Coronavirus in Bayern: Über 6000 Infizierte

München - Das Coronavirus hat Deutschland und Bayern fest im Griff. In Bayern sind tausende Menschen infiziert, das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. 

Mittlerweile gibt es in Bayern 6362 positiv auf das Coronavirus getestete Menschen sowie 31 Todesopfer (Stand 24. März, 10 Uhr).

+++ Alle Infos zur aktuellen Lage findest Du im >>>Coronavirus-Bayern-Ticker oder im überregionalen >>>Coronavirus-Liveticker +++

Update 22. März, 20.54 Uhr: Über 600 Ehrenamtliche nehmen BFV-Angebot wahr

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hat seine ehrenamtlichen Mitarbeiter über Folgen der Coronavirus-Pandemie für den Fußball im Freistaat informiert. Über 600 und damit etwa 80 Prozent der insgesamt rund 800 Ehrenamtlichen nahmen am Sonntagabend das Online-Angebot des größten der 21 Landesverbände unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes wahr.

"Wir sind im Moment bei dieser unglaublichen Dynamik gut beraten, von Tag zu Tag zu denken und entsprechend überlegt zu handeln. Das macht uns die Politik gerade vor", sagte BFV-Präsident Rainer Koch, der gemeinsam mit Schatzmeister Jürgen Faltenbacher und Geschäftsführer Jürgen Igelspacher über die aktuellen Geschehnisse berichtete.

Der BFV hat den kompletten Spielbetrieb der laufenden Saison "bis auf Weiteres" ausgesetzt. Eine Wiederaufnahme der Spiele wird nur mit einer Vorankündigung von mindestens 14 Tagen erfolgen.

Update 22. März, 19 Uhr: Günther verteidigt Söder: "Richtig, was er entschieden hat"

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Rückendeckung von seinem schleswig-holsteinischen Kollegen Daniel Günther (CDU) für seine drastischen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie erhalten. 

"Ich finde es richtig, was er dort entschieden hat", sagte Günther am Sonntag. "Jeder muss das in seinem eigenen Land beurteilen." In Schleswig-Holstein sei am Freitag eine andere Lage gewesen als in Bayern. "Bei uns waren die Restaurants lange geschlossen, während in Bayern noch alle Biergärten geöffnet hatten", meinte er. 

Dass Söder dann entschieden habe, "den gleichen konsequenten Weg zu gehen, den wir in Schleswig-Holstein verabredet hatten, das kann ich von hier schlecht kritisieren, sondern habe das ausdrücklich begrüßt".

Update 22. März, 18:53 Uhr: Regierung sagt Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel für Heime zu

Im Kampf gegen steigende Zahlen von Coronavirus-Patienten und -Todesfällen in Pflegeheimen hat das bayerische Gesundheitsministerium Hilfe zugesichert. "Sobald Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen, wird die Staatsregierung auch Pflegeheime bedenken", teilte eine Sprecherin am Sonntag in München mit. 

Allein in einem Würzburger Pflegeheim sind bislang neun Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 gestorben (TAG24 berichtete). Alte und Kranke gelten als Risikogruppe für schwere Krankheitsverläufe.

Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml (CSU) sagte: "Es ist sehr wichtig, dass ältere Menschen gut über die Gefahren durch das neuartige Coronavirus informiert sind." 

Das Ministerium habe ein spezielles Merkblatt mit Empfehlungen für Alten- und Pflegeheime erstellt, unter anderem mit Hinweisen zum Schutz der Bewohner, des Personals und der Besucher vor Atemwegserkrankungen.

Update 22. März, 18:50 Uhr: Bayern setzt Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht um

Bayern will das von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Krise vereinbarte Ansammlungsverbot für mehr als zwei Personen nicht übernehmen. 

Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus der bayerischen Staatskanzlei. 

Es bleibt bei der bayerischen Regelung, wonach man nur mit Angehörigen des eigenen Hausstandes an die frische Luft gehen darf.

Einen ausführlichen Bericht hierzu findest du >>> hier.

Update 22. März, 15.59 Uhr: Genossenschaftsverband will mehr Risikoübernahme für Milchbetriebe

Die milchverarbeitenden Betriebe haben derzeit zwei spezielle Probleme. (Symbolbild)
Die milchverarbeitenden Betriebe haben derzeit zwei spezielle Probleme. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) fordert eine vollständige Übernahme von Kreditrisiken und Bürgschaften durch den Staat für bestimmte Unternehmen der Lebensmittelversorgung. 

"Die Bundesregierung sowie die bayerische Staatsregierung haben entschlossene Schritte angekündigt, um die Folgen der Corona-Krise für Unternehmen abzufedern", sagte GVB-Präsident Jürgen Gros am Sonntag in München. 

"Allerdings geraten die Besonderheiten einiger Branchen aus dem Blick - etwa in der Milchwirtschaft." Die jetzt beschlossene Ausweitung der Übernahme des Kreditrisikos von 80 auf 90 Prozent durch die staatliche Förderbank KfW reiche nicht aus.

Milchverarbeitende Betriebe haben demnach zwei Probleme: Absatzmärkte wie China und Italien seien praktisch weggebrochen und Hotels sowie Gastronomiebetriebe hierzulande bräuchten kaum noch Ware, weil sie auf Anordnung der Staatsregierung weitgehend schließen müssen.

In der Mitteilung ist von systemrelevanten Betrieben in der Lebensmittelversorgung die Rede. Ohne eine Ausweitung der Haftungsfreistellung auf 100 Prozent könne das weitere Funktionieren der Nahrungsmittelversorgung nicht dauerhaft garantiert werden.

Update 22. März, 14.54 Uhr: BR-Lernangebot "Schule daheim" jetzt auch für Grundschüler

Das digitale Lernangebot "Schule daheim" von Bayerischem Rundfunk (BR) und Kultusministerium gibt es jetzt auch für Grundschüler. In Zeiten von Schulschließungen wegen des Coronavirus seien Videos, Audiobeiträge und Leseseiten nun auch für jüngere Schüler online, teilte der BR am Sonntag mit. Es gebe Inhalte für die Fächer Deutsch, Heimat- und Sachkundeunterricht (HSU), Musik, Religion und Ethik. Besonders im Bereich HSU sei das Angebot groß, hieß es weiter.

Abrufbar sind die Inhalte in der BR-Mediathek, bei ARD-alpha und in Kürze auch in dem Infoportal "mebis". Zuvor hatte es das unterrichtsergänzende Lernangebot schon für ältere Schüler gegeben.

Update 22. März, 14.11 Uhr: 4457 Coronavirus-Fälle und 22 Tote in Bayern

In Bayern sind inzwischen 4457 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Sonntag (Stand 10.00 Uhr) auf seiner Homepage mit. Demnach sind bislang 22 infizierte Patienten gestorben.

Update 22. März, 13.45 Uhr: Brose Bamberg lässt US-Basketballer nach Hause fliegen

Wegen der Coronavirus-Pandemie und der unklaren Zukunft lässt Brose Bamberg seine fünf amerikanischen Basketballer nach Hause fliegen. 

Der Bundesligist gab am Sonntag bekannt, dass Paris Lee, Kameron Taylor, Tre' McLean, Darion Atkins und Jordan Crawford schon nach Übersee gereist seien oder dies demnächst tun werden. "Es ist momentan eine surreale Situation für alle. Keiner weiß, wie und ob es weitergeht", sagte Sportdirektor Leo de Rycke.

Die Liga hat ihren Spielbetrieb bis auf Weiteres ausgesetzt. Voraussichtlich am Mittwoch wollen Liga und Clubs beraten, wie es weitergeht. Eine Saisonfortsetzung wird immer unwahrscheinlicher.

Nach einem offiziellen Reisehinweis aus den USA seien einige Akteure auf die Vereinsverantwortlichen zugekommen und hätten darum gebeten, zu ihren Familien zurückkehren zu dürfen. "Diesem Wunsch haben wir selbstverständlich entsprochen, da auch wir nicht absehen können, ob es eventuell in einigen Tagen oder Wochen nicht mehr möglich sein wird, problemlos in die USA zu reisen", berichtete de Rycke.

Während Lee, Taylor und McLean für den Fall einer Fortsetzung der Saison oder spätestens in der neuen Spielzeit im Herbst nach Bamberg zurückkehren werden, verlassen Atkins und Crawford den Verein. Ihre Verträge liefen nur bis Saisonende.

Update 22. März, 13.40 Uhr: Ex-Anwaltverein-Chef fordert Nachbesserungen der Ausgangsbeschränkung

Der ehemalige Präsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Ulrich Schellenberg, hat die bayerische Staatsregierung aufgefordert, bei der Ausgangsbeschränkung wegen der Corona-Pandemie nachzubessern. 

"Rechtsanwälte und Notare müssen auch während der Ausgangsbeschränkung in Bayern Mandanten empfangen dürfen", sagte Schellenberg am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit gelte während der Ausgangsbeschränkung in Bayern ein Besuch in einer Anwaltskanzlei oder beim Notar nicht als Ausnahme.

Bei vielen familienrechtlichen Auseinandersetzungen sei ein Aufschub aber nicht möglich, auch klein- und mittelständische Unternehmen bräuchten jetzt dringend Beratung. 

Ältere Menschen benötigten außerdem Hilfe bei Patientenverfügungen oder beim Aufsetzen ihres Testaments. "Hier gilt es dringend, die aktuellen Regelungen zu ergänzen."

Update 22. März, 13.30 Uhr: DFB-Vizechef Koch gegen vage Prognosen, Geisterspiele wohl nötig

DFB-Vizepräsident Rainer Koch (61) warnt vor vagen Prognosen zum Fußball.
DFB-Vizepräsident Rainer Koch (61) warnt vor vagen Prognosen zum Fußball.  © Andreas Gora/dpa

DFB-Vizepräsident Rainer Koch hat in der Debatte um die Länge der Corona-Zwangspause im deutschen Fußball vor unseriösen Prognosen gewarnt. 

"Wir sind klug beraten, von Tag zu Tag zu denken", sagte Koch am Sonntag in der Sendung "Doppelpass" von Sport1 und meinte: "Wichtig ist, keine Spekulationen anzustellen."

Der erfahrene Funktionär gab bekannt, dass die Verantwortlichen beim Deutschen Fußball-Bund sowie bei der Deutschen Fußball Liga Szenarien im Hinterkopf hätten. Details verriet der 61-Jährige nicht.

Die Bundesliga setzt vorerst mindestens bis Anfang April aus, eine Verlängerung der Zwangspause scheint alternativlos. "Jahrelang hatten wir 80 Millionen Bundestrainer, momentan haben wir 80 Millionen Virologen", sagte Koch im Hinblick auf öffentliche Meinungen und Äußerungen.

Zugleich betonte Koch, der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands ist, die Rolle des Profifußballs in der Gesellschaft, an dem "zigtausend Arbeitsplätze" hingen. DFL-Chef Christian Seifert hatte gesagt, dass eine Saisonfortsetzung zur Not ohne Zuschauer angestrebt werde, um den Clubs Einnahmen aus dem TV-Vertrag zu retten. Auch Koch sprach sich in so einem Fall für Geisterspiele aus. 

"Die Geister muss man in dem Fall rufen, es sei denn, man setzt die Existenzfähigkeit des Fußballs auf das Spiel", sagte er. "Niemand will Spiele ohne Fußball-Fans, aber noch weniger wollen wir gar keinen Fußball."

Update 22. März, 13 Uhr: Wenig Verkehr an den bayerischen Grenzübergängen

An den bayerischen Grenzen zu Tschechien und Österreich blieb der Verkehr auch am Sonntag weiterhin entspannt. "Die Staus haben sich alle abgebaut", teilte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion München auf Anfrage mit. Es seien wenige Fahrzeuge unterwegs, der Verkehr sei stark heruntergefahren.

Auch nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz herrscht bei der Aus- und Einreise so gut wie kein Verkehr. "Die, die unterwegs sind, haben freie Fahrt", sagte ein Sprecher. Hauptsächlich Lastwagen, hier und da auch mal ein Auto, würden derzeit die Grenze passieren.

Die Kontrollen an den deutschen Grenzen zu Österreich haben wegen der Corona-Pandemie am vergangenen Montag begonnen. Tschechien führt seit vorigem Samstag (14. März) Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland durch.

Update 22. März, 12.45 Uhr: Fahrgastzahlen in München halbiert, Zusatzfahrten zu Stoßzeiten

Im Zuge der Corona-Krise hat sich die Zahl der Fahrgäste bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) nach ersten Auswertungen mehr als halbiert. 

Dennoch gebe es einzelne Fahrten mit höherer Nachfrage, teilten die Stadtwerke München am Sonntag mit. Dies betreffe zu bestimmten Zeiten besonders die U3, die seit 16. März grundsätzlich im Zehn-Minuten-Takt fährt und auf ihrem Weg von Nord nach Süd durch die Landeshauptstadt wichtige Haltestellen in der Innenstadt anfährt. 

Um Abhilfe zu schaffen und auf Beschwerden von Fahrgästen zu reagieren, würden nun - abhängig vom verfügbaren Personal - in den Hauptverkehrszeiten Zusatzfahrten angeboten. Damit stehe mehr Platz zur Verfügung und Fahrgäste könnten den erforderlichen Abstand zueinander einhalten, hieß es weiter.

Ziel der MVG sei es, einen stabilen und zuverlässigen ÖPNV anzubieten, damit insbesondere Beschäftigte aus systemrelevanten Berufen weiter zur Arbeit kommen und erforderliche Versorgungsfahrten etwa für den Einkauf von Lebensmitteln gemachten werden können. 

"Gleichzeitig bittet die MVG ihre Kundinnen und Kunden, auf vermeidbare Fahrten zu verzichten." Die Türen der Fahrzeuge öffneten - soweit technisch möglich - automatisch, so dass Fahrgäste den Türtaster nicht selber betätigen müssen und die Fahrzeuge besser durchlüftet werden. 

In Bussen bleibe die vordere Tür verschlossen, um den Abstand zwischen Fahrgästen und Fahrern zu vergrößern.

Update 22. März, 12.30 Uhr: 133 Anzeigen seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen in München

Zahlreiche Spaziergänger und Jogger sind auf einem Weg an der Isar unterwegs. Trotz der neu auferlegten Ausgangsbeschränkungen sind Sport an der freien Luft und Spaziergänge mit Personen des eigenen Haustands erlaubt.
Zahlreiche Spaziergänger und Jogger sind auf einem Weg an der Isar unterwegs. Trotz der neu auferlegten Ausgangsbeschränkungen sind Sport an der freien Luft und Spaziergänge mit Personen des eigenen Haustands erlaubt.  ©  Matthias Balk/dpa

In München waren seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen über 400 Polizeibeamte zur Kontrolle im Einsatz. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, verständigten viele Bürgen den Notruf, um Verstößte zu melden.

Schwerpunkte der Einsätze waren auch die Überprüfungen von Restaurants und Ladengeschäften. Bis zum Sonntagmorgen wurden über 160 Verstöße festgestellt.

"In 133 Fällen mussten Verantwortliche wegen Verstößen angezeigt werden. Davon betrafen 121 die Ausgangsbeschränkung" teilte die Polizei mit. So war zum Beispiel am Samstag ein Friseurgeschäft im Lehel trotz des Verbots geöffnet. Die Beamten erteilten Platzverweise und zeigten die angetroffenen Personen  wegen des Verstoßes nach dem Infektionsschutzgesetz an.

Auch in einer Sisha-Bar in der Isarvorstadt musste die Polizei eingreifen. Weil sich der 31-jährige Besitzer laut Polizei "sehr unkooperativ" zeigte, wurde er auf die Dienststelle mitgenommen. Auch er muss mit einer Anzeige rechnen. 

In Schwabing nahe des Olympiaparks musste die Polizei eine "Corona-Party" auflösen. Alle sechs Feiernden wurde angezeigt und erhielten einen Platzverweis. 

Update 22. März, 12 Uhr: Länderbahn will Betrieb trotz Corona weitgehend aufrechterhalten

Die Länderbahn kann nach eigenen Angaben trotz der Coronavirus-Pandemie den Betrieb weitgehend aufrechterhalten. Am Montag gebe es beispielsweise beim Alex-Süd wenige krankheitsbedingte Ausfälle, teilte das Unternehmen am Sonntag in Dresden mit.

"Solange wir ausreichend gesunde Mitarbeiter haben, die die Züge zuverlässig und sicher fahren können, werden wir das auch tun", sagte Geschäftsführer Wolfgang Pollety laut Mitteilung. 

Viele Menschen in Bayern seien auch während der Corona-Welle auf die Züge des Alex, der Oberpfalzbahn und der Waldbahn angewiesen. "Gerade im ländlichen Raum und an kleineren Haltestellen ist der Nahverkehr oft die einzige Möglichkeit, zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen", hieß es.

Dennoch rufen die Verkehrsunternehmen in der Mitteilung alle Menschen dazu auf, sich an die allgemeinen Regeln zu halten: zu Hause bleiben und jede unnötige Fahrt vermeiden. Sobald der Krankenstand der Mitarbeiter deutlich steige und der volle Umfang laut Fahrplan nicht mehr angeboten werden könne, müsse auch in den Länderbahn-Netzen auf einen Sonderfahrplan umgeschwenkt werden. 

Fahrgäste bekämen Infos zum Beispiel auf den Websites oder der elektronischen Fahrplanauskunft.

Update 22. März, 11 Uhr: Grippewelle schwächt sich ab, mehr Kapazität für Coronavirus-Patienten

Die Zahl der Neuerkrankungen bei der Virusgrippe ist in Bayern rückläufig. Nach 6300 Neuerkrankungen in der zehnten Kalenderwoche seien in der elften Kalenderwoche bayernweit nur noch 3719 Menschen an einer Virusgrippe erkrankt, teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen mit. 

Der Rückgang der Grippefälle ist aus Sicht der Mediziner ein gutes Zeichen, weil dadurch im Gesundheitssystem dringend benötigte Kapazitäten zur Behandlung von Coronavirus-Patienten frei werden.

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Update 22. März, 10 Uhr: Nur wenige Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung

Im Zuge der neu auferlegten Ausgangsbeschränkungen befragt die Polizei die Insassen von Fahrzeugen nach dem Grund und der Notwendigkeit ihrer Fahrt.
Im Zuge der neu auferlegten Ausgangsbeschränkungen befragt die Polizei die Insassen von Fahrzeugen nach dem Grund und der Notwendigkeit ihrer Fahrt.  © Matthias Balk/dpa

Die Polizei meldet vereinzelte Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkung in Bayern. Generell seien die Menschen diszipliniert und würden sich an die Auflagen halten, ergaben Nachfragen bei den Polizeipräsidien am Sonntagmorgen. Bei den Verstößen handelte es sich um Einzelfälle.

In Mitterteich (Landkreis Tirschenreuth) in der Oberpfalz feierten fünf Männer eine Grillparty und posteten ein Selfie davon im Internet. Sie erwartet nun eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz. Mitterteich hatte bereits am Mittwoch bundesweit als erste Stadt eine Ausgangssperre verhängt. Der Grund für das Verlassen der eigenen Wohnung muss dort seitdem mit Zertifikaten oder Ausweisen nachgewiesen werden.

Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums in Ingolstadt wurde die Polizei in der Nacht von Samstag auf Sonntag zu mehreren Einsätzen gerufen, die Beamten lösten dort eine Party mit 15 Gästen auf. In Elfershausen (Landkreis Bad Kissingen) erwischten Beamte in der Nacht einen 22-Jährigen und einen 20-Jährigen in einem Auto auf einem Feldweg. Keiner der beiden konnte begründen, warum sie sich dort aufhielten.

Bei Meeder (Landkreis Coburg) gabelte die Polizei auf der Autobahn 73 einen 43-jährigen Mann auf, der dort zu Fuß mit seinem Hund unterwegs war. Bei der Kontrolle gab er an, noch nie etwas von Corona gehört zu haben und dass er seine Freunde in Coburg besucht hatte. Eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz erhielt er trotzdem.

In Bayern gilt seit Samstag 0 Uhr eine Ausgangsbeschränkung, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Menschen dürfen demnach die eigene Wohnung nur noch verlassen, wenn sie dafür einen triftigen Grund haben. 

Update 22. Märt, 9.55 Uhr: Cathy Hummels klärt Corona-Fragen mit ihrem Arzt auf Instagram

Zuletzt machte Influencerin Cathy Hummels (32) großen Wirbel um einen Coronafall in ihrer Familie. Nun möchte sie mit einem Erklärvideo auf Instagram alle Fragen zum Virus aus der Welt schaffen. Zusammen mit Dr. Julian Maurer, einem Hausarzt aus München, stellt die 32-Jährige fest, dass vor allem die Überlastung des Gesundheitssystems und weniger die Erkrankung Covid-19, das Problem ist. 

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Update 22. März, 9.50 Uhr: Kampf gegen Corona in Würzburger Pflegeheim schwieriger

An einer Zugangstür dem Seniorenheim in Würzburg ist ein Schild angebracht, das von Besuchen dieser Einrichtung abrät. 
An einer Zugangstür dem Seniorenheim in Würzburg ist ein Schild angebracht, das von Besuchen dieser Einrichtung abrät.  © Nicolas Armer/dpa

Das Universitätsklinikum Würzburg hat ein Pflegeheim in Schutz genommen, in dem neun Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. 

"Die Infektionswelle hat die Altenpflegeeinrichtung getroffen, als Covid-19 in Deutschland noch eine Rarität war", heißt es in einer Mitteilung vom Samstagabend. Alle hygienisch notwendigen Maßnahmen würden ergriffen - "aber natürlich ist der Kampf der Ärzte und des Pflegepersonals gegen die Krankheit in einem Pflegeheim noch weitaus schwieriger als in den rund um die Uhr mit ärztlichem und pflegerischem Fachpersonal für Infektionskrankheiten ausgestatteten Kliniken".

Auf der Infektionsstation der Uniklinik werden demnach derzeit fünf Patienten aus dem Heim behandelt. Zehn weitere Bewohner des Heimes seien positiv getestet und bedürften umsichtiger Pflege. 

"Wir stehen bereit, wenn eine stationäre Behandlung notwendig wird, aber Hut ab vor dem Team des Pflegeheimes, das solche Leistungen erbringt, stets selbst auch bedroht von der Infektion, die aber bei Jüngeren meist nicht so schwer verläuft", sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl, laut Mitteilung.

Update 22. März, 7 Uhr: Notbetreuung für Kinder ausgeweitet

Um unter allen Umständen eine Versorgung von Patienten und Pflegebedürftigen gewährleisten zu können, weitet die bayerische Staatsregierung die Notbetreuung für Kinder aus. Ab Montag können Eltern auch dann eine Notbetreuung in Kindertageseinrichtungen und Schulen in Anspruch nehmen, wenn nur ein Elternteil in den Bereichen Gesundheitsversorgung oder Pflege tätig ist. 

Das teilten die Ministerien für Familien und Kultus am Samstagabend nach einer Sitzung des Katastrophenstabs in München mit. 

Voraussetzung sei weiterhin, dass der Elternteil wegen "dienstlicher oder betrieblicher Notwendigkeiten" an einer Betreuung seines Kindes gehindert ist. Mehr dazu >>hier

Die Dachauer Straße in München ist am ersten Tag der  Ausgangsbeschränkungen fast frei von Fahrzeugen. 
Die Dachauer Straße in München ist am ersten Tag der  Ausgangsbeschränkungen fast frei von Fahrzeugen.  © Matthias Balk/dpa

Update 21. März, 18.39 Uhr: Herrmann zieht positive Bilanz zu Ausgangsbeschränkungen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigt sich bislang zufrieden.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zeigt sich bislang zufrieden.  © Matthias Balk/dpa

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zieht nach dem ersten Tag der vorläufigen Ausgangsbeschränkungen eine positive Bilanz. Die meisten Menschen zeigten sich kooperativ, teilte er am Samstag in München mit. 

Zwar seien noch in einigen Fällen kleinere Gruppen unterwegs gewesen (TAG24 berichtete), es sei aber zu keinen besonderen Problemen gekommen, so der Innenminister.

Auch die Gastronomiebetriebe hätten sich weitgehend problemlos an die Allgemeinverfügung gehalten. "Ich glaube, für jeden vernünftigen Menschen ist klar, dass wir in einer Situation, wie wir sie derzeit haben, keine vollen Biergärten oder Wirtsstuben akzeptieren können", sagte Herrmann.

Die Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen sei unerlässlich, um die Corona-Pandemie einzudämmen, sagte der CSU-Politiker. 

Er habe daher für Samstag angeordnet, dass jedes Polizeipräsidium mit zwei Einsatzzügen der Bereitschaftspolizei verstärkt werde. "Das werden wir je nach Lage weiter fortsetzen", so Herrmann. 

Update 21. März, 14.50 Uhr: Landesamt: 3695 Coronavirus-Fälle und 21 Tote

In Bayern sind inzwischen 3695 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Samstag (Stand 10 Uhr) auf seiner Homepage mit. Demnach sind bislang 21 Patienten mit einer Infektion gestorben.

Update 21. März, 13.40 Uhr: Vorerst keine großen Straßensperren in München

Ein Polizist befragt an einer Kontrollstelle den Fahrer eines Autos in München.
Ein Polizist befragt an einer Kontrollstelle den Fahrer eines Autos in München.  © Matthias Balk/dpa

Große Straßensperren plant die Münchner Polizei zur Durchsetzung der Ausgangsbeschränkungen zunächst nicht. "Es wird auch nicht so sein, dass jemand, der unterwegs ist, alle fünf Meter von einem Kollegen von mir angesprochen wird", sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins am Samstag in einem Interview mit dem Sender Bayern 2 des Bayerischen Rundfunks (BR).

An einzelnen Stellen stoppten Polizisten am Samstag aber Autofahrer, um sie nach dem Grund der Fahrt zu befragen. Diese Kontrollen hingen vom Ermessen der Beamten ab, ergänzte ein anderer Polizeisprecher auf dpa-Nachfrage. Die Regel seien diese Befragungen nicht.

Gebe es Hinweise auf "größere Fußgängerströme", dann würden die Beamten da sein, sagte da Gloria Martins im BR weiter. Diese Kontrollen würden mit Fingerspitzengefühl durchgeführt. "Wir wollen die Menschen nicht weiter dadurch belasten, dass sie die Polizei ständig im Nacken haben."

In der Landeshauptstadt habe es in der Nacht auf Samstag nur wenige Verstöße gegeben. "Die meisten Menschen verhalten sich sehr kooperativ", erklärte da Gloria Martins.

Update 21. März, 13.30 Uhr: Krankensalbung laut Marx weiterhin möglich, Ostern wird nicht verschoben

Kardinal Reinhard Marx (66) schaut auf seine Uhr. Kann man Ostern verschieben? 
Kardinal Reinhard Marx (66) schaut auf seine Uhr. Kann man Ostern verschieben?  © Andreas Arnold/dpa

Trotz der Corona-Krise will die katholische Kirche weiter an der Seite der Kranken und Sterbenden stehen. 

"Die Krankensalbung und auch die Kommunion wollen wir in lebensbedrohlichen Situationen weiterhin ermöglichen, wie es die erforderlichen besonderen Hygienemaßnahmen zulassen", sagte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, dem "Münchner Merkur" am Samstag.

Auf die Frage, ob man Ostern verschieben könne, antworte er: "Auf welches Datum, wäre dann die Frage. Wir wissen ja noch gar nicht, wie die Situation sich entwickelt. Ich denke, das ist nicht möglich." Leere Kirchen und Ostern ohne öffentliche Gottesdienste könne er sich aber nur schwer vorstellen, sagte der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. 

"Wie es auch kommt, das Osterfest findet ja nicht ohne Gläubige statt!" Sie könnten miteinander beten und in den Familien das Halleluja singen. "Und lasst uns dann, am ersten Sonntag, wenn wir wieder in die Kirchen gehen können, ein großes gemeinsames Fest unseres Glaubens, ein Fest der Auferstehung feiern."

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verringern, finden Gottesdienste derzeit ohne Besucher statt. "So viel ich weiß, können wir erstmals in der Geschichte der Kirche keine öffentlichen Gottesdienste mehr anbieten", sagte Marx der Zeitung weiter. 

"Das ist ein tiefer Einschnitt, weil die sonntägliche Messfeier für uns das Zentrum des kirchlichen Lebens ist."

Es habe sich aber als richtig erwiesen: "Wir müssen hier Verantwortung übernehmen für die gesamte Gesellschaft. Wir sind nicht nur für uns selbst da."

Update 21. März, 13.15 Uhr: Wenig Verkehr an bayerischen Grenzübergängen

Die Situation an den bayerischen Grenzübergängen zu Österreich hat sich entspannt. Das teilte die Bundespolizeidirektion München auf Anfrage am Samstag mit. Auch an der Grenze zu Tschechien laufe der Verkehr nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz problemlos.

Während die Situation am Anfang noch schwierig gewesen sei, würden sich die meisten Verkehrsteilnehmer nun vernünftig verhalten und auf unnötige Fahrten verzichten, sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion. "Die Bürger haben den Ernst der Lage begriffen und akzeptieren die Situation", sagte der Sprecher am Samstag. 

Mittlerweile kämen weniger Menschen zur Grenze zu Österreich als in den Tagen zuvor. Hauptsächlich würden Lastwagenfahrer die Grenze passieren. Ähnlich sieht es demnach an der tschechischen Grenze aus.

Die Kontrollen wegen der Corona-Pandemie an der deutschen Grenze zu Österreich haben am Montagmorgen begonnen. Tschechien führt seit Samstag (14.3.) Grenzkontrollen zu Deutschland durch. 

Update 21. März, 12.45 Uhr: Polizei ruft zu Abstand auf

Abstand halten und Kontakt vermeiden, heißt es angesichts der Corona-Pandemie - das gilt auch für die Polizei in Mittelfranken. 

"Abstand ist Anstand", schreibt das Polizeipräsidium Mittelfranken am Samstag auf Twitter. Dadurch sollen die Beamten geschützt werden und weiterhin einsatzbereit bleiben. 

Deswegen würde man in Zukunft womöglich über die Außenlautsprecher kommunizieren und die Fenster oben lassen.

Update 21. März, 12.30 Uhr: Supermärkte machen von längeren Öffnungszeiten keinen Gebrauch

Ein Schild weist in einem Supermarkt auf die richtigen Verhaltensregeln beim Einkaufen hin.
Ein Schild weist in einem Supermarkt auf die richtigen Verhaltensregeln beim Einkaufen hin.  © Angelika Warmuth/dpa

Um den Andrang in Supermärkten zu entzerren, hat Bayern die möglichen Ladenöffnungszeiten ausgeweitet - doch die großen Ketten machen davon keinen Gebrauch. Der Grund ist, dass die Mitarbeiter geschont werden sollen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur am Samstag ergab.

"Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen Ruhephasen, um Kräfte zu sammeln, sich zu erholen, Zeit mit ihren Partnern und Familien zu verbringen", erläuterte etwa eine Sprecherin von Aldi Süd.

Ähnlich argumentierte auch der Sprecher für Rewe und Penny: "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten seit Wochen Großartiges. Sie brauchen dringend einen freien Tag."

Ein Edeka-Sprecher teilte mit: "Schon jetzt sind viele Kolleginnen und Kollegen an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Jetzt noch einen Tag länger zu öffnen, würde diese Situation weiter verschärfen." Die Versorgung der Kunden mit Lebensmitteln sei auch mit den bestehenden Öffnungszeiten gewährleistet. Eine Netto-Sprecherin äußerte sich ebenso.

Um den Andrang in Supermärkten zu entzerren, hat Bayern die möglichen Ladenöffnungszeiten ausgeweitet. Sie dürfen nun werktags von 6.00 bis 22.00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 12.00 bis 18.00 Uhr öffnen.

Mit Abstandsmarkierungen am Boden, "Spuckschutz" an den Kassen, bargeldlosem Bezahlen sowie Desinfektionsmittel und Handschuhe für Mitarbeiter wollen die Supermarkt- und Discounterketten aber eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und zugleich ebenfalls ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen.

Die Netto-Sprecherin machte noch einmal deutlich, dass die Versorgung mit Lebensmitteln weiterhin bundesweit sichergestellt sei. 

"Wir beobachten zwar, dass es in einigen Sortimentsbereichen, etwa haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln und Konserven oder auch Hygieneprodukten, zu einer erhöhten Nachfrage kommt. Dennoch können wir die tägliche Belieferung der Märkte mit ausreichend Ware über unsere Logistikzentren weiterhin gewährleisten."

Update 21. März, 12 Uhr: Bayern fahren wegen Beschränkungen zum Einkaufen in Nachbarländer

Um den Ausgangsbeschränkungen in Bayern zu entgehen, fahren Bürger aus Grenzregionen offenbar zum Einkaufen in Nachbarländer. In Wangen im Allgäu (Baden-Württemberg) könnte man am Samstag Bürger aus dem bayerischen Landkreis Lindau (Bodensee) in Baumärkten und Gartencenter beobachten.

Weil die Märkte seit Mitternacht in Bayern geschlossen bleiben, fahren Bayern einfach ein paar Kilometer weiter in den Nachbarort, wo die Beschränkungen noch nicht gelten. 

Auf dem Parkplatz in Wangen (Baden-Württemberg) stehen auch einige Autos aus Lindau (Bayern).
Auf dem Parkplatz in Wangen (Baden-Württemberg) stehen auch einige Autos aus Lindau (Bayern).  © Picasa/ dedinag

Update 21. März, 11. 15 Uhr: Bayerischer Finanzminister verkündet Rückzahlung für Unternehmen

Bayerische Unternehmen sollen ihre bereits gezahlte Sondervorauszahlung der Umsatzsteuer auf Antrag zurückerhalten. Das teilte der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Samstag mit. 

Damit wolle man die Betriebe während der Corona-Pandemie entlasten. "Bayern dreht gerade an allen möglichen Stellschrauben, um unsere Unternehmen bestmöglich zu unterstützen und liquide zu halten", so Füracker.

Grundsätzlich müssen Betriebe ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt übermitteln und die entsprechende Zahlung leisten. Diese können sie nun wieder zurückerhalten. Dazu müssen die Unternehmen einen Antrag stellen. 

Update 21. März, 11 Uhr: Lautsprecheransage informiert Bürger in München

In München fuhren am Samstagvormittag Einsatzfahrzeuge durch die Straßen und verkündeten die neuen >>Ausgangsbeschränkungen per Durchsage, um alle Bürger zu erreichen. 

"Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bleiben Sie zu Hause", tönte es auf den Lautsprechern eines Transporters. 

Der Bereich um die Eisbachwelle im Englischen Garten in München ist abgesperrt. 
Der Bereich um die Eisbachwelle im Englischen Garten in München ist abgesperrt.  © Sven Hoppe/dpa

Update 21. März, 10 Uhr: Maßnahmen für Pflege gegen Corona reichen laut Patientenschützer nicht aus

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat nach neun Todesfällen allein in einem Würzburger Pflegeheim Bund und Länder aufgerufen, endlich überzeugende Maßnahmen zum Schutz von Pflegebedürftigen gegen das Coronavirus einzuleiten. 

Vorstand Eugen Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur am Samstag: "Es ist unverantwortlich, dass der Notfallplan zum Schutz der 800.000 Pflegebedürftigen und 764.000 Beschäftigten aus dem Jahr 2013 immer noch nicht angepasst wurde." 

Der Plan sei damals erstellt worden, um eine Grippewelle abzuwehren. Diese Menschen lebten auf engstem Raum in den 13.700 Pflegeheimen. Sie seien eine Hochrisikogruppe.

Brysch reagierte auf den Tod von neun Menschen in einem Würzburger Pflegeheim, die nach Coronavirus-Infektionen gestorben sind. Nach Angaben der Leiterin der Altenpflegeeinrichtung hatten alle Verstorbenen Vorerkrankungen gehabt und waren über 80 Jahre alt gewesen. 

Von den 160 Bewohnern lägen derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien positiv auf das Virus getestet und würden isoliert in ihren Zimmern im Heim versorgt. Hinzu kämen 23 Pflegekräfte mit ebenfalls positivem Test. Diese befänden sich in Quarantäne zu Hause.

Update 21. März, 9. 30 Uhr: Ausgangsbeschränkungen werden laut Herrmann weitgehend eingehalten

Die seit Mitternacht geltenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern werden nach Angaben von Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) weitgehend eingehalten. "Es hat da und dort noch ein paar Gruppen von Jugendlichen gegeben, die da irgendwo in der Öffentlichkeit kleinere Partys durchgeführt haben. Die sind dann von der Polizei nach Hause geschickt worden", sagte er am Samstagmorgen dem Bayerischen Rundfunk. "Aber insgesamt konnten wir in der vergangenen Nacht keine besonderen Probleme feststellen." Die Polizei werde den ganzen Tag über kontrollieren, ob sich die Menschen an die Maßnahmen halten.

Der Leiter der Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), sagte im Radiosender Antenne Bayern, die Polizei werde vermehrt unterwegs sein. Dabei werde sie durch die Bereitschaftspolizei verstärkt. So werde der Bevölkerung signalisiert: "Wir sind da."

Regierungschef Markus Söder (CSU) ergänzte in dem Interview, viele hätten schon in den vergangenen Tagen positiv auf die Ansprache reagiert. Dass nun auch Gaststätten geschlossen bleiben müssen, helfe zusätzlich. Ansonsten seien es Ordnungswidrigkeiten und es drohten Geldbußen, sagte Söder. "Das kann ein ziemlich hoher Betrag werden."

Innenminister Herrmann sagte dem BR zudem, dass derzeit niemand sagen könne, wann die Beschränkungen wieder aufgehoben werden. 

"Wir hoffen, dass wir in den nächsten 14 Tagen erleben können, dass die Zahl der Neuinfektionen zurückgeht. (...) Natürlich ist unser Ziel, dass wir jetzt nicht das öffentliche Leben auf Monate hinweg stilllegen."

Update 21. März, 9.20 Uhr: Bayerischer Tennis-Verband verschiebt Sommerrunde bis Juni

Der Bayerische Tennis-Verband hat auf die Corona-Krise mit mehreren Maßnahmen beim Spielbetrieb reagiert. Die aktuelle Winterrunde wird vorzeitig beendet. Es gibt weder Meister noch Absteiger, auch nicht in bereits beendeten Gruppen. Der komplette Mannschaftswettspielbetrieb in der Sommerrunde wurde von Anfang Mai auf einen Saisonstart am 8. Juni verschoben.

"Die Bekanntgabe des dadurch notwendigen Notfallspielplans erfolgt nicht vor Ende April", teilte der BTV mit. Bis 27. September könnten die Teams dann "in höchst möglicher Flexibilität" die Saison zu Ende spielen.

Die Bezirksmeisterschaften der Aktiven und Senioren, die Anfang Mai ausgetragen werden sollten, werden abgesagt. Ebenfalls abgesagt wurden die Bayerischen Meisterschaften der Damen und Herren sowie Senioren vom 10. bis 14. Juni. Auch die Mixed-Runde 2020 fällt aus. 

Das Verbandspräsidium behält sich vor, wegen der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie "Entscheidungen anzupassen oder zu ändern".

Update 21. März, 9 Uhr: Umzüge möglichst verschieben, Heiraten in kleinem Kreis möglich

Umzüge sollten in Bayern derzeit nach Möglichkeit verschoben werden. "Umzugsunternehmen dürfen ihre Arbeit machen", sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Samstagmorgen dem Radiosender Antenne Bayern. 

Aber die Leute sollten jetzt nicht ihre ganze Familie zusammentrommeln. Auch Zwangsräumungen "muss man halt dann machen". Darüber hinaus gelte für Handwerker, dass sie ihrer Arbeit nachgehen können. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte zudem, auch Heiraten sei möglich - aber nur in kleinem Kreis.

Die menschenleere, für ihre Bars und Kneipen bekannte Sandstraße in der Bamberger Innenstadt.
Die menschenleere, für ihre Bars und Kneipen bekannte Sandstraße in der Bamberger Innenstadt.  © Nicolas Armer/dpa

Update 21. März, 8.55 Uhr: Keine Passierscheine in Bayern nötig

Trotz der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern inklusive Polizeikontrollen brauchen die Menschen im Freistaat keine Passierscheine, um sich draußen zu bewegen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Samstagmorgen dem Radiosender Antenne Bayern in Ismaning bei München. 

Hilfreich sei aber, wenn man sich ausweisen und nachvollziehbar begründen könne, warum man auf welchem Weg sei. Wenn jemand von seinem Arbeitgeber eine Bescheinigung bekommen könne, sei das gut. "Wenn nicht, geht die Welt - glaub' ich - nicht unter", sagte der CSU-Chef. "Im Zweifel hat die Polizei ein gutes Gespür dafür, wie ernst und wie ehrlich das ist."

Seit Mitternacht gelten im gesamten Freistaat weitreichende >>Ausgangsbeschränkungen, mit deren Hilfe die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden soll. 

In Frankreich beispielsweise sind die Regelungen schärfer: Hier ist Spazierengehen kein Grund, das Haus zu verlassen. Und jeder muss ein offizielles Formular, eine Art Passierschein, dabeihaben. Darauf muss vermerkt sein, warum man vor die Türe geht.

Update 21. März, 8.50 Uhr: Polizei bisher kaum Verstöße gegen Ausgangsbeschränkung fest

Seit Samstag gelten in ganz Bayern zur Eindämmung des Coronavirus weitreichende Ausgangsbeschränkungen. Ab Mitternacht wurden zahlreiche Kontrollen zur Einhaltung der Maßnahmen durchgeführt, dabei wurden nach Angaben der Polizeipräsidien vom Samstagmorgen nur wenige Verstöße festgestellt.

Im Einsatzbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz zum Beispiel registrierten Beamte drei Verstöße, alle davon in Weiden. In Unterfranken stellte die Polizei mehrere Verstöße fest. Fünf Jugendliche hätten im Landkreis Bad Kissingen in einem Bauwagen einen Geburtstag gefeiert. Im gleichen Landkreis fielen drei weitere Personen auf, die am frühen Samstagmorgen um ein Lagerfeuer saßen und tranken. 

In allen Fällen erhalten die Beteiligten eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen die Allgemeinverfügung.

Update 21. März, 8.25 Uhr: Söder hofft auf gemeinsame Regelungen aller Bundesländer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hofft im Kampf gegen das neuartige Coronavirus auf ein gemeinsames Vorgehen der Bundesländer. Das sagte er am Samstagmorgen dem Radiosender Antenne Bayern. "Es haben gestern ja einige nachgezogen."

Auch beim Thema Schulschließungen habe es Donnerstag vergangener Woche bei einem Treffen der Ministerpräsidenten Diskussionen gegeben, nahezu alle seien dagegen gewesen. Nachdem Bayern dann einen Tag später die Schließung aller Schulen und Kitas verkündet hatte, seien die anderen Bundesländer diesem Weg gefolgt. "Ich bedauere es sehr, dass wir das manchmal so machen müssen", sagte der CSU-Chef.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Sonntag in einer Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung besprechen.

Update 21. März, 8.15 Uhr: Söder rechtfertigt verhängte Ausgangsbeschränkungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die verhängten Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen das neuartige Coronavirus gerechtfertigt. Mit Blick auf rasant steigende Zahlen an Infizierten und Toten sagte er am Samstagmorgen dem Radiosender Antenne Bayern: "Das ist wirklich eine dramatische Situation."

Er wolle Bayern nicht einsperren, so Söder. Aber mit Verweis auf strengere Regeln in anderen Ländern sagte der CSU-Chef: "Die ganze Welt reagiert. Dann muss auch Deutschland letztlich reagieren." Das seien schwierige Entscheidungen. Appelle an die Vernunft aber seien an Grenzen gestoßen. 

"Ich hoffe, dass wir so besser durch die Krise kommen als andere", sagte der bayerische Regierungschef.

Update 21. März, 7. 40 Uhr: SPD und Grüne kritisieren Bayerns Vorpreschen in Corona-Krise

Die SPD-Spitze rügt das Vorpreschen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei Ausgangsbeschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus. "Wer jetzt so tut, als kenne sie oder er das Patentrezept im Umgang mit dieser Situation, streut den Bürgerinnen und Bürgern Sand in die Augen", sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). "Es wäre besser, wenn die Länder, wie vereinbart, mit der Kanzlerin abgestimmt handeln würden."

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Sonntag in einer Schalte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung sprechen. Bayern kündigte wie auch das Saarland bereits am Freitag Ausgangsbeschränkungen ab Samstag an, die Bürger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigen Gründen verlassen. 

Auch weitere Bundesländer beschlossen neue Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens.

Update 21. März, 7.30 Uhr: Klinikchef fordert die Versorgung jetzt staatlich zu steuern

Der Chef der München Klinik, Axel Fischer, hat die Politik in Bayern und im Bund dringend aufgefordert, bei der Vorbereitung der Krankenhäuser auf viele schwer kranke Corona-Patienten die Führung noch stärker zu übernehmen. 

Die Politik hätte früher schon alle nicht notwendigen Operationen auch an privaten Krankenhäusern untersagen müssen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des bundesweit zweitgrößten kommunalen Klinikums.

"Wir haben meines Erachtens noch höchstens zwei Wochen Zeit, uns auf das, was kommen wird vorzubereiten", sagte Fischer mit Verweis auf die exponentiell steigenden Infektionszahlen. "Dann rauschen wir in sehr schwierige Zeiten hinein." Mitte April bis Mai rechne er mit der zunächst dramatischsten Phase. Eine Schätzung zu erwartender Zahlen vor allem von Intensivpatienten wollte Fischer nicht nennen. Es sei aber absehbar, dass auch in Bayern die Kapazitätsgrenze der Kliniken erreicht und wahrscheinlich überschritten werde. 

Wenn die Welle mit Wucht komme, werde das in Deutschland so weit gehen, dass auch Ethikkommissionen Antworten geben müssten. Jede Klinik, die sich jetzt nicht vorbereite und nicht unbedingt notwendige, aber lukrative Operationen durchführe, handele unsolidarisch und unverantwortlich. 

Teils seien bis jetzt Knie-OPs- und sogar Schönheits-OPs gemacht worden. "Das halte ich für einen Skandal." Zudem sei dabei Material verbraucht worden, das in den nächsten Wochen fehlen werde.

Ärzte bereiten den Betrieb einer Walk-through-Teststation vom Tropeninstitut am LMU Klinikum München vor. Die Teststation wird zur Untersuchung von medizinischem Personal und Personengruppen wie Polizei und Feuerwehr eingerichtet. 
Ärzte bereiten den Betrieb einer Walk-through-Teststation vom Tropeninstitut am LMU Klinikum München vor. Die Teststation wird zur Untersuchung von medizinischem Personal und Personengruppen wie Polizei und Feuerwehr eingerichtet.  © Matthias Balk/dpa

Update 21. März, 7 Uhr: Immer mehr jüngere Corona-Patienten auf Intensivstation

Auf den Intensivstationen auch in Deutschland werden immer öfter junge mit dem Coronavirus infizierte Patienten behandelt. Das habe sich in Italien gezeigt - und "das ist ein Bild, das sich auch in Deutschland ergibt", sagte der Chefarzt Clemens Wendtner von der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing. 

"Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation."

Wendtner hatte in der Schwabinger Klinik Ende Januar die ersten mit dem Sars-CoV-2-Virus infizierten Patienten in Deutschland behandelt. 

"Auch ein junger Patient ist nicht gefeit davor, einen schweren Verlauf zu haben", warnte der Mediziner. Mehr dazu >>hier

Update 20. März, 19.06: Fünf neue Coronavirus-Todesfälle in Bayern

In Bayern sind fünf weitere Menschen gestorben, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. 

Es handelt sich um vier Todesfälle aus Würzburg und einen aus dem Landkreis Starnberg, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in München mitteilte. Am Vormittag hatte ein Sprecher den Tod eines 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und eines 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge vermeldet. 

Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 20 Coronavirus-Todesfälle.

Der Odeonsplatz mit der beleuchteten Theatinerkirche ist gegen 22.20 Uhr am Freitag menschenleer. 
Der Odeonsplatz mit der beleuchteten Theatinerkirche ist gegen 22.20 Uhr am Freitag menschenleer.  © Felix Hörhager/dpa

Update 20. März, 17.10 Uhr: BMW stiftet Masken und Sixt Freifahrten für Mediziner

BMW stellt der Staatsregierung 100.000 Atemschutzmasken zur Verfügung. Das twitterte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag. 

Die Masken kommen laut Söder aus eigenen Beständen des Autoherstellers. "Großer Dank", schrieb Söder im Kurznachrichtendienst. Die Schutzmasken wurden sofort am Freitagnachmittag in München dem Technischen Hilfswerk übergeben, wie eine Konzernsprecherin sagte.

Bei vielen Industrieunternehmen steht derzeit wegen der Corona-Krise die Produktion still. Atemmasken sind in vielen Betrieben gängige Ausrüstung für den Schutz vor Staub oder Dämpfen, in den Krankenhäusern und Arztpraxen dagegen herrscht derzeit Mangel.

Auch der Autoverleiher Sixt meldete am Freitag, dass er Gutes tue: Ärzte und Pflegepersonal in Berlin, Hamburg und München können 100-Euro-Gutscheine bekommen, um kostenlos Carsharing-Autos zu fahren. Die 100 Euro entsprechen laut Sixt bei einer durchschnittlichen Fahrtdauer von etwa 25 Minuten dem Arbeitsweg für zehn Arbeitstage.

Update 20. März, 16.55 Uhr: Bayerisches Gastgewerbe: "Jeder Betrieb kämpft ums Überleben"

Praktisch jedes bayerische Hotel und Gasthaus ist nach Angaben ihres Verbandes durch die Corona-Krise inzwischen in Existenznot. 

Selbst die großen gut laufenden Betriebe seien jetzt an ihre Grenzen gelangt: "Jeder Betrieb kämpft ums Überleben", sagte Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Restaurants und Biergärten müssen ab Samstag komplett schließen. Ausgenommen bleiben nur Mitnahmeangebote und Lieferdienste. "Wir unterstützen jede Maßnahme der bayerischen Regierung, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen", betonte Geppert aber und lobte die Hilfen der Staatsregierung für die Branche mit 40.000 Betrieben und 447.000 Erwerbstätigen im Freistaat: Das Kurzarbeitergeld mit Übernahme der Sozialabgaben, die Soforthilfen für Betriebe in akuter Geldnot und die Bürgschaft für alle Kreditrisiken seien richtig und wichtig.

Einzelne Brauereien hätten die Pacht für Gastwirte ausgesetzt. Die Gema - die Gesellschaft für musikalische Aufführungsrechte - erhebe keine Beiträge, sagte der Verbandsgeschäftsführer.

Mitnahmeangebote und Lieferdienste könnten ein wenig Umsatz bringen. Aber die Gastwirte müssten das Geschäft jetzt einfrieren und die Krisenzeit irgendwie überbrücken, so Geppert. Danach wäre ihnen geholfen, wenn die Mehrwertsteuer für alle Bereiche der Gastronomie auf sieben Prozent gesenkt werden würde.

Update 20. März, 16.13 Uhr: Bayerische Zahnärzte richten wegen Coronavirus Notdienst ein

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) richtet wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Notdienst unter der Woche ein. Zusätzlich zum laufenden Praxisbetrieb sollen so auch Patienten versorgt werden können, deren Zahnarztpraxen wegen der Corona-Krise ihren Betrieb einstellen mussten, wie die KZVB und die Bayerische Landeszahnärztekammer am Freitag in München mitteilten. 

Betroffene Patienten können dann eine der Praxen aufsuchen, die sich für den Notdienst gemeldet haben. Eine entsprechende Liste solle ab Montag auf der Internetseite der KZVB veröffentlicht werden.

Den Angaben zufolge haben zahlreiche Zahnärzte angekündigt, wegen fehlender Desinfektionsmittel und persönlicher Schutzausrüstung wie Mundschutz oder Handschuhe jetzt oder in Kürze keine Patienten mehr behandeln zu können. Auch Ausfälle beim Personal bereiten den Praxen Schwierigkeiten. Es gebe aber weiterhin viele Zahnärzte, zu denen Schmerzpatienten können. 

"Wir appellieren aber auch an die Patienten, derzeit nur unaufschiebbare Behandlungen durchführen zu lassen", sagte Christian Berger, Vorsitzender der KZVB, laut Mitteilung.

Update 20. März, 16.10 Uhr: Zugverkehr in Bayern läuft vorerst normal weiter

Zwei Polizeifahrzeuge stehen im Englischen Garten. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise gelten in Bayern ab morgen weitreichende Ausgangsbeschränkungen.
Zwei Polizeifahrzeuge stehen im Englischen Garten. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise gelten in Bayern ab morgen weitreichende Ausgangsbeschränkungen.  © Sven Hoppe/dpa

Der Zugverkehr in Bayern läuft trotz der Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens im Kampf gegen das Coronavirus zunächst normal weiter. 

"Unser Ziel ist, den Zugverkehr mit so wenig Einschränkungen wie möglich aufrecht zu erhalten. Das gelingt aktuell hervorragend", betonte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Freitag. Es müsse sichergestellt sein, dass Angehörige systemrelavanter Berufe wie Pfleger, Lebensmittelhändler oder Journalisten zu ihren Arbeitsstellen gelangen könnten.

Pläne für ein reduziertes Grundangebot lägen aber in der Schublade. Dann würden etwa Schülerzüge oder Taktverstärker gestrichen. Ein solches Grundangebot würde in etwa dem Wochenendfahrplan entsprechen, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Eine radikale Reduzierung des Angebotes sei derzeit nicht angebracht. Dennoch gelte: Zugfahrten sollten nur bei triftigem Grund unternommen werden.

Busse und Bahnen in den kommunalen Verkehrsverbünden verkehren bereits seit einigen Tagen teils nach reduziertem Fahrplan.

Update 20. März, 16.08 Uhr: Hemdenhersteller produziert Gesichtsmasken

Der Hemdenhersteller Eterna aus dem niederbayerischen Passau hat angesichts der Corona-Krise mit der Produktion von Gesichtsmasken begonnen. 

Nach den Schließungen im Einzelhandel sei die Herstellung von Hemden und Blusen stark heruntergefahren worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Im slowakischen Eterna-Werk sei stattdessen die Produktion auf Schutzmasken umgestellt worden. Künftig sollen bis zu 25.000 Masken pro Tag gefertigt werden. Auftraggeber sei die slowakische Regierung. Mit dieser Maßnahme könne die Umstellung auf Kurzarbeit verhindert werden.

Update 20. März, 15.40 Uhr: DGB attackiert Aiwanger, Streit um Hilfsjobs für Kurzarbeiter

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) hat sich in der Corona-Krise scharfe Kritik der Gewerkschaften eingehandelt. 

Aiwanger schlug am Freitag vor, dass Arbeitnehmer, die Kurzarbeitergeld beziehen und für die es derzeit in ihren Firmen nichts zu tun gibt, mit Hilfsarbeiten Geld hinzuverdienen könnten - "in den Supermärkten, als Spargelstecher, in der Landwirtschaft". Aiwanger begründete das damit, dass Kurzarbeiter nur 60 bis 70 Prozent ihres Nettolohns bekämen. "Hier kämpfe ich derzeit dafür. Und ich hoffe, dass wir uns gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten durchsetzen können in Berlin."

Der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena nannte den Vorschlag "irrwitzig" und forderte stattdessen staatliche Hilfe auch für Arbeitnehmer. "Diese soziale Schieflage ist für uns nicht zu akzeptieren", sagte Jena. Er verwies auf den Schutzschirm von zehn Milliarden Euro, den die Staatsregierung für die bayerische Wirtschaft aufspannt. 

"Dieses Geld können die Unternehmen nutzen, um das Kurzarbeitergeld zu erhöhen, beispielsweise auf 80 bis 90 Prozent des Nettoeinkommens, zumal sie bei Kurzarbeit nun keinerlei Sozialabgaben mehr abführen müssen", erklärte der DGB-Chef.

Update 20. März, 15.10 Uhr: Bayern will Zahl der Intensivbetten verdoppeln

Bayern will die Zahl der Intensivbetten an Unikliniken von 600 auf 1200 verdoppeln. "Das ist eine unglaubliche Herausforderung", sagte Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor des LMU Klinikums München, am Freitag. 

Die Ausstattung mit Intensivbetten sei aber jetzt schon besser als in Italien. "Wir sind von Basis aus schon gut vorbereitet und werden uns jetzt der Welle stellen und werden uns der Welle mit gutem Gewissen stellen." Die Unikliniken in Bayern wollen angesichts der rasanten Ausbreitung des neuen Coronavirus neue Stationen schaffen, alte Stationen "umwidmen" und Pflegekräfte für den Umgang mit Infektionskrankheiten schulen.

Jauch betonte: "Ich bin mehr als zuversichtlich: Das wird uns gut gelingen." Die Versorgung von Patienten, die an der Lungenkrankheit Covid-19 leiden, solle seiner Ansicht nach zentral gesteuert werden, damit leichter Erkrankte nicht in eine Uniklinik eingeliefert werden, sondern eher in ein Kreiskrankenhaus. Auch die Versorgung der Krankenhäuser mit Material wie Schutzkleidung sollte aus Sicht Jauchs bayernweit staatlich organisiert werden. 

Das gelte auch für Schutzmasken: "Normalerweise kosten die drei Cent", sagte Jauch. "Und jetzt das 25-fache." Die Krise bedeute für das Gesundheitssystem einen Marathon und keinen kurzen Sprint. "Wir rechnen mit zwei bis drei Monaten Dauer."

Update 20. März, 15.08 Uhr: Kurzarbeit in Autohäusern und Werkstätten erleichtert

Gewerkschaft und Arbeitgeber im bayerischen Kfz-Gewerbe haben sich auf schnellere Kurzarbeit geeinigt. Die Ankündigung muss nun nicht mehr 14 sondern nur noch 3 Tage im Voraus erfolgen, wie IG Metall und Kfz-Gewerbe am Freitag in München mitteilten.

Die Corona-Pandemie verändere die wirtschaftliche Situation der Betriebe und ihrer Mitarbeiter «dramatisch», hieß es. "In dieser besonderen Situation ist es deshalb nötig, sehr schnell auf das Instrument Kurzarbeit zurückgreifen zu können."

Die Folgen der Kurzarbeit für die Beschäftigten werden durch eine Vereinbarung abgemildert, die sich im bestehenden Tarifvertrag des Kfz-Gewerbes findet. Demnach wird das Kurzarbeitergeld durch die Betriebe auf 90 Prozent des letzten Nettoeinkommens aufgestockt. 

Die Bundesagentur zahlt 60 Prozent beziehungsweise 67 Prozent bei Arbeitnehmern mit Kindern.

Update 20. März, 15.05 Uhr: Handwerker sollen Schutzmasken an Pflege abgeben

Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ruft Handwerksbetriebe dazu auf, Atemschutzmasken an Pflegeeinrichtungen in ihrer Region abzugeben. "Das wäre ein Zeichen der Solidarität und eventuell kann es Leben retten", sagte VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner am Freitag. Handwerksbetriebe wie Schreinereien, Trockenbauer oder Lackierer hätten zum Teil Schutzmasken auf Lager, die auch medizinischen Standards entsprechen. 

Gleichzeitig hätten viele Altenheime und ambulante Pflegedienst große Probleme, Schutzmaterial auf dem freien Markt zu bekommen.

Weitere Infos dazu findet Ihr >>>hier.

Update 20. März, 14.40 Uhr: Entscheidung über Oktoberfest laut OB Reiter im Juni

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat eine Entscheidung über das diesjährige Oktoberfest für spätestens Juni angekündigt. Dann begännen die Vorbereitungen auf der Theresienwiese, sagte Reiter am Freitag in einer Livestream-Pressekonferenz. Deshalb werde spätestens zu dieser Zeit eine Entscheidung fallen müssen.

Für das Frühlingsfest werde eine Verschiebung geprüft, aber es sei unsicher, ob das möglich sei. Im vorgesehenen Zeitraum könne es sicher nicht stattfinden. 

Das gelte auch für alle anderen Feste, die in absehbarer Zeit in den nächsten Wochen geplant waren.

Update 20. März, 14.23 Uhr: Bayern will Pfleger aus Rente zurückholen

Bayern will in der Corona-Krise Krankenschwestern und Pfleger aus dem Ruhestand zurückholen. "Wir werden jede helfende Hand brauchen", sagte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Freitag in München.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sollen Pfleger und Krankenschwestern in Teilzeit zudem überlegen, ob sie die Arbeitszeit aufstocken können. "Schon heute wissen wir, dass wir mit einer steigenden Zahl, vielleicht sogar mit einer dramatisch steigenden Zahl, rechnen müssen", sagte Sibler. 

"Die Herausforderungen werden in den nächsten Tagen und Wochen nochmal unendlich steigen."

Update 20. März, 14.20 Uhr: Handel rechnet mit neuem Ansturm auf Lebensmittelgeschäfte

Der Handelsverband Bayern erwartet am Samstag einen gewaltigen Andrang in den Lebensmittelläden. Die jetzt verhängten Ausgangbeschränkungen seien "ein psychologisches Signal - das wird einen Ansturm geben wie nach den Schulschließungen", sagte Geschäftsführer Bernd Ohlmann am Freitag in München. Dass auch Bau- und Gartenmärkte ab Samstag geschlossen bleiben müssen, sei darüber hinaus aktuell die einzige Neuerung.

Aber "die Verunsicherung ist groß. Auch Polizei und Ordnungsamt vor Ort wissen oft nicht genau, wer noch öffnen darf", sagte Ohlmann. Wenn das Sortiment eines Ladens zu 51 Prozent aus Lebensmitteln bestehe, dürfe er auch sein restliches Sortiment verkaufen - aber wenn sein Angebot nur zu 49 Prozent aus Lebensmitteln besteht, dürfe er ausschließlich seine Lebensmittel verkaufen, nichts anderes.

Bei einem Händler in Berchtesgaden zum Beispiel sei die Polizei angerückt und die Schließung seines Ladens gefordert - nach Intervention des Verbands sei er jetzt wieder auf, sagte Ohlmann. "Vor Ort herrscht große Verunsicherung. Wir haben viele Anfragen."

Manche Händler versuchen, auch mit Notlösungen noch ein klein wenig zu retten. In einer kleinen Buchhandlung in München klebte ein Zettel im Schaufenster: "Ihr Lieblingsbuch kommt zu Ihnen. Wir finden eine Lösung!", darunter die Telefonnummer. 

Tulpen und Narzissen standen vor einem Blumenladen in Aschau im Chiemgau zur Selbstbedienung vor der Tür, dazu ein Schild: "Bitte Geld im Briefkasten um die Ecke einwerfen. Danke."

Update 20. März, 14.10 Uhr: Tennisprofi Kohlschreiber ruft in Coronavirus-Zeiten zur Vernunft auf

Tennisprofi Philipp Kohlschreiber hat nach der Ankündigung der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen in Bayern an die Vernunft der Menschen appelliert. 

"Umso besser wir uns da alle daran halten und miteinander kämpfen, umso schneller kann ein normaler Alltag wieder eintreten", sagte der 36 Jahre alte Augsburger am Freitag im TV-Sender Sky. Zur Eindämmung des Coronavirus gelten in ganz Bayern von diesem Samstag an weitreichende Ausgangsbeschränkungen. 

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Kohlschreiber hat seinen Wohnsitz im österreichischen Kitzbühel.

Update 20. März, 14 Uhr: Gemeinde hängt Andachten und Bastelanleitung für Kinder auf

Silke Höhne, Pfarrerin von der Evangelisch-Lutherischen Jesajakirche München, hängt vor ihrer Kirche eine Karte an eine Leine, an der verschiedene Zettel auf.  
Silke Höhne, Pfarrerin von der Evangelisch-Lutherischen Jesajakirche München, hängt vor ihrer Kirche eine Karte an eine Leine, an der verschiedene Zettel auf.  © Matthias Balk/dpa

Um Gläubige durch die Corona-Krise zu begleiten, hat eine Münchner Gemeinde an einer Art Wäscheleine kurze Andachten und Bastelanleitungen für Kinder aufgehängt - plus die Handynummer der Pfarrerin bei Gesprächsbedarf. 

Der Plan: "Dass Leute vorbeikommen können, sich einen Zettel für Zuhause mitnehmen können", sagte Pfarrerin Silke Höhne von der Evangelisch-Lutherischen Jesajakirche am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Ziel sei, "dass so ein bisschen was Buntes ins Leben kommt und auch ein bisschen Abwechslung einfach da ist, wo wir als Kirche ja gerade sonst sehr wenig machen können". Die Idee habe sie sich über eine Facebook-Gruppe in Schleswig-Holstein abgeguckt.

Mit Blick auf die Maßnahmen der Staatsregierung wie geänderte Öffnungszeiten von Geschäften sagte Höhne: "Vor allem die Alten, die nicht mehr Einkaufen dürfen, tun sich sehr schwer damit. Und es gibt vor allem eher bei uns jüngere Leute, die sich Sorgen machen, was noch kommt - vor allem wirtschaftlich, wie man das überleben kann. Also da gibt es immer wieder Gespräche."

Gerade abends, wenn noch eine Kerze brenne, würden Zettel abgenommen. Diese würden täglich ausgetauscht: "Man braucht natürlich neue Themen, sonst wird es ja langweilig." 

Und falls es mal regnet in den kommenden Tagen, hat Höhne auch schon einen Plan: Dann sollen die Zettel in Brozeittüten gepackt und so wetterfest gemacht werden.

Update 20. März, 13.50 Uhr: Kliniken brauchen laut Krankenhausgesellschaft dringend Liquidität

Durch die Ausbreitung des Coronavirus und die Zunahme der Fallzahlen werden derzeit bundesweit elektive Eingriffe verschoben und die Intensivbettenkapazität aufgestockt. 
Durch die Ausbreitung des Coronavirus und die Zunahme der Fallzahlen werden derzeit bundesweit elektive Eingriffe verschoben und die Intensivbettenkapazität aufgestockt.  © Jonas Güttler/dpa

Um die Zahlungsfähigkeit der Kliniken zu sichern, müssen nach Einschätzung der Bayerischen Krankenhausgesellschaft auch unkonventionelle Finanzierungswege beschritten werden - und das schnell. "Die Liquiditätssicherung muss Anfang April fließen, sonst kriegen die Krankenhäuser ernsthafte Probleme", sagte Geschäftsführer Siegfried Hasenbein am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Andernfalls müssten die ersten Kliniken Insolvenz anmelden.

Hintergrund ist, dass die Krankenhäuser im Freistaat verpflichtet wurden, nur noch dringend notwendige medizinische Behandlungen vorzunehmen, um Kapazitäten für Menschen zu schaffen, die am Coronavirus erkranken. "Das heißt, jedes Krankenhaus hat größere bis große Erlösausfälle. Und kein Krankenhaus kann sich dies über eine längeren Zeitraum erlauben", erläuterte Hasenbein.

Er vertraue aber auf die Zusage der Politik, dass die Kliniken keine wirtschaftlichen Nachteile durch die Corona-Krise haben werden. Allerdings fürchte er durchaus ein Gerangel zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen bei der konkreten Ausgestaltung der Finanzierung. Für Hasenbein ist klar, dass angesichts der historischen Dimension auch unkonventionelle Lösungen benötigt werden: 

"Wir brauchen eine Kombination aus leistungsbezogener Vergütung und pauschalen Zahlungen an die Krankenhäuser zur Sicherung der Liquidität." Die bisherigen Fallpauschalen alleine reichten nicht aus.

Update 20. März, 13.40 Uhr: Söder will Ausverkauf der deutschen Wirtschaft nach Corona verhindern

Bayern will einen Ausverkauf von Unternehmen verhindern, die durch die Corona-Krise geschwächt sind. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plädierte am Freitag dafür, bei Bedarf Übernahmen deutscher Firmen und Technologie durch ausländische Investoren zu verbieten. 

"Wenn am Ende dieser Krise steht, dass nahezu die gesamte bayerische und deutsche Wirtschaft in ausländischer Hand ist, wir keine Steuerungsoptionen mehr haben, dann ist das nicht nur eine medizinische Krise", sagte Söder. 

"Dann ist das auch eine komplette Änderung der weltwirtschaftlichen Ordnung. Auch dagegen müssen wir uns wappnen."

Update 20. März, 13.10 Uhr. Mehr Einschränkungen für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime

Im Kampf gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schränkt Bayern die Besuchsregeln für Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime weiter ein. Die Besuche würden jetzt weitgehend untersagt, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München. Es solle aber weiter möglich sein, dass sich etwa die Familie von einem Sterbenden verabschiedet oder dass ein Vater bei der Geburt seines Kindes dabei sein könne.

"Sie können weiter zur Arbeit gehen, Sie können weiter zum Einkaufen gehen, Sie können weiter zum Arzt gehen", erläuterte Huml. "Aber alles, was nicht dringend nötig ist wird eingeschränkt." Auch bei Spaziergängen an der frischen Luft sollen Familien zusammenbleiben können, die eh zusammenleben. Aber weitergehende Menschenansammlungen seien tabu. Das Ganze gelte zunächst für 14 Tage. Die Maßnahme sei eine, "die jeder mitmachen kann und die jeder mitmachen muss", sagte sie. "Das ist alles nicht einfach, dessen sind wir uns (..) bewusst."

Sie könne nicht versprechen, dass die Maßnahmen helfen, die Ausbreitung des Virus zu unterbinden. Doch die Staatsregierung tue alles, was in ihrer Macht stehe. "Aber wir müssen alle mithelfen."

Update 20. März, 12.49 Uhr: Gastro in Bayern geschlossen, Tendenz auch in anderen Ländern

Wegen der Corona-Krise wollen alle Bundesländer laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ab Mitternacht alle Gastronomiebetriebe schließen. Es werde zunächst für die nächsten 14 Tage nur noch "to go, Drive-in und Lieferungen" geben, sagte Söder am Freitag in München. 

"Auch alle anderen Bundesländer wollen das umsetzen."

Söder betonte später, er wolle den anderen Ländern nicht vorschreiben, was diese zu tun hätten. Gleichwohl habe er in vielen Gesprächen erfahren, dass es auch in den anderen Ländern die Tendenz gebe, "das zu tun". Dies sei aber noch nicht final entschieden.

Menschenleer zeigt sich der Biergarten hinter einem Absperrband am chinesischen Turm im Englischen Garten. 
Menschenleer zeigt sich der Biergarten hinter einem Absperrband am chinesischen Turm im Englischen Garten.

Update 20. März, 12.37 Uhr: Söder verkündet "Ausgangsbeschränkung" in Bayern

Polizisten reden im Englischen Garten mit einer Gruppe Jugendlicher. 
Polizisten reden im Englischen Garten mit einer Gruppe Jugendlicher.  © Matthias Balk/dpa

Zur Eindämmung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) weitreichende Ausgangsbeschränkungen für den ganzen Freistaat angekündigt. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist ab Samstag nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. 

Dazu zählen unter anderem der Weg zur Arbeit, notwendige Einkäufe, Arzt- und Apothekenbesuche, Hilfe für andere, Besuche von Lebenspartnern, aber auch Sport und Bewegung an der frischen Luft - dies aber nur alleine oder mit den Personen, mit denen man zusammenlebt. 

Mehr zu den Maßnahmen findest Du >>hier

Update 20. März: 12.35 Uhr: Corona hat Bayern laut Söder fest im Griff

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie keine Verzögerungen. "Corona hat unser Land fest im Griff", sagte er am Freitag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in München. Die Zahlen in Bayern entwickelten sich nicht gut. "Ich und wir können nicht verantworten zu warten." Jeder Infizierte, jeder Tote sei einer zu viel.

Die Zahl der Infizierten sei seit Donnerstag um mehr als 35 Prozent, 817 Fälle gestiegen. Die Zahl der Toten sogar um 50 Prozent auf 15, sagte Söder. Die Infektionsketten seien praktisch nicht mehr nachvollziehbar. 

Es seien hohe Wellen an Infektionen zu erwarten, in Deutschland vielleicht im Millionenbereich. "Wir bekommen, wenn wir nicht aufpassen, eine ähnliche Tendenz wie in Italien und Frankreich."

Vor der Tür einer Apotheke wartet eine Frau. Die Apotheke darf nur noch einzeln betreten werden.
Vor der Tür einer Apotheke wartet eine Frau. Die Apotheke darf nur noch einzeln betreten werden.  © Stefan Puchner/dpa

Update 20. März, 12.17 Uhr: Auch Restaurants in Bayern müssen laut Regierungskreisen schließen

Zur Eindämmung des Coronavirus müssen in Bayern ab Samstag auch Restaurants und Biergärten schließen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen. 

Take-away-Angebote sollen demnach aber weiter möglich sein. Ob es weitere Ausgangsbeschränkungen für die Menschen geben würde, war demnach noch offen - darüber werde aktuell noch im Kabinett beraten, hieß es.

Update 12.10 Uhr: Produktion von Atemmasken in Bayern startet

Die Staatsregierung will den Mangel an Atemschutzmasken in der Corona-Krise mit Hilfe heimischer Produktion überwinden. Die Staatsregierung hat an mehrere Firmen Aufträge vergeben, ab sofort sollen etwa 10.000 Masken am Tag hergestellt und ausgeliefert werden. Vorrangig gehen diese zuerst an Krankenhäuser und Arztpraxen. "Die Kapazität soll so schnell wie möglich erhöht werden", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag in München.

Hergestellt werden laut Ministerium sowohl Einweg- als auch mehrfach verwendbare Masken. Jede wiederverwendbare Maske kann demnach etwa 50 Mal benutzt werden. 

"Wir können mit der eigenen Produktion den Schutz des medizinischen und pflegerischen Personals deutlich verbessern, das in diesen Tagen ein besonderes Risiko für eine Corona-Infektion trägt", sagte Aiwanger.

Update 20. März, 11.58 Uhr: Schnapsbrennereien liefern Alkohol an Apotheken und Kliniken

Mehrere Schnapsbrennereien in Ostbayern beliefern zurzeit Apotheken und Kliniken mit Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmitteln. "Wir geben alles her, was wir haben. Die Gesundheit geht vor, wir stellen die Produktion für gewisse Produkte ein", sagte Johannes Anleitner von der Bärwurz-Quelle in Bad Kötzting dem Bayerischen Rundfunk am Freitag.

Neutralalkohol mit einem Alkoholgehalt von 96 Prozent werde zum Herstellen von Himbeergeist, Likör und Gin verwendet, so Anleitner. Die Bärwurz-Quelle konzentriere sich jetzt auf Produkte, für die es keinen Naturalkohol brauche, wie beispielsweise Rum und Whiskey. Ähnlich ist die Situation in der Destillerie Liebl in Bad Kötzting. "Apotheken im Umkreis von 100 Kilometern fragen an", sagt Claudia Liebl dem BR. 5000 Liter Neutralalkohol habe sie schon verschickt.

Auch die Brennerei Penninger in Hauzenberg (Landkreis Passau) hat eine Klinik mit Alkohol beliefert. 

Jedoch müsse auch der eigene Betrieb weitergehen: "Wo es geht, versuchen wir zu helfen. Dennoch können wir den Grundstoff, von dem wir leben, nicht komplett hergeben", sagte Geschäftsführer Christoph Bauer dem BR.

Update 20. März, 11.55 Uhr: Surfern in München wird das Wasser an der Eisbachwelle abgedreht

Die bei Surfern beliebte Eisbachwelle in München soll wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorerst nicht genutzt werden können. Die Welle werde entsprechend "geglättet", teilte das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt mit.

Veranlasst wurde demnach "eine naturschutzfachlich unbedenkliche Absenkung des Eisbachs". So sollen Menschenansammlungen verhindert werden, die an der Eisbachwelle normalerweise die Surfer beobachten.

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, appellierte die Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs nochmals an alle Münchner, Menschenansammlungen zu vermeiden.

Update 20. März, 11.50 Uhr: Ansturm auf Corona-Hilfsgeld, mehrere Zehntausend Anträge

Die bayerischen Behörden werden von Corona-Hilfsgeldanträgen bedrängter mittelständischer Unternehmen überrollt. "Mittlerweile haben wir mehrere Zehntausend Anträge mit einem gesamten Finanzvolumen von mehreren Hundert Millionen Euro", berichtete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Freitag. Das Programm für kleine und mittlere Unternehmen war erst am Mittwoch gestartet. Die ersten Überweisungen sind nach Aiwangers Angaben schon am Freitag auf den Konten der Firmen eingegangen.

"In großem Umfang wird das Geld im Laufe der kommenden Woche bei Freiberuflern und Unternehmen ankommen", sagte Aiwanger. Gedacht sind die Hilfen für Freiberufler, Selbstständige, sowie kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Die Zahlungen sind gestaffelt: bis fünf Mitarbeiter 5000 Euro, bis zehn Mitarbeiter 7500, bis 50 Mitarbeiter 15 000, bis 250 Mitarbeiter 30 000 Euro. Bearbeitet werden die Anträge von den sieben Bezirksregierungen und der Münchner Stadtverwaltung.

Mit dem Handgeld will die Staatsregierung über Zahlungsschwierigkeiten hinweg helfen und drohende Insolvenzen verhindern. Dazu Aiwanger: "Man muss im Antrag versichern, dass man über keine liquiden Mittel mehr verfügt. Wer also Geld, Gold oder Aktien besitzt, ist nicht berechtigt." 

Der Wirtschaftsminister warnte - wenn auch diplomatisch - vor Betrugsversuchen: "Das wird nicht sofort geprüft. Sollte sich dies im Nachhinein aber herausstellen, müsste die Soforthilfe zurückbezahlt werden."

Update 20. März, 11.45 Uhr: 825 neue Infektionen mit Coronavirus

In Bayern haben sich weitere 825 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Freitag auf seiner Homepage mit. Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 3107 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

15 Menschen mit Coronavirus-Infektion starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang in Bayern.

Update 20. März, 11.49 Uhr: Bayerische Autoren in Not durch Corona

Die Corona-Krise trifft die Autoren in Bayern hart. Wie der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Bayern (VS) am Donnerstag mitteilte, mache jeder hauptberufliche Autor in den Monaten März und April durchschnittlich rund 3100 Euro Verlust. Dies habe eine landesweite Umfrage ergeben. Grund für die großen finanziellen Einbußen seien vor allem die Absagen von Veranstaltungen wie Buchmessen und die Schließungen verschiedener Bildungseinrichtungen wegen Corona. 

Einem VS-Sprecher zufolge sei aber die Corona-Soforthilfe der Staatsregierung für Freiberufler mit geringem Einkommen ein positives Signal.

Update 20. März, 11.20 Uhr: Goretzka und Kimmich starten Initiative und spenden eine Million Euro

Die deutschen Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka und Joshua Kimmich setzen in der Corona-Krise ein vorbildliches Zeichen. Die beiden 25 Jahre alten Profis des FC Bayern München gründen die Initative "We kick Corona" und spenden privat eine Million Euro für soziale und karitative Einrichtungen, wie sie am Freitag bekanntgaben. 

"Auf dem Platz können wir jeden schlagen. Aber Corona schlagen wir nur gemeinsam!", betitelte Goretzka die Aktion.

Update 20. März, 11.10 Uhr: Augsburg sagt Frühjahrsdult ab

Die Stadt Augsburg hat angesichts der Ausbreitung des Coronavirus die Frühjahrsdult abgesagt. Die Veranstaltung hätte vom 11. bis 26. April gedauert.

Überlegungen für einen späteren Beginn der Frühjahrsdult gebe es nicht, teilte die Stadt am Freitag mit. 

Zuvor war bereits der Augsburger Plärrer, der mit insgesamt bis zu 1,2 Millionen Besuchern pro Jahr als das größte Volksfest Schwabens gilt, abgesagt worden.

Update 20. März, 10.45 Uhr: BR legt wegen des Coronavirus Hörfunkprogramme zusammen

Wegen des Coronavirus legt der Bayerische Rundfunk (BR) die beiden Hörfunkprogramme B5 aktuell und Bayern 2 überwiegend zusammen. Von Montag an senden die beiden Wellen unter dem Namen "Informationen, Hintergrund und Gespräche – das gemeinsame Programm von B5 aktuell und Bayern 2", teilte der BR am Freitag in München mit.

Der Grund für die Maßnahme seien erste Corona-Fälle innerhalb des BR und damit verbundene Quarantänemaßnahmen. "Sobald die personellen Engpässe sich entspannt haben, werden beide Wellen wieder getrennt senden", so der öffentlich-rechtliche Sender. Den Angaben zufolge arbeiten im gesamten BR so viele Mitarbeiter wie möglich im Home-Office.

Die Nachrichten werden zunächst am Morgen im Viertelstunden-Takt und tagsüber jede halbe Stunde gesendet. Vorerst sollen die Nachrichten laut BR nur noch bis zehn Uhr getrennt in den einzelnen Hörfunkwellen zu hören sein. 

Danach werden zwei zentrale Nachrichtenformate gesendet: eines für B5 aktuell, Bayern 2 und BR-Klassik und ein zweites für die Massenwellen Bayern 1 und Bayern 3. 

Update 20. März, 10.25 Uhr: Zwei neue Coronavirus-Todesfälle in Bayern

In Bayern sind zwei weitere Menschen gestorben, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert waren. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag sagte, handelt es sich dabei um einen 85-Jährigen aus dem Landkreis Tirschenreuth und einen 82-Jährigen aus dem Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge. 

Damit gibt es in Bayern derzeit insgesamt 15 Coronavirus-Todesfälle.

Update 20. März, 10.20 Uhr: Computerspielpreis wird digital verliehen

Der Deutsche Computerspielpreis soll in diesem Jahr in einer "Digital-Gala" verliehen werden. Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus fällt die geplante Verleihung im Münchner Löwenbräukeller am 27. April aus.

Die Preisträger sollen stattdessen an diesem Tag via Online-Stream gekürt werden. "Dabei soll die Community stärker denn je eingebunden werden", hieß es in einer Mitteilung.

Der Deutsche Computerspielpreis 2020 wird von der Bundesregierung - vertreten durch Digitalministerin Dorothee Bär (CSU) - und dem Verband der deutschen Games-Branche in 15 Preiskategorien vergeben. Er ist mit insgesamt 590.000 Euro dotiert.

Update 20. März, 10.15 Uhr: Weitere Beschränkungen in Bayern: Söder lädt zu Pressekonferenz

Ein "Durchfahrt verboten"-Schild steht vor einem Bauzaun, der die Grenze zwischen dem Aschauer Ortsteil Sachrang auf bayerischer Seite und Niederndorferberg im Kufsteinerland in Tirol (Österreich) abgesperrt.
Ein "Durchfahrt verboten"-Schild steht vor einem Bauzaun, der die Grenze zwischen dem Aschauer Ortsteil Sachrang auf bayerischer Seite und Niederndorferberg im Kufsteinerland in Tirol (Österreich) abgesperrt.  © Peter Kneffel/dpa

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus stehen in Bayern möglicherweise weitere Beschränkungen und Auflagen kurz bevor. Die Staatskanzlei lud am Freitag kurzfristig zu einer Pressekonferenz um 12.30 Uhr ein, unter anderem mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) - die Pressekonferenz wird wie bereits die vergangenen Male lediglich im Internet gestreamt.

Aus Regierungskreisen hieß es am Freitagmorgen, es liefen intensive Gespräche Söders unter anderem mit seinem Kabinett, dem Corona-Krisenstab und Kommunalpolitikern. Diese Gespräche hätten bis tief in die Nacht hinein gedauert und seien am Morgen weitergegangen.

Welche Maßnahmen Söder verkünden würde, war zunächst unklar. Er hatte am Donnerstag aber konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat gedroht, wenn sich die Menschen in Bayern nicht an bereits geltende Beschränkungen und Auflagen halten: "Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium", sagte Söder in einer Regierungserklärung. Man werde "nicht endlos zusehen".

Es gelte ein ganz einfacher Grundsatz, sagte Söder: Menschen sollten nur noch zur Arbeit, für Arztbesuche, zum Lebensmitteleinkauf oder zur Hilfe für andere das Haus verlassen. Man könne auch nach draußen gehen - aber allein. 

Eine Ausgangssperre gilt seit Mittwoch für eine Gemeinde in der Oberpfalz und seit Donnerstag für zwei Gemeinden in Oberfranken, jeweils wegen schnell steigender Corona-Zahlen.

Update 20. März, 9.30 Uhr: Samstag laut Kanzleramt entscheidender Tag über Ausgangssperren

Kanzleramtschef Helge Braun hat den Samstag als entscheidenden Tag bei der Entscheidung über mögliche Ausgangssperren wegen des Coronavirus bezeichnet. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte der CDU-Politiker dem "Spiegel". "Der Samstag ist ein entscheidender Tag, den haben wir besonders im Blick."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Sonntagabend mit den Ministerpräsidenten der Länder in einer Telefonkonferenz beraten. Dabei dürfte es auch darum gehen, ob und wann Ausgangssperren verhängt werden sollen. 

Mehrere Regierungschefs, darunter der bayerische Ministerpräsident Söder, hatten am Donnerstag mit Ausgangssperren gedroht.

Eine Flasche mit Desinfektionsmittel und der Aufschrift "Eigentum des Bayerischen Landtags" steht während einer Plenarsitzung im bayerischen Landtag am Eingang des Plenarsaals. 
Eine Flasche mit Desinfektionsmittel und der Aufschrift "Eigentum des Bayerischen Landtags" steht während einer Plenarsitzung im bayerischen Landtag am Eingang des Plenarsaals.  © Sven Hoppe/dpa

Update 20. März, 9.25 Uhr: BFV will sich um 4600 Fußballvereine kümmern

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) setzt im Zuge der Coronavirus-Krise auf einen engen Austausch mit seinen rund 4600 Mitgliedsvereinen. Dabei kommt dem Internet eine wichtige Rolle zu. In Kürze sollen die etwa 800 ehrenamtlichen BFV-Mitarbeiter in ganz Bayern im Rahmen eines Websiminars auf den aktuellen Stand der Situation gebracht werden. Daran schließen sich weitere Webinare in allen Kreisen und Bezirken an, wie der Verband ankündigte.

Ziel sei es, so schnell wie möglich mit allen Vereinsvertretern in persönlichen Kontakt zu kommen. "Dabei soll es darum gehen, aus allererster Hand zu erfahren, wie konkret Sorgen und Nöte aktuell sind", sagte BFV-Präsident Rainer Koch.

"Bei all den Diskussionen um die Profiligen wird schnell vergessen, dass diese Krise gerade auch unsere Amateure vor existenzielle Probleme stellt", betonte Koach. Der von ihm angeführte BFV sehe sich für seine mehr als 1,6 Millionen Mitglieder "in der Rolle des Kümmerers". Die Vorstandssitzung am Donnerstagabend stand auch ganz im Zeichen der Covid-19-Pandemie, auch sie fand per Webinar statt.

Einstimmig beschloss die BFV-Spitze, die Fristen im laufenden Zulassungsverfahren zur Teilnahme am Spielbetrieb der Regionalliga Bayern zu verlängern. Alle 18 Vereine hatten zunächst termingerecht ihre Bewerbungsunterlagen für die Teilnahme an der Saison 2020/21 eingereicht.

Der BFV hat den kompletten Spielbetrieb der laufenden Saison "bis auf Weiteres" ausgesetzt. Eine Wiederaufnahme der Spiele wird nur mit einer Vorankündigung von mindestens 14 Tagen erfolgen. So sollen alle Vereine ausreichend Planungssicherheit erhalten. 

Der Verband setze sich "weiterhin intensiv mit allen Szenarien hinsichtlich des Spielbetriebs, aber auch mit den wirtschaftlichen Folgen für unsere Vereine auseinander", sagte Koch.

Update 20. März, 9 Uhr: Vorbereitungen für Oktoberfest laufen weiter

Während zahlreiche Veranstaltungen und Konzerte wegen des Coronavirus abgesagt werden, laufen die Vorbereitungen für die Wiesn vorerst weiter. Die Entscheidung darüber, ob die Wiesn abgesagt wird, soll erst in ein paar Monaten fallen, heißt es am Freitag in der "tz". "Ich kann nicht sagen, ob es Mai oder Juni wird", sagte Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU). "Ich gehe aber weiter davon aus, dass die Wiesn stattfinden wird."

Dementsprechend laufen die Vorbereitungen laut Wirtesprecher Christian Schottenhamel "ganz normal weiter". Fast alle Tische seien schon vergeben und bisher gebe es kaum Stornierungen.

Das Oktoberfest soll dieses Jahr am 19. September beginnen und bis zum 4. Oktober dauern. Es ist das größte Volksfest der Welt und lockt alljährlich während der zwei Festwochen rund sechs Millionen Besucher an.

Update 20. März, 8.55 Uhr: Bergwacht überlastet, Appell an Wanderer zu Hause zu bleiben

Die Reichenhaller Bergwacht appelliert an Wanderer zu Hause zu bleiben. Auch der Alpenverein rief dazu auf, trotz des schönen Wetters nicht in die Berge zu fahren. Die meist ehrenamtlichen Retter sind an ihrer Belastungsgrenzen, da viele hauptberuflich als Ärzte, Pfleger oder Sanitäter arbeiten. 

"Die Bergsteiger müssen bedenken, dass sie bei einem Notfall Kapazitäten binden und Engpässe im Rettungsdienst und in den Kliniken verschärfen, mithin auch tendenziell dazu beitragen, aktuell das Gesundheitssystem zu überfordern", erklärt Dr. Klaus Burger, Bergwacht-Regionalleiter aus Bad Reichenhall. 

Update 20. März, 6.10 Uhr: Eröffnung von Ben-Haim-Forschungszentrum wegen Coronavirus verschoben

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird die für Ende März geplante Eröffnung des Ben-Haim-Forschungszentrums in München verschoben. Sie werde nicht mehr im Sommersemester 2020, das bis Ende September läuft, erfolgen können, hieß es in einer Mitteilung von Freitagmorgen. 

Die Hochschule für Musik und Theater München, zu der das Forschungszentrum gehört, verlegte zudem den Unterrichtsbeginn an der Hochschule auf den 20. April.

Das Ben-Haim-Forschungszentrum soll das jüdische Musikleben im süddeutschen Raum erforschen. Ein Schwerpunkt sollen Biografien und Werke jüdischer Musiker und Komponisten während des Nationalsozialismus sein.

Update 19. März, 20.10 Uhr: Prozess trotz Corona? Anwälte scheitern mit Eilantrag in Karlsruhe

Der Versuch, trotz der Corona-Krise fortgesetzte Gerichtsprozesse mit einem Eilantrag in Karlsruhe zu stoppen, ist gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht wies den Eilantrag zweier Strafrechtler aus München am Donnerstagabend ab, wie der Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur in Karlsruhe sagte. 

Die Kläger hätten sich zunächst auf niedrigerer Ebene rechtlich zur Wehr setzen müssen. Außerdem lasse der Antrag eine argumentative Auseinandersetzung mit der Ursprungsentscheidung vermissen.

Der Eilantrag war erst am Donnerstag eingereicht worden. Der Münchner Rechtsanwalt Adam Ahmed und sein Kanzleikollege Andreas Ruch hatten damit den Stopp zweier Strafprozesse in München erzwingen wollen, die trotz der Ausbreitung des Coronavirus noch laufen. Ahmed hatte auf eine grundsätzliche Aussage gehofft. "Die einen Gerichte machen es so, die anderen so", sagte er. "Es geht um die Ansteckungsgefahr und die Übertragungsgefahr für jeden Prozessbeteiligten."

Die Richter hatten so schnell entscheiden müssen, weil der eine Prozess am Freitag fortgesetzt werden soll, der andere am Montag. Das Bundesjustizministerium arbeitet bereits an einer Regelung, die es Gerichten gestattet, laufende Strafprozesse länger als bisher erlaubt zu unterbrechen. Die Pause soll maximal drei Monate und zehn Tage dauern dürfen. Die Entscheidung, ob die Aussetzung einer Verhandlung angebracht ist, soll jedes Gericht unabhängig treffen.

Update 19. März, 17.55 Uhr: Zwei Corona-Fälle in Bayerns Gefängnissen

Zwei Bedienstete bayerischer Gefängnisse haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Eine Sprecherin des Justizministeriums in München teilte am Donnerstagabend mit, dass in den Justizvollzugsanstalten in Hof und Straubing jeweils ein Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden sei. 

Beide stünden unter häuslicher Quarantäne. In den zwei betroffenen Gefängnissen seien Maßnahmen ergriffen worden, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hieß es.

Zwei Bedienstete bayerischer Gefängnisse haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. (Symbolbild) 
Zwei Bedienstete bayerischer Gefängnisse haben sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. (Symbolbild)  © Jens Büttner/ZB/dpa

Update 19. März, 17.03 Uhr: Bayern verschiebt auch Abschlussprüfungen anderer Schularten

Nach dem Abitur werden in Bayern wegen des Coronavirus auch Abschlussprüfungen anderer Schularten verschoben. 

Es gehe dabei um Mittelschulen, Realschulen und Wirtschaftsschulen, teilte das Kultusministerium am Donnerstag in München mit.

Update 19. März, 16.40 Uhr: Bayreuther Basketballer verlieren weitere amerikanische Spieler

Basketball-Bundesligist medi Bayreuth hat weitere Abgänge zu verzeichnen. Nach Reid Travis werden im Zuge der Corona-Krise nun auch andere amerikanische Spieler den Klub verlassen. Nach Vereinsangaben vom Donnerstag wurden die Verträge von Nate Linhart, James Woodard, Bryce Alford und James Robinson "jeweils in beiderseitigen Einvernehmen" aufgelöst. 

Mit Evan Bruinsma sei man noch in Gesprächen, doch auch er wolle wie die anderen in den nächsten Tagen in die USA zurückkehren, um in dieser schweren Zeit im Kreise seiner Familie zu sein.

"Die derzeitige Situation ist für uns alle nicht einfach. Die Geschwindigkeit der sich jeden Tag neu ergebenden Herausforderungen ist immens. Wir arbeiten weiter mit Hochdruck daran, den Basketball-Standort Bayreuth überlebensfähig zu halten und an tragbaren Lösungen für alle Beteiligten", sagte Geschäftsführer Björn Albrecht.

Trainer Raoul Korner versteht die Entscheidung der Spieler. "Es ist absolut verständlich, dass jeder Spieler in dieser für uns alle immer noch surrealen Situation nicht tausende Kilometer von seiner Familie entfernt sein möchte, zumal das Fliegen in den nächsten Wochen ja auch nicht einfacher werden wird", sagte der Coach. "Da die Liga realistischerweise zumindest nicht in absehbarer Zeit fortgesetzt werden wird und an einen Trainingsbetrieb ohnehin nicht zu denken ist, sprach aus sportlicher Sicht nichts dagegen, diesem Wunsch zu entsprechen."

Update 19. März, 16.38 Uhr: Teststelle auf Coronavirus vor Audi Sportpark in Ingolstadt

Auf dem Parkplatz des Stadions des FC Ingolstadt ist eine Anlaufstelle für Tests auf das Coronavirus eröffnet worden. 

Das Angebot des Gesundheitsamts richtet sich laut Vereinsangaben vom Donnerstag jedoch nur an Ingolstädter und Ingolstädterinnen, die einen bestätigten Kontakt mit einem Infizierten hatten oder Rückkehrer aus Risikogebieten mit Symptomen sind.

Im Verdachtsfall sei unbedingt Ruhe zu bewahren und zunächst beim Gesundheitsamt anzurufen, hieß es vom Verein.

"Wir sind glücklich, dass auf unserem Gelände ein Beitrag zum Kampf gegen Corona geleistet werden kann. Der Virus betrifft uns alle gemeinsam, jeder ist gefordert, dagegen vorzugehen", sagte FCI-Geschäftsführer Franz Spitzauer über die Einrichtung vor dem Audi Sportpark.

In Deutschland gibt es mehrere solcher Teststellen. (Symbolbild)
In Deutschland gibt es mehrere solcher Teststellen. (Symbolbild)  © Uwe Anspach/dpa

Update 19. März, 16.22 Uhr: Müllabfuhr trotzt Coronakrise - Wertstoffhöfe teils dicht

Trotz zahlreicher Einschränkungen wegen des Coronavirus fährt die Müllabfuhr vielerorts in Bayern noch regelmäßig. Allerdings schließen mehrere Wertstoffhöfe - vor allem, um auch hier eine Ausbreitung der Pandemie zu vermeiden.

"Die Müllentsorgung wird weiterhin gewährleistet", erklärte etwa eine Sprecherin der Stadt München am Donnerstag. Für den Notfall gebe es entsprechende Pläne und Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter. Allerdings seien derzeit in München sechs der zwölf Wertstoffhöfe geschlossen. An den restlichen Höfen gebe es Blockabfertigungen. Damit sollen große Menschenansammlungen vermieden werden.

Auch Augsburg verkündete Einschränkungen bei Sperrmüllabfuhr und Wertstoffhöfen: Wertstoffe würden nur noch in Kleinmengen und Entrümpelungen gar nicht mehr angenommen. "Bitte bleiben Sie derzeit - wenn möglich - zu Hause", appellierte Werkleiter Reiner Erben laut Mitteilung. "Ich verstehe, dass viele von Ihnen die Zeit daheim sinnvoll nutzen möchten, und was könnte da besser sein, als die eigene Wohnung zu entrümpeln und aufzuräumen. Genau dieses Verhalten sorgt jedoch dafür, dass immer mehr Menschen die Wertstoffhöfe ansteuern." Sollte die Besucherfrequenz weiterhin zunehmen, müssten die Wertstoff- und Servicepunkte geschlossen werden.

In Würzburg fährt die Müllabfuhr bislang im gewohnten Rhythmus. Die Müllentsorgung gehöre zum Kernbereich - und "Kernaufgaben werden immer ausgeführt", sagte ein Sprecher der Stadt Würzburg. Es sei aber vorstellbar, dass die Müllabfuhr etwas seltener fahre, sollten viele Mitarbeiter ausfallen. Ähnliches sieht die Stadt Straubing vor, wie das "Straubinger Tagblatt" (Donnerstag) berichtete. Wenn das Personal fehlt, konzentriere sich die Müllabfuhr auf bestimmte Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime und Arztpraxen. Von Haushalten werde der Müll  abgeholt, nur nicht mehr im gewohnten Takt.

Das Landratsamt Cham teilte mit, Abfälle sowie Wertstoffe wie Verpackungen und Papier aus Haushalten, die vom Coronavirus betroffen sind, müssten in gut verschlossenen Beuteln oder Säcken verpackt in die Restmülltonne gegeben werden. "Tonnen dabei bitte nicht überfüllen", hieß es. Scharfe oder spitze Gegenstände sollte so verpackt werden, dass sie den Beutel nicht durchstechen können.

Rigoros geht das Landratsamt Pfaffenhofen an der Ilm vor, weil sich viele Menschen nicht an die Vorgaben gehalten hätten. "Der Besuch an den Wertstoffhöfen und Gartenabfallsammelstellen im Landkreis hat trotz eines Appells an die Bürgerinnen und Bürger eher zu- als abgenommen", erläuterte Werkleiterin Elke Müller laut Mitteilung. Daher würden sämtliche Wertstoffhöfe im Landkreis vorerst komplett geschlossen. 

Gleiches gilt etwa für den Wertstoffhof Bad Kissingen. Doch heißt es auch hier: "Die Entleerung der Restmülltonne, Biotonne, Sperrmüll sowie blauen Tonne für Altpapier beim Bürger ist als systemrelevante Entsorgung sichergestellt und findet weiterhin statt." Ebenso würden die gelben Wertstoffsäcke weiterhin abgeholt.

Update 19. März, 16.13 Uhr: Oberammergauer Passionsspiele abgesagt

Die Oberammergauer Passionsspiele sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus für dieses Jahr abgesagt worden

Das teilten Vertreter des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen und der Spielleitung am Donnerstag in Oberammergau mit.

Update 19. März, 15.54 Uhr: OB-Kandidat der Nürnberger CSU wegen Coronavirus in Quarantäne

Marcus König, CSU-Spitzenkandidat für das Oberbürgermeisteramt in Nürnberg.
Marcus König, CSU-Spitzenkandidat für das Oberbürgermeisteramt in Nürnberg.  © Daniel Karmann/dpa

Der Oberbürgermeisterkandidat der CSU in Nürnberg, Marcus König, ist wegen einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus in Quarantäne. 

König sei mit einer Person in Kontakt gekommen, die positiv auf das Virus getestet wurde, teilte die CSU am Donnerstag in Nürnberg mit. 

"Jetzt gilt es Verantwortung für die Menschen zu übernehmen, die mir trotz aller Vorsichtsmaßnahmen noch begegnen könnten. Daher ist der Gang in die Quarantäne unausweichlich", hieß es.

König war bei der Oberbürgermeisterwahl am vergangenen Sonntag in Nürnberg knapp als Führender aus dem ersten Wahlgang hervorgegangen. 

In der per Briefwahl durchgeführten Stichwahl, die am 29. März ausgezählt wird, steht König dem zweitplatzierten SPD-Bewerber Thorsten Brehm gegenüber.

Update 19. März, 15.39 Uhr: Gewerbeverband Bayern sieht Lage als katastrophal an

Die Folgen der Coronakrise haben für die bayerischen Selbstständigen einer Umfrage zufolge ein "katastrophales Ausmaß" erreicht. Der Gewerbeverband Bayern (BDS) teilte am Donnerstag in München mit, 32 Prozent hätten Liquiditätsprobleme, 23 Prozent hätten Kurzarbeit angemeldet und 9 Prozent drohe die Insolvenz.

An der Blitzumfrage von Mittwochmittag bis Donnerstagvormittag hätten 1442 Unternehmerinnen und Unternehmer teilgenommen. Im Vergleich zur Vorwoche habe sich die Lage drastisch verschlechtert. Nur 4 Prozent berichteten von positiven Effekten für ihr Unternehmen - Grund seien Hamsterkäufe, erklärte der BDS-Sprecher.

Dem Bund der Selbständigen - Gewerbeverband Bayern gehören 15.000 Unternehmen und Selbständige mit 350.000 Mitarbeitern an. Von den befragten Selbständigen sind nur 9 Prozent im Gastgewerbe oder Tourismus tätig; die meisten sind andere Dienstleister, Handwerker, Händler oder Freiberufler.

Update 19. März, 15.33 Uhr: Flughafen Innsbruck stellt wegen Corona ab Montag Betrieb ein

Der Flughafen Innsbruck stellt aufgrund der Coronavirus-Krise von Montag an seinen Betrieb ein. Das teilte der Flughafen am Donnerstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. 

Für Notfälle sei man aber jederzeit einsatzbereit, hieß es laut der Agentur. Für die Mitarbeiter sei vom 1. April an Kurzarbeit geplant.

Update 19. März, 14.58 Uhr: Erste Firmen sollen Corona-Hilfsgeld am Freitag bekommen

Die ersten mittelständischen Firmen in Zahlungsschwierigkeiten sollen die Corona-Soforthilfe der Staatsregierung schon an diesem Freitag auf ihren Konten haben. 

"Die notwendigen Finanzmittel stehen den Bezirksregierungen und der Landeshauptstadt München bereits zur Verfügung", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Donnerstag in München.

Das Wirtschaftsministerium hatte die Antragsformulare auf seiner Website am Mittwoch freigeschaltet, es gab sofort starke Nachfrage, wie Aiwangers Ressort berichtete. Bearbeitet werden die Anträge von den sieben bayerischen Bezirksregierungen und der Münchner Stadtverwaltung. Gedacht ist das Sofortprogramm für Freiberufler, Selbstständige, sowie kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern.

Update 19. März, 14.51 Uhr: Todesfälle in Bayern

Sechs weitere Menschen sind in Bayern nach Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Alle Informationen gibt es >>> hier

Update 19. März, 13.37 Uhr: Münchens Oberbürgermeister kritisiert Verhalten

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat das Verhalten vieler Bürger und Bürgerinnen kritisiert. 

Der 61-Jährige veröffentlichte ein Statement, in dem er zur Vernunft ausruft. Zum vollständigen Artikel geht's >>> hier

Dieter Reiter hat das Verhalten vieler Bürger und Bürgerinnen kritisiert. 
Dieter Reiter hat das Verhalten vieler Bürger und Bürgerinnen kritisiert.  © Sven Hoppe/dpa

Update 19. März, 13.31 Uhr: Katwarn warnt vor Corona

Statt vor Sturmböen, Hagel und Gewitter hat das mobile Warn- und Informationssystem Katwarn am Donnerstag viele Menschen auf die Coronavirus-Pandemie aufmerksam gemacht. 

Über die Smartphone-App erreichten die Nutzer Informationen des Innenministeriums über den am Montag ausgerufenen Katastrophenfall in Bayern. "Die Erkrankung ist sehr infektiös", heißt es darin.

Weltweit bestehe eine sehr dynamische und ernstzunehmende Situation mit stark steigenden Fallzahlen auch in Bayern. "Insbesondere ältere Menschen und solche mit vorbestehenden Grunderkrankungen sind von schweren Krankheitsverläufen betroffen und können an der Krankheit sterben." 

Da es weder eine Impfung noch eine Therapie gebe, müssten alle Maßnahmen ergriffen werden, "um die Ausbreitung zu verlangsamen, damit die Belastung für das Gesundheitswesen reduziert und die medizinische Versorgung sichergestellt werden kann".

Es folgen Ausführungen über die Verbote und Regelungen etwa für Veranstaltungen und Geschäfte, die seit Mittwoch gelten. Sie haben den Angaben nach derzeit Gültigkeit bis einschließlich 30. März.

Update 19. März, 12.49 Uhr: Lastwagenbauer MAN stoppt die Produktion

Der Lastwagenbauer MAN hat wegen der Coronavirus-Pandemie und ausbleibender Zulieferungen seine Produktion im Stammwerk München am Donnerstag eingestellt. 

"In den anderen Werken wird die Produktion individuell heruntergefahren", teilte das Unternehmen mit. Ab 23. März seien die deutschen Standorte in Kurzarbeit. Auch in den ausländischen Werken werde die Produktion zurückgefahren. Vertrieb und Service sollten "so lange es die Gesamtsituation zulässt" aufrechterhalten werden.

MAN Truck & Bus gehört zur VW-Tochter Traton und beschäftigt weltweit derzeit noch 36.000 Mitarbeiter - davon 9200 im Stammwerk München, 3700 im Dieselmotorenwerk Nürnberg, 2400 im Achsen- und Komponentenwerk Salzgitter, 6000 bundesweit im Verkauf, 2300 im Lkw-Werk Steyr (Österreich) und 6000 in den Stadtbus- und Reisebus-Werken Ankara (Türkei) und Starachowice (Polen).

Update 19. März, 12.39 Uhr: Landtag beschließt milliardenschweres Corona-Hilfspaket für Bayern

Mit nur einer Enthaltung hat der Landtag ein milliardenschweres Hilfspaket für die bayerische Wirtschaft zur Überbrückung der Corona-Krise beschlossen. 

Die Fraktionen gaben am Donnerstag im Plenum grünes Licht für einen Nachtragshaushalt, der der Regierung unmittelbar Kreditermächtigungen von bis zu zehn Milliarden Euro ermöglicht. 

Die in Schuldenbremse wird dafür ausgesetzt, dies sieht die Verfassung für "Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen" ausdrücklich vor.

Update 19. März, 12.36 Uhr: Adidas und Wacker Chemie verschieben Hauptversammlung

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie verschiebt wegen der Coronavirus-Pandemie seine Hauptversammlung. Die ursprünglich für den 20. Mai geplante Veranstaltung soll nun am 4. August 2020 stattfinden, wie der Spezialchemiekonzern am Donnerstag mitteilte.

Dadurch dürfte sich auch die Dividendenausschüttung verzögern. Das Unternehmen will 0,50 Euro je Aktie für 2019 ausschütten. Aktuell sagen viele Unternehmen ihre Aktionärsversammlungen ab.

Auch der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas verschiebt wegen der Coronavirus-Pandemie seine Hauptversammlung. Die Verschiebung der eigentlich für den 14. Mai in Fürth geplanten Aktionärsversammlung gelte für unbestimmte Zeit, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Damit verzögert sich auch der Beschluss zur Auszahlung der Dividende für die Anteilseigner. Der Vorstand hatte eine Dividendenzahlung in Höhe von 3,85 Euro vorgeschlagen.

Adidas hatte bereits zuvor beschlossen, die firmeneigenen Einzelhandelsgeschäfte in Europa und Nordamerika vorübergehend zu schließen. In weiten Teilen der Asien-Pazifik-Region, Lateinamerika, Russland und weiteren Schwellenländern bleiben die Läden dagegen geöffnet. Für die Mitarbeiter bei Adidas gelten Reisebeschränkungen. Alle firmeneigenen Sportanlagen weltweit seien geschlossen, ebenso die Kindertagesstätte in der Firmenzentrale Herzogenaurach, hieß es.

Update 19. März, 11.20 Uhr: Ausgangssperre in zwei Kommunen im Landkreis Wunsiedel

Eine Ausgangssperre wegen der Ausbreitung des Coronavirus gilt ab sofort in zwei oberfränkischen Kommunen im Landkreis Wunsiedel. Betroffen sind das Stadtgebiet und der Ortsteil Neuhaus in Hohenberg an der Eger. Auch für den Ortsteil Fischern, der zum Gemeindegebiet Schirnding gehört, gilt das Verbot.

"Die Fallzahlen sind dort auffällig schnell und stark gestiegen", sagte die Sprecherin des Landratsamts Wunsiedel am Donnerstag. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Im gesamten Landkreis gibt es derzeit 16 Corona-Patienten - Stand Mittwoch.

Alle Bürger in den betroffenen Orten müssen ab sofort daheim bleiben. Sie dürfen das Haus nur verlassen, um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drohte im Landtag in einer Regierungserklärung eine bayernweite Ausgangssperre an - wenn sich die Menschen nicht an die bisherigen Vorschriften hielten. Die erste Ausgangssperre in Bayern gilt seit Mittwoch in der oberpfälzischen Kleinstadt Mitterteich (Landkreis Tirschenreuth). Der Grund: Die stark steigende Zahl an Coronavirus-Infizierten dort.

Update 19. März, 9.59 Uhr: Söder für Aussetzen von EEG-Umlage und Stromsteuer wegen Coronavirus

Zur Abfederung der unkalkulierbaren Kosten und finanziellen Folgen der Corona-Krise fordert CSU-Chef Markus Söder die Aussetzung der Stromsteuer und der EEG-Umlage. 

Dies würde vielen Betrieben und dem normalen Bürger helfen, sagte der bayerischer Ministerpräsident am Donnerstag im Landtag in München.

Update 19. März, 9.58 Uhr: Söder fordert wegen Corona mindestens 100-Milliarden-Euro-Hilfspaket

CSU-Chef Markus Söder fordert vom Bund ein mindestens 100 Milliarden Euro schweres Hilfspaket, um die Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft abzumildern. 

Bisherige Maßnahmen wie die Regelungen zum Kurzarbeitergeld und zu KfW-Bürgschaften seien ein erster Schritt, es brauche aber ein großes Finanz- und Konjunkturpaket von mindestens 100, eher 150 Milliarden Euro, sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München.

Update 19. März, 9.53 Uhr: Bayern produziert wegen der Corona-Krise jetzt auch Atemschutzmasken

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, kommt zu einer Plenarsitzung in den bayerischen Landtag.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, kommt zu einer Plenarsitzung in den bayerischen Landtag.  © Sven Hoppe/dpa

Die wegen der Corona-Krise weltweit gefragten Atemschutzmasken werden nun auch wieder in Bayern produziert. 

"Wir haben jetzt die Eigenproduktion in Bayern mit mittelständischen Unternehmen auf den Weg gebracht", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Landtag in München. Spätestens ab nächster Woche starte im Freistaat die Produktion von Masken.

Die Versorgung mit Schutzmasken sei in der aktuellen Krise besonders wichtig. "Die ganze Welt bestellt und keiner liefert." Ein Problem basiere auf Zoll- und Einfuhrbeschränkungen. Über den Bund würden am Freitag 800.000 Atemschutzmasken nach Bayern geliefert.

Darüber hinaus habe der Freistaat zur medizinischen Versorgung 1000 neue Beatmungsgeräte gekauft und werde weitere erwerben. "Außerdem gibt es jetzt eine Meldepflicht für Beatmungsgeräte, die in Privatpraxen und -kliniken vorhanden sind. Notfalls müssen wir auch beschlagnahmen", betonte Söder. 

In "unzähliger Zahl" seien Beatmungsgeräte in Bayern in privaten Praxen vorhanden.

Update 19. März, 9.51 Uhr: Söder droht mit Ausgangssperre für ganz Bayern

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus droht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nun ganz konkret mit einer Ausgangssperre für den ganzen Freistaat. 

"Wenn sich viele Menschen nicht freiwillig beschränken, dann bleibt am Ende nur die bayernweite Ausgangssperre als einziges Instrumentarium, um darauf zu reagieren. Das muss jedem klar sein", sagte Söder am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München.

Infos zur ersten Lockdown-Nacht in Mitterteich >>> HIER.

Weitere Infos zur drohenden Ausgangssperre >>> HIER.

Update 19. März, 9.35 Uhr: Auch im Landkreis Wunsiedel wird es Ausgangssperren geben

Zur Eindämmung des Coronavirus sollen am Donnerstag auch im Landkreis Wunsiedel Ausgangssperren erlassen werden. Dies kündigte am Donnerstagmorgen Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in seiner Regierungserklärung im Landtag in München an.

Genau wie in der oberpfälzischen Kleinstadt Mitterteich sei dies notwendig, da es dort hohe Fallzahlen gebe. In Mitterteich wurde gestern eine Ausgangssperre verhängt. 

Bayern wolle in keiner Kommune eine Ausbreitungslage wie etwa im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen oder im österreichischen Ischgl, betonte Söder.

Update 19. März, 9.27 Uhr: In Bayern 2282 Corona-Fälle und bereits zehn Tote

In Bayern sind bis Donnerstagmorgen laut Ministerpräsident Markus Söder bereits 2282 Menschen mit dem Coronavirus infiziert und in der Folge zehn Menschen daran gestorben.

"Die Fälle nehmen täglich zu und die Infektionsketten sind immer schwerer zu verfolgen. Deutschland liegt in der aktuellen Statistik mittlerweile vor Südkorea bei den Infektionen", sagte der CSU-Chef am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Landtag in München. "Die Lage ist ernst, sehr ernst."

Update 19. März, 8.47 Uhr: Bislang keine Corona-Fälle in Bayerns Gefängnissen

Die Gefängnisse in Bayern sind bisher von dem neuartigen Coronavirus verschont geblieben. "Nach derzeitigem Kenntnisstand gibt es im bayerischen Justizvollzug bislang keinen Fall einer Infektion eines Gefangenen oder Bediensteten mit dem Corona-Virus", teilte das bayerische Justizministerium auf Anfrage mit (Stand Mittwoch, 18. März). 

Damit das nach Möglichkeit so bleibt, wird der Haftantritt in einigen Fällen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das gilt für Menschen, die eine Ersatzfreiheitsstrafe antreten müssen, weil sie eine Geldstrafe nicht gezahlt haben, für Jugendarrest oder Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten. 

Außerdem dürfen Häftlinge bis zum 19. April keinen Besuch empfangen.

Update 19. März, 8.34 Uhr: Bayern verschiebt Juristen-Prüfungen wegen Corona

In der Corona-Krise verschiebt Bayern juristische Examensprüfungen. Die mündlichen Prüfungen des zweiten Staatsexamens, die planmäßig am 17. April beginnen sollten, werden auf die Zeit ab dem 4. Mai verlegt. 

"Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Ausbreitung des Virus ist es dem Landesjustizprüfungsamt derzeit nicht möglich, sichere Vorhersagen zur künftigen Entwicklung der Situation zu machen", teilte das Justizministerium mit. Auch die Prüfung für angehende Gerichtsvollzieher wird vom April in den Juni verlegt.

Termine für den schriftlichen Teil des zweiten Staatsexamens 2020/21 im Juni und Juli sollen zunächst beibehalten werden. Um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, soll sowohl bei den schriftlichen als auch bei den mündlichen Prüfungen genügend Sicherheitsabstand zwischen Prüflingen untereinander und zu den Prüfern möglich sein. 

Dafür sollen nach Angaben des Ministeriums größere Räume angemietet werden. Prüflinge, die mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, Kontakt zu Infizierten hatten oder in einem Risikogebiet waren, werden von der Prüfung ausgeschlossen.

Update 19. März, 4.28 Uhr: Nach Ausgangssperre: Nacht in Mitterteich ohne Zwischenfälle

Nach der wegen der stark steigenden Zahl an Coronavirus-Infizierten verhängten Ausgangssperre in Mitterteich (Landkreis Tirschenreuth) ist die Nacht zu Donnerstag in der Kleinstadt ruhig verlaufen. Es habe keine Vorkommnisse gegeben, teilte die Polizeidirektion Regensburg am frühen Donnerstagmorgen mit. Polizisten seien vor Ort und würden die Lage überwachen.

Das Landratsamt Tirschenreuth hatte wegen der Verbreitung des Coronavirus am Mittwoch für Mitterteich eine sofortige Ausgangssperre verhängt. Dabei handelte es sich um die erste Stadt in Bayern mit einer solchen Maßnahme. Die Ausgangssperre solle bis zum 2. April dauern, teilte die Behörde mit.

Laut bayerischem Gesundheitsministerium sollen die Betroffenen das Haus oder die Wohnung unter anderem nur für unaufschiebbare Arztbesuche, zum Arbeiten oder zum Einkaufen verlassen. 

Ziel der Maßnahme sei es, die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern und die Fortsetzung von Infektionsketten zu unterbrechen.

Update 19. März, 1.45 Uhr: Zahl der Coronavirus-Fälle in Ansbach verdreifacht

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle hat sich in Landkreis und Stadt Ansbach innerhalb eines Tages verdreifacht. Es gebe zwölf neue nachgewiesene Fälle von Sars-CoV-2, teilte das Landratsamt Ansbach am späten Mittwochabend mit. Damit steige die Zahl in der mittelfränkischen Region auf 18. 

Einen Tag zuvor waren es noch insgesamt sechs Fälle. In der Stadt Ansbach leben etwas mehr als 40 000 Menschen, der Landkreis zählt laut Bayerischem Landesamt für Statistik knapp 184 000.

In der Stadt Mitterteich in der Oberpfalz hatten die Behörden unterdessen am Mittwoch eine Ausgangssperre verhängt. Hier wurde den Angaben zufolge das Virus auffällig oft festgestellt. Die Stadt Mitterteich zählt knapp 6600 Einwohner. Bei 25 Menschen wurde dort das Coronavirus nachgewiesen.

Update 18. März, 22.15 Uhr: 70 Prozent der Bayern für Einschränkung des Fernverkehrs

Eine Mehrheit der Menschen in Bayern würde einer Umfrage zufolge die Einschränkung des nationalen Fernverkehrs wegen der Corona-Pandemie gut heißen. 70 Prozent der Befragten befürworteten das in einer Online-Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des BR-Politikmagazins "Kontrovers". Immerhin zwei Drittel der Befragten in Bayern (66 Prozent) halten auch Einschränkungen beim öffentlichen Nahverkehr für gerechtfertigt.

Zum Thema Hamsterkäufe gab rund ein Viertel (24 Prozent) an, sich bereits größere Vorräte an Lebensmitteln und Hygieneartikeln zugelegt zu haben. Das traf auf jüngere Menschen unter 40 Jahren stärker (28 Prozent) zu als auf Menschen ab 65 Jahren (15 Prozent).

Eine große Mehrheit unterstützt der Umfrage zufolge die verschiedenen staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. So halten etwa mehr als 80 Prozent die vorübergehende Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten im Freistaat für angebracht.

Gleichzeitig fühlen sich die Befragten von den Maßnahmen aber auch eingeschränkt. Allerdings bewerteten nur 24 Prozent die Einschränkungen als sehr stark, mehr als 60 Prozent bezeichneten sie als geringfügig. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) gaben an, sie hätten soziale Kontakte bereits eingeschränkt. Bei Menschen über 65 Jahren waren es 87 Prozent.

Update 18. März, 21.11 Uhr: Innenminister besucht Mitterteich

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat am Mittwochabend die vom Coronavirus stark getroffene Stadt Mitterteich in der Oberpfalz besucht. In der 6500-Einwohner-Stadt im Landkreis Tirschenreuth gilt bis zum 2. April eine Ausgangssperre.

"Nachdem das Coronavirus auffällig oft im Stadtgebiet von Mitterteich festgestellt wurde, müssen wir von einem Hotspot ausgehen", teilte Herrmann schon vor seinem Besuch in der Stadt mit. Mit einer Ausgangssperre die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die Infektionskette zu unterbrechen, sei eine nahe liegende Maßnahme.

Nach Angaben des Landratsamtes gibt es im Landkreis Tirschenreuth 47 bestätigte Corona-Fälle, 25 davon in Mitterteich. 15 der 47 Menschen lägen im Krankenhaus, fünf von ihnen müssten beatmet werden.

Die Feuerwehr informierte die Bürger am Nachmittag mittels Lautsprecherdurchsagen über die Maßnahme und verteilte Flugblätter. In der vom Landratsamt ausgegebenen Allgemeinverfügung heißt es: "Das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund ist untersagt." Die Polizei kontrollierte das Einhalten der Anordnung.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (l.) hat die vom Coronavirus stark getroffene Stadt Mitterteich besucht.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (l.) hat die vom Coronavirus stark getroffene Stadt Mitterteich besucht.  © Daniel Karmann/dpa

Update 18. März, 20.47 Uhr: Arbeitszeitregelungen für relevante Bereiche gelockert

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Krise ist bayernweit das Arbeitszeitgesetz für die Herstellung existenzieller Güter sowie für Dienstleistungen zur Daseinsvorsorge gelockert worden. Alle sieben Bezirksregierungen verabschiedeten entsprechende Allgemeinverfügungen, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch mitteilte.

Demnach können Beschäftigte in den betreffenden Bereichen täglich auch über acht beziehungsweise zehn Stunden hinaus beschäftigt werden. Zudem kann an Sonn- und Feiertagen gearbeitet werden.

Betroffen seien im Wesentlichen die Pflege sowie die Herstellung von Medikamenten sowie Schutzkleidung, sagte eine Ministeriumssprecherin. Die Regelungen sollen bis 30. Juni gelten.

Etwa in Supermärkten kann derzeit ebenfalls am Sonntag gearbeitet werden. Hier ist Grundlage der Beschluss der Staatsregierung zu den Öffnungszeiten.

Update 18. März, 19.44 Uhr: Schaeffler verschiebt Hauptversammlung

Auch der Automobilzulieferer Schaeffler verschiebt wegen der Corona-Pandemie seine Hauptversammlung. Der neue Termin werde zeitnah bekannt gegeben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach mit. 

Ursprünglich hätte das Aktionärstreffen am 17. April in Nürnberg stattfinden sollen. Wegen der Pandemie hatten bereits eine Reihe von Unternehmen ihre Termine verschoben.

Update 18. März, 19.08 Uhr: Siebter Corona-Todesfall in Bayern

In Bayern ist ein siebter Mensch nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Alle Informationen zu dem Todesfall gibt es >>> hier.

Die Ärtze konnten das Leben des Patienten leider nicht mehr retten. (Symbolbild)
Die Ärtze konnten das Leben des Patienten leider nicht mehr retten. (Symbolbild)  © Alessandro Crinari/KEYSTONE/dpa

Update 18. März, 18.35 Uhr: Justiz in Franken verhandelt auch in Corona-Krise weiter

Die Gerichte in Franken werden ihre Arbeit trotz der Coronavirus-Pandemie fortsetzen. Das kündigten die Oberlandesgerichte in Bamberg und Nürnberg am Mittwoch an. "Als tragende Säule des Rechtsstaats stellt die ordentliche Justiz auch in der Corona-Krise nicht die Arbeit ein", heißt es in einer Mitteilung des Oberlandesgerichtes Bamberg.

Insbesondere wichtige Strafverfahren sollen durchgeführt werden, auch eilige Familiensachen wie Gewaltschutzverfahren oder Kindschaftssachen sowie Fälle im Betreuungsrecht werden weiterverhandelt.

Allerdings gibt es auch in der Rechtsprechung Vorsichtsmaßnahmen. In den Gerichten Ober- und Unterfrankens müssen Besucher eine Selbsterklärung zum Thema Coronavirus unterschreiben. In den Gerichtssälen soll auf Abstand zwischen Prozessbeteiligten und auch in den Besucherrängen geachtet werden. 

Die Gerichte in Franken werden ihre Arbeit trotz der Coronavirus-Pandemie fortsetzen. (Symbolbild)
Die Gerichte in Franken werden ihre Arbeit trotz der Coronavirus-Pandemie fortsetzen. (Symbolbild)  © Lino Mirgeler/dpa

Update 18. März, 18.33 Uhr: Bamberger singen für Italiener in der Coronakrise

Mit einem Lied will eine Reihenhaussiedlung in Bamberg den Italienern Mut zusprechen, die von der Coronakrise besonders betroffen sind. Ihre Aufnahme des italienischen Partisanenlieds "Bella Ciao" auf der Videoplattform YouTube hat schon mehr als 300.000 Aufrufe. "Das war eine ganz spontane Idee unter Nachbarn", erzählte der Initiator. "Ich find's total überraschend, wie sehr das die Leute berührt."

Das Video beginnt mit einer emotionalen Ansprache auf Italienisch: Ein Nachbar erzählt, wie sehr sie die Bilder aus Italien berühren würden. Aus Solidarität hätten sie sich entschlossen, "das Lied der Freiheit per Exzellenz" zu spielen. "Also, singen wir!", fordert er seine Nachbarn auf und setzt sich an sein Keyboard.

Die Nachbarn schauen mit Notenblättern aus ihren Fenstern oder sitzen auf ihren Vordächern. Sie singen, manche spielen Gitarre oder trommeln. Ein Mann nützt seine Mülltonnen als Pauke, ein kleines Mädchen hält eine überdimensionale italienische Fahne hoch.

Die Idee des gemeinsamen Musizierens kommt ursprünglich aus Italien: Um sich in der Isolation aufzuheitern und sich bei den Helfern zu bedanken, musizieren Leute von ihren Balkonen aus über die verlassenen Straßen hinweg.

Update 18. März, 18.31 Uhr: Osram zieht Prognose wegen Coronavirus zurück

Der Lichtkonzern Osram hat seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurückgezogen. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie könnten die Ziele "voraussichtlich nicht erreicht werden", teilte das Unternehmen am Mittwoch in München mit. Eine neue Prognose wurde nicht gegeben. Mit Blick auf die "beispiellosen operativen und finanziellen Herausforderungen" und die ungewisse Entwicklung ließen sich die Auswirkungen "derzeit weder hinreichend ermitteln noch verlässlich beziffern".

Die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wirke sich insbesondere auf die globale Automobilwirtschaft aus, die 2019 für mehr als 50 Prozent des Osram-Umsatzes verantwortlich war. Als Reaktion auf die Krise plant Osram nun ein weiteres umfangreiches Sparpaket. Zudem zieht das Unternehmen derzeit "konkret in Betracht, Kurzarbeit an besonders betroffenen Standorten anzuordnen sowie eigene Produktionsstätten vorübergehend zu schließen". Welche Standorte das seien, sei aber noch offen, sagte ein Sprecher.

Bislang war Osram von einem in etwa stabilen Umsatz und einer bereinigten operativen Marge (Ebitda) von 9 bis 11 Prozent ausgegangen.

Update 18. März, 18.28 Uhr: Tennis-Turnier in München wegen Coronavirus-Pandemie abgesagt

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind nun auch die BMW Open der Tennisprofis in München abgesagt worden. Das Sandplatzevent sollte eigentlich vom 25. April bis 3. Mai stattfinden. "Auch wenn es schwerfällt, am Ende geht es um eine Gesamtverantwortung gegenüber den Zuschauern und den Spielern sowie allen Beteiligten, die am Turnier mitwirken", wurde Veranstalter Michael Mronz am Mittwochabend in einer Pressemitteilung zitiert.

Nach Informationen der Münchner Veranstalter hat die für die Herren-Tour verantwortliche ATP am Mittwoch alle Turniere bis zu den eigentlich vom 24. Mai bis 7. Juni geplanten French Open abgesagt. Davon betroffen sind auch die Masters-1000-Veranstaltungen in Madrid und Rom. Die Veranstalter der French Open hatten am Dienstag völlig überraschend verkündet, dass sie den Sandplatz-Klassiker in Paris auf den Zeitraum 20. September bis 4. Oktober 2020 verlegt haben.

Ob die BMW Open zu einem späteren Zeitpunkt doch noch ausgetragen werden können, ist derzeit noch unklar. Die ATP will in den kommenden Wochen über einen neuen Turnierplan entscheiden. Die Münchner Veranstalter haben ihr Interesse an einer späteren Austragung bekundet.

Update 18. März, 17.31 Uhr: Schwierige Trainingssituation für neuen FCA-Trainer Heiko Herrlich

Heiko Herrlich hat den Trainerposten beim FC Augsburg übernommen.
Heiko Herrlich hat den Trainerposten beim FC Augsburg übernommen.  © Stefan Puchner/dpa

Der neue Trainer Heiko Herrlich kann beim FC Augsburg vorläufig nur stark eingeschränkt mit seiner Mannschaft arbeiten und sie damit nicht optimal auf eine mögliche Fortsetzung der Bundesliga-Saison vorbereiten. 

Die Augsburger Fußball-Profis werden wegen der Coronavirus-Epidemie für den Rest der Woche nach individuellen Plänen zu Hause trainieren, wie der Verein am Mittwoch mitteilte. In der kommenden Woche solle wieder "Training in Gruppen und unter Einhaltung der präventiven Schutzmaßnahmen aufgenommen werden".

Die Geschäftsführer Stefan Reuter und Michael Ströll sowie das Trainerteam um Herrlich, der als Nachfolger von Martin Schmidt noch auf sein Premierenspiel mit dem Tabellen-14. wartet, die FCA-Profis noch einmal über die aktuellen Corona-Entwicklungen informiert. 

Die Eindämmung der Ausbreitung des Virus stehe dabei an erster Stelle. Deswegen seinen mit den Profis auch noch einmal "die präventiven Schutzmaßnahmen intensiv besprochen" worden.

Update 18. März, 17.05 Uhr: Jugendherbergen schließen wegen Corona-Epidemie

Die Jugendhergen in Bayern machen wegen der Ausbreitung des Coronavirus dicht. Bis voraussichtlich 19. April seien alle 58 Häuser geschlossen, teilte der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerkes am Mittwoch in München mit. 

Damit wird die entsprechende Anordnung des bayerischen Gesundheitsministeriums umgesetzt. Gäste könnten sich bei Fragen zur Buchung und zur Stornierung an die Servicestellen wenden. Auf seiner Internetseite schreibt der Verband: "Bleiben Sie bitte gesund, bleiben Sie trotz allem optimistisch, bleiben Sie uns treu!".

Update 18. März, 16.58 Uhr: Cyberkriminelle und Enkeltrickbetrüger

Die Coronavirus-Pandemie hat nach Angaben des Innenministeriums einen Anstieg der Internetkriminalität zur Folge. 

"Die Kriminellen nutzen das Informationsbedürfnis der Bevölkerung schamlos aus, um daraus Profit zu schlagen", warnte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München. Die Täter verschickten gefälschte E-Mails mit potenziell schädlichen Anhängen in den Formaten .docx oder .exe. Sie stammten angeblich von den Gesundheitsämtern oder der Weltgesundheitsorganisation WHO oder machten Werbung für Atemschutzmasken. Beim Anklicken würden Daten ausgespäht oder der Computer werde verschlüsselt. Hermanns Rat: "Auch in Zeiten von Corona gilt: Öffnen Sie keine Anhänge von unbekannten Absendern und seien Sie misstrauisch."

Erst am Dienstag war eine neue Masche des so genannten Enkeltricks bekannt geworden, die ebenfalls mit der Angst vor dem Corona-Virus ausnutzt. "Kriminelle geben sich als Angehörige aus, die sich mit dem Virus infiziert hätten und Geld für die Behandlung benötigen", erläuterte Herrmann. 

Die Opfer sollten das Geld vor die Haustüre legen, wo ein Bote es dann abhole. Der Minister warnte davor, am Telefon Informationen über Verwandtschaftsverhältnisse preiszugeben. Zudem solle man niemals Unbekannten Geld oder Wertsachen geben. "Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110", so Herrmanns Rat.

Update 18. März, 16.41 Uhr: Erste Ausgangssperre in Bayern verhängt

Das Landratsamt Tirschenreuth hat wegen der Verbreitung des Coronavirus am Mittwoch für die Stadt Mitterteich eine sofortige Ausgangssperre verhängt. Es ist die erste Stadt in Bayern mit einer solchen Maßnahme. Sie soll bis zum 2. April dauern, wie die Behörde mitteilte. Nach Angaben der Stadt informiert die Feuerwehr die Bürger mittels Durchsagen. 

Zusätzlich sollen vom Landratsamt Flugblätter verteilt werden.

Bürgermeister Roland Grillmeier teilte mit, es handele sich um eine zusätzliche Vorsorgemaßnahme wegen der hohen Fallzahlen in der 6500-Einwohner-Stadt Mitterteich und im Landkreis Tirschenreuth, wo es laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 38 bestätigte Fälle gibt. "Denkt an Eure Gesundheit und die Eurer Mitmenschen und nehmt die Bitte und Aufforderung ernst."

Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums in München erklärte auf Anfrage, die Ausgangssperre sei in Abstimmung mit den Ministerien für Gesundheit und Inneres verhängt worden.

Demnach sollen die Betroffenen das Haus oder die Wohnung unter anderem nur für unaufschiebbare Arztbesuche, zum Arbeiten oder zum Einkaufen verlassen. Ziel der Maßnahme sei es, die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus zu verringern und die Fortsetzung von Infektionsketten zu unterbrechen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, haben Bund und Länder umfangreiche Maßnahmen vereinbart. Eine weitgehende Ausgangssperre wie in anderen Staaten sieht das Paket derzeit nicht vor. Sie wäre aber denkbar, falls die bisher beschlossenen Schritte sich als nicht ausreichend erweisen, um einen raschen Anstieg der Infektionen zu verhindern.

Für die Stadt Mitterteich wurde eine sofortige Ausgangssperre verhängt.
Für die Stadt Mitterteich wurde eine sofortige Ausgangssperre verhängt.  © Daniel Karmann/dpa

Update 18. März, 16.40 Uhr: Sechster Coronavirus-Todesfall in Bayern

In Bayern ist ein sechster Mensch nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. 

Alle Informationen zum Todesfall gibt es >>> hier.

In Bayern ist ein sechster Mensch aufgrund des Coronavirus gestorben. (Symbolbild) 
In Bayern ist ein sechster Mensch aufgrund des Coronavirus gestorben. (Symbolbild)  © Alessandro Crinari/KEYSTONE/dpa

Update 18. März, 15.40 Uhr: Erste Maschine mit Urlaubsrückkehrern in München gelandet

Die erste Maschine der Rückholaktion für Deutsche aus dem Ausland ist am Mittwochnachmittag in München angekommen. Der Lufthansaflug LH 1749 aus Tunis landete um 14.20 Uhr, zehn Minuten früher als geplant, auf dem Airport Franz Josef Strauß.

Im Rahmen der größten Rückholaktion in der Geschichte der Bundesrepublik sollten nach Angaben des Auswärtigen Amts am frühen Abend noch zwei Maschinen aus Ägypten in München landen. Drei aus Marokko hatten das Ziel Frankfurt am Main.

In den vergangenen Tagen hatten zahlreiche Länder wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus Grenzen dicht gemacht und Flugverbindungen gekappt. Da Deutschland inzwischen zu den Hauptrisikoländern gehört, sind Bundesbürger besonders stark von den Einschränkungen betroffen.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am Dienstag angekündigt, 30 bis 40 Maschinen bei Lufthansa, Condor und TUI zu chartern, um Deutsche aus den Ländern zurückzuholen, aus denen es keine Linienflüge mehr gibt. Die Bundesregierung will dafür bis zu 50 Millionen Euro ausgeben.

Die Passagiere, die in München landeten, berichten darüber, dass sie sich zur Übernahme der Kosten hätten verpflichten müssen. Einige der Rückkehrer aus Tunesien wurden in Bayern von Angehörigen abgeholt.

Update 18. März, 15.40 Uhr: Bayerns Sportvereine können erwartete finanzielle Schäden melden

Der Bayerische Landes-Sportverband stellt seinen rund 12.000 Vereinen und den 56 Fachverbänden im Zuge der extremen Auswirkungen durch die Coronavirus-Pandemie ein System zur Verfügung, um entstehende finanzielle Schäden zu melden. Dafür hat der BLSV ein digitales System eingerichtet, wie er am Mittwoch mitteilte.

Der Dachverband schickt eine Online-Abfrage an alle im BLSV gemeldeten Sportvereine und Fachverbände. Es geht um Schäden im Bereich des Liga-, Sport und Trainingsbetriebs, der Übungsleiter, Betreuer und Trainer sowie fehlende Einnahmen aus dem laufenden Betrieb sowie durch Miete und Verpachtung.

Der BLSV werde nach der Auswertung der Daten zusammen mit dem Bayerischen Innenministerium, das auch für den Sport zuständig ist, als Hauptansprechpartner darauf hinwirken, die Vereine und Fachverbände "bestmöglich finanziell zu unterstützen".

"Wir sind für unsere Mitglieder da", sagte BLSV-Präsident Jörg Ammon. "Durch die Coronakrise können erhebliche finanzielle Einbußen entstehen, wenn zunächst über fünf Wochen kein Sportbetrieb stattfindet." Der BLSV hatte seine rund 12.000 Klubs aufgefordert, nach den jüngsten Entwicklungen in der Corona-Krise die Aktivitäten abzubrechen. Das betrifft rund 50 Sportfachverbände im Freistaat, von Fußball, über Skifahren bis hin zu Karate, Segeln oder Schach.

"Die Lage ist sehr ernst", sagte Ammon. "Wir wollen unsere Sportvereine und Sportfachverbände bestmöglichst mit Informationen und Entscheidungshilfen unterstützen und darauf hinwirken, dass ein finanzieller Ausgleich für entstandene Schäden geleistet werden kann."

Update 18. März, 15.35 Uhr: 446 neue Infektionen mit Coronavirus

In Bayern haben sich weitere 446 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Mittwoch auf seiner Homepage mit. 

Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 1798 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

Darin eingerechnet sind unter anderem die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen. Fünf Menschen mit Coronavirus-Infektion starben bislang in Bayern.

Insgesamt gibt es in Bayern nun mindestens 1798 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. (Symbolbild)
Insgesamt gibt es in Bayern nun mindestens 1798 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. (Symbolbild)  © Cdc/ZUMA Wire/dpa

Update 18. März, 15.10 Uhr: Landtag im Kampf gegen Corona einig

Im Kampf gegen die Corona-Krise gibt es im Landtag fraktionsübergreifend große Einigkeit über deutlich umfassendere Befugnisse für die Staatsregierung. In einem neuen bayerischen Infektionsschutzgesetz sollen unter anderem mögliche Beschlagnahmungen von medizinischem Material und ein erleichterter Zugriff auf medizinisches und pflegerisches Personal geregelt werden. 

Bei einem Treffen von Ministerpräsident Markus Söder und Staatskanzleichef Florian Herrmann (beide CSU) mit allen Fraktionschefs wurde am Mittwoch nach Angaben von Teilnehmern Einvernehmen über den Gesetzentwurf erzielt - mit einigen Änderungen.

Allerdings wird das Gesetz nun nicht wie von der Staatsregierung angestrebt an diesem Donnerstag im Schnellverfahren beraten und beschlossen. Dagegen hätten sich am Ende die SPD und auch die Grünen gewehrt, hieß es. 

Nun wird das Gesetz zwar eingebracht, dann aber erst in den Ausschüssen beraten. Und endgültig beschlossen werden soll es dann am Mittwoch kommender Woche. Aus dem Umfeld Söders hieß es anschließend, ihm sei Einigkeit hier wichtiger als Schnelligkeit.

Update 18. März, 15.08 Uhr: Audi beantragt Kurzarbeit

Audi hat für die Standorte Ingolstadt und Neckarsulm Kurzarbeit angekündigt. In beiden deutschen Werken stehen die Bänder ab nächster Woche still. 

"Die durch die Corona-Krise weltweit eingeschränkte Nachfragesituation und bevorstehende Lieferengpässe zwingen uns daher, den Antrag auf Kurzarbeit zu stellen", sagte Produktions- und Logistikvorstand Peter Kössler am Mittwoch.

Vor allem Beschäftigte aus Produktion und Logistik sollten ab nächster Woche kurzarbeiten. Allerdings müsse an Prüfständen und der Zulassung neuer Modelle weitergearbeitet werden, damit es nach der Krise sofort weitergehe. 

Bei Teamarbeit dürfe nur die Hälfte der Mitarbeiter anwesend sein, um den Sicherheitsabstand von 1,50 Metern einzuhalten. Eltern mit Kindern und Pendler sollten möglichst mobil arbeiten.Kurzarbeit

Update 18. März, 14.40 Uhr: REWE-Süd will Kassierer mit Plexiglaswänden vor Coronavirus schützen

Zum Schutz vor dem Coronavirus sitzen die Kassierer in bayerischen REWE-Filialen künftig hinter Plexiglasscheiben. Die Schutzwände seien 1,5 Meter hoch und von Donnerstag an werde landesweit mit dem Aufbau in den Geschäften begonnen, sagte Volker Hornsteiner, Vorsitzender der Geschäftsleitung Region Süd REWE Group, am Mittwoch in Eitting bei München.

Die Schutzwände haben laut Hornsteiner keine Möglichkeiten zum Durchgriff. So sollen die Mitarbeiter vor einer Ansteckung mit dem sich rasant in Deutschland ausbreitenden Coronavirus geschützt werden. Um die Kunden untereinander zu schützen, könne er sich Abstandsmarkierungen an den Kassen, wie in anderen Ländern bereits üblich, vorstellen.

Hornsteiner betonte, dass der Einsatz von Security in den Filialen "jederzeit auf Abruf" möglich sei. Diese Maßnahme sei aktuell aber nicht erkennbar notwendig. Die Situation sei "momentan" ruhig. Prinzipiell seien aber jederzeit Zutrittsregelungen möglich.

REWE-Süd will Kassierer mit einer besonderen Schutzmaßnahme vor Coronavirus schützen. (Symbolbild)
REWE-Süd will Kassierer mit einer besonderen Schutzmaßnahme vor Coronavirus schützen. (Symbolbild)  © Oliver Berg/dpa

Update 18. März, 14.15 Uhr: Trotz Corona-Krise können Erntehelfer nach Deutschland einreisen

Erntehelfer in der Landwirtschaft sollen trotz der aktuellen Einreisebeschränkungen wegen der Corona-Krise weiter problemlos nach Deutschland kommen dürfen. 

"Es gibt hier spezielle Formulare, die die Betriebe den Helfern aushändigen können, damit diese problemlos einreisen können", sagte Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) am Mittwoch in Eitting bei München.

Die Sorge vor fehlenden Erntehelfern sei bei den Bauern ein großes Thema, etwa mit Blick auf die anstehende Spargelzeit. Kaniber betonte zudem, dass die Bauern angehalten seien, auch in der aktuellen Coronakrise weiter Wochenmärkte zu beliefern, auch die Hofläden hätten weiter geöffnet.

Update 18. März, 13.28 Uhr: Nürnberger Frühlingsfest wegen Coronavirus abgesagt

Das Nürnberger Frühlingsfest, eines der größten Volksfeste in Bayern, fällt heuer wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Zu der vom 11. bis 26. April geplanten Veranstaltung waren bis zu zwei Millionen Besucher erwartet worden. 

Die Stadtverwaltung hatte eine Austragung zum vorgesehenen Termin nicht für möglich gehalten. Einer Terminverlegung hätten die Schausteller nicht zugestimmt, hieß es. 

"Die Wirkung des völlig neuen Virus ist noch gar nicht erforscht. Niemand weiß, was in zwei, vier oder acht Wochen sein wird", sagte der Sprecher der Schausteller, Lorenz Kalb.

Update 18. März, 12.53 Uhr: Maßnahmen im Kampf um Leben und Tod

Die Oberbürgermeisterin von Bayreuth hat ihr absolutes Unverständnis ausgedrückt, wenn Bürger die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nicht ernst nehmen. "Wir spielen mit dem Leben von Menschen", betonte Brigitte Merk-Erbe (FW/BG) in einer eindringlichen Videobotschaft am Mittwoch. Das Gesundheitssystem drohe ohne die Maßnahmen zusammenzubrechen.

"Ich möchte Sie alle dringend bitten: Bleiben Sie, wenn es irgend möglich ist, zuhause", sagte die Oberbürgermeisterin mit Nachdruck. Auf jeden Besuch solle verzichtet werden. "Achten Sie auf Ihre Kinder und erläutern Sie Ihnen auch kindgerecht die notwendigen Maßnahmen."

"Unsere Situation ist bedrohlich", hieß es weiter. Sie dulde keine Leichtfertigkeit. Die Stadtverwaltung arbeite daran, dass niemand allein gelassen werde.

Um die "über alle Maßen problematische Situation" zu bewältigen, werde sie auf Wahlkampf verzichten. In der Stichwahl am 29. März tritt die amtierende Oberbürgermeisterin gegen den langjährigen zweiten Bürgermeister Thomas Ebersberger (CSU) an.

Update 18. März, 12.49 Uhr: Kassenärztliche Vereinigung bittet um Geduld bei Corona-Tests

Der mobile Fahrdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) nimmt nach eigenen Angaben täglich bei etwa 1700 Menschen Abstriche für Tests auf das Coronavirus. Angesichts der enormen Nachfrage bittet die KVB um Geduld. 

Der Hausbesuchsdienst sei mit mehr als 200 Fahrzeugen täglich im Freistaat unterwegs, um bei Verdachtsfällen Proben zu entnehmen, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Die Abstriche würden in Labore gebracht, die jedoch auch völlig überlastet seien. "Die Kapazitäten sind erschöpft." Fünf bis sieben Tage dauere es aktuell, ehe ein Ergebnis vorliegt.

Das gilt auch für die Hotline mit der Nummer 116 117. Hier seien Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz. Wartezeiten von 20 bis 30 Minuten seien nicht ungewöhnlich sagte der Sprecher. Wenn Anrufer dann einen Wutanfall bekämen, sei das nicht hilfreich. "Es ist eine absolute Ausnahmesituation."

Update 18. März, 12.20 Uhr: Alle sollen sich an Auflagen halten - Polizei kontrolliert

Im Kampf gegen die Corona-Krise hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Menschen in Bayern dringend aufgerufen, sich an die neuen Auflagen und Beschränkungen zu halten. Bei all diesen Maßnahmen setze man nun erst einmal auf die Einsicht der Bevölkerung, sagte Söder am Mittwoch in Eitting bei München.

Man werden nun beobachten, wie sich das öffentliche Leben weiter entwickle, und ob die Auflagen eingehalten würden: ob also Geschäfte, für die es keine Ausnahmen gibt, tatsächlich geschlossen haben und ob sich Gaststätten an die Beschränkungen und Regeln halten. Dies werde kontrolliert, auch von der Polizei. "Da sind alle staatlichen Stellen angewiesen, das auch zu kontrollieren", betonte der Regierungschef.

Und Söder betonte mit Blick auf volle Parks, das gelte auch für das öffentliche Leben. "Ich verstehe, dass die Leute es rausdrängt bei so einem Wetter", sagte er, mahnte aber: "Bitte verantwortlich damit umgehen." 

Man könne auch alleine Sport machen. Aber es solle eben "keine größeren Gruppenansammlungen" geben, betonte er.

Update 18. März, 11.26 Uhr: Mindestabstände in Supermärkten sollen sichergestellt werden

Mindestabständen zwischen den Kunden sollen umgesetzt werden.
Mindestabständen zwischen den Kunden sollen umgesetzt werden.  © Alexander Blum/dpa

Zum Schutz vor möglichen Ansteckungsgefahren mit dem Coronavirus in Supermärkten fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Sicherstellung von Mindestabständen zwischen den Kunden. 

Er verwies auf Dänemark, wo Klebeetiketten auf dem Boden dabei helfen sollen, dass Kunden an den Kassen ausreichend Abstand zueinander halten. 

Eine derartige Lösung sei wichtig, sagte Söder am Mittwoch bei einem Besuch eines Supermarkt-Logistikzentrums in Eitting bei München.

Abgesehen davon betonte Söder, die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sei gesichert. Auch in den vergangenen Tagen hatte er deshalb wiederholt vor Hamsterkäufen in Supermärkten gewarnt.

Update 18. März, 10.14 Uhr: BMW stoppt Betrieb in europäischen Werken

BMW stoppt wegen der Ausbreitung des Coronavirus seine Autoproduktion in Europa für vier Wochen. Vorstandschef Oliver Zipse sagte am Mittwoch in München: "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant."

Die Ausbreitung des Coronavirus dürfte die Nachfrage nach Autos in allen wesentlichen Märkten erheblich beeinträchtigen, teilte das Unternehmen mit. "Bei uns folgt die Produktion der prognostizierten Absatzentwicklung. Unser Produktionsvolumen passen wir flexibel der Nachfrage an", sagte Zipse.

Auch VW, Audi und Daimler hatten bereits eine Unterbrechung der Produktion wegen der Coronavirus-Krise angekündigt. Audi und der Lastwagenbauer MAN beantragten bereits Kurzarbeit.

BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch sagte, die Gesundheit der Mitarbeiter müsse geschützt und ihre Arbeitsplätze und Einkommen müssten abgesichert werden. Ein BMW-Tarifmitarbeiter bekomme auch bei Kurzarbeit mindestens 93 Prozent seines Nettolohns. Mit Kurzarbeit, flexiblen Arbeitszeitkonten und Homeoffice werde BMW die Belegschaft sicher durch die Coronavirus-Krise steuern.

Im laufenden Jahr erwartet BMW einen weiteren deutlichen Gewinnrückgang. Die Ergebnismarge im Autogeschäft werde voraussichtlich auf zwei bis vier Prozent vom Umsatz fallen. Die Finanzdienstleistungen erwarteten weniger Neuverträge und eine höhere Risikovorsorge. 

Deshalb dürfte "das Konzernergebnis vor Steuern gegenüber 2019 deutlich zurückgehen", teilte der Autokonzern mit. Es war bereits im vergangenen Jahr von 9,6 auf 7,1 Milliarden Euro gefallen.

Update 18. März, 9.45 Uhr: Bayern verschiebt Start der Abiturprüfungen wegen Coronavirus

Wegen des Coronavirus wird in Bayern der Beginn der Abiturprüfungen vom 30. April auf den 20. Mai 2020 verschoben. Das teilte das Kultusministerium am Mittwoch in München mit.

"Trotz der Corona-Krise wollen wir faire Bedingungen für unsere Abiturientinnen und Abiturienten sicherstellen", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Wegen der Einstellung des Unterrichts bis nach den Osterferien hätten die Schüler ohne eine Änderung des Terminplans nicht genügend Vorbereitungszeit. "Wichtig war es mir, die neuen Prüfungstermine mit Lehrkräften, Eltern, Schülern und Direktoren abzustimmen", betonte Piazolo.

Der neue Terminplan des bayerischen Kultusministeriums soll sicherstellen, dass die Schüler eine angemessene Vorbereitungszeit auf die Prüfungen erhalten, wie es hieß. Zudem werde auf diese Weise ausreichend Zeit für ausstehende Leistungsnachweise im Vorfeld der Abiturprüfungen gewonnen. Auch die Nachholtermine für die schriftlichen Prüfungen würden so angesetzt, dass eine termingerechte Bewerbung für bundesweit oder örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge möglich sei.

Wegen der unklaren Entwicklungen bei der Virusausbreitung könnten jedoch weitere Veränderungen im Ablauf der Abiturprüfung 2020 in Bayern nicht ausgeschlossen werden. 

"Die aktuelle Situation ist eine Herausforderung für die ganze Schulgemeinschaft und erfordert flexibles Handeln. Wir müssen auf Veränderungen reagieren", sagte Piazolo.

Update 18. März, 8.43 Uhr: Söder schließt Ausgangssperren weiterhin nicht aus

Im Kampf gegen die Coronakrise hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Ausgangssperren auch für Bayern erneut nicht ausgeschlossen. "Wir machen alles, was zeitlich angemessen ist", sagte Söder am Mittwoch "Antenne Bayern". 

Er betonte aber: "Ich kann es zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausschließen." Man hoffe sehr, dass die bisher getroffenen Maßnahmen wirkten. Söder rief deshalb die Menschen in Bayern auf, sich an die Beschränkungen zu halten. "Wenn jeder mitmacht, dann haben wir eine gute Chance."

Söder stufte die Medien in dem Interview ebenfalls als "kritische Infrastruktur" ein - das ist eine Zugangsvoraussetzung für die Notfallbetreuung von Kindern an den Schulen und Kitas. 

"Die Medien spielen jetzt eine ganz wichtige Rolle, ernsthaft aufzuklären, aber auch ein bisschen Mut zu machen", sagte der Ministerpräsident.

Update 18. März, 6.08 Uhr: Angst vor Corona-Engpässen: Polizeiprüfungen vorgezogen

Aus Angst vor Engpässen in der Corona-Krise zieht Bayern die Prüfungen für Polizeianwärter vor. Die Abschlussprüfungen sollte ursprünglich im Mai beginnen, nun wurden sie auf den 23. März vorverlegt, wie ein Sprecher der für die Prüfungen zuständigen bayerischen Bereitschaftspolizei in Bamberg mitteilte. Mehrere Medien hatten zuvor berichtet.

"Grund hierfür ist die Fürsorgepflicht, da die Prüfungen derzeit noch mit allen Prüflingen durchgeführt werden kann, was in Zukunft aufgrund möglicher Infektionen eventuell nicht mehr gegeben ist", teilte die Bereitschaftspolizei mit. 

Nach bestandener Prüfung stünden grundsätzlich 800 neue, fertige Polizeibeamte zur Verfügung - "und es könnte auf mögliche Personalausfälle reagieret werden". Das Problem stelle sich derzeit aber ausdrücklich noch nicht.

Update 18. März, 6 Uhr: Steuerzahlungen bis Jahresende zinsfrei stunden

Wer in Bayern aufgrund der Coronavirus-Krise in finanzielle Schieflage geraten ist, kann ab sofort fällige Steuerzahlungen zinsfrei stunden. Finanzminister Albert Füracker (CSU) setzte die steuerliche Hilfsmaßnahme im Vorgriff auf eine bundesweite Regelung in Kraft. "Schnelle und möglichst unbürokratische Hilfen für unmittelbar Betroffene sind das Gebot der Stunde", sagte er. "Dies gilt auch für den Bereich der Steuern."

Wer seine Steuern aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie nicht zahlen kann, kann bis zum Jahresende entsprechende Anträge auf Stundung stellen. Dies betrifft sowohl die Einkommen- und Körperschaftsteuer als auch die Umsatzsteuer. Zudem kann auf Antrag auch die Höhe der Vorauszahlungen angepasst werden.

Bei unmittelbarer Betroffenheit werde der Freistaat grundsätzlich bis zum Ende des Jahres von Vollstreckungsmaßnahmen absehen, heißt es weiter. Auch auf gesetzlich anfallende Säumniszuschläge solle in dieser Zeit verzichtet werden. 

Sollten Steuererklärungen wegen der Coronakrise nicht fristgerecht eingereicht werden können, würden die Finanzämter großzügig und möglichst unbürokratisch Fristverlängerungen ermöglichen, sagte Füracker.

Update 18. März, 5 Uhr: Corona-Krise stellt Prostituierte vor Probleme

Keine Kunden, keine Mietzahlung: Prostituierte laufen Gefahr, bald auf der Straße zu stehen. (Symbolbild)
Keine Kunden, keine Mietzahlung: Prostituierte laufen Gefahr, bald auf der Straße zu stehen. (Symbolbild)  © 123RF/lightfieldstudios

Viele Prostituierte stehen wegen der geschlossenen Bordelle infolge der Coron-Krise vor großen Problemen. "Die Frauen verdienen kein Geld mehr", sagte Hedwig Christ von der Nürnberger Beratungsstelle Kassandra. Sie befürchtet, dass einige deshalb ihr Dach über dem Kopf verlieren werden. 

Viele Prostituierte wohnen auch in den Bordellen und können nun keine Miete mehr an die Besitzer zahlen.

Bund und Länder haben sich auf eine Schließung der Bordelle wegen der Corona-Krise geeinigt. Auch den Escort-Services brechen wegen der Ausbreitung des neuartigen Virus die Kunden weg. 

Seit Anfang März gebe es nur noch wenig Buchungen, die Vermittlung sei inzwischen eingestellt, sagte Susanne Horn von Royale Escort in München.

Update 18. März, 5 Uhr: Bayerns Finanzämter ab Mittwoch für Besucher geschlossen

Wegen der Corona-Krise bleiben ab diesem Mittwoch die bayerischen Finanzämter vorerst für Besucher geschlossen. "Leider ist dieser Schritt nötig als Maßnahme gegen die weitere Verbreitung des neuartigen Coronavirus", teilte das Finanzministerium in München mit. Die Servicezentren der Finanzämter sollen den Angaben zufolge zunächst bis einschließlich 19. April geschlossen bleiben.

Gleichwohl bleibe die Steuerverwaltung aber voll funktionsfähig, betonte das Ministerium. Auch sei der Service der Finanzämter weiter in vollem Umfang gewährleistet. Statt persönlicher Besuche müssten nun zwischenzeitlich eben nur Telefon, E-Mail, Briefe oder das Onlineangebot der Steuerverwaltung unter www.elster.de genutzt werden. 

Auch seien persönliche Termine mit einem Sachbearbeiter weiterhin möglich.

Update 17. März, 19.40 Uhr: Landratsamt Hof empfiehlt, dass Fahrschulen Betrieb einstellen

Das Landratsamt Hof legt Fahrschulen nahe, den Betrieb wegen der Ausbreitung des Coronavirus einzustellen. 

Das betreffe den Theorie- und Praxisunterricht, teilte das Landratsamt Hof am Dienstag mit. "Fahrschülern empfehlen wir, sich mit den entsprechenden Fahrschulbetrieben in Verbindung zu setzen."

Nach Kenntnis des Landratsamts Hof handle es sich dabei nicht um eine bayernweite Regelung. Fahrschulen zählen laut Auffassung des Landratsamts aber zu Fort- und Weiterbildungsstätten, die seit Dienstag im Freistaat geschlossen bleiben müssen. 

Der Bayerische Landkreistag hatte keine Informationen, ob sich andere Landkreise der Einordnung anschlossen.

Update 17. März, 19.35 Uhr: VW-Tochter MAN beantragt Kurzarbeitergeld wegen Coronavirus

Wegen der Coronakrise beantragt der Lastwagenbauer MAN für seine deutschen Werke Kurzarbeit. Die Regelung soll von diesem Montag an "für einen Großteil der Beschäftigten an den produzierenden Standorten gelten", teilte die VW-Tochter am Dienstagabend in München mit.

"Aufgrund der unklaren Gesamtsituation und der sich nahezu stündlich ändernden Ereignisse erwartet MAN in den kommenden Tagen weitere und auch zunehmende Engpässe sowohl bei der Belieferung der Produktion als auch bei der Fahrzeug- und Teileauslieferung", betonte das Unternehmen. Auch in Werken außerhalb Deutschlands werde die Produktion zurückgefahren. "MAN setzt alles daran, den Betrieb der Vertriebs- und Servicestandorte weltweit, so lange es die Gesamtsituation zulässt, in vollem Umfang aufrechtzuerhalten, um die Versorgungsketten sicherzustellen", hieß es weiter.

Vorstandschef Joachim Drees hatte zuletzt einen "signifikanten Stellenabbau" angekündigt. MAN müsse Kosten senken, um die Investitionen für den notwendigen Konzernumbau stemmen zu können. Wegen der verschärften CO2-Vorgaben der EU und drohender Strafen müssen alle Lkw-Hersteller Alternativen zum Dieselmotor finden.

Die MAN Truck und Bus SE gehört zusammen mit dem schwedischen Lkw-Bauer Scania zum VW-Konzern und beschäftigt weltweit rund 36.000 Mitarbeiter. Davon arbeiten 9200 im Stammwerk München, 3700 im Dieselmotorenwerk Nürnberg, 2400 im Achsen- und Komponentenwerk Salzgitter, 6000 bundesweit im Verkauf, 2300 im Lkw-Werk Steyr (Österreich) und 6000 in den Stadtbus- und Reisebus-Werken Ankara (Türkei) und Starachowice (Polen).

Update 17. März, 18.39 Uhr: Corona-Eklat im Gerichtssaal! Anwalt zeigt Richter an

Ein Anwalt hat einen Richter des Landgerichts München I wegen versuchter Körperverletzung angezeigt, weil er trotz der aktuellen Corona-Pandemie auf eine Verhandlung bestand. Der Richter habe "bewusst eine Gefahrenlage" geschaffen und nahm "sehenden Auges in Kauf, dass sich die Anwesenden im Sitzungssaal einem erhöhten Ansteckungsrisiko aussetzen", heißt es in der Anzeige des Rechtsanwaltes Thomas Pfister, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. 

Pfister sprach von einem "ungeheuerlichen Vorgang".

Nach Angaben Pfisters seien während der Verhandlung um versuchten Totschlag mehr als 50 Menschen im Gerichtssaal anwesend gewesen. "Eine derartige Anzahl von Personen wird nach allgemeiner Auffassung (...) als absolute Hochrisikoveranstaltung bezeichnet", kritisierte Pfister. Die Verteidiger hätten sich geweigert, den Sitzungssaal zu betreten, der Richter habe aber darauf bestanden, die Verhandlung zu beginnen. Pfister stellte daraufhin nicht nur Strafanzeige, sondern erstatte auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde.

Gerichtssprecher Florian Gliwitzky wies die Vorwürfe gegen den Richter zurück. Die Justiz könne auch in Zeiten des sich rasant verbreitenden Coronavirus nicht die Arbeit einstellen. "Die Justiz ist in bestimmten Bereichen systemrelevant", sagte er. Außerdem habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass sich im Gerichtssaal ein infizierter Mensch aufhalte oder jemand, der Kontakt zu einem Infizierten gehabt habe.

Update 17. März, 18.19 Uhr: Neue Teststation auf Theresienwiese eingerichtet

Test statt Wiesn! Die Landeshauptstadt München hat in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) auf der Theresienwiese inzwischen eine zweite Teststation für Verdachtsfälle errichtet. 

Die Tests erfolgen während sich der Patient im Auto befindet. Verlassen muss man dieses zu keinem Zeitpunkt. Es gilt aber auch hier: Einfach vorbeischauen, um sich testen zu lassen, kann man auch auf dem Wiesn-Gelände nicht.

Medizinisches Personal arbeitet in einer neuen Drive-in-Teststation auf der Theresienwiese für Menschen mit Covid-19 Verdacht
Medizinisches Personal arbeitet in einer neuen Drive-in-Teststation auf der Theresienwiese für Menschen mit Covid-19 Verdacht  © Sven Hoppe/dpa

Update 17. März, 18.01 Uhr: Bayerns Justizminister für längere Unterbrechung von Prozessen

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) hat sich angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus für längere Unterbrechungen von Strafprozessen ausgesprochen. 

"In der aktuellen Krise benötigen unsere Gerichte dringend eine flexible Regelung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in München. "Die zulässige Unterbrechung von Hauptverhandlungen sollte sich deutlich verlängern, etwa von drei beziehungsweise vier Wochen auf drei Monate, ohne dass die Hauptverhandlung wieder neu begonnen werden muss."

Laut Strafprozessordnung (StPO) darf eine Hauptverhandlung in der Regel für höchstens vier Wochen unterbrochen werden. Das Bundesjustizministerium arbeitet derzeit an einer entsprechenden gesetzlichen Regelung, die eine Pause für maximal drei Monate und zehn Tage erlaubt. 

So wolle man verhindern, dass viele Verhandlungen platzen und neu begonnen werden müssen, erklärte das Ministerium.

Update 17. März, 17.38 Uhr: Joachim Löw begrüßt EM-Verlegung auf 2021

Joachim Löw hat die Verlegung der EM um ein Jahr in den Sommer 2021 begrüßt.
Joachim Löw hat die Verlegung der EM um ein Jahr in den Sommer 2021 begrüßt.  © Federico Gambarini/dpa

Bundestrainer Joachim Löw und die Spitzen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) haben die Verlegung der Europameisterschaft mit dem Spielort München um ein Jahr in den Sommer 2021 im Zuge der Coronavirus-Krise begrüßt. 

"Wir alle müssen die Gesundheit und das Leben von Menschen schützen, das gilt selbstverständlich auch für den Fußball. Deshalb ist es völlig richtig und alternativlos, die Euro zu verschieben", sagte Löw am Dienstag. 

Aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hatte die Europäische Fußball-Union das paneuropäische Turnier mit zwölf Gastgebern, darunter München, am Dienstag auf den 11. Juni bis 11. Juli 2021 verschoben.

"Sie hätten natürlich wahnsinnig gerne die EURO im Sommer gespielt, was sie sich auch erarbeitet hatten", sagte Löw über seine Spieler. "Jeder Sportler lebt doch für diese großen Spiele, für diese großen Turniere, die ein Land, einen ganzen Kontinent oder bei Weltmeisterschaften die ganze Welt begeistern."

Inwieweit die UEFA die Endrunde im nächsten Jahr unter gleichen Voraussetzungen ausrichten will und kann, blieb zunächst offen. Die Verlegung sei ein "richtiger und konsequenter Schritt", sagte EM-Botschafter und DFB-Organisationschef Philipp Lahm. In der Allianz Arena sollten diesen Juni alle drei Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft gegen Frankreich, Portugal und einen noch zu ermittelnden Gegner stattfinden. Darüber hinaus stand in München eigentlich am 3. Juli eine Viertelfinalbegegnung auf dem Programm.

"Wir müssen nun lernen, in Szenarien zu denken", sagte DFB-Präsident Fritz Keller zur aktuellen Lage. "Jetzt ist es an der Zeit, nicht nur in Deutschland und in Europa, sondern überall auf der Welt die Gesundheit der Menschen nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Gleichzeitig müssen wir schon jetzt daran denken, wie es nach der Pandemie mit dem Fußball weitergeht, der so viele Menschen in seinen Bann zieht."

Die UEFA hatte alle Spiele für Vereine und Nationalmannschaften "bis auf Weiteres" ausgesetzt. Das deutsche Nationalteam hatte Ende März ursprünglich zwei hochkarätige Tests in Madrid gegen Spanien und in Nürnberg gegen Italien geplant.

Update 17. März, 17.28 Uhr: Nach EM-Verschiebung - Adidas freut sich auf Nationalelf in 2021!

Der Sportartikelhersteller Adidas reagiert mit großem Verständnis auf die Verlegung der Fußball-Europameisterschaft um ein Jahr. Bundestrainer Joachim Löw hätte mit der Nationalmannschaft während des Turniers in diesem Sommer sein Quartier auf dem Firmengelände in Herzogenaurach bezogen. Adidas will die Nationalelf nun 2021 bei sich in Franken begrüßen.

"Wir unterstützen die Entscheidung und haben dafür volles Verständnis. Die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten haben in einer solchen Ausnahmesituation absoluten Vorrang", sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen am Dienstag zur Entscheidung der UEFA, die EM wegen der Coronavirus-Pandemie in den Sommer 2021 zu verlegen.

Der geplante Gebäudekomplex "Home Ground", in dem die Spieler um Kapitän Manuel Neuer sowie Trainer und Betreuer eigentlich von Mitte Juni an wohnen sollten, werde trotzdem wie geplant fertiggestellt, berichtete Brüggen. Die Räumlichkeiten könnten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Adidas genutzt werden, aber auch von externen Partnern, Sportlern, Vereinen oder Verbänden.

"Mit dem DFB bleiben wir weiterhin in enger Abstimmung und unsere Vorfreude, im Sommer 2021 Gastgeber der Deutschen Mannschaft zu sein, bleibt ungebrochen", sagte Brüggen.

Update 17. März, 16.44 Uhr: Oberammergau-Proben unterbrochen, Premiere bisher nicht abgesagt

Die Proben zur Oberammergauer Passion sind wegen der Ausbreitung des Coronavirus am Dienstag bis zum 29. März unterbrochen worden. Spielleiter Christian Stückl habe die Entscheidung am Mittag getroffen, sagte Passionssprecher Frederik Mayet. Die für Premiere sei bisher nicht abgesagt. "Stand heute gehen wir davon aus, dass die Premiere am 16. Mai 2020 stattfinden kann", heißt es auf der Homepage. Mayet sagte: "Wir warten ab. Wir lernen weiter unsere Texte."

Die Volksproben mit vielen Menschen auf der Bühne wie auch das Fotografieren für den Bildband mit vielen Beteiligten waren schon zuvor ausgesetzt worden. Die Verantwortlichen entwerfen zugleich Ausweichszenarien, etwa ob die Premiere auf Juni oder Juli oder sogar auf ein anderes Jahr verschoben werden könnte.

Entstanden aus der Pestepidemie heraus könnte nun die Coronaepidemie die Passion verhindern. 1633 gelobten die Oberammergauer, alle zehn Jahre das Spiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte. Der Legende nach geschah dies auch.

Bis 4. Oktober sind nach derzeitigem Stand rund 100 Vorstellungen geplant, knapp eine halbe Million Gäste aus aller Welt werden erwartet. 95 Prozent der Tickets sind verkauft.

Es gebe bisher einige wenige Stornierungen. Teils sagten Besucher ab, weil ihre Flüge gestrichen wurden, sagte Mayet. Die Gemeinde ist gegen einen möglichen Ausfall der Passion versichert. Die Vorbereitungen bisher kosteten laut Spielleitung etwa 15 Millionen Euro, versichert seien 25 Millionen Euro.

Update 17. März, 16.18 Uhr: Champions League ausgesetzt, Termin für Bayern gegen Chelsea offen

Der FC Bayern München muss auf sein Königsklassen-Spiel gegen den FC Chelsea noch einige Zeit warten. Die Europäische Fußball-Union hat im Zuge der Coronavirus-Krise alle Spiele für Vereine und Nationalmannschaften "bis auf Weiteres" ausgesetzt. Entscheidungen zu neuen Terminen beispielsweise für Partien der Champions League sollen "zu gegebener Zeit" getroffen und mitgeteilt werden, wie die UEFA nach mehreren Krisensitzungen am Dienstag mitteilte.

Die Münchner hatten ihr Hinspiel im Achtelfinale gegen den FC Chelsea mit 3:0 gewonnen. Das Rückspiel in München hätte an diesem Mittwoch stattfinden sollen.

Update 17. März, 16.15 Uhr: Bauern sorgen sich um Erntehelfer und verlangen Einreiseerleichterungen

Die Bauern warnen wegen der geschlossenen Grenzen vor Engpässen bei der Ernte. Rumänische und polnische Erntehelfer dürften derzeit nicht einreisen. "Um die Versorgung unserer Bevölkerung mit Obst und Gemüse auch im Ausnahmezustand weiter garantieren zu können, brauchen Sonderkulturbetriebe ihre bewährten Saisonarbeiter aus dem Ausland", teilte der Bayerische Bauernverband (BBV) am Dienstag mit. "Eine Lösung der Situation ist dringend erforderlich."

Vertreter der Landwirtschaft, unter anderem des Deutschen und des Bayerischen Bauernverbandes, hätten mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) telefoniert und auf rasche Erleichterungen gedrängt, hieß es. Dabei habe man mehrere Vorschläge auf den Tisch gelegt. "Vorstellbar ist eine Offenhaltung der Grenzen und Transitregelungen, eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeit und eine Ausweitung der geringfügigen Beschäftigung", sagte BBV-Sozialreferent Martin Wunderlich. "Wir können uns aber auch vorstellen, dass frei werdende Arbeitnehmer aus anderen Branchen innerhalb Deutschlands die Arbeiten der Saisonarbeitskräfte übernehmen."

Einen ähnlichen Vorschlag unterbreitet die Initiative "Land schafft Verbindung". 

"Wir möchten hier auf unsere Notlage aufmerksam machen und Ihnen die Chance bieten, mit uns zu arbeiten, die Landwirtschaft besser kennen zu lernen und dabei die Kurzarbeitszeit zu nutzen. Dies ist eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit", heißt es dort.

Update 17. März, 16.10 Uhr: 1860 München stoppt Training und gerät in finanzielle Schieflage

Der TSV 1860 München setzt seinen Trainingsbetrieb vorerst aus. (Archivbild)
Der TSV 1860 München setzt seinen Trainingsbetrieb vorerst aus. (Archivbild)  © Andreas Gebert/dpa

Der TSV 1860 München setzt nach dem gestoppten Spielbetrieb der 3. Fußball-Liga bis mindestens Ende April den Trainingsbetrieb seiner Mannschaft bis auf Weiteres aus. Das ist die Konsequenz aus der grassierenden Coronavirus-Epidemie. 

"Die Plätze und Fitnesseinrichtungen dürfen vorerst aufgrund von behördlichen Anordnungen des Freistaates Bayern und der Stadt München nicht genutzt werden", berichtete Geschäftsführer Günther Gorenzel am Dienstag.

Wann diese Anweisung wieder aufgehoben werden könne, sei aktuell unklar. Man hoffe, dass der Spielbetrieb im Mai wieder regulär aufgenommen werden könne, sagte Gorenzel. 

"Wir arbeiten parallel mit hoher Intensität an Maßnahmen, damit die wirtschaftlichen Schäden für den TSV 1860 München keinen existenzbedrohenden Umfang annehmen", ergänzte Finanz-Geschäftsführer Michael Scharold in einer Mitteilung.

"Die sich nahezu stündlich veränderte Situation bringt sicherlich viele Vereine der ersten drei Ligen in eine gefährliche Schieflage", erläuterte Scharold.

"Insbesondere für die Vereine der 3. Liga, die sicherlich keine Liga der Millionäre ist und in der bereits das Überleben im Normalbetrieb eine Herausforderung ist, gilt es alle möglichen Schritte und Maßnahmen, die zur wirtschaftlichen Stabilisierung beitragen können, zu prüfen."

Update 17. März, 15.30 Uhr: Kliniken steuern auf Engpässe bei Schutzkleidung zu

Die bayerischen Krankenhäuser steuern durch den Anstieg der Corona-Infektionen auf Engpässe bei der Schutzausrüstung für Ärzte und Pfleger zu. "Die ersten Kliniken haben uns gemeldet, dass es gegen Ende der Woche sehr eng wird mit Masken, mit Brillen, mit Schutzkleidung", sagte Eduard Fuchshuber von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft am Dienstag in München. 

"Das wird in der Tat ein Problem." Aktuell würden sich die Krankenhäuser bereits gegenseitig aushelfen, um die Versorgung der Patienten aufrecht zu erhalten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte nach einer Sitzung mit dem bayerischen Kabinett in München, ihm sei die Situation in den Praxen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen absolut bewusst, und kündigte an: "Wie es ausschaut, werden wir in den nächsten Tagen dort konkret zu Lösungen kommen."

Details wolle er aber erst verkünden, wenn die Ware in Deutschland angekommen sei. Als Lehre habe er bereits gezogen, "dass wir nicht in diesem Umfang, gerade bei solch sensiblen Produkten - auch Arzneimitteln, Masken, aber auch in den Lieferketten - abhängig sein sollten von einem großen Land, in dem Fall China."

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte ebenfalls, dass künftige Pandemiepläne die Möglichkeit vorsehen müssten, hierzulande Produktionskapazitäten zu aktivieren beziehungsweise zu reaktiveren. 

"So kann es nicht mehr bleiben", betonte er mit Blick auf die Erfahrungen mit dem Erreger Sars-CoV-2.

Update 17. März, 15.20 Uhr: UEFA bestätigt Verschiebung der Fußball-EM auf Sommer 2021

Die Europäische Fußball-Union hat die Europameisterschaft 2020 mit dem Spielort München aufgrund der Coronavirus-Pandemie auf Sommer nächsten Jahres verschoben. Das teilte die UEFA am Dienstag nach mehreren Krisensitzungen mit.

Ex-Nationalspieler Thomas Müller begrüßt die Verlegung der Fußball-EM 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie. "Die einzig richtige Entscheidung", twitterte der Fußball-Weltmeister von 2014 am Dienstag, noch bevor die Europäische Fußball-Union die offizielle Entscheidung verkündete. 

Statt in diesem Sommer soll die Endrunde vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2021 stattfinden.

Der 30 Jahre alte Müller war vor einem Jahr von Bundestrainer Joachim Löw aussortiert worden. Ohne den Publikumsliebling von Rekordmeister FC Bayern München qualifizierte sich die DFB-Elf für die EM. 

Deutschland wäre in diesem Sommer mit München einer von zwölf Gastgebern für die 51 Spiele der 24 Teilnehmer gewesen. Inwieweit die UEFA die historische Endrunde im Sommer 2021 unter gleichen Voraussetzungen ausrichten will und kann, blieb zunächst offen.

Update 17. März, 14.40 Uhr: Chef von Münchner Pflegeheimen für vollständiges Besuchsverbot

Nach dem Tod mehrerer mit dem neuartigen Coronavirus infizierter Pflegeheimbewohner in Bayern hat sich der Geschäftsführer des Heimbetreibers Münchenstift, Siegfried Benker, für ein vollständiges Besuchsverbot für Heime ausgesprochen. Münchenstift mit 13 Häusern und rund 2000 Bewohnern habe sich früh mit dem Thema befasst, ein über die Landesverordnung des Freistaats hinausgehendes Verbot eingeführt und damit gute Erfahrungen. "Die allermeisten Angehörigen sind sehr einverstanden", sagte Benker.

Zuletzt war im Freistaat ein hochbetagter Patient aus einem Würzburger Pflegeheim gestorben. Zuvor waren bereits zwei andere Bewohner dieses Heimes gestorben. Auch in Kempten war bereits eine Seniorin mit Coronavirus-Infektion aus einem Pflegeheim in einer Klinik gestorben.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert, dass für solche Fälle für Pflegeheime Leitlinien erlassen werden, wie mit der Situation umzugehen sei. 

"Es gibt diese Pläne bisher nicht", sagte Vorstand Eugen Brysch. Auch eine Räumung von Heimen müsse geregelt werden.

Update 17. März, 14.35 Uhr: 285 neue Infektionen mit Coronavirus

In Bayern haben sich weitere 285 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Dienstag auf seiner Homepage mit. 

Allein in München gab es 99 neue Fälle. Damit sind in der Landeshauptstadt aktuell insgesamt 359 Infektionen gemeldet.

Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 1352 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

Update 17. März, 14.10 Uhr: Corona-Ausbreitung hat laut Spahn mit Rückkehrern aus Skiurlaub zu tun

Die aktuelle Verbreitung des Coronavirus geht nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auch auf Kontakte in Skigebieten zurück. "Das Ausbruchsgeschehen, das wir im Moment haben, hat viel zu tun mit den Rückkehrern aus dem Skiurlaub", sagte der CDU-Politiker am Dienstag in München. Er verwies etwa auf Südtirol, Österreich und die Schweiz.

Das Risiko, das aus dem regen Austausch in Skigebieten entstanden sei, solle man nicht unterschätzen. Etwa auch das Ausbruchsgeschehen in Dänemark habe damit zu tun. Spahn bekräftigte daher den Aufruf an Heimkehrer aus diesen Skigebieten, möglichst zwei Wochen zu Hause zu bleiben.

Der Minister kündigte an, das Robert Koch-Institut (RKI) damit zu beauftragen, auch Zahlen zu genesenen Coronapatienten zu ermitteln. 

Dies sei zur Einordnung für die Bürger wichtig. Er erläuterte generell, dass der Unterschied zwischen statistisch erfassten neuen Fällen und nicht bemerkten Infektionen auch wegen teils fehlender Symptome jeden Tag größer werde.

Update 17. März, 14.08 Uhr: Ministerium will nur noch dringende Gerichtsverfahren abhalten

Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus sollen an bayerischen Gerichten nach dem Willen des Justizministeriums so wenig Verhandlungen wie möglich stattfinden. "Das bayerische Justizministerium hat den Gerichten, die in richterlicher Unabhängigkeit entscheiden, empfohlen, nur noch in eiligen und dringenden Fällen Verhandlungstermine durchzuführen", teilte eine Sprecherin am Dienstag mit. 

Zahlreiche Verhandlungstermine an vielen Gerichten im Freistaat wurden schon abgesagt. 

Schon am Montag hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof mitgeteilt, dass an Verwaltungsgerichten der Sitzungsbetrieb bis zum Monatsende komplett eingestellt werden soll.

Update 17. März, 13.51 Uhr: Polizei warnt wegen Coronavirus vor Betrügern

Angesichts der Krise um das Coronavirus warnt die Polizei vor Betrügern, die die Angst und Unsicherheit von Bürgern ausnutzen könnten. Denkbar wäre, dass sich Kriminelle an der Haustüre als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben, um sich so Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen, teilte die Polizei in Regensburg am Dienstag mit. Die Behörde rät zur Vorsicht: "Seien Sie skeptisch!"

Im Zweifelsfall sollten Menschen Unbekannten an der Haustüre den Zutritt verwehren oder ihnen niemals Geld übergeben - egal, ob jemand sich als Enkel ausgibt, der wegen der Coronakrise Geld benötige oder ob eine Firma eine Schluckimpfung gegen das Virus verkaufen möchte.

Die Polizei empfiehlt, in solchen Fällen die Notrufnummer 110 zu wählen. 

"Beherzigen Sie unsere Tipps, dann sind Sie immun gegen die Tricks der Kriminellen. Im Zweifel rufen Sie uns an, wir machen auch Hausbesuche und haben schon so einige Betrüger verarztet", hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Update 17. März, 13.48 Uhr: Sparkassen schließen einzelne Filialen, Bargeldversorgung ist gesichert

Die bayerischen Sparkassen sehen weder die Bargeldversorgung noch den Zahlungsverkehr durch die Verbreitung des Coronavirus gefährdet. "Die Bargeldversorgung ist weiterhin gesichert", betonte der Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Ulrich Netzer, am Dienstag in München. Alle wichtigen Finanztransaktionen wie Bargeldverfügungen oder Überweisungen könnten "weiter wie immer abgewickelt werden".

Allerdings könnten die Sparkassen nicht in allen 2195 Geschäftsstellen mit Personal den Betrieb vollständig aufrechterhalten, wie Netzer erklärte. Wo Mitarbeiter beispielsweise durch Quarantänemaßnahmen oder wegen fehlender Kinderbetreuung fehlten, blieben einzelne Geschäftsstellen geschlossen. Das bedeute aber nicht, dass man seine Bankgeschäfte nicht tätigen könne.

Besonders wichtig wird nach Ansicht des Verbandspräsidenten nun Online- und Telefonbanking. In den Servicecentern für das Telefonbanking habe man dafür die Kapazitäten aufgestockt. Auch viele Beratungen würden telefonisch durchgeführt.

Zudem bereiten sich die Sparkassen auf die Abwicklung der staatlichen Förderprogramme vor. Die Mittel aus Liquiditäts- und Kredithilfen sollten schnell und reibungslos weitergegeben werden, sobald die Umsetzung starte, sagte Netzer.

Update 17. März, 13.40 Uhr: Flixbus stellt um Mitternacht Betrieb bis auf weiteres ein

Der Fernbusanbieter Flixbus stellt den Betrieb bis auf weiteres wegen der Coronavirus-Krise ab Mitternacht ein. 

FlixBus werde alle nationalen sowie grenzüberschreitenden Verbindungen von und nach Deutschland ab 17. März 2020 24 Uhr aussetzen, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit.

Update 17. März, 13.37 Uhr: Fußball-Drittligisten setzten vorerst mit Teamtrainings aus

Nach dem Stopp der 3. Liga bis mindestens Ende April haben die Würzburger Kickers, die SpVgg Unterhaching und der FC Ingolstadt ihre Fußballer mit individuellen Trainingsplänen vorerst nach Hause geschickt. Die Ingolstädter sollen sich in dieser und der kommenden Woche ausschließlich daheim fit halten. "Wir erwarten die Jungs am 30. März zurück am Audi Sportpark", hieß es am Dienstag.

Auch die Würzburger Kickers statteten ihre Profis mit Plänen aus. "Ich kann Ihnen aktuell nicht sagen, wie, wann und mit welchem Umfang der Trainingsbetrieb weitergehen wird", sagte Chefcoach Michael Schiele. Der Tabellendritte aus Unterhaching sagte das Training für diese Woche zunächst ab. 

"Für die kommende Woche wird es zeitnah eine neue Bewertung geben", teilte der Münchner Vorortverein mit.

Mehr zur Lage in der 3. Liga findest Du hier

Update 17. März, 13.35 Uhr: EM 2020 soll ins kommende Jahr verlegt werden

Dunkle Wolken ziehen über die Allianz Arena, dem Heimstadion des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München.
Dunkle Wolken ziehen über die Allianz Arena, dem Heimstadion des Fußball-Bundesligisten FC Bayern München.  © Sven Hoppe/dpa

Als neuer Termin für die Fußball-Europameisterschaft mit dem Spielort München ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur der 11. Juni bis 11. Juli 2021 im Gespräch. 

Dieser Austragungszeitpunkt ist demnach die Diskussionsgrundlage für die am Dienstagnachmittag anstehende Videokonferenz der 55 Mitgliedsverbände der Europäischen Fußball-Union (UEFA).

 Dort soll eine Verlegung der ursprünglich für diesen Sommer geplanten EM-Endrunde wegen der Coronavirus-Pandemie abgesegnet werden. Das UEFA-Exekutivkomitee kann anschließend die endgültige Entscheidung treffen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten haben die nationalen Ligen sowie die Europäische Clubvereinigung ECA einem Verlegungsvorschlag der EM von 2020 auf 2021 zugestimmt. Darüber berichtete unter anderem das ZDF. Ursprünglich sollte das paneuropäische Turnier in diesem Sommer vom 12. Juni bis zum 12. Juli ausgetragen werden.

Deutschland wäre mit München einer von zwölf Gastgebern für die 51 Spiele der 24 Teilnehmer gewesen. In der Allianz Arena sollten drei Gruppenspiele mit der deutschen Nationalmannschaft sowie ein Viertelfinale stattfinden. 

Offenbar ist vorgesehen, die historische Endrunde im Sommer 2021 unter gleichen Voraussetzungen auszurichten.

Update 17. März, 13.25 Uhr: Söder kritisiert "Corona-Partys" und kündigt Vorgehen der Polizei an

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Besucher und Veranstalter sogenannter "Corona-Partys" massiv kritisiert. "Sorry, aber das geht gar nicht", sagte er am Dienstag in München. Wer in diesen Tagen die Vorgaben bewusst ignoriere, soziale Kontakte einzudämmen, gefährde sich selbst und alle anderen. "Das ist eine wirkliche Gefährdung." Söder betonte, die Polizei sei angewiesen, darauf umgehend zu reagieren und dagegen vorzugehen.

Das gleiche gelte auch für Partys in Parkanlagen bei dem teils frühlingshaften Wetter. Parkmitarbeiter seien gebeten, hier auf die Menschen zuzugehen. 

Derzeit sei wegen der Corona-Krise eine Zeit des Verzichts geboten, dazu zählten keine Partys, weder in Parks oder sonst wo draußen oder drinnen.

Update 17. März, 13.21 Uhr: Spahn bittet um Verständnis für Wartezeiten in Corona-Fragen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat um Geduld und Verständnis für Wartezeiten bei Info-Hotlines und Testergebnissen wegen des Coronavirus gebeten. Er verwies am Dienstag in München darauf, dass es in der vergangenen Woche allein bei kassenärztlichen Laboren mehr als 100.000 Tests gegeben habe. Dies sei schon eine sehr hohe Kapazität. Tests sollten weiter auf Fälle konzentriert werden, bei denen es medizinisch nötig sei.

Bei der bundesweiten Service-Hotline der Kassenärzte unter der Nummer 116117 seien in der vergangenen Woche mehr als 400.000 Anrufe angenommen worden, sagte Spahn. 

Generell sei er dankbar, dass sich viele Bürger informieren wollten.

Update 17. März, 13.20 Uhr: FC Bayern rüstet Fußball-Profis mit Heimtrainingsgeräten aus

Der FC Bayern München rüstet seine Fußball-Profis wegen der Coronavirus-Krise für individuelles Training daheim aus. Der deutsche Rekordmeister veröffentlichte am Dienstag ein Foto mit Fahrradergometern, die den Spielern um Kapitän Manuel Neuer und Torjäger Robert Lewandowski nach Hause geliefert würden.

Der 31-jährige Lewandowski veröffentlichte in den Sozialen Medien ein Foto, das ihn nach dem Anbruch der Schienbeinkante am linken Knie zu Hause im Kraftraum zeigt. Bei Liegestützen liegt dabei Tochter Klara auf dem Rücken des polnischen Nationalstürmers.

Ursprünglich hätte das Team des Bundesliga-Tabellenführers am Dienstag nach freien Tagen erstmals wieder auf dem Vereinsgelände trainieren sollen. Die sportliche Leitung um Sportdirektor Hasan Salihamidzic und Trainer Hansi Flick hatte die Einheit aber abgesagt. Über das weitere Vorgehen wollte der Verein am Dienstag beraten.

Die Mitgliederversammlung der 36 deutschen Proficlubs hatte am Montag entschieden, dass die Bundesliga und die 2. Liga ihren Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie mindestens bis zum 2. April unterbrechen. 

Update 17. März, 13.17 Uhr: DAV-Berghütten sollen schließen

Alle Berghütten des Deutschen Alpenvereins (DAV) sollen wegen des Coronavirus den Betrieb einstellen. "Wir empfehlen allen Hüttenwirten, zu schließen", sagte DAV-Sprecher Thomas Bucher am Dienstag. Zuständig seien aber die einzelnen Sektionen.

"Wir haben sehr viele Anfragen bekommen von Wirten, wie sie mit der Situation umgehen sollen", sagte Bucher. Nun gebe es die behördliche Anweisung zu Hotels und Gastronomiebetrieben, die auch die DAV-Hütten in Bayern betreffe. 

Rund 30 von 80 Hütten im Freistaat hatten geöffnet, die anderen waren im Winter ohnehin geschlossen. Die Häuser des DAV in Österreich sind schon seit einigen Tagen geschlossen.

Update 17. März, 13 Uhr: Polizei beendet zwei "Corona-Partys" in Nürnberg

Zwei sogenannte "Corona-Partys" hat die Polizei in Nürnberg und Schwabach beendet. Rund 100 junge Menschen hatten sich am Montagabend in einem Nürnberger Stadtpark zum Feiern getroffen und dazu eine mit Generatoren betriebene Musik- und Lichtanlage laufen lassen, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

In Schwabach trafen sich den Angaben nach 50 Jugendliche in einem Skater-Park und feierten ebenfalls lautstark mit einer mitgebrachten Musikanlage. Sie hatten sich offenbar über soziale Medien zu der Feier verabredet. Auch hier stellten Beamte die Anlage sicher, erteilten Platzverweise.

Die Polizei appelliere eindringlich, derartige Zusammenkünfte zu unterlassen. Es liege in der Verantwortung jedes Bürgers, die Infektionsrate so gering wie möglich zu halten und damit lebensbedrohliche Erkrankungen vor allem der Risikogruppen zu vermeiden. 

Eltern sollten ihre Kinder entsprechend sensibilisieren.

Update 17. März, 12.55 Uhr: Spahn ruft zu Solidarität und Unterstützung von Helfern auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat alle Bürger angesichts der massiven Einschränkungen im Alltagsleben wegen der Coronakrise zur Solidarität aufgerufen. "Wir werden diese Situation bewältigen, wenn wir zusammenstehen, wenn wir besonnen bleiben und aufeinander acht geben", sagte Spahn am Dienstag in München. Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, gebe es nunmehr die tiefsten Einschnitte in den Alltag der Bürger in der Geschichte der Bundesrepublik. Jeder brauche vielleicht auch ein paar Tage, um die Veränderungen zu realisieren und sich darauf einzustellen.

Es gelte nun, Zeit zu gewinnen und sie für weitere Vorbereitungen für eine steigende Zahl von Infizierten zu nutzen. Das gelte für höhere Kapazitäten in den Kliniken und Schutzkonzepte für Ältere und Menschen mit chronischen Erkrankungen, die Risikogruppen sind. Für alle im Gesundheitswesen sei es jetzt eine Zeit der Höchstbelastung. Ärzte und Pflegekräfte könnten nicht ins Homeoffice, sondern sie seien es, auf die sich die Bevölkerung nun verlasse.

Auch um sie zu unterstützen, sollten die Bürger möglichst zu Hause bleiben, sagte Spahn. Verkäuferinnen in Supermärkten und Drogeriemärkten könne jeder ein Lächeln oder Lkw-Fahrern einen freundlichen Wink schenken. Spahn hob eine gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern in der Coronakrise hervor. 

Manchmal brauche es im Föderalismus mit Entscheidungen ein, zwei Tage länger, bei der Umsetzung zeige er dann aber seine Stärke.

Update 17. März, 12.51 Uhr: Anträge auf Corona-Soforthilfen laut Aiwanger noch in dieser Woche

Firmen in Bayern, die wegen der Corona-Krise in Finanznöte geraten, sollen noch in dieser Woche Soforthilfen des Freistaats beantragen können. Das sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München. 

Notleidende Betriebe sollen dem Kabinettsbeschluss zufolge unbürokratisch und sehr kurzfristig zwischen 5000 und 30.000 Euro bekommen können, je nach Größe beziehungsweise Mitarbeiterzahl.

Jens Spahn (l-r) (CDU), Bundesgesundheitsminister, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, und Hubert Aiwanger (Freie Wähler), stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landentwicklung und Energie, nehmen nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts an einer Online-Pressekonferenz in der Staatskanzlei teil.
Jens Spahn (l-r) (CDU), Bundesgesundheitsminister, Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, und Hubert Aiwanger (Freie Wähler), stellvertretender Ministerpräsident und Staatsminister für Wirtschaft, Landentwicklung und Energie, nehmen nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts an einer Online-Pressekonferenz in der Staatskanzlei teil.  © Peter Kneffel/dpa

Update 17. März, 12.40 Uhr: Bayern ordnet 400 Beamte wegen Corona-Krise in Gesundheitsbehörden ab

Zur Entlastung des medizinischen Personals bei den bayerischen Gesundheitsbehörden in der Corona-Krise will die Staatsregierung 400 Beamte aus anderen Behörden zeitweise abordnen. Die Mitarbeiter sollten aus Behörden abgezogen werden, die derzeit wegen der Krise weniger zu tun haben, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München. Denkbare Tätigkeiten wären etwa organisatorische Aufgaben und die Arbeit an Telefon-Hotlines.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lobte die Entscheidung als wichtigen Schritt im Kampf gegen das Virus. "Ich bin beeindruckt von der Intensität, mit der an dem Thema gearbeitet wird", betonte er. Es sei nicht nur wichtig, Zeit zu gewinnen, sondern diese müsse auch genutzt werden, um zusätzliche medizinische Kapazitäten aufzubauen. 

"Diese Bürger zu schützen, ist unsere gemeinsame Aufgabe als Nation", sagte Spahn mit Blick auf die von dem Coronavirus besonders gefährdeten älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.

Update 17. März, 12.28 Uhr: Söder mahnt Ostern zu Hause in Bayern zu verbringen

Zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Menschen im Freistaat aufgerufen, über Ostern und in den Osterferien nicht zu verreisen, auch nicht innerhalb Deutschlands. 

Ostern solle in diesem Jahr in Bayern verbracht werden, und zwar am besten daheim, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Update 17. März, 12.27 Uhr: Bayern konkretisiert Beschränkungen für Gaststätten

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat Bayern seine Einschränkungen für Gaststätten konkretisiert: Auch Biergärten und Außenterrassen von Restaurants müssen ab Mittwoch um 15.00 Uhr schließen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München mit. 

Für Friseure kündigte Söder einen verpflichtenden Mindestabstand zwischen den einzelnen Kunden von 1,5 Metern an.

Update 17. März, 12. 25 Uhr: Söder will Sonder-Fahrspuren an Grenzen für Lebensmittellieferungen

Zur Sicherung der Lebensmittelversorgung in der Corona-Krise soll es an den Grenzen Sonderspuren für entsprechende Transportfahrzeuge geben. Dies kündigte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München nach einer Sitzung des Kabinetts an.

Denkbar seien "grüne Spuren an den Grenzen für die Lebensmittellieferungen", sagte Söder. Zugleich rief Söder alle Menschen auf, auf Hamsterkäufe zu verzichten. Die Versorgung sei zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.

Update 17. März, 12.23 Uhr: Beschlagnahmungen und Meldepflicht von raren Materialien

Für rare Materialien, wie Schutzmasken, gelten fortan neue Regelungen, gab Ministerpräsident Söder in der Pressekonferenz bekannt. Bestellungen vom Bund und den Ländern fortan haben Vorrang. Außerdem sind   Beschlagnahmungen möglich und eine Meldepflicht (zum Beispiel von Atemgeräten) wird angeordnet. 

Um die Lieferung zu gewährleisten und zu schützen, wird die Polizei eingesetzt. So sollen zum Bespiel Diebstähle aus Krankenhäusern (wie zum Beispiel in >> NRW) verhindert werden. 

Update 17. März, 12.20 Uhr: Bayern schränkt Hotelbetrieb ein, für Touristen geschlossen

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schränkt Bayern nun auch den Betrieb von Hotels ein: Diese dürfen nur noch notwendige Übernachtungen anbieten und keine Touristen mehr beherbergen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München mitteilte. 

Damit setzt der Freistaat in diesem Punkt eine Verabredung von Bund und Ländern vom Montagabend um.

Update 17. März, 12.15 Uhr: Coronavirus wird nicht durch Trinkwasser übertragen

Das Coronavirus wird nicht durch Trinkwasser übertragen - darauf weist der Bayerische Gemeindetag hin. "Trinkwasser in Bayern ist und bleibt ein gesundes Lebensmittel", teilte der Gemeindetag am Dienstag mit.

In der Regel werde zur Gewinnung des Trinkwassers Grundwasser genutzt. Das Grundwasser verlaufe lange im Boden, dort sei es gut gegen Verunreinigungen und Viren geschützt. 

Trinkwasserversorger, die Oberflächenwasser oder Quellen verwenden, würden das Wasser in einem mehrstufigen Verfahren aufbereiten und desinfizieren.

Update 17. März, 12.05 Uhr: Arbeitsagenturen gehen in Flut von Anrufen unter

Die Arbeitsagenturen erleben im Moment eine Flut von Telefonanfragen. (Symbolbild)
Die Arbeitsagenturen erleben im Moment eine Flut von Telefonanfragen. (Symbolbild)  © Jan Woitas/ZB/dpa

Die Arbeitsagenturen in Deutschland werden in der Coronavirus-Krise von telefonischen Anfragen überrollt. 

"Aufgrund des hohen Anrufaufkommens sind die Arbeitsagenturen und Jobcenter derzeit telefonisch nur eingeschränkt erreichbar", teilte die Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg mit. "Das Telefonnetz unseres Providers ist derzeit überlastet."

Die Zahl der Anrufe sei auf das Zehnfache des üblichen Niveaus gestiegen. Die Bundesagentur bittet deshalb darum, Anrufe in den Jobcentern und Arbeitsagenturen auf das Nötigste zu beschränken.

Es gelte für alle Terminsachen: Termine müssen nicht abgesagt werden. "Es gibt keine Nachteile. Es gibt keine Rechtsfolgen und Sanktionen." Fristen in Leistungsfragen würden vorerst ausgesetzt. 

Die Arbeitsagenturen hatten von Montag an die Pflicht zur persönlichen Vorsprache, etwa bei Anträgen auf Hartz-IV-Leistungen, wegen der Ausbreitung des Coronavirus ausgesetzt.

Update 17. März, 12.00 Uhr: Bayreuther Festspiele sollen trotz Corona stattfinden

Die Bayreuther Festspiele sollen trotz der Ausbreitung des Coronavirus stattfinden. "Wir sind voller Optimismus, dass sich die Situation bessert", teilte das Pressebüro der Festspiele am Dienstag mit. Eine Absage wäre ein "Supergau". Der Online-Sofortkauf der Tickets werde aber sicherheitshalber von Ende März auf Ende Mai verschoben.

Die Vorbestellung der Karten für die Spielsaison 2020 war schon im Herbst möglich. Manche Besucher hätten sich in den letzten Tagen erkundigt, ob die Bayreuther Festspiele stattfinden können. "Aber es gab noch keine Stornierungswelle", hieß es weiter.

Die szenischen Proben für die Festspiele beginnen regulär im Mai, die technischen Proben kurz zuvor. Das Festspielhaus solle dafür öfter gereinigt und desinfiziert werden. "Es gibt keinen Grund zur Panik", erklärte das Pressebüro.

Update 17. März, 11.35 Uhr: Audi stoppt Produktion

Die VW-Tochter Audi fährt ihre Werke in Ingolstadt, Neckarsulm, Belgien, Mexiko und Ungarn bis Ende dieser Woche schrittweise komplett herunter. Angesichts der deutlich verschlechterten Absatzlage und der sich abzeichnenden Unsicherheit der Teileversorgung der Werke "wird es an den meisten Standorten des Volkswagen-Konzerns zu Produktionsunterbrechungen kommen", teilte Audi am Dienstag mit.

Produktions- und Logistikvorstand Peter Kössler sagte: "Die aktuelle Lage zwingt uns nun zu den angekündigten Maßnahmen und wird uns weiterhin viel Flexibilität und Solidarität abverlangen." Ab kommendem Montag solle die Produktion in diesen Werken stehen, denn das Coronavirus breite sich in Europa und vielen Ländern der Welt aus. Der Schritt sei mit dem Betriebsrat und dem Volkswagen-Konzern abgestimmt. 

In den deutschen Audi-Fabriken arbeiten rund 60.000 Beschäftigte. 

Ein Werksmitarbeiter kontrolliert in einer Produktionshalle von Audi an einem Bandende einen A8. 
Ein Werksmitarbeiter kontrolliert in einer Produktionshalle von Audi an einem Bandende einen A8.  © picture alliance / dpa

Update 17. März, 11.30 Uhr: Viele bayerische Tafeln müssen wegen des Coronavirus schließen

Die Auswirkungen des Coronavirus machen auch vor den Tafeln keinen Halt. Von den rund 160 bayerischen Tafeln, die Bedürftige mit Lebensmitteln und Mahlzeiten versorgen, haben am Dienstagvormittag schon 40 geschlossen. Tendenz steigend.

Der Grund sei vor allem das meist hohe Alter der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Gäste. Ältere Menschen gehören zu den durch das Coronavirus besonders gefährdeten Personen. "Eine große Zahl der bayerischen Tafeln wird temporär geschlossen werden müssen", befürchtet Peter Zilles, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes der Tafel Bayern.

Trotz der schwierigen Situation könnten Tafeln den Betrieb in großen Städten wie München, Erlangen, Nürnberg, Regensburg und Augsburg bisher mit entsprechenden Anpassungen aufrecht erhalten, sagte Zilles. So gebe es nun Ausgaben vor den Räumlichkeiten statt im Innern und es würden statt Gruppen jeweils nur einzelne Personen zur Ausgabe gelassen. Zudem werden beispielsweise in München und Erlangen Schüler und Studenten eingelernt, die sich als Freiwillige melden.

Der Sozialverband VdK kritisiert in diesem Zusammenhang die Versäumnisse des Staates und die zu niedrige Grundsicherung. 

"Es müsse von staatlicher Seite geregelt werden, dass die Versorgung mit Lebensmitteln für die Ärmsten sichergestellt wird, natürlich mit ausreichend Abstand, um die Helfer nicht zu gefährden", heißt es in einer Stellungnahme.

Update 17. März, 11.28 Uhr: Bayerischer Einzelhandel befürchtet Pleitewelle

Der Einzelhandel befürchtet eine Katastrophe. (Symbolbild)
Der Einzelhandel befürchtet eine Katastrophe. (Symbolbild)  © Martin Gerten/dpa

Angesichts der geplanten Einschränkungen für den bayerischen Einzelhandel von Mittwoch an befürchtet die Branche eine Pleitewelle. 

"Wenn sich die Lage so weiterentwickelt, haben wir ab April die ersten Insolvenzen", sagte ein Sprecher des Handelsverbands Bayern am Dienstag. "Gerade kleinen, inhabergeführten Betrieben, steht das Wasser bis zum Hals." Schon zuletzt seien die Umsätze durch die Auswirkungen des Coronavirus um 30 bis 40 Prozent eingebrochen und die von Bayern und Bund beschlossenen Hilfen reichten "bei weitem nicht aus".

Insgesamt geht der Handelsverband Bayern von Umsatzeinbußen von 185 Millionen Euro pro Tag im Bereich des Einzelhandels ohne Lebensmittelhandel aus. Am schlimmsten betroffen sei der Textileinzelhandel. 

"Jetzt wird gerade die Frühjahrsmode geliefert, aber es kommen keine Kunden", beschreibt der Sprecher die Situation. Er appelliert deswegen an die Industrie, die Waren nicht zu liefern. Viele Unternehmen könnten sie gar nicht bezahlen. Auch die Vermieter bittet er um Kulanz beim eintreiben der Ladenmieten. "Es ist eine besondere Situation."

Selbst der Onlinehandel sei betroffen, wenn auch nicht so stark. "Das zeigt, dass die Kundenstimmung derzeit wirklich im Keller ist." Gerade bei kleineren Geschäften könne die aktuelle Lage zu einem Kahlschlag führen, befürchtet der Handelsverband. "Da stehen Existenzen auf dem Spiel", betont der Sprecher. 

"Und wenn wirklich so viele Geschäfte aufgeben müssen, dann können wir die Planierraupen für die Innenstädte bestellen."

Update 17. März, 10.50: Söder wedet sich mit Videobotschaft an Bevölkerung

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat alle Menschen im Freistaat dazu aufgerufen, im Kampf gegen das Coronavirus zusammenzustehen. Jeder trage eine Verantwortung für andere, jeder könne einen Beitrag leisten, jeder solle solidarisch sein, sagte Söder am Dienstag in einer Videobotschaft.

"Mein dringender Wunsch und mein Appell, dass wir zusammenstehen als Bayern, als Freistaat Bayern, dass wir uns unterhaken, dass wir aus dieser Krise herauskommen können, mit viel Menschlichkeit, mit kluger staatlicher Arbeit, mit hervorragender Arbeit in den Kliniken und Arztpraxen", sagte Söder. 

"Es ist eine schwierige Zeit. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir durch diese schwierige Zeit gut durchkommen werden." Söder versprach: "Wir lassen niemanden, wirklich niemanden allein."

Update 17. März, 10.44 Uhr: Ikea schließt alle Märkte in Deutschland

Der Möbelhändler Ikea schließt ab Dienstag alle 53 Einrichtungshäuser in Deutschland. 

Man wolle damit die Ausbreitung des Coronavirus hemmen und die Mitarbeiter schützen, erklärte das Unternehmen in Hofheim bei Frankfurt. Man komme der Verantwortung als großer Einzelhändler nach, erklärte Deutschland-Geschäftsführer Dennis Balslev laut einer Mitteilung. Die Maßnahme gilt bis auf Weiteres. 

Der Online-Shop soll ebenso wie das Kunden-Servicecenter weiter geführt werden. Ikea ist Deutschlands größter Möbelhändler.

Update 17. März, 10.25 Uhr: Hilfsorganisationen aktivieren gemeinsames Einsatz- und Lagezentrum

Für eine rasche Reaktion in der Corona-Krise haben mehrere bayerische Hilfsorganisationen das Gemeinsame Einsatz- und Lagezentrum (GELZ) aktiviert. 

"Dadurch können Entscheidungen, über Organisationsgrenzen hinweg, schnell und effizient getroffen werden", teilte das Bayerische Rote Kreuz (BRK) am Dienstag mit.

Zunächst werde das GELZ virtuell betrieben. Letztmals wurde es demnach während des G7-Gipfels 2015 aktiviert. Dem Freistaat bieten die Hilfsorganisationen an, einen gemeinsamen ständigen Vertreter als "Fachberater" in den Katastrophenschutzstab des Innenministeriums zu entsenden.

Zu den beteiligten Hilfsorganisationen zählen unter anderem auch der Malteser Hilfsdienst, das Technisches Hilfswerk und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft. 

Update 17. März, 9.44 Uhr: Kabinett diskutiert mit Spahn über Corona

Am Dienstag wird sich in der Staatskanzlei einmal mehr auch das Kabinett (10 Uhr) mit der Corona-Lage infolge von Sars-CoV-2 befassen. Dazu erwartet der Ministerrat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). 

Über Details soll mittags bei einer Pressekonferenz informiert werden, welche erneut nur im Internet übertragen wird.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update 17. März, 8.10 Uhr: Träge Weltwirtschaft und Coronavirus stimmen Wacker Chemie vorsichtig

Wacker Chemie geht wegen der Coronavirus-Krise vorsichtig ins neue Jahr. Die Folgen der Pandemie könnten das Konzernergebnis 2020 mit mehr als 100 Millionen Euro belasten, wie das Unternehmen am Dienstag in München bei der Vorlage der endgültigen Zahlen für 2019 mitteilte. Daher stehe die Jahresprognose, in der bereits ein Teil der wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie ein voraussichtlich niedrigeres Ergebnis der Beteiligung Siltronic berücksichtigt seien, unter Vorbehalt.

So rechnet Wacker Chemie 2020 mit einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) dürfte demnach bereinigt um einen Sondereffekt aus einer Versicherungsleistung im vergangenen Jahr um einen mittleren einstelligen Prozentsatz fallen.

Nach dem Rutsch in die Verlustzone im vergangenen Jahr müssen sich Aktionäre von Wacker Chemie mit einer geringeren Dividende begnügen. Für 2019 sollen die Anteilseigner 0,50 Euro je Aktie erhalten, wie der Spezialchemiekonzern weiter mitteilte. Das sind 2 Euro weniger als ein Jahr zuvor und weniger als Analysten im Mittel erwartet hatten.

Das Unternehmen litt 2019 unter einer trägen Weltwirtschaft und schwierigen Solargeschäften. Die Bayern schrieben mehrere hundert Millionen Euro auf Produktionsanlagen zur Herstellung von Solarsilizium ab. Daher fiel 2019 - wie bereits seit Ende Januar bekannt - unter dem Strich ein Verlust von 630 Millionen Euro an nach einem Gewinn von 260 Millionen ein Jahr zuvor. 

Der Umsatz hatte sich 2019 mit einem Mini-Minus von einem Prozent auf 4,93 Milliarden Euro vergleichsweise gut gehalten, da höhere Absatzmengen und der zum US-Dollar schwächere Eurokurs niedrigere Verkaufspreise teils ausglichen.

Update 17. März, 7.47 Uhr: Hotel- und Gaststättenbranche fordert Finanzhilfen wegen Coronakrise

Leere gedeckte Tische stehen um die Mittagszeit vor einem Restaurant nahe der Frauenkirche (im Hintergrund) vor einem Restaurant.
Leere gedeckte Tische stehen um die Mittagszeit vor einem Restaurant nahe der Frauenkirche (im Hintergrund) vor einem Restaurant.  © Peter Kneffel/dpa

Angesichts der Belastungen durch die Coronakrise hat der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern rasche finanzielle Unterstützung und Steuersenkungen für die Branche angemahnt. 

Verbandspräsidentin Angela Inselkammer forderte: "Wir brauchen dringend eine Liquiditätsüberbrückung, dass die laufenden Kosten bezahlt werden können."

Zudem müsse die Mehrwertsteuer für alle Bereiche der Gastronomie auf sieben Prozent gesenkt werden, sagte Inselkammer am Dienstag in einem Interview des Bayerischen Rundfunks (Bayern 2, "radioWelt am Morgen"). Ein solcher Schritt würde nach ihrer Ansicht den Gaststätten eine Chance geben, den jetzt anfallenden Schuldenberg später auch wieder abzuarbeiten. 

"Darum wäre die Sieben-Prozent-Mehrwertsteuerregelung für die Gastronomie (...) ein Licht am Ende des Tunnels, um den Gastgebern zu sagen: bitte haltet durch!"

Update 17. März, 6.57 Uhr: Kabinett diskutiert mit Spahn über Corona

Am Dienstag wird sich in der Staatskanzlei einmal mehr auch das Kabinett (10 Uhr) mit der Corona-Lage infolge von Sars-CoV-2 befassen. Dazu erwartet der Ministerrat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Über Details soll mittags bei einer Pressekonferenz informiert werden, welche erneut nur im Internet übertragen wird.

Update 17. März, 6.36 Uhr: Bestatter fordern Einstufung als "systemrelevant"

Bestatter fühlen sich in der Corona-Krise vergessen. (Symbolbild)
Bestatter fühlen sich in der Corona-Krise vergessen. (Symbolbild)  © Bernd Thissen/dpa

Die Bestatter in Bayern fordern, in Zeiten der Corona-Krise auch als "systemrelevant" eingestuft zu werden. 

"Wir müssen unbedingt in die Liste der systemkritischen Berufe aufgenommen werden", sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes Bayern, Ralf Michal, in Schweinfurt der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind vergessen worden."

Als "systemrelevant" gelten derzeit beispielsweise Ärzte, Pfleger oder Polizeibeamte. Sie haben in Zeiten von Schul- und Kitaschließungen einen Anspruch auf die Notbetreuung ihrer Kinder. "Wir müssen die Versorgung sicherstellen, aber das geht nur, wenn alle unsere Mitarbeiter auch zur Arbeit kommen können", sagte Michal, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter ist.

In seinem Betrieb werde derzeit in zwei Teams gearbeitet, die sich möglichst nicht begegnen sollen, sagte Michal. So soll die Versorgung sichergestellt werden, auch wenn ein Mitarbeiter sich mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 angesteckt hat. 

Es sei derzeit auch für Bestatter schwer, Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe zu bekommen. "Aber die brauchen wir. Das ist wirklich ein Problem."

Update 17. März, 6 Uhr: Trotz Unterrichtsausfall finden Einschreibung an Grundschulen statt

Obwohl der Schulunterricht in Bayern wegen des Coronavirus ausfällt, will das Kultusministerium die für März geplanten Einschreibungen für Grundschulen wie geplant stattfinden lassen. "Die Schuleinschreibung steht in keinem unmittelbaren Zusammenhang zum Unterrichtsbetrieb", teilte das Ministerium in einem an Schulen und Förderzentren adressierten Schreiben mit. Sie finde daher "vom Grundsatz her" statt.

Demnach ist es zulässig, die Schulgebäude für die Einschreibung zu nutzen. Eine persönliche Anmeldung sei jedoch nicht erforderlich. Stattdessen könne die Anmeldung für das Schuljahr 2020/2021 auch telefonisch oder schriftlich etwa per Mail erfolgen. Auch die Pflicht, am Verfahren zur Feststellung der Schulfähigkeit teilzunehmen, entfalle grundsätzlich. In begründeten Einzelfällen könnten Schule und Erziehungsberechtigte allerdings eine Möglichkeit finden, das zu organisieren. 

Die Anforderungen des Infektionsschutzes müssten dabei eingehalten werden.

Update 16. März, 22.20 Uhr: Söder fordert mehr Tempo im Kampf gegen Corona in Deutschland

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert im Kampf gegen das Coronavirus ein noch schnelleres und entschlosseneres Handeln von Bund und Ländern. "Ich glaube, wir brauchen auch ein Stück mehr Tempo in der deutsche Politik", sagte Söder am Montagabend im ZDF. "Die Herausforderung ist größer als gedacht. Wir können nicht endlos darüber debattieren, wir müssen entscheiden." Es gebe in den Ländern "den einen oder anderen, den muss man noch überzeugen". Er sei aber froh, dass am Ende doch alles klappe "und dass wir jetzt im Gleichklang sind", sagte der CSU-Chef.

Ausgangssperren wie in einigen anderen europäischen Ländern schloss Söder erneut nicht aus. "Ich kann Ihnen keine Garantie abgeben, was in einer Woche ist", sagte er, betonte aber: "Wir handeln immer angemessen, wir handeln immer nach Empfehlung der Virologen." 

Grundsätzlich sagte Söder: "Ich möchte, dass wir keinen Tag zögern, wenn wir die Empfehlung bekommen, jetzt zu handeln."

Update 16. März, 21.35 Uhr: Bundesliga bis Anfang April ausgesetzt, individuelle Trainingspläne beim FC Bayern

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat auch der FC Bayern München das für Dienstag angesetzte Teamtraining abgesagt. Der deutsche Fußball-Rekordmeister teilte am Montag mit, dass Sportdirektor Hasan Salihamidžić und Trainer Hansi Flick so entschieden und den Spielern individuelle Trainingspläne für Zuhause mitgegeben hätten. Über das weitere Vorgehen will die sportliche Leitung am Dienstag beraten.

Am Montag hatten die DFL-Clubs bei ihrer Mitgliederversammlung in Frankfurt beschlossen, den Spielbetrieb in der Bundesliga und der 2. Liga bis mindestens zum 2. April weiter auszusetzen.

Update 16. März, 20.20 Uhr: 3. Liga pausiert bis 30. April

Die Saison in der 3. Fußball-Liga wird aufgrund der Coronavirus-Pandemie bis zum 30. April unterbrochen. Das beschlossen der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und Vertreter der Clubs am Montag in einer Videokonferenz. 

Zuvor waren bereits zwei Spieltage abgesagt worden, auch der TSV 1860 München war betroffen. Eigentlich hätte am Wochenende wieder gespielt werden sollen.

Update 16. März, 19.10 Uhr: Söder fordert Profi-Fußballer auf, auf ihr Geld zu verzichten

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Fußball-Stars dazu aufgerufen, auf Millionen zu verzichten, um ihren Vereinen in der Corona-Krise zu helfen. Denn er sieht dies derzeit nicht als zentrale Aufgabe der Politik an. "Ganz ehrlich: Es ist nicht die wichtigste und vordringlichste Aufgabe jetzt, dafür zu sorgen, dass die Profivereine wirtschaftlich überleben können", sagte Söder am Montag in einem Live-Interview der "Bild"-Zeitung. Wichtiger sei nun die die Sicherstellung der medizinischen Versorgung.

Söder sagte stattdessen, er fände es in Ordnung, wenn viele derjenigen Spieler, "die ganz große Gehälter bekommen", ihren Arbeitgebern gegenüber nun etwas zurückhaltender wären. Hier würden jedes Jahr Millionen verdient. Und um die Phase jetzt zu überbrücken, sei Solidarität nicht nur von den Vereinen, sondern auch von den Spielern gefragt - die lebten schließlich von den Vereinen. "Deswegen wäre vielleicht jetzt mal die Idee, dass da jeder seinen Beitrag macht, damit sein Verein, die Liga und der Sport auch dann wieder stattfinden kann, wenn - so hoffen wir - die Krise überwunden wurde."

Die Bundesliga und die 2. Liga unterbrechen ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens 2. April.

Update 16. März, 18.52 Uhr: Fünfter Corona-Todesfall in Bayern

In Bayern ist ein weiterer Mensch nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen über 90-jährigen Patienten aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium am Montag in München unter Berufung auf das Landratsamt Würzburg mit. Der Gestorbene sei Bewohner des gleichen Pflegeheims gewesen, aus dem auch zwei andere Coronavirus-Todesfälle in Bayern stammten.

Damit sind fünf Menschen in Bayern nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Mindestens 1067 Menschen wurden bislang positiv auf Sars-CoV-2 getestet. 

Update 16. März, 18.40 Uhr: Landtag im Krisenmodus, Plenarsitzung in Schrumpf-Besetzung

Angesichts der schnellen Ausbreitung des Coronavirus schaltet auch der Landtag immer stärker in den Krisenmodus. So sollen Plenarsitzungen ab sofort nur noch mit einem Fünftel der Abgeordneten stattfinden. Darauf hätten sich die sechs Fraktionen am Montag einvernehmlich verständigt, teilte der Landtag mit. So solle die Abstandswahrung im Plenarsaal gewährleistet werden.

Die Fraktionsstärken sollen den Angaben zufolge proportional erhalten bleiben. Welche Abgeordneten sie ins verkleinerte Krisen-Plenum entsenden, sollen die einzelnen Fraktionen selber entscheiden.

Die Regelung gilt bereits für die Plenarsitzung an diesem Donnerstag. Im Zentrum stehen dann eine Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zur Corona-Krise - und der Staatshaushalt. Söder hatte am Dienstag angekündigt, wegen der Corona-Krise Milliardenhilfen für die Wirtschaft locker zu machen. 

Dafür soll die Schuldenbremse für zunächst ein Jahr außer Kraft gesetzt werden. Auch dies soll schon in der Sitzung an diesem Donnerstag beraten werden.

Update 16. März: 17.05 Uhr: Regierung ruft Medizinstudenten zum Corona-Einsatz auf

Die bayerische Staatsregierung ruft Medizinstudenten zum freiwilligen Einsatz in der Corona-Krise auf. "Gerade im medizinischen Bereich werden wir in den kommenden Wochen jede Unterstützung brauchen können, um unsere Bevölkerung zu beraten und zu schützen sowie bereits infizierte Erkrankte bestmöglich zu versorgen", teilte Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) am Montag mit. "Daher bitte ich unsere Studentinnen und Studenten der medizinischen Fächer, dort anzupacken, wo es nötig ist."

Angehende Ärztinnen und Ärzte könnten zum Beispiel bei der Versorgung der Patienten unterstützen oder bei der Beratung der Bevölkerung mitarbeiten - beispielsweise an Telefonhotlines, hieß es in dem gemeinsamen Aufruf von Sibler und den sechs bayerischen Unikliniken. "Wir stehen vor einer großen Herausforderung für unsere gesamte Gesellschaft", sagte Sibler. "Wir tun alles dafür, die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung zu verlangsamen und das Gesundheitssystem funktionsfähig zu halten." 

Die Universitätskliniken seien auf einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 vorbereitet.

Update 16.15 Uhr: Industrieproduktion läuft regulär weiter

Die bayerische Industrie kommt mit der Schließung aller Schulen und Kindertagesstätten im Freistaat offenbar gut zurecht. Von der Deutschen Presse-Agentur befragte Unternehmen berichteten am Montag durchweg davon, dass die Produktion ganz oder weitgehend normal laufe. Durch den von den Schulschließungen verursachten privaten Betreuungsbedarf fielen demnach nicht in großem Maße Mitarbeiter aus. In Bayern sind die Schulen seit Montag geschlossen, um den Ausbruch des Coronavirus einzudämmen.

So hieß es von BMW, die Produktion laufe regulär. Audi erklärte, man habe normal weiterproduziert. "Es gibt keine größeren Einschränkungen und Stand heute erwarten wir auch keine", sagte eine Infineon-Sprecherin. Auch bei Wacker Chemie und Osram gab es am Montag keine Einschränkungen in der Produktion durch fehlende Mitarbeiter.

Allgemein gilt bei den meisten Unternehmen derzeit, dass Mitarbeiter, die aus dem Homeoffice arbeiten können, dies auch tun sollen. In der Produktion ist dies nicht möglich.

Update 16. März, 16.10 Uhr: Bayerns Vereine schließen Geschäftsstellen

Wegen der Zuspitzung der Situation im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus schließen immer mehr bayerische Spitzenvereine ihre Büros für die Öffentlichkeit. 

Nachdem Ministerpräsident Markus Söder am Montagmorgen den "Katastrophenfall" ausgerufen hatte, machte etwa der 1. FC Nürnberg im Laufe des Tages seine Geschäftsstelle sowie sämtliche Fanshops dicht. Nur wenige Mitarbeiter blieben auf dem Gelände des Fußball-Zweitligisten, das Gros der Belegschaft wechsle ins Homeoffice. Die Maßnahmen gelten solange, bis der Katastrophenfall aufgehoben werde, hieß es.

Auch der FC Bayern bietet seinen Angestellten an, ab sofort von zuhause zu arbeiten, wie Vereinspräsident Herbert Hainer der dpa sagte. Der FC Augsburg hatte den Betrieb auf der Geschäftsstelle schon am Wochenende auf ein Minimum reduziert. Drittligist 1860 München schloss seine Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße, zwei Fanshops der "Löwen" werden am Dienstag nicht mehr öffnen.

Bei den Basketballern von Brose Bamberg bleiben die Büros für Fans und Besucher ab sofort und auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Ein Graffiti bestehend aus dem Text "Stay Home" und einer symbolischen Virusdarstellung ist in der Münchner Fußgängerzone auf den Boden gesprüht worden.
Ein Graffiti bestehend aus dem Text "Stay Home" und einer symbolischen Virusdarstellung ist in der Münchner Fußgängerzone auf den Boden gesprüht worden.  © Sven Hoppe/dpa

Update 16. März, 15.30 Uhr: Lernplattform Mebis nach Hackerangriff wieder erreichbar

Der Hackerangriff auf die Online-Plattform Mebis für den Fernunterricht ist beendet. Seit den frühen Morgenstunden seien die Server einer Attacke ausgesetzt gewesen, teilte das bayerische Kultusministerium am Montag in München mit. Der Angriff erfolgte nach Auskunft der Betreiber durch Hunderttausende automatisierte Seitenaufrufe. Am Nachmittag war die Plattform wieder erreichbar, wenn auch mit Problemen. Laut Kultusministerium wird deshalb noch am Ausbau und der Optimierung der Systeme gearbeitet, um der stark gestiegenen Anzahl von Benutzern Rechnung zu tragen.

Während der Schulschließungen wegen der Corona-Pandemie sollen die bayerischen Schüler in den kommenden Wochen von ihren Lehrern über Mebis mit Lernmaterial versorgt werden.

Update 16. März, 15.20 Uhr: Nachbarschaftsverein bietet Pflegeschulung auf Facebook

Der Nachbarschaftsverein deinNachbar in München will in einem Facebook-Kurs zeigen, wie Senioren versorgt werden können. "Versorgung von hilfsbedürftigen Senioren in Zeiten von Corona" heißt die Schulung, die am Dienstag um 16.00 Uhr zeigen soll, wie man seinen älteren Nachbarn unter die Arme greifen kann. "Die vermehrte Hilfsbereitschaft wird durch die Verunsicherung der Bürger jedoch gedämpft, da niemand für die Ansteckung der Nachbarn verantwortlich sein möchte", heißt es in der Ankündigung des Kurses.

Ein Mitglied des Vereins werde in der Online-Schulung "grundlegende Informationen zum Virus" geben und "wirkungsvolle Maßnahmen für einen hilfreichen Umgang mit Risikogruppen" zeigen. 

"Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass die Gesellschaft wieder enger zusammenwächst und sich gegenseitig unterstützt", heißt es in der am Montag verbreiteten Mitteilung des gemeinnützigen Vereins.

Update 16. März, 15 Uhr: Wirtschaft begrüßt bayerische Hilfen

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. (vbm) Bertram Brossardt  will die Liquidität der Unternehmen erhalten.
Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V. (vbm) Bertram Brossardt  will die Liquidität der Unternehmen erhalten.  © Matthias Balk/dpa

Die bayerische Wirtschaft lobt die angekündigten Hilfsmaßnahmen der Landesregierung. Diese seien ein "äußerst wichtiges Signal in der sich ausbreitenden Coronakrise", betonte die Vereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw), der Bayerische Handwerkstag (BHT) und der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) am Montag in einer gemeinsamen Erklärung. 

Die Verbände riefen zudem die Kommunen auf, den Betrieben unkompliziert die Gewerbesteuer zu stunden und forderten, auf Bundes- und EU-Ebene die Bankenregulatorik anzupassen, damit Banken Kreditrückzahlungen stunden und Darlehen ausweiten könnten.

Gerade viele Familienbetriebe sowie Kleinst- und Kleinunternehmen würden von der Krise getroffen, sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl und betonte: "Oftmals haben diese Betriebe nur geringe Liquiditätsreserven. Kurzfristige Einnahmeausfälle können damit sehr schnell in die Insolvenz führen." In diesen Fällen seien die angekündigten Soforthilfen bis 30 000 Euro existenzsichernd.

"Das Wichtigste ist, die Liquidität der Unternehmen zu erhalten", sagte vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. 

Bei kleinen Unternehmen gehe das am besten mit den Soforthilfen, bei größeren mit den Regelungen zur Kurzarbeit oder Bürgschaften.

Update 16. März, 14.15 Uhr: Kurzarbeit bei Motel One

Die Hotelkette Motel One hat das vergangene Geschäftsjahr mit Wachstum und hohen Gewinnen abgeschlossen, angesichts der Ausbreitung des Coronavirus aber Kurzarbeit angeordnet. Das in München ansässige Unternehmen rechnet laut einer Mitteilung vom Montag mit einer "massiven Störung des Geschäftsverlaufs und hohen Umsatzeinbrüchen in den kommenden Monaten." Als Reaktion plant Motel One "Kostenanpassungen in allen Bereichen". So habe man in den Hotels in Deutschland und der Zentrale in München Kurzarbeit angeordnet.

Über Dauer und Umfang der Kurzarbeit könne man derzeit noch keine Aussagen treffen, hieß es. In Deutschland beschäftigt Motel One derzeit rund 1880 Mitarbeiter, weitere 750 an europäischen Standorten. 

Update 16. März, 14.10 Uhr: Keine Verfahren an Bayerns Verwaltungsgerichten

Wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus sollen an bayerischen Verwaltungsgerichten bis zum Ende des Monats keine Verhandlungen stattfinden. 

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München habe alle Verwaltungsgerichte im Freistaat aufgerufen, den Sitzungsbetrieb zwischen dem 17. und 31. März komplett einzustellen, sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichtes in München am Montag.

Update 16. März, 14.05 Uhr: 181 neue Infektionen mit Coronavirus

In Bayern haben sich weitere 181 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Montag auf seiner Homepage mit. 

Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 1067 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden.

Update 16. März, 13.55 Uhr: Kein Amateurfußball in Bayern bis mindestens 19. April

Nach der Ausrufung des Katastrophenfalls in Bayern wegen der Coronavirus-Epidemie ist die Zwangspause im Amateur-Fußball bis mindestens 19. April verlängert worden. Damit werden mehr als 25.000 Teams im Freistaat noch mehr als einen Monat lang keine Liga-Partien bestreiten und sollen auch nicht trainieren. Das beschloss der Bayerische Fußball-Verband (BFV) am Montag.

In der Vorwoche hatte der BFV den Spielbetrieb von der Regionalliga abwärts bereits bis 23. März ausgesetzt, nun wurde der Stopp "auf unbestimmte Zeit", aber mindestens bis zum Ende der Osterferien ausgedehnt, wie es hieß. Bevor der Neustart ansteht, soll es eine Vorankündigung von mindestens 14 Tagen geben, um den Vereinen genug Planungssicherheit zu geben.

"Unsere Vereine und deren über 1,6 Millionen Mitglieder erwarten von uns Planungssicherheit und verantwortungsvolles Handeln", sagte BFV-Präsident Rainer Koch. "Deshalb haben wir heute auf die Neuentwicklung sofort reagiert und das Vorgehen der aktuellen, völlig neuen Situation nach Ausrufung des Katastrophenfalles angepasst."

Der Verband ruft alle Vereine auf, den Vorgaben der Behörden zu folgen, um eine Ausbreitung des gefährlichen Virus Sars-CoV-2 zu bremsen.

Update 16. März, 13.28 Uhr: Veranstalter FTI Group sagt wegen Corona Reisen bis Ende März ab

Der Touristikkonzern FTI Group sagt wegen der Coronavirus-Krise alle Reisen bis Ende März ab. 

Buchungen jeder Reiseart würden bis einschließlich 31. März storniert, teilte das Unternehmen am Montag in München mit. "Das Wohl unserer Gäste wie auch unserer Mitarbeiter ist unsere oberste Maxime, daher setzen wir unsere Operationen vorerst aus". 

Der Veranstalter, der zu den großen in Deutschland zählt, beantragte Staatsgarantien zur Überbrückung, "um perspektivisch wieder zum Routinegeschäft zurückkehren zu können".

Zuvor hatte Branchenprimus Tui den Großteil des Reisegeschäfts ausgesetzt. Abgesagt wurden bis auf weiteres Pauschalreisen, Kreuzfahrten und der Hotelbetrieb. Bei DER Touristik gibt es keine entsprechende Entscheidung, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. 

Alltours wollte sich derzeit auf Nachfrage nicht äußern.

Update 16. März, 13.03 Uhr: Staatsregierung stellt Gesundheitssystem auf Corona-Notfallbetrieb um

Das Gesundheitssystem in Bayern soll auf den Ausnahmezustand vorbereitet werden. (Symbolbild)
Das Gesundheitssystem in Bayern soll auf den Ausnahmezustand vorbereitet werden. (Symbolbild)  ©  Armin Weigel/dpa

Die Staatsregierung bereitet sich angesichts der rasant steigenden Zahl an Coronavirus-Infektionen auf einen drohenden medizinischen Ausnahmezustand vor. 

"Die Krankenhäuser werden speziell auf die Corona-Herausforderung komplett ausgerichtet", kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München an. "Es ist wichtig, dass alle Kliniken sich darauf einstellen." Auch allgemeine Arztpraxen und Rehakliniken werden einbezogen, Unikliniken komplett von Forschung auf Versorgung umgestellt. 

Medizinstudenten sollen für die Gesundheitsversorgung angestellt werden, ebenso Ärzte im Ruhestand und Mediziner in Elternzeit.

Die Testkapazitäten sollen ausgebaut werden - aber gezielt: "Wir werden die Tests nur noch dort machen, wo wirklich Symptome da sind, da ansonsten die Testverfahren überlastet würden", sagte Söder. Die Staatsregierung will zudem Gesundheitsämter und die Besetzung der Notfallnummern personell deutlich verstärken.

Für den Extremfall von Masseninfektionen sind nach den Worten von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) auch temporäre Notfallkliniken in Messehallen denkbar: "Wir müssen uns auf alles vorbereiten, auch auf die Thematik." Zuerst müssten aber die Krankenhäuser gestärkt und unterstützt werden.

Update 16. März, 12.22 Uhr: Straßenzeitung "Biss" stellt Verkauf wegen Corona vorerst ein

Die Münchner Straßenzeitung "Biss" stellt den Verkauf zum Schutz der Verkäufer und Kunden ab sofort ein. 

Die mehr als 100 Verkäufer der Zeitung, die meist obdachlos oder in sozialen Schwierigkeiten sind, werden laut Mitteilung vom Montag weiterhin finanziell unterstützt. "Wir lassen unsere Verkäufer nicht hängen, keiner muss Angst um seinen Arbeitsplatz haben", sagte Karin Lohr, die Geschäftsführerin von "Biss" demnach. 

Sie behielten durch die Festanstellung auch den vollen Schutz ihrer Krankenversicherung.

Update 16. März, 11.43 Uhr: Gewerkschaft kritisiert längere Ladenöffnungszeiten

Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern (l-r), Florian Herrmann (CSU), Leiter der bayerischen Staatskanzlei, und Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern.
Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister und Landesvorsitzender der Freien Wähler in Bayern (l-r), Florian Herrmann (CSU), Leiter der bayerischen Staatskanzlei, und Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern.  © Matthias Balk/dpa

Die Gewerkschaft Verdi sieht die Gesundheit der Beschäftigten im bayerischen Lebensmitteleinzelhandel durch die Auswirkungen des Coronavirus in Gefahr. Vielfach fehle hygienischer Schutz, die Arbeitsbelastung sei extrem hoch - "und nun sollen auch noch Ladenöffnungszeiten ausgeweitet werden", kritisierte Hubert Thiermeyer von Verdi Bayern am Montag. 

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte kurz zuvor angekündigt, die Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte als Reaktion auf die Krise zu verlängern.

Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Banken und einige weitere Geschäfte dürfen unter der Woche nun bis 22 Uhr und sonntags bis 18 Uhr öffnen. In den Augen der Gewerkschaft ist dies der falsche Schritt: "Weitere Belastungen durch unnötige Öffnungszeiten gefährden die gesamte Personalbesetzung und damit die Grundversorgung unserer Bevölkerung", sagte Thiermeyer. Es fehle nicht an Zeit zum Einkaufen.

Die Beschäftigten im Lebensmitteleinzel- und -großhandel leisteten derzeit Übermenschliches, betonte Thiermeyer. "Dabei fühlen sie sich von ihren Arbeitgebern und der Politik vielfach im Stich gelassen", sagte er. "Die extremen Belastungen zehren an der Gesundheit und am Immunsystem der Beschäftigten, was sie zusätzlich angreifbar macht für eine Ansteckung durch den Coronavirus." 

Verdi fordert daher hygienische Schutzmaßnahmen an der Kasse, klare Abstandsregelungen für Kunden und sinnvolle Entlastungsmaßnahmen für die Beschäftigten.

Update 16. März, 11.03 Uhr: Was bedeutet die Ausrufung des Katastrophenfalls?

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls greift die Staatsregierung zu einem Mittel, das in der Regel bei Naturkatastrophen zum Einsatz kommt - meist sind das in Bayern Überschwemmungen oder Schneemassen. In der Regel wird auch nicht der bayernweite Katastrophenfall ausgerufen, sondern beschränkt auf einzelne Kommunen.

Das bayerische Katastrophenschutzgesetz ist aber nicht auf Naturgefahren beschränkt, sondern lässt ganz bewusst sehr breiten Spielraum: Eine Katastrophe ist "ein Geschehen, bei dem Leben oder Gesundheit einer Vielzahl von Menschen oder die natürlichen Lebensgrundlagen oder bedeutende Sachwerte in ungewöhnlichem Ausmaß gefährdet oder geschädigt werden".

Zweck des Gesetzes ist es, eine einheitliche Kommandostruktur für die Behörden zu schaffen, damit diese gezielt und koordiniert auf eine Katastrophe reagieren können. Sämtliche Einsätze von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Hilfsorganisationen laufen dann über eine zentrale Stelle. Normalerweise übernehmen die Landratsämter die Funktion der Katastrophenschutzbehörde, bei überregionalen Bedrohungen kann das aber auch das Innenministerium in München sein.

Das Gesetz gibt den Behörden darüber hinaus sehr weitreichende Möglichkeiten: Sie dürfen Katastrophengebiete räumen und den Zutritt verbieten. 

Die Katastrophenschutzbehörde hätte sogar das Recht, jeden Bürger zum Einsatz heranzuziehen - in Form von "Dienst-, Sach- und Werkleistungen".

Update 16. März, 10.52 Uhr: Inzwischen mehr als 1000 Coronavirus-Infektionen in Bayern

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Bayern hat die 1000er-Marke überschritten. Am Sonntag waren es 886 Menschen, allein bis Montag um 9 Uhr kamen noch einmal knapp 150 Neuinfektionen hinzu, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München sagte. 

Damit habe man derzeit 1034 bestätigte Infektionen in Bayern. Wenn es in diesem Tempo weitergehe, könne es sein, dass man am Wochenende bei mehreren Tausend Infizierten angelangt sei.

Update 16 März, 10.36 Uhr: Markus Söder: "Die Lage ist sehr ernst."

Markus Söder stellte am Montag klar, dass die Lage in Bayern sehr ernst ist. 

Da die Infektionskette nicht mehr nachvollziehbar sei, muss sich der Freistaat auf eine exponentielle Verbreitung des Virus einstellen. Deswegen wurden "einschneidende Maßnahmen" beschlossen, um unnötige soziale Kontakte möglichst zu vermeiden.

Nur so könne man die Infektionen verlangsamen, damit das Gesundheitssystem diesem Belastungstest standhalten könne.

Update 16. März, 10.29 Uhr: Bayern setzt Schuldenbremse außer Kraft

Zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Corona-Krise setzt der Freistaat Bayern die Schuldenbremse außer Kraft. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit.

Update 16. März, 10.26 Uhr: Söder: Keine Ausgangssperre, aber soziale Kontakte meiden

Markus Söder wies darauf hin, dass es keine Ausgangssperre geben wird. Trotzdem rief er die Bevölkerung dazu auf, soziale Kontakte nach Möglichkeit zu meiden.

Update 16. März, 10.22 Uhr: Neue Öffnungszeiten für Supermärkte und Speiselokale

Im Kampf gegen das Coronavirus dürfen Restaurants und Betriebskantinen in Bayern nur noch von 6 bis 15 Uhr öffnen. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mit.

Um die Grundversorgung mit Lebensmitteln und anderen wichtigen Produkten sicherzustellen, weitet Bayern die Ladenöffnungszeiten für bestimmte Geschäfte aus: Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien, Apotheken, Tankstellen, Banken und einige weitere Geschäfte dürfen werktags bis 22 Uhr öffnen und auch sonntags geöffnet haben, dann bis 18 Uhr. 

Update 16. März, 10.20 Uhr: Bayern sperrt auch Sportplätze und Spielplätze

Bayern weitet die Beschränkungen wegen der Ausbreitung des Coronavirus noch einmal weiter aus. Nicht nur Kinos, Clubs, Vereinsräume und ähnliches werden ab Dienstag geschlossen, sondern auch Sportplätze und Spielplätze werden gesperrt, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München mitteilte.

Update 16. März, 10.16 Uhr: Söder verkündet "einschneidende Maßnahmen", Katastrophenfall gilt ab sofort

Zum Schutz der Bevölkerung ruft Bayern den Katastrophenfall aus. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf einer Pressekonferenz am Montag mit.

Zum Schutz der bayerischen Wirtschaft vor den Folgen der Corona-Krise stellt der Freistaat Bayern bis zu zehn Milliarden Euro Sondervermögen bereit. "Wir lassen niemanden allein", so Söder.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.
Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern.  © Sven Hoppe/dpa

Update 16. März, 8.45 Uhr: Kontrollen an der Grenze zu Österreich haben begonnen

Bundespolizisten stehen an der mobilen Autobahn-Übergangsstelle und kontrollieren den Verkehr. 
Bundespolizisten stehen an der mobilen Autobahn-Übergangsstelle und kontrollieren den Verkehr.  © Peter Kneffel/dpa

Die Kontrollen wegen der Coronavirus-Epidemie an der deutschen Grenze zu Österreich haben am Montagmorgen wie geplant um 8 Uhr begonnen. 

Dadurch soll eine rasante Ausbreitung des Virus verhindert und die Zahl der Infizierten und Toten kleingehalten werden. Reisende ohne triftigen Grund dürfen daher nicht mehr nach Deutschland einreisen, wie ein Sprecher der Bundespolizei mitteilte. Der Warenverkehr und Berufspendler seien davon aber nicht betroffen.

Kurz vor und zu Beginn der Kontrollen blieb es an der Grenze ruhig. Der Verkehr rollte zunächst normal weiter, der Rückstau nach Österreich war gering, wie dpa-Reporter vor Ort berichteten. Auch Raststätten und deren Parkplätze im Grenzgebiet seien auffällig leer.

Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich gibt es schon seit der Flüchtlingskrise im Herbst 2015. Die neuen Regelungen würden vorerst auf unbestimmte Zeit laufen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. 

Ob es demnächst zu Chaos oder langen Rückstaus an der Grenze komme, sei derzeit noch nicht abschätzbar.

Update 15. März, 22.10 Uhr: Bayern plant zunächst keine Ausgangssperren

Anders als in anderen Ländern soll es wegen des Coronavirus in Bayern zunächst keine Ausgangssperren geben. "Das ist derzeit nicht geplant", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag im BR Fernsehen. Er appelliert aber an alle Bürger, sich genau zu überlegen, welche Orte man besuchen wolle. 

Um die Grundversorgung der Menschen zu sichern, werde Bayern die Ladenöffnungszeiten für Lebensmittelgeschäfte verlängern.

Update 15. März, 22 Uhr: Bayern wird laut Söder Katastrophenfall ausrufen

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die Ausrufung des Katastrophenfalls im Freistaat angekündigt. 

Man werde das tun, weil man eine einheitliche Strategie unter einer einheitlichen Führung brauche, sagte Söder am Sonntagabend im BR Fernsehen.

Update 15. März, 21.30 Uhr: Bayern plant laut Kreise die Ausrufung des Katastrophenfalls

In Bayern könnte ab Dienstag wegen des Coronavirus der Katastrophenfall ausgerufen werden. Die finale Entscheidung werde aber erst am Montagmorgen getroffen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntagabend aus Regierungskreisen in München. 

Mit der Ausrufung des Katastrophenfalls sind in erster Linie organisatorische Fragen verbunden. Diese seien notwendig, damit das Land im Kampf gegen das Coronavirus entsprechende Maßnahmen ergreifen könne, hieß es in Regierungskreisen. Der Katastrophenfall soll zunächst für 14 Tage gelten.

Neben den bekannten Schritten wie einer Schließung aller nicht systemrelevanten Geschäfte soll dann auch die Bundeswehr mit ihren Krankenhäusern in die Krisenpläne einbezogen werden. Das Gesundheitsministerium soll - so berichtet die Zeitung - zudem sämtliche Beatmungsgeräte im Land erfassen und ein Notfallkonzept entwickeln, wie sich sogenannte temporäre Krankenhäuser einrichten lassen. 

Sie sollen demnach in Messe-, Sport- und Konzerthallen entstehen, falls die Zahl der Erkrankten drastisch steigt.

Update 15. März, 21.10 Uhr: Agrarkonzern Baywa will Betriebe trotz Corona geöffnet lassen

Der für viele Bauern wichtige Agrarhandelskonzern Baywa will trotz der Ausbreitung des Coronavirus seine Betriebe in Deutschland geöffnet lassen. Die Versorgungsfunktion insbesondere im ländlichen Raum müsse bestmöglich erfüllt werden, sagte der Vorstandsvorsitzende Klaus Josef Lutz laut einer Mitteilung vom Sonntagabend. Für die Konzernzentrale in München gilt jedoch ein generelles Besuchsverbot.

Haupttätigkeit der Baywa ist der Agrarhandel. Sie beliefert Landwirte unter anderem mit Saatgut und Dünger, viele sind auf den Konzern angewiesen.

Update 15. März, 19.50 Uhr: Strengere Grenzkontrollen sind laut Söder zum Schutz Bayerns notwendig

Die strengeren Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze sind nach Ansicht von CSU-Chef Markus Söder wegen des sich ausbreitenden Coronavirus unverzichtbar. "Zur Sicherheit und zum Schutz Bayerns ist die Einschränkung des Grenzverkehrs zu Österreich notwendig", schrieb der bayerische Ministerpräsident am Sonntagabend auf Twitter. 

Für Pendler sowie Waren- und Lieferketten bleibe die Grenze offen, damit die Bevölkerung versorgt werde. "Die bayerische Grenzpolizei steht bereit, um Bundespolizei zu unterstützen."

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zuvor verschärfte Kontrollen und Einreiseverbote an den Grenzen zur Schweiz, zu Frankreich, Österreich, Dänemark und auch Luxemburg angekündigt. 

Die Entscheidung werde an diesem Montag ab 08.00 Uhr greifen.

Update 15. März, 19.33 Uhr: Nürnberg-Profi gibt Entwarnung

Der nach einem positiven Coronavirus-Befund unter Quarantäne stehende Fußball-Profi Fabian Nürnberger hat mit keinerlei Symptomen zu kämpfen. "Mir geht es sehr gut, ich merke bislang keine Anzeichen oder ähnliches vom Virus. Um mich müsst ihr euch auf jeden Fall keine Sorgen machen", sagte der 20-Jährige vom Zweitligisten 1. FC Nürnberg am Sonntagabend in einem Vereinsvideo. Er habe auch schon ein bisschen trainiert, "um mich da einfach fit zu halten."

Aber nicht jedem gehe es "so einfach wie mir mit diesem Virus", sagte Nürnberger und richtete einen eindringlichen Appell an die Fans: "Versucht, so gut wie möglich, in eurer Wohnung zu bleiben, versucht nur im Notfall nach draußen zu gehen. Ich denke, im Moment ist das das Beste, was wir alle tun können."

Nachdem Nürnberger positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war, befindet sich die gesamte Mannschaft in häuslicher Quarantäne.

Update 15. März, 18.25 Uhr: Vierter Corona-Todesfall in Bayern

In Bayern ist ein weiterer Mensch nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Es handele sich um einen über 80-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen aus Würzburg, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in München unter Berufung auf das Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit. Der Gestorbene sei Bewohner des gleichen Pflegeheims gewesen, aus dem auch der erste Coronavirus-Todesfall in Bayern stammte.

Damit sind vier Menschen in Bayern nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Mindestens 886 Menschen wurden bislang positiv auf Sars-CoV-2 getestet. 

Update 15. März, 18.23 Uhr: Ab Dienstag Kinos zu, ab Mittwoch auch viele Geschäfte

Menschenleer ist das Foyer des Kinos Corona KinoPlex. Wegen des Coronavirus werden in Bayern ab Dienstag alle Bars, Kinos und Schwimmbäder geschlossen.
Menschenleer ist das Foyer des Kinos Corona KinoPlex. Wegen des Coronavirus werden in Bayern ab Dienstag alle Bars, Kinos und Schwimmbäder geschlossen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wegen des Coronavirus werden in Bayern ab Dienstag alle Bars, Kinos und Schwimmbäder geschlossen, ab Mittwoch sollen dann auch ausgewählte Geschäfte ihre Pforten ganz dicht machen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen in München. 

Demnach bleiben aber trotz der weiteren Ausbreitung von Sars-CoV-2 alle Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogeriemärkte, Banken und Tankstellen weiter geöffnet. Die Grundversorgung bleibe dadurch aufrechterhalten, wurde betont. Gleichwohl bedeuten die Schließungen eine weitere deutliche Beschränkungen des öffentlichen Lebens im Freistaat.

An einer Sitzung des Krisenstabs in der Staatskanzlei in München hatten neben Ministerpräsident Markus Söder Innenminister Joachim Herrmann, Staatskanzleichef Florian Herrmann, Gesundheitsministerin Melanie Huml, Finanzminister Albert Füracker, Wissenschaftsminister Bernd Sibler (alle CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) teilgenommen. 

Details sollen am Montagmorgen (10.00 Uhr) auf einer Pressekonferenz mitgeteilt werden, die ausschließlich im Internet übertragen wird.

Update 15. März, 17.35 Uhr: Bahn schränkt Regional- und S-Bahnverkehr ein

Die Deutsche Bahn reagiert auf das Coronavirus und schränkt ihren Fahrplan ein. 
Die Deutsche Bahn reagiert auf das Coronavirus und schränkt ihren Fahrplan ein.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Wegen des Coronavirus will die Deutsche Bahn den Regionalverkehr in Bayern einschränken. Bei der Südostbayern-Bahn werden ab Montag einige Verstärker-Züge auf der Strecke zwischen Mühldorf und München ausfallen, wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilte. Züge von Mühldorf nach Salzburg werden demnach bereits in Freilassing enden. Bei der Gäubodenbahn in Niederbayern gelte der Ferienfahrplan.

Der Zugverkehr nach Österreich werde wegen der Grenzschließung ab Montag eingestellt, teilte die Bayerische Oberlandbahn mit. Züge des Meridian nach Salzburg enden demnach vorzeitig in Freilassing, jene nach Kufstein enden in Kiefersfelden. Von dort aus wenden die Züge zurück in Richtung München.

Auch bei der S-Bahn in München werden wegen der Ausbreitung des Virus die Fahrpläne angepasst. Den Angaben zufolge werden ab Montagmorgen die Taktverstärker der Linien 2, 3, 4 und 8 ausfallen. Die Deutsche Bahn empfahl Reisenden, vor der Fahrt die Reiseverbindung zu überprüfen.

Das Unternehmen hatte am Sonntag angekündigt, den Regionalverkehr bundesweit einschränken zu wollen. Die Zahl der Züge werde schrittweise an die sinkende Nachfrage angepasst, sagte eine Bahn-Sprecherin. 

Die Bahn erweitert wegen der außergewöhnliche Lage auch die Möglichkeiten für die Kunden, ihre Reise zu verschieben oder zu stornieren. "Die Kulanzregelungen gelten in den kommenden Wochen, deshalb ist es nicht erforderlich, sich unverzüglich zu melden", betonte das Unternehmen. 

Erstattungen könnten auch noch nach dem gebuchten Reisetag eingereicht werden.

Update 15. März, 17.15 Uhr: 1. FC Nürnberg kauft für Ältere und Bedürftige ein

Der 1. FC Nürnberg engagiert sich in der aktuellen Corona-Krise für Ältere und Bedürftige. (Symbolbild)
Der 1. FC Nürnberg engagiert sich in der aktuellen Corona-Krise für Ältere und Bedürftige. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Der 1. FC Nürnberg engagiert sich in der aktuellen Corona-Krise für die Gemeinschaft und will hilfsbedürftigen Menschen beim Einkauf helfen. Das kündigte der Fußball-Zweitligist am Sonntag an. Demnach werden Vereinsmitarbeiter - die keinen Kontakt zu dem in Quarantäne stehenden Team hatten - und Mitglieder der Ultras Nürnberg sowie des "Nordkurve für Nürnberg e. V." für ältere, kranke, bedürftige Leute Einkäufe erledigen, die der Risikogruppe angehören.

"Wir achten dabei auf hygienisch und medizinisch sichere Umsetzung, weshalb die Zahl unserer Einkaufshelfer auf eine sehr kleine Gruppe beschränkt bleibt und sie mit Mundschutz und Handschuhen agieren. Wir lassen uns zudem von medizinischen Experten beraten", hieß es. Um keinen direkt Kontakt zu haben, werden die Einkäufe über eine Telefon-Hotline bestellt und dann von den Helfern vor der Tür abgestellt. Das Geld muss in einem Briefumschlag übergeben werden.

"Wir leben in Krisenzeiten, da ist es für den 1. FC Nürnberg selbstverständlich, Menschen in unserer Region zu helfen", sagte Finanzvorstand Niels Rossow. "Wir sind stolz, dass sich auch unsere Fanszene dazu bereit erklärt hat, durch Fahrdienste zu unterstützen."

Die Fußballer und Trainer des "Clubs" sind derzeit für zwei Wochen in einer Quarantäne isoliert, weil bei Abwehrspieler Fabian Nürnberger in dieser Woche eine Infektion mit Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde.

Update 15. März, 17 Uhr: Polizei bittet Anzeigen online zu erstatten und Erkrankungen zu nennen

Um Infektionsrisiken zu vermindern, bittet die Münchner Polizei Anzeigen online zu erstatten. Darunter fallen zum Beispiel Fälle von Betrug, Fahrraddiebstahl oder Sachbeschädigung. >>Hier ist das Formular zur Anzeigenerstattung abrufbar.

Außerdem weißt die Polizei darauf hin, dass es zurzeit zu Wartezeiten und Verzögerungen bei der Bearbeitung kommen kann. Auf der Dienststelle soll man den Anweisungen durch die Sprechanlagen Folge leisten, um ein Infektionsrisiko der Beamten zu minimieren. 

Dazu hieß es am Sonntag in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums München weiter, wer über die 110 oder 112 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmiert und an Sars-CoV-2 erkrankt ist oder Kontakt zu einem bestätigten Infektionsfall hatte, solle dies gleich beim Anruf mitteilen. "Informieren Sie bitte auch mögliche Zeugen, andere Personen vor Ort und zusätzlich nochmals die ankommenden Polizeibeamten, damit der Einsatzablauf im Einzelfall an ein erhöhtes Infektionsrisiko angepasst werden kann."

Der Polizeinotruf 110 ist nach wie vor rund um die Uhr ohne Einschränkungen erreichbar.

Update 15. März, 16.15 Uhr: Lufthansa holt Urlauber nach München zurück

Mit 15 Sonderflügen will die Lufthansa bis Mittwoch etwa 3000 bis 4000 Urlauber aus der Karibik und von den Kanaren zurück nach Deutschland bringen. Das teilte ein Lufthansa-Sprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit. Es handele sich um Menschen, die wegen der Reisebeschränkungen als Folge der Coronavirus-Krise sonst nicht hätten zurückkehren können - Feriengäste von den Inseln und Kreuzfahrtpassagiere. Abflugorte sind Teneriffa, Punta Cana und Barbados. 

Zielflughäfen sind neben München auch Frankfurt, Hamburg und Berlin. Die ersten Rückkehrer wurden bereits am Sonntag in Deutschland erwartet.

Update 15. März, 16.10 Uhr: Regionalzug wegen Corona-Verdachts angehalten

Weil ein Zugbegleiter Symptome einer Coronavirus-Infektion zeigte, ist am Sonntag in Schongau ein Regionalzug gestoppt worden. Das Gesundheitsamt habe alle Passagiere informiert, teilte ein Sprecher des Landratsamts Weilheim-Schongau mit. Der Bahnmitarbeiter habe über plötzliche Krankheitssymptome wie Schüttelfrost geklagt. Ob es sich tatsächlich um eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 handele, müsse der Test eines Rachenabstrichs ergeben.

Da der Zugbegleiter sich sofort in ein Dienstabteil zurückgezogen habe, habe für die Fahrgäste kein erhöhtes Ansteckungsrisiko bestanden, teilte die Behörde mit. 

Wie viele Menschen in dem Zug saßen, vermochten zunächst weder der Sprecher noch die Bundespolizei zu sagen. Gegen 11.00 Uhr konnten die Fahrgäste die Weiterreise antreten.

Update 15. März, 15 Uhr: Grenze zu Österreich ab Montag voraussichtlich geschlossen, Beschränkung für Gastronomie und Läden

Wegen des Coronavirus schließt Deutschland ab Montagmorgen 08.00 Uhr weitgehend seine Grenzen zu Frankreich, Österreich und zur Schweiz. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen. 

Außerdem plant Bayern weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Geplant sind eine weitgehende Schließung von Begegnungsstätten wie etwa von Bars und Schwimmbädern sowie Einschränkungen in der Gastronomie und für Geschäfte, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen erfuhr.

Update 15. März, 14.30 Uhr : Profi-Basketballes wollen an Alltag festhalten

Die Basketballer von Brose Bamberg wollen in der Corona-Krise vorerst an einem modifizierten Trainingsbetrieb festhalten. Das schrieb Vereinssprecher Thorsten Vogt am Sonntag auf der Homepage des Bundesligisten. "Was machen mit Spielern? Einige haben andere BBL-Vereine bereits verlassen. Bei uns gibt es derlei Überlegungen bisher nicht", sagte er. "Vielmehr versuchen wir – soweit irgend möglich – den (Berufs-)Alltag beizubehalten. Drei Tage sind frei, ab Montag wird wieder trainiert. Allerdings der Situation angepasst. Kleinere Gruppen, viel Individuelles." Wie lange der Ausnahmezustand wegen der Epidemie dauere, sei aktuell ungewiss.

Die Basketball-Bundesliga hatte ihre Saison wegen der Folgen von Sars-CoV-2 unterbrochen. Laut Vogt sei in zwei Wochen ein Treffen der Geschäftsführer der Vereine geplant, um die Zukunft zu besprechen.

Der deutsche Meister FC Bayern hatte das Training am Freitag für zunächst eine Woche ausgesetzt. Dann soll erörtert werden, wie es weitergeht. "Das Wichtigste sind die Sportler, ohne die gäbe es uns nicht", sagte Geschäftsführer Marko Pesic am Sonntag im «Doppelpass» bei Sport1. 

"Die Sportler müssen wir schützen. Wenn sie sich individuell fit halten wollen, sollen sie nicht ins Fitnessstudio."

Ein Hinweis auf die Notaufnahme des Klinikums in der Stadt. Eine Bewohnerin eines Seniorenheims Heims ist am Freitag (13.03.2020) mit Atemnot als Notfall in das Kemptener Klinikum eingewiesene worden. Die Frau ist mittlerweile verstorben.
Ein Hinweis auf die Notaufnahme des Klinikums in der Stadt. Eine Bewohnerin eines Seniorenheims Heims ist am Freitag (13.03.2020) mit Atemnot als Notfall in das Kemptener Klinikum eingewiesene worden. Die Frau ist mittlerweile verstorben.  © Benjamin Liss/dpa

Update 15. März, 13.47 Uhr: Zahl der Coronavirus-Infektionen in Bayern auf 886 gestiegen

Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nimmt in Bayern rasch zu. 

Am Sonntag (Stand 12 Uhr) meldete das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 886 Fälle, in denen Menschen im Freistaat positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Das sind 205 Fälle mehr als am Vortag.

Mit 471 gibt es die meisten registrierten Infektionen in Oberbayern, davon in München 187 Fälle, in Freising 74 Fälle und in Starnberg 42 Fälle. 

Update 15. März, 13.06 Uhr: Dritter Todesfall in Bayern bestätigt

In Bayern sind am Sonntag kurz nacheinander ein zweiter und ein dritter Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus offiziell bestätigt worden. 

Dies teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in München mit. "Bei einem Todesfall handelt es sich nach Angaben des Landratsamtes Neu-Ulm um einen über 80-jährigen Patienten mit Vorerkrankungen", sagte ein Ministeriumssprecher. Der Mann sei in der Nacht zum Sonntag gestorben. 

Damit sind in Bayern inzwischen nachweislich drei Menschen an Covid-19 gestorben. 

Update 15. März, 11.44 Uhr: Weitere Todesfall in Bayern

Eine FFP3 Atemschutzmaske liegt in Plastik verpackt auf einem Tisch.
Eine FFP3 Atemschutzmaske liegt in Plastik verpackt auf einem Tisch.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

In Bayern ist ein weiterer Mensch einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus erlegen. 

Es handele sich um eine 86-jährige Frau aus einem AWO-Seniorenheim, die am Freitag mit Atemnot in das Kemptener Klinikum eingewiesen wurde, wie die AWO Schwaben am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. 

Das Gesundheitsamt Kempten habe das Heim darüber informiert, dass die Erkrankung und der Tod der Frau durch eine Infektion mit dem Virus verursacht wurde. Damit sind in Bayern inzwischen nachweislich zwei Menschen an Covid-19 gestorben. Am Donnerstag war ein Über-80-Jähriger im Klinikum Würzburg der Krankheit erlegen. 

Bundesweit sind somit neun Menschen an der Krankheit gestorben.

Weitere Informationen zum Todesfall >>>hier.

Update 15. März, 11.24 Uhr: Dieter Reiter ruft Wähler auf

Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München.
Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München.  © Sven Hoppe/dpa

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte auf Facebook: "Im Wahllokal stehen Waschbecken und Seife zur Verfügung. Bitte machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch."

Auch andere Kommunen appellierten über die sozialen Netzwerke, wählen zu gehen. Die Stadt Augsburg verwies darauf, dass Wähler für die Stimmabgabe auch ihren eigenen Stift mitbringen können, außerdem stehe Desinfektionsmittel bereit.

Seit dem Morgen sind überall im Freistaat die Wahllokale geöffnet. Gewählt werden die Kommunalparlamente wie Gemeinderäte, Stadträte, Kreistage. Und fast überall werden auch die Oberbürgermeister und ersten Bürgermeister. 

Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.

Update 15. März, 9.35 Uhr: "Schule daheim" - BR und Ministerium starten Bildungsprogramm

Der BR startet wegen des Schulausfall ein Bildungsprogramm. (Symbolbild)
Der BR startet wegen des Schulausfall ein Bildungsprogramm. (Symbolbild)  © Caroline Seidel/dpa

Pauken in Zeiten von Corona: In Bayern können Schülerinnen und Schüler von nächster Woche an von zuhause aus mit Unterrichtsmaterialien lernen. Der Bayerische Rundfunk (BR) und das Kultusministerium starten von Montag an das Programm "Schule daheim."

Auf dem Kanal ARD-alpha werden montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr verschiedene Lernformate gesendet, wie der BR am Sonntag mitteilte. Die Inhalte sind auch über die BR Mediathek abrufbar und werden mit zusätzlichen Materialien auf dem Infoportal Mebis ergänzt.

Das Programm soll für sämtliche Jahrgangsstufen der weiterführenden Schulen gelten und dabei täglich jede Fächergruppe (MINT, Geisteswissenschaften, Sprachen) berücksichtigen. Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (FReie Wähler) sagte dem BR: "Wichtig ist, dass wir unseren Schülerinnen und Schülern verschiedene Möglichkeiten bieten, Unterrichtsinhalte von zu Hause aus zu bearbeiten."

Update 15. März, 8.13 Uhr: Goretzka vom FC Bayern postet wichtige Botschaft

Bayern-Profi Leon Goretzka (25) hat seine Fans und Follower in Zeiten der Corona-Krise zur Vernunft aufgerufen.

"Lasst uns in der Gesellschaft zusammen stehen und denen helfen, die unsere Hilfe benötigen. Vor allem, indem wir uns zurücknehmen, auch wenn es um Arzttermine oder Nudelvorräte geht", schreibt der Nationalspieler bei Instagram.

Der 25-Jährige weist außerdem darauf hin, die offiziellen Infos und Anweisungen der Städte ernst zu nehmen.

Update 15. März, 7.24 Uhr: Kommunalwahlen in Bayern inmitten der Corona-Krise

Inmitten der Corona-Krise stehen am Sonntag in Bayern die Kommunalwahlen an. 

Überall im Freistaat werden die Kommunalparlamente gewählt: Gemeinderäte, Stadträte, Kreistage. Und fast überall auch die Oberbürgermeister und ersten Bürgermeister. Bei bayernweit 4000 Wahlen sind in Summe fast 40.000 Mandate zu vergeben.

Mehr Infos zu den Kommunalwahlen findet Ihr hier.

Update 14. März,16.31 Uhr: Kein weiter Befund beim 1. FC Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg hat nach der Coronavirus-Infektion von Abwehrspieler Fabian Nürnberger keine weiteren Ansteckungen festgestellt. "Die letzten Ergebnisse der Corona-Tests sind da: Bis auf Fabian Nürnberger liegt kein weiterer positiver Befund vor", teilte der Fußball-Zweitligist am Samstag mit.

Nachdem Profi Nürnberger (20) positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden war, befindet sich die gesamte Mannschaft des Zweitligisten "auf Anweisung der Gesundheitsbehörde für die kommenden 14 Tage in häuslicher Quarantäne". Dem Abwehrspieler geht es nach "Club"-Angaben soweit gut. 

Die Mannschaft soll sich nun zu Hause so gut wie möglich fit halten, dazu wurden Trainingspläne erarbeitet. Dazu achtet der Verein auf die weitere Versorgung der unter Quarantäne stehenden Spieler.

Update 14. März, 16.04 Uhr: Spielbanken, Skigebiete und Schlösser zu

Seit dem Wochenende sind Schloss Neuschwanstein und die weiteren Schlösser in Bayern sowie die Spielbanken geschlossen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plant zur Coronavirus-Krise kurzfristig eine Regierungserklärung im Landtag. Termin dafür ist die nächste Plenarsitzung am kommenden Donnerstag (19. März), wie eine Regierungssprecherin am Samstag sagte. (TAG24 berichtete umfangreich)

Der Betrieb der Zugspitzbahn wird bis auf Weiteres eingestellt. "Die Zugspitze ist zu und das Gebiet Garmisch-Classic auch", sagte eine Sprecherin. Auch die Skigebiete Wendelstein, Großer Arber, Brauneck, Wallberg, Spitzingsee und Sudelfeld stellen den Betrieb ein.

Update 14. März, 14.38 Uhr: Zugspitzbahn: kein Betrieb ab Montag wegen Corona-Krise

Wegen des Coronavirus wird ab Montag der Betrieb der Zugspitzbahn bis auf Weiteres eingestellt. "Die Zugspitze ist zu und das Gebiet Garmisch-Classic auch", sagte eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG am Samstag. Von der Vorsichtsmaßnahme betroffen seien sämtliche Bergbahnen. Der öffentliche Nahverkehr zwischen Garmisch-Partenkirchen und Grainau bleibe aber bestehen, hieß es weiter. Schon am Sonntag sollen die Besucherzahlen in den Skigebieten begrenzt werden.

Am Freitag hatten bereits die Bergbahnen am Wendelstein und am Großen Arber sowie das Wintersportzentrum Mitterfirmiansreut im Bayerischen Wald die Einstellung ihres Betriebs angekündigt. Auch die beiden österreichischen Bundesländer Tirol und Salzburg gaben bekannt, alle Seilbahnen zu schließen.

Update 14. März, 14.10 Uhr: Söder: Bundeswehr in Corona-Bekämpfung stärker einbinden

Der CSU-Vorsitzende Markus Söder fordert, die Bundeswehr mehr für den Kampf gegen die Corona-Epidemie einzusetzen. "Wir sollten überlegen, die Bundeswehr stärker einzubinden. Sie muss mit Pflegepersonal, Ärzten, Laboreinrichtungen und Kapazitäten in ihren Krankenhäusern mithelfen", sagte der bayerische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Das ist angesichts dieser Krise unabdingbar."

Söder sprach sich außerdem dafür aus, schnell die Steuern zu senken. "Steuersenkungen haben den Vorteil, dass sie sofort wirken", erklärte er. "Eine Halbierung der Stromsteuer wäre ein richtiger Schritt."

Mit Blick auf die Kapazitäten im Gesundheitssektor verlangte er einen baldigen Pharmagipfel mit der Industrie. "Wir müssen sicherstellen, dass bestimmte Medikamente auch in Deutschland produziert werden." Außerdem brauche es eine "Notfallapotheke für Deutschland", also die Einlagerung wichtiger Medikamente für einen bestimmten Zeitraum sowie eine kurzfristige Bereitstellung von Produktionskapazitäten.

Nötig seien auch bessere Durchgriffsrechte für die Gesundheitsminister von Bund und Ländern im Krisenfall. Im Moment könnten sie einzelnen Ärzten keine Anweisungen geben, erklärte Söder.

Update 14. März, 14 Uhr: Uni dementiert Gerüchte um Zusammenhang zu Ibuprofen

Per WhatsApp-Text- und Sprachnachrichten in unterschiedlichen Social Media-Netzwerken verbreiten sich angebliche  "Forschungsergebnissen der "Wiener Uniklinik"".  Laut der falschen Mitteilung würde die Einnahme von Ibuprofen die Symptome von Covid-19 verstärken. 

Die Medizinische Universität Wien hat nun klar gestellt, dass es sich bei der Sprachnachricht um "Fake News" handelt, die in keinem Zusammenhang mit der Uni steht. 

Update 14. März, 13.50 Uhr: 123 neue Infektionen mit Sars-CoV-2 in Bayern

In Bayern steigt die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus weiter. Bislang sind im Freistaat 681 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Samstag mitteilte (Stand 13.00 Uhr). Das sind 123 Fälle mehr als am Vortag.

Mit 364 gibt es die meisten registrierten Infektionen in Oberbayern, davon in München 178 Fälle, in Freising 51 Fälle und in Starnberg 34 Fälle.

Zur Eindämmung des Coronavirus liegt das öffentliche Leben im Freistaat weitgehend lahm. Publikumsträchtige Veranstaltungen wurden abgesagt. 

Update 14. März, 13 Uhr: Söder plant Regierungserklärung im Landtag zur Corona-Krise

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) plant zur Coronavirus-Krise kurzfristig eine Regierungserklärung im Landtag. Termin dafür ist die nächste Plenarsitzung am kommenden Donnerstag (19. März), wie eine Regierungssprecherin am Samstag sagte.

Bis zum 20. April sind alle Bildungseinrichtungen zu. Zudem verhängte die Staatsregierung weitreichende Auflagen für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen.

Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen sind bereits bayernweit verboten, aber auch für kleinere hat Söder die Absage empfohlen.

Mehrere Kommunen haben eigenständig Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen verboten.

Der um die Mittagszeit ansonsten gut besuchte Biergarten auf dem Viktualienmarkt wird nur schwach frequentiert. 
Der um die Mittagszeit ansonsten gut besuchte Biergarten auf dem Viktualienmarkt wird nur schwach frequentiert.  © Peter Kneffel/dpa

Update 12.10 Uhr: FC Augsburg reduziert seinen "Geschäftsbetrieb" auf ein Minimum

Der FC Augsburg verringert nach der vorläufigen Aussetzung des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga wegen der Coronavirus-Krise seinen "Geschäftsbetrieb" auf ein Minimum. Unter anderem wird die Geschäftsstelle vorerst bis zum 22. März geschlossen bleiben. Der Trainingsbetrieb am Nachwuchsleistungszentrum wird für diesen Zeitraum komplett eingestellt, wie der Verein mitteilte. Damit wolle man der Fürsorgepflicht für den Nachwuchs gerecht werden.

Nach der Absage des für Sonntag angesetzten Heimspiels gegen den VfL Wolfsburg wollen die Augsburger Profis den Trainingsbetrieb in den kommenden Tagen fortführen. Am Samstag sollte unter dem neuen Trainer Heiko Herrlich wie geplant trainiert werden. Alle Einheiten finden allerdings wegen der aktuellen Situation nicht öffentlich statt.

Der 48 Jahre alte Herrlich, der zu Wochenbeginn die Nachfolge von Martin Schmidt als FCA-Coach angetreten hatte, begrüßte die Absage des kompletten 26. Spieltages durch die Deutsche Fußball Liga. 

"Das ist in unseren Augen aufgrund der Dynamik in der Entwicklung die einzig richtige Entscheidung, denn aktuell geht es ausschließlich darum, die Verbreitung des Virus so gut es geht einzudämmen", äußerte Herrlich auf der Vereins-Homepage.

Update 14. März, 11.50 Uhr: Schlösser und Sehenswürdigkeiten bleiben bis auf weiteres geschlossen

Neuschwanstein und alle anderen Schlösser in Bayern bleiben bis auf weiteres geschlossen, teile die Bayerische Schlösserverwaltung auf ihrer >>Website mit. Neben den staatlichen Museen und Bibliotheken sind somit auch alle Sehenswürdigkeiten für Besucher nicht zugänglich. 

Touristenmagnet Schloss Neuschwanstein, sowie die Schlösser Linderhof und Nymphenburg, die Münchner Residenz, die Nürnberger Kaiserburg und die Würzburger Residenz schließen ihrer Tore, ebenso Herrenchiemsee, die Walhalla oder die Befreiungshalle in Kelheim.

Update 14. März, 11.15 Uhr: Bayerns Spielbanken schließen wegen Coronavirus

Die Spielbanken im Freistaat stellen vorübergehend den Betrieb ein, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die neun staatlichen Spielbanken sollen von sofort an bis einschließlich 19. April geschlossen bleiben, wie Lotto Bayern am Samstag mitteilte. "Oberste Priorität hat die Gesundheit unserer Gäste sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", hieß es. 

Betroffen sind von der Maßnahme die Spielbanken in Garmisch-Partenkirchen, Bad Wiessee, Bad Kissingen, Bad Reichenhall, Bad Steben, Feuchtwangen, Lindau, Bad Füssing und Bad Kötzting.

Update 14. März, 10.45 Uhr: Therme Erding schliesst

Auch die Therme Erding schließt ab dem 14. März für Besucher. In einer Mitteilung der Therme heißt es "Wir wissen, wie sehr Sie die Stunden bei uns genießen und hätten Ihnen gerne auch weiterhin die Möglichkeit zu einem Kurzurlaub unter Palmen gegeben. Da es hier aber um unser wichtigstes Gut, die Gesundheit geht, hat das Gemeinwohl Vorrang". Laut dem Unternehmen wird die Zeit genutzt, um Revisionsarbeiten vorzeitig umzusetzen. Wann die Thermenwelt wieder öffnet, erfährst Du auf der >>Homepage

Bei Fragen steht Dir das Thermen-Team unter der Rufnumner +4981225500 oder per Mail an kundenservice@therme-erding.de zur Verfügung.

Apple schließt alle Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen.
Apple schließt alle Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen.  © Peter Kneffel/dpa

Update 14. März, 10 Uhr: Apple schließt Store in München

Apple schließt wegen der Coronavirus-Ausbreitung alle seine Läden außerhalb Chinas für zwei Wochen, auch der Landen in München ist betroffen. 

Man wolle damit dazu beitragen, die Krankheit zu bremsen, erklärte Firmenchef Tim Cook am Samstag. Der iPhone-Konzern hat außerhalb Chinas rund 460 hauseigene Geschäfte, in den vergangenen Tagen hatte Apple bereits die Stores in Italien dichtgemacht. 

Die Coronavirus-Krise hatte in den vergangenen Wochen auch die iPhone-Produktion beeinträchtigt.

Update 14. März, 9.15 Uhr: Freistaat unterstützt Busunternehmen nach Schulschließungen

Nach der Schließung sämtlicher Schulen in Bayern unterstützt der Freistaat die Busunternehmen. Weil auch der Schulbusverkehr zum Erliegen gekommen sei, würden Abschlagszahlungen für das Jahr 2020 vorgezogen, teilte Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) am Samstag in München mit. 

Diese Abschlagszahlungen erhalten Busunternehmen dafür, damit Zeitfahrkarten für Schüler und Auszubildende günstiger sind. Die Summe für ganz Bayern liegt laut Schreyer bei rund 35 Millionen Euro. Eigentlich sei die Zahlung erst im Juli fällig.

Da viele Unternehmen sowohl im öffentlichen Personennahverkehr als auch im Reiseverkehr aktiv seien, profitiere eine Vielzahl der Busunternehmen von dieser Maßnahme, betonte die Ministerin. Die Unternehmen könnten bereits von Montag an die Auszahlung des Ausgleichs formlos beantragen.

Auch Landkreise und kreisfreie Städte erhalten jedes Jahr Abschlagszahlungen. Die nächste Auszahlung sei für Mai vorgesehen gewesen. Schreyer zufolge sollen nun schon in wenigen Tagen 75 Prozent der Vorjahressumme ausbezahlt werden.

Leer sind die Tische eines Cafes vor dem Hofbräuhaus (l, hinten) in München. 
Leer sind die Tische eines Cafes vor dem Hofbräuhaus (l, hinten) in München.  © Peter Kneffel/dpa

Update 14. März, 8 Uhr: Hochschule ergreift drastische Maßnahme, Studenten starten Petition

An der Hochschule für angewandte Wissenschaften in München gehen die Studenten auf die Barrikaden. In einer Mail wurde den Studenten mitgeteilt, wie sich die Planung des Semesters durch die angeordnete Schulschließung verschiebt. Die fehlenden Unterrichtstage sollen durch eine Verlängerung des Sommersemesters ausgeglichen werden und die vorlesungsfreien Tage an Pfingsten werden mit Vorlesungen gefüllt.

Außerdem werden Lehrveranstaltungen dann von 8 bis 22 Uhr durchgeführt, von Montag bis Samstag.

Studenten befürchten durch die 6-Tage-Woche nicht nur eine enorme Belastung, sondern sehen so auch ihrer Existenz bedroht: Für Nebenjobs oder Werkstudentenstellen wird so wohl kaum Zeit bleiben. Mehrer Studenten haben sich deshalb zusammengeschlossen und eine Petition gegen den Plan der Uni gestartet und bieten alternative Lösungen an.

Vorlesungen könnten zum Beispiel als Video aufgezeichnet werden, Studentische Hilfskräfte könnten Professoren unterstützen. 

Update 13. März, 23.40 Uhr: Musterparks mit Fertighäusern vorerst geschlossen

Wegen der Corona-Epidemie bleiben in mehreren Bundesländern Musterparks mit Fertighäusern geschlossen. Die Schließung der "FertighausWelten" in Günzburg (Baden-Württemberg), Hannover, Köln, Nürnberg und Wuppertal gelte vorerst bis zum 1. April, teilte der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) am Freitag mit. "Dies geschieht aus Verantwortung gegenüber unseren Kunden und unseren Mitarbeitern und ist eine ausschließlich vorsorgliche Maßnahme", sagte BDF-Präsident Hans Volker Noller.

Als Fertighaus werden Häuser bezeichnet, deren Einzelelemente industriell vorgefertigt werden. Die Einzelteile können binnen kürzester Zeit zusammengesetzt werden. 

Ein gemaltes Schild mit der Aufschrift "Lächeln statt Händeschütteln- Damit tragen wir dazu bei, die Ansteckungsgefahrt durch Krankheitserreger zu senken - gez. Schulleitung" hängt an der Tür eines Grundschule. 
Ein gemaltes Schild mit der Aufschrift "Lächeln statt Händeschütteln- Damit tragen wir dazu bei, die Ansteckungsgefahrt durch Krankheitserreger zu senken - gez. Schulleitung" hängt an der Tür eines Grundschule.  © Peter Kneffel/dpa

Update 13. März, 21.49 Uhr: Stadt Nürnberg untersagt DFB-Länderspiel gegen Italien

Die Stadt Nürnberg hat die Austragung des Länderspiels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 31. März gegen Italien untersagt. Wie der DFB am Freitagabend mitteilte, untersage die Stadt wegen der Coronavirus-Krise Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen, wodurch eine Absage des Spiels unumgänglich sei. 

Update 13. März, 17.48 Uhr: Bayern-Basketballer setzen Trainingsbetrieb aus

Die Basketballer des FC Bayern München setzen wegen der Coronavirus-Pandemie den Trainingsbetrieb aus. Geschäftsführer Marko Pesic informierte die Mannschaft bei einem Meeting mit dem gesamten Betreuerstab über diese Entscheidung. Die Teamaktivitäten sind laut Mitteilung vom Freitag zunächst für eine Woche ausgesetzt.

"Es gibt aktuell wichtigere Sachen als Basketball", sagte Kapitän Danilo Barthel, "ich denke und hoffe, auch alle Fans und Partner haben dafür Verständnis." Wie Pesic sagte auch Club-Präsident Herbert Hainer den Spielern "jede Unterstützung" des Clubs zu, "wir sind dafür 24 Stunden täglich verfügbar."

Die Euroleague hat am Freitag die tags zuvor verkündete Spielpause auf mindestens bis 11. April datiert; die BBL setzt nach dem Beschluss vom Donnerstag bis auf Weiteres aus. Die Clubs wollen das weitere Vorgehen bei einem zweiten Krisentreffen in den nächsten 14 Tagen neu bewerten. Auch die Nachwuchsteams des Deutschen Meisters haben am Donnerstag ihren Trainingsbetrieb einstellt. 

Update 13. März, 17.34 Uhr: Circus Krone sagt Vorstellungen nur fürs Wochenende ab

Auch der international bekannte Münchner Circus Krone sagt wegen des Coronavirus seine Vorstellungen ab - aber zunächst nur für dieses Wochenende. Das teilte die Zirkusdirektion am Freitag mit. Die Karten sollen dann für die kommende Winterspielzeit gelten.

Martin Lacey-Krone sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist eine Katastrophe für uns, aber es ist auch eine Katastrophe für alle. Es ist wirklich sehr traurig!", sagte der Ehemann der Zirkusdirektorin Jana Mandana Lacey-Krone.

Bayerns Behörden haben dagegen für die nächsten Wochen die Absage sämtlicher Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern empfohlen. Es zeichnet sich ab, dass auch der Zirkus länger pausieren könnte: "Es kann jederzeit zu weiteren Verlegungen kommen", hieß es in der Mitteilung.

Update 13. März, 17.26 Uhr: Zahl neuer Grippefälle in Bayern nimmt weiter ab

Die Zahl der Neuerkrankungen mit der Virusgrippe (Influenza) ist in Bayern in der zurückliegenden Woche weiter rückläufig. Nach Angaben des bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit vom Freitag haben sich in der 10. Kalenderwoche 6131 Menschen mit dem Grippevirus angesteckt. In der Vorwoche waren es - inklusive Nachmeldungen - noch 6592 neue Grippe-Fälle.

Insgesamt erkrankten in den ersten zehn Wochen des laufenden Jahres im Freistaat 45.973 Menschen an der Virusgrippe. Das sind 10.646 Erkrankte mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres. 

Update 13. März, 17.07 Uhr: Bayerischer Landes-Sportverband empfiehlt Sport-Stopp bis 19. April

Wegen des Coronavirus soll im Freistaat für mehr als einen Monat kein organisierter Sport mehr betrieben werden. Das fordert der Bayerische Landes-Sportverband in einer Mitteilung vom Freitag. "Allen Vereinen und Fachverbänden im BLSV wird empfohlen, den Spiel-, Trainings- und Wettkampfbetrieb bis 19. April 2020 einzustellen", hieß es. Im BSLV sind mehr als 50 Sportfachverbände, rund 12.000 Vereine und mehr als 4,6 Millionen Athletinnen und Athleten organisiert: Vom Fußball über Skifahren oder Tennis bis zu kleineren Sportarten wie Badminton, Karate, Schach oder Segeln.

"Wir haben in dieser Extremsituation eine ganz besondere Fürsorgepflicht. Die Gesundheit unserer Mitarbeiter, Mitglieder und Sportler hat jetzt absoluten Vorrang", sagte Verbandspräsident Jörg Ammon. "Wir hoffen, mit den genannten Maßnahmen unseren Beitrag leisten zu können, den Verlauf der Pandemie zu verlangsamen."

Der BLSV ergänzte, dass es nicht möglich sei, Vorgaben für alle Sportler, Vereine oder Verbände auszusprechen. "Hier bleibt es weiterhin in der jeweiligen Verantwortung der Personen vor Ort, Einzelfallentscheidungen auf der Basis der entsprechenden Rahmenbedingungen in Abstimmung mit den regionalen Gesundheitsbehörden zu treffen", hieß es.

Update 13. März, 17.04 Uhr: Boateng und Flick begrüßen Spielabsage gegen Union Berlin

Bayern-Profi Jerome Boateng hat die Absage des Spieltags in der Fußball-Bundesliga wegen den Gefahren der Coronavirus-Epidemie begrüßt. "Es ist die richtige Entscheidung, das jetzt zu stoppen und alles dafür zu tun, die Ausbreitung des Virus aufzuhalten." 

Auch Bayern-Trainer Hansi Flick fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit der Coronavirus-Epidemie. "Wir haben in allen drei Wettbewerben die Chance, dieses Jahr sehr erfolgreich zu sein. 

Doch darauf kommt es aktuell nicht an, sondern darauf, uns gemeinsam der sozialen Verantwortung zu stellen", sagte Flick am Tag vor dem zunächst geplanten, dann aber doch abgesagten Auswärtsspiel der Fußball-Bundesliga am Samstag beim 1. FC Union Berlin (TAG24 berichtete).

Update 13. März, 16.51 Uhr: BR verzichtet auf Livepublikum und sagt Veranstaltungen ab

Der Bayerische Rundfunk zeichnet wegen der Coronavirus-Epidemie bis Mitte April sämtliche Sendungen ohne Publikum auf. Außerdem sagte der Sender am Freitag für die kommenden Wochen alle Publikumsveranstaltungen und Besucherführungen ab. Die Regel gilt vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April, wie es in einer Mitteilung des öffentlich-rechtlichen Senders hieß.

Update 13. März, 15.41 Uhr: Erzbistum München/Freising sagt Gottesdienste ab

Das Erzbistum München und Freising hat wegen des Coronavirus alle öffentlichen Gottesdienste abgesagt. Die Regelung solle bis zum 3. April gelten, gab das Erzbistum am Freitag bekannt. Es habe «derzeit Vorrang, der Ausbreitung des Virus durch die Zusammenkunft von Menschen nicht weiter Vorschub zu leisten.» Ob die Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen stattfinden, werde noch entschieden und hänge von der aktuellen Lage ab.

Taufen und Trauungen sollen, ebenso wie Firmungen, verschoben werden. Beerdigungen finden den Angaben nach weiterhin statt, jedoch ohne eine Totenmesse. Diese könne nachgeholt werden. Seelsorger sollen den Gläubigen weiterhin zur Seite stehen und in Ausnahmefällen auch die Kommunion bringen. 

Update 13. März, 15.26 Uhr: Wieder mehr Hamsterkäufe in Bayern

Ein mit zahlreichen Einkäufen gefüllter Kofferraum ist auf dem Parkplatz eines Supermarktes zu sehen. 
Ein mit zahlreichen Einkäufen gefüllter Kofferraum ist auf dem Parkplatz eines Supermarktes zu sehen.  © Matthias Balk/dpa

Nach der Ankündigung von Schulschließungen und anderen Einschränkungen kommt es in Bayern wieder zu mehr Hamsterkäufen. 

Nachdem das Thema im Verlauf der Woche abgeebbt sei, hätten die Käufe am Freitag nach den für viele Menschen beunruhigenden Nachrichten wieder angezogen, sagte ein Sprecher des Handelsverbands Bayern. Eine Rolle spiele dabei aber auch, dass am Freitag typischerweise der Wochenendeinkauf gemacht werde und verunsicherte Kunden nun eben mehr einkauften.

"Es ist nicht so, dass es flächendeckend in Bayern zu Panikkäufen kommt", betonte der Sprecher. Allerdings könne es punktuell in einigen Supermärkten dazu kommen, dass Artikel ausverkauft seien. Grundsätzlich sei die Warenversorgung in Bayern gesichert. "Es hat noch in keinem bayerischen Supermarkt Tumulte im Kampf um die letzte Klorolle gegeben", sagte der Sprecher. 

Nach den ersten Hamsterkäufen seien Lieferfrequenz und Liefermengen erhöht worden. Der Handel werde die Schulschließungen auch beim Personal zu spüren bekommen, sagte der Sprecher. "Aber damit kommen wir klar."

Dramatischer sind die Probleme in anderen Bereichen des Handels jenseits der täglichen Versorgung. Weil in Mode- oder Elektronikgeschäfte weniger Kunden kämen, gebe es dort Einbrüche von 30 oder gar 40 Prozent, sagte der Sprecher. "Das ist dramatisch, gerade für die kleinen Geschäfte."

Update 13. März, 14.52 Uhr: Erste Bergbahnen auch in Deutschland stellen Betrieb ein

Wie schon in Italien sowie in Tirol und Salzburg ziehen nun auch Seilbahnbetreiber in Deutschland Konsequenzen aus der Ausbreitung des Coronavirus. Die Bergbahnen am Wendelstein kündigten am Freitag die Einstellung ihres Betriebs an. Von Samstag an fahren die Wendelstein-Zahnradbahn in Brannenburg und die Seilbahn in Bayrischzell nicht mehr.

Nach Angaben des Verbandes Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte haben auch der Große Arber und das Wintersportzentrum Mitterfirmiansreut im Bayerischen Wald auf freiwilliger Basis die Wintersaison wegen des Coronavirus beendet. "Wir rechnen allerdings in Kürze mit behördlichen Schließungen in Bayern", teilte der Verband mit.

An der Zugspitze läuft der Betrieb derzeit noch. "Aktuell steht keine Schließung unsere Bergbahnen und Skigebiete im Raum", sagte eine Sprecherin am Freitagmittag. Die Lage werde aber jeden Tag neu bewertet. Die östereischischen Bundesländer Tirol und Salzburg schließen von Sonntag an wegen der Epidemie alle Seilbahnen und beenden die Wintersaison vorzeitig. Hotels und andere Beherbungsbetriebe sind noch bis einschließlich Montag geöffnet.

Ein Hinweisschild für Besucher ist im Eingangsbereich des Krankenhaus "Recht der Isar" in München angebracht.  
Ein Hinweisschild für Besucher ist im Eingangsbereich des Krankenhaus "Recht der Isar" in München angebracht.  © Peter Kneffel/dpa

Update 13. März, 14.46 Uhr: 58 neue Infektionen mit Coronavirus

In Bayern haben sich weitere 58 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit Sitz in Erlangen am Freitag auf seiner Homepage mit.

Insgesamt gibt es im Freistaat damit mindestens 558 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurden. Darin eingerechnet sind die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, als auskuriert gelten und wieder aus den Krankenhäusern entlassen wurden. Mit eingerechnet sind zudem drei Bayern, die außerhalb des Freistaats positiv getestet wurden.

Update 13. März, 13.50 Uhr: FC Augsburg sagt Pressekonferenz ab - Sprecher: Kein Coronafall

Der FC Augsburg hat aus Sicherheitsgründen seine Pressekonferenz vor dem Heimspiel in der Fußball-Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg abgesagt. "Damit folgen wir der Empfehlung, auf Menschenansammlungen und soziale Kontakte wenn möglich zu verzichten", hieß es am Freitag in einer Mitteilung. Die Schwaben wollen damit Gefahren einer Infektion mit dem Coronavirus eindämmen. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, dass es im Team der Schwaben bislang noch keinen positiven Befund auf Sars-CoV-2 gebe.

Wenige Stunden zuvor hatte Zweitligist 1. FC Nürnberg ebenfalls seine Pressekonferenz abgesagt. Das Team ist nach einem Corona-Fall in Quarantäne.

Update 13. März, 13.20 Uhr: Bayern hebt Sonntagsfahrverbot für Lastwagen vorübergehend ganz auf

Um Versorgungsengpässen infolge der Coronavirus-Epidemie vorzubeugen, hat Bayern das Sonntagsfahrverbot für Lastwagen nun komplett aufgehoben. 

Die Regelung gilt ab sofort bis einschließlich 29. März, wie das Innenministerium am Freitag in München mitteilte, und zwar für alle Güter und auch für Leerfahrten. "Damit erleichtern wir den Gütertransport rund um die Uhr auch am Sonntag", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). 

"Unser Ziel ist, dass die Geschäfte und Firmen bestmöglich mit Waren beliefert werden können." Das Vorgehen sei auch mit Tirol abgestimmt - auch dort werde für diesen Zeitraum das Lkw-Sonntagsfahrverbot aufgehoben.

Schon vor einer Woche hatte das Innenministerium das Sonntagsfahrverbot für Transporte von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln für den Einzelhandel in Bayern gelockert. Diese Lockerung soll auf jeden Fall bis 30. Mai 2020 bestehen bleiben.

Update 13. März, 12.50 Uhr: Bayern-Profi Thiago mahnt zu Corona und Sport

Thiago vom FC Bayern München hat die DFL in einem Post scharf kritisiert.
Thiago vom FC Bayern München hat die DFL in einem Post scharf kritisiert.  © Tom Weller/dpa

Fußballprofi Thiago Alcantara vom FC Bayern hat in der aktuellen Coronavirus-Krise ein entschlossenes und konsequentes Handeln gefordert. "Das ist verrückt. Bitte hört auf herumzualbern und stellt euch der Realität. Um ehrlich zu sein, gibt es viel wichtigere Prioritäten als Sport", schrieb der Spanier bei Twitter

Damit dürfte er darauf anspielen, dass in Deutschland anders als in den meisten anderen Ländern Europas an diesem Wochenende noch in den Fußball-Profiligen gespielt werden soll.

Update 13. März, 12.40 Uhr: Söder fordert Steuersenkungen gegen Coronavirus

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert Steuersenkungen zur Abfederung der von der Coronavirus-Epidemie ausgelösten Wirtschaftskrise. "Wir sind in einem ökonomischen Corona-Schock", sagte Söder am Freitag nach einem Spitzengespräch mit den bayerischen Wirtschaftsverbänden in München. 

Stromsteuer und EEG-Umlage müssten massiv gesenkt werden, für Hotels und Gastronomie müsse die Mehrwertsteuer gesenkt werden. Söder bekräftigte, dass die Staatsregierung alles tun werde, um einen Stillstand der Wirtschaft zu verhindern. So arbeitet die Staatsregierung nach den Worten des CSU-Chefs an einem "Bayernfonds", der Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten helfen könnte. 

Söder sprach von "maximaler Liquiditätsunterstützung". Bereits zugesagt sind Bürgschaften in Höhe von 100 Millionen Euro.

Update 13. März, 12 Uhr: Positiver Befund beim 1. FC Nürnberg

Beim 1. FC Nürnberg gibt es als erstem Profi-Verein in Bayern einen positiven Befund auf das Coronavirus. 

Wie der Fußball-Zweitligist am Freitag mitteilte, hatten sich Spieler, Trainer und Betreuer nach den aktuellen Entwicklungen am Mittwoch einem Test unterzogen. Wer infiziert ist, wurde nicht präzisiert. Mehr dazu >>hier

Update 13. März, 11.30 Uhr: UEFA stoppt Champions-League-Spiel zwischen FC Bayern und FC Chelsea

Die Europäische Fußball-Union hat den Spielbetrieb in der Champions League und in der Europa League wegen der Coronavirus-Krise vorerst ausgesetzt. Das teilte die UEFA am Freitag mit. "Angesichts der Entwicklungen aufgrund der Verbreitung von Covid-19 in Europa und der damit verbundenen Entscheidungen der verschiedenen Regierungen" habe der europäische Dachverband entschieden, alle Partien der UEFA-Clubwettbewerbe in der kommenden Woche zu verschieben, hieß es in einer Mitteilung.

Dazu gehören die verbleibenden Spiele des Achtelfinales in der Champions League am 17. und 18. März und damit auch das Rückspiel des FC Bayern München gegen den FC Chelsea, dessen Stürmer Callum Hudson-Odoi positiv auf das Coronavirus getestet worden war, und alle Achtelfinal-Partien in der Europa League am 19. März.

Die für den 20. März angesetzte Europapokal-Auslosung wurde ebenfalls verschoben.

Update 13. März, 10.29 Uhr: Bayerns Fußball-Amateure müssen erstmal pausieren

Der Bayerische Fußball-Verband lässt wegen der Ausbreitung des Coronavirus den kompletten Spielbetrieb der Amateurligen im Freistaat für mindestens zwei Wochen bis einschließlich 23. März ruhen. 

Das teilte der Verband mit und kündigte weitere Informationen für den Freitag an.

Update 13.03.20, 10.09 Uhr: Bayern schränkt Besuchsmöglichkeiten an Krankenhäusern massiv ein

Zum Schutz älterer und kranker Menschen vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus werden auch die Besuchsmöglichkeiten an Bayerns Krankenhäusern stark eingeschränkt. 

Pro Patient sei ein Besucher pro Tag für jeweils eine Stunde angestrebt, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in München. Sie betonte, dass in bestimmten Situationen Besuche aus "humanitären Gründen" weiter notwendig blieben, etwa wenn Kinder in der Klinik behandelt würden oder wenn jemand im Sterben liege. 

"Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung muss an erster Stelle stehen", betonte Huml.

Update 13. März, 9.30 Uhr: Bayern betreut Eltern mit "systemkritischen Berufen" weiter

Als Folge der Coronavirus-Krise tritt in Bayern ein Notfallplan für die Betreuung bestimmter Kinder in Kraft. "Wir werden eine Betreuung sicherstellen für Eltern, die in systemkritischem Berufen tätig sind", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Freitag in München. 

Zuvor hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, dass ab Montag in Bayern alle Kindergärten, Schulen und Kitas geschlossen werden - bis zum Beginn der Osterferien am 6. April. Damit werden in Bayern faktisch bis zum 20. April die Bildungseinrichtungen geschlossen.

Das öffentliche Leben in Bayern kommt immer mehr zum Stillstand. (Archivbild)
Das öffentliche Leben in Bayern kommt immer mehr zum Stillstand. (Archivbild)  © Peter Kneffel/dpa

Update 13. März, 9.18 Uhr: Bayern erlässt Besuchsverbot für Pflege- und Altenheime

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus untersagt der Freistaat Bayern Angehörigen weitgehend den Besuch von Alten- und Pflegeheimen. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag in München.

Update 13. März, 7.40 Uhr: Bayern schließt laut Regierungskreisen alle Schulen wegen Coronavirus-Krise

Wegen der Coronavirus-Krise schließt Bayern ab Montag alle Schulen. 

Bis zum Beginn der Osterferien am 6. April werden alle Kindergärten, Schulen und Kitas geschlossen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Regierungskreisen erfuhr.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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