Panne bei Corona-Tests: Ansehen der Staatsregierung teils gesunken

München - Die Panne bei den Coronavirus-Tests für heimkehrende Urlauber hat im Freistaat Bayern das Ansehen der Staatsregierung aus Sicht einer Mehrheit der Teilnehmer einer Umfrage geschädigt.

Die Panne bei den Corona-Tests für heimkehrende Urlauber hat im Freistaat Bayern das Ansehen der Staatsregierung bei vielen geschädigt.
Die Panne bei den Corona-Tests für heimkehrende Urlauber hat im Freistaat Bayern das Ansehen der Staatsregierung bei vielen geschädigt.  © Sven Hoppe/dpa

Rund 59 Prozent der Befragten sahen das beim "17:30 Sat.1 Bayern Wählercheck" so, den der Fernsehsender am Freitagnachmittag zeigen will. Entsprechende 37 Prozent sahen das anders und vier Prozent antworteten die Frage nach den Folgen mit "weiß nicht" oder machten keine Angaben.

Zehntausende Menschen - mutmaßlich aus ganz Deutschland - hatten tagelang auf das Ergebnis ihrer Corona-Tests gewartet, die sie zum Beispiel an den Teststationen an Autobahnen gemacht hatten.

Darunter waren mehr als 900 positiv Getestete.

Dennoch waren drei Viertel (75 Prozent) der Befragten der Meinung, das Krisenmanagement der Regierung in Bayern sei besser als in anderen Bundesländern. Nur vier von 100 Befragten gaben an, im Freistaat laufe es "alles in allem schlechter". 

Ein Fünftel (20 Prozent) sieht indes keine großen Unterschiede. Im Vergleich zu den Umfragen im Juli und April/Mai dieses Jahres verbesserte sich die entsprechende Stimmung jeweils in Teilen. 

Das Hamburger Umfrage-Institut GMS hatte diesmal laut Mitteilung vom 17. bis 20. August im Auftrag von "17:30 Sat.1 Bayern" 1005 Menschen repräsentativ am Telefon befragt.

Corona-Panne in Bayern: Verantwortlich für Tests für Reiserückkehrer ist Melanie Huml

Verantwortlich für die Tests für Reiserückkehrer ist Gesundheitsministerin Melanie Huml (44, CSU). Sie hatte Regierungschef Markus Söder (53, CSU) zweimal ihren Rücktritt angeboten - er lehnte jedoch ab.

Jeweils rund 45 Prozent der Befragten halten das für richtig beziehungsweise falsch. Dabei überwiegt bei den Anhängern der Regierungsparteien CSU und Freie Wähler die Zustimmung. Wer eher eine der Oppositionsparteien wählen würde, antwortete in der Umfrage hingegen, Söder hätte Humls Rücktrittsangebot annehmen sollen.

Folgen für die Verhältnisse im Land hat das Ganze aber verglichen mit anderen Umfragen der letzten Zeit kaum: Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, würden 47 Prozent für die CSU stimmen (Landtagswahl 2018: 37 Prozent), 18 Prozent für die Grünen (18), 9 Prozent für die SPD (10), 7 Prozent für die AfD (10), 6 Prozent für die Freien Wähler (12). 

Alle anderen Parteien würden es nicht in den Landtag schaffen.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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