Not macht erfinderisch? Sechstklässler wollen mit Coronavirus "dazu verdienen"  

München - Wegen der Corona-Pandemie herrscht seit Montag in Bayern eine Zeit, die es so noch nie gab: Fünf Wochen bleiben im ganzen Land alle Schulen und Kindergärten geschlossen. Ein paar Sechstklässler aus München wollen die Zeit nun zu ihren Gunsten nutzen. 

Auf dem im Lehel aufgehängten Zettel stellen die Münchner Schüler ihr Geschäftsmodell vor. (Bildmontage)
Auf dem im Lehel aufgehängten Zettel stellen die Münchner Schüler ihr Geschäftsmodell vor. (Bildmontage)  © TAG24 München, Armin Weigel/dpa,

"Hallo, wir sind Schulkinder die, die 6. Klasse besuchen", steht auf dem Zettel, der im Münchner Stadtteil Lehel aufgehängt wurde. 

"Da wir wegen dem Corona Virus keine Schule haben, haben wir beschlossen ein bisschen Geld dazu zu verdienen", schreiben die geschäftstüchtigen Schüler.* 

Ihr Plan ist es, für Leute einzukaufen, die "entweder keine Lust haben oder Angst haben raus zu gehen", wird im Schreiben erläutert. 

Immer häufiger liest man gerade von solchen Angeboten unter Nachbarn: Bewohner bieten älteren Menschen an, für sie einzukaufen oder mit dem Hund zu gehen. 

Seltener wird aus dem Freundschaftsdienst allerdings ein Geschäft gemacht. 

Es geht darum die alten und Schwachen während der Corona-Krise zu schützen, denn sie zählen zu der Risikogruppe. 

Der Nachbarschaftsverein "deinNachbar" in München will in einem Facebook-Kurs zeigen, wie Senioren versorgt werden können. "Die vermehrte Hilfsbereitschaft wird durch die Verunsicherung der Bürger jedoch gedämpft, da niemand für die Ansteckung der Nachbarn verantwortlich sein möchte", heißt es in der Ankündigung des Kurses im Internet.

"Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass die Gesellschaft wieder enger zusammenwächst und sich gegenseitig unterstützt", so der Verein. 

(*Rechtschreibung aus dem Original übernommen.)

Ausnahmezustand in Bayern: Freistaat mobilisiert alle Kräfte im Katastrophenfall

 Auch Spielplätze, Kinos, Schwimmbäder und Geschäfte müssen nun schließen. 
 Auch Spielplätze, Kinos, Schwimmbäder und Geschäfte müssen nun schließen.   © Daniel Karmann/dpa

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Bayern hat derweil die 1000er-Marke überschritten. 

Faktisch sind bis zum 20. April alle Bildungseinrichtungen dicht. Das gilt auch für Privat- und Berufsschulen. Bayernweit gibt es nach Angaben der Staatsregierung rund 6000 Schulen und etwa 9800 Kitas.

Damit Kinder betreut werden können, sollen Arbeitgeber nach dem Willen der Staatsregierung flexible Lösungen finden. Es soll aber auch Notgruppen für Kinder geben, deren einzig verfügbare Betreuungsperson etwa in medizinischen Bereichen oder bei Hilfsorganisationen arbeitet.

Weil alte Menschen zur Hauptrisikogruppe zählen, sollen Großeltern ihre Enkel ausdrücklich nicht betreuen. 

Deswegen ist auch das Besuchsrecht für Angehörige in Alten- und Pflegeheimen deutlich eingeschränkt. Nur in Ausnahmen dürfen Eltern zu ihrem Nachwuchs in eine Kinderklinik. Ähnliche Regelungen gelten für andere Krankenhäuser.

Ministerpräsident Söder hatte die verhängten Maßnahmen als "echt schwere Bewährungsprobe" bezeichnet. Ob sie verlängert werden müssen, steht noch nicht fest und soll fortlaufend evaluiert werden.

Alle Infos im +++ Coronavirus-Bayern-Ticker +++

Titelfoto: TAG24 München, Armin Weigel/dpa,

Mehr zum Thema München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0