Bitter! Corona verzögert Bayerischen Demenzpakt

München - Demenzstrategie, Demenzwoche, Demenzpreis: Der Freistaat tut viel für rund 240.000 Demente und ihre Angehörigen. Heuer sollte noch ein Bayerischer Demenzpakt hinzukommen. Doch dann kam die Pandemie.

Demenzstrategie, Demenzwoche, Demenzpreis: Der Freistaat tut viel für rund 240.000 Demente und ihre Angehörigen. (Symbolbild)
Demenzstrategie, Demenzwoche, Demenzpreis: Der Freistaat tut viel für rund 240.000 Demente und ihre Angehörigen. (Symbolbild)  © Bernd Thissen/dpa

Wegen der Corona-Krise verzögert sich die geplante Gründung eines Bayerischen Demenzpakts, mit dem die Situation von Betroffenen und Angehörigen verbessert werden soll.

Die erste Arbeitssitzung sei eigentlich für März geplant gewesen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München. Nun soll der Demenzpakt am Welt-Alzheimertag (21. September) der Öffentlichkeit vorgestellt werden - wenn es das dann aktuelle Infektionsgeschehen denn zulässt.

Ministerin Melanie Huml (44, CSU) hatte Ende vergangenen Jahres angekündigt, alle bayerischen Staatsministerien sowie Vertreter von Kommunen, Kirchen, Zivilgesellschaft, Wohlfahrts- und Betroffenenverbänden könnten beitreten.

Nun sagte sie - ohne entsprechende Details zu nennen: "Ziel des Paktes ist es, das Thema Demenz auf eine noch breitere Basis zu stellen, um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen in Bayern weiter zu verbessern. Außerdem wollen wir tragfähige Strukturen für die Zukunft schaffen." Das Recht auf soziale Teilhabe gelte für alle.

"Viele Menschen können trotz der Veränderungen, die eine Demenz mit sich bringt, am öffentlichen und kulturellen Leben teilnehmen, ihren Alltag mitbestimmen und sich einbringen", so Huml. "Die Diagnose Demenz darf nicht dazu führen, dass Menschen von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Klar ist auch: Demenz kann jede und jeden von uns treffen."

Rund 240.000 Menschen in Bayern von Demenz betroffen

Rund 240.000 Menschen in Bayern sind von Demenz betroffen. "Sollte kein medizinischer Durchbruch gelingen, dürfte ihre Zahl bis 2030 sogar auf rund 300.000 steigen", sagte Huml. "Deshalb bin ich froh, dass unser Demenzpakt trotz einer corona-bedingten Verzögerung nun soweit es das Infektionsgeschehen zulässt bald starten kann."

Oppositionsvertreter hatten schon die Ankündigung als Symbolpolitik kritisiert und eher konkrete Maßnahmen wie alternative Wohnformen wie Demenzdörfer und weniger Bürokratie gefordert.

Hingegen erklärte die Geschäftsführerin des bayerischen Landesverbands der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Sonja Womser, es sei sinnvoll, wenn das Thema Demenz mehr in die Gesellschaft gebracht werde.

Titelfoto: Bernd Thissen/dpa

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