Trotz Kritik der Hausärzte: Corona-Impfung nun auch in Apotheken möglich

München - Begleitet von deutlicher Kritik des Hausärzteverbandes beginnen die Apotheken in Bayern am Dienstag mit den Impfungen gegen das Coronavirus. Am Montag hatten sich mindestens 122 Apotheken für eine Teilnahme an der Impfaktion bemüht.

Den Corona-Impfstoff kann man sich ab sofort auch in teilnehmenden Apotheken in Bayern spritzen lassen.
Den Corona-Impfstoff kann man sich ab sofort auch in teilnehmenden Apotheken in Bayern spritzen lassen.  © Michael Reichel/dpa-Zentralbild/dpa

Die Hausärzte kritisieren die Beteiligung der Apotheken als "Überschreiten von Grenzen der medizinischen Heilberufe" und als Gefahr für die Patientensicherheit.

Zudem bestehe derzeit ein Überangebot sowohl an Impfstoff als auch an Terminen in Impfzentren und Arztpraxen.

Der Bundestag hatte am 10. Dezember mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes grundsätzlich den Weg für Apotheker, Tierärzte und Zahnmediziner freigemacht.

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Allerdings sind Veterinäre und Zahnärzte noch nicht an der Reihe. In der entsprechenden Coronavirus-Impfverordnung des Bundes werden diese als Leistungserbringer bisher nicht genannt.

Der Bayerische Apothekerverband rechnet damit, dass sich viele der knapp 3000 Apotheken im Land an der Impfaktion beteiligen werden. "Wir gehen von einem Drittel aus", sagte eine Verbandssprecherin. "Es gibt viele, die sagen: Wir würden das gerne anbieten." Jede einzelne Impfung helfe, die Impfquote zu verbessern.

Impfwillige könnten auf dem Internet-Portal "Mein Apothekenmanager" nachsehen, welche Apotheke Impfungen anbietet.

Ärzte argumentieren mit jahrelanger Ausbildung, doch Apotheker kontern

Neben Hausärzten und Impfzentren dürfen nun auch Apotheker impfen.
Neben Hausärzten und Impfzentren dürfen nun auch Apotheker impfen.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Apothekerinnen und Apotheker mussten eigene, aus fünf Modulen bestehende Schulungen mit theoretischen und praktischen Anteilen durchlaufen, um die Impferlaubnis zu erhalten.

Die Berufshaftpflichtversicherung habe erweitert werden müssen, eine Selbstauskunft gegenüber der Apothekerkammer sei notwendig. Zudem müssen in der Apotheke eigene, abgetrennte Räumlichkeiten zur Verfügung stehen.

Nicht zuletzt sei der Nachweis eines aktuell durchlaufenen Erste-Hilfe-Kurses notwendige Voraussetzung, hieß es.

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Für die Ärzteschaft ist das zu wenig. Die Ausbildung belaufe sich auf "wenige Stunden" - im Vergleich zu zwölf Jahren bei Ärzten, beklagte er Hausärzteverband.

Einzelne Apotheker halten dagegen, die Impfungen würden bei Ärzten häufig von Hilfspersonal verabreicht - in Apotheken dürften das nur Pharmazeuten.

Beide Berufsstände erhalten 28 Euro pro Impfung während der Woche und 36 Euro am Wochenende. Hinzu kommt etwa ein Euro pro Dosis an Vergütung für die Impfstoffbeschaffung.

Titelfoto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

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