzeitig bemerkt?

Zwar sollen engmaschige Tests Ausbrüche früh bemerkbar machen, doch immer mehr Betreuungseinrichtungen müssen schließen.
Zwar sollen engmaschige Tests Ausbrüche früh bemerkbar machen, doch immer mehr Betreuungseinrichtungen müssen schließen.  © Angelika Warmuth/dpa

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte: "Die engmaschigen Testungen und angepassten Quarantäneregelungen tragen dazu bei, das Infektionsrisiko an den Schulen gering zu halten."

Unter anderem soll es ab März auch in 5. und 6. Klassen PCR-Tests geben. Dennoch müsse man "vorsichtig sein und die Entwicklung genau beobachten".

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bayern rechnet damit, dass bald noch viel mehr Betreuungseinrichtungen ganz oder teilweise schließen oder Betreuungszeiten reduzieren werden.

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"Durch die mangelnden Testverfahren mit Antigentests vermuten wir, dass Ausbrüche nicht rechtzeitig bemerkt werden. Dadurch werden viele gleichzeitig betroffen sein", sagte Vize-Landesvorsitzende Gerd Schnellinger auf Anfrage. "Aus meiner Sicht ist dies nur der Anfang und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht in Sicht."

Eine schwierige Lage für Mütter und Väter: "Sie müssen jederzeit damit rechnen, dass Ihr Kind wegen Quarantäne-Maßnahmen nicht zur Schule gehen kann und zu Hause betreut werden muss", sagte Henrike Paede, stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Elternverbandes.

"Man kann nur hoffen, dass ihre Arbeitgeber sie dabei unterstützen, soweit sie die verfügbaren Kontingente schon ausgeschöpft haben."

Betreuer fühlen sich nicht ausreichend geschützt

Vor rund einem Jahr gab es noch Auffanglösungen für berufstätige Eltern in systemrelevanten Berufen. Und dieses Mal?

"Entsprechende Pläne werden vorsorglich vorbereitet", hieß es aus dem Sozialministerium. Die GEW berichtete von kreativen Lösungen vor Ort. Wenn immer mehr Personal wegbreche, werde das zu einer nicht lösbaren Herausforderung.

Dann trügen wieder Erzieher und Kinderpfleger allein die Last, obwohl sie seit fast zwei Jahren an der Belastungsgrenze tätig seien. Auch mittelfristige Folgen in Zeiten extremen Fachkräftemangels sind nach Ansicht Schnellingers nicht absehbar. "Am Ende tragen unsere Kinder die Folgen einer verfehlten Politik in der frühkindlichen Bildung."

Die Stimmung bei den Beschäftigten nach zwei Jahren Pandemie beschrieb der stellvertretende GEW-Vorsitzende als "enttäuscht, resigniert, besorgt und ängstlich".

Die Kolleginnen und Kollegen fühlten sich weder ernsthaft wahrgenommen noch ausreichend geschützt. So habe man ihnen zu keiner Zeit auch nur ansatzweise ausreichende Schutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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