Acht Polizeiautos in München angezündet: Ermittler haben G7-Gegner im Verdacht

München - Kurz vor dem G7-Gipfel sind in München acht Polizeiautos in Flammen aufgegangen.

Die ausgebrannten Mannschaftsbusse stehen vor einem Hotel, in dem Polizisten für den G7-Gipfel untergebracht sind.
Die ausgebrannten Mannschaftsbusse stehen vor einem Hotel, in dem Polizisten für den G7-Gipfel untergebracht sind.  © Matthias Balk/dpa

Die Mannschaftsbusse der Bundesbereitschaftspolizei standen am frühen Mittwochmorgen alle vor einem Hotel, in dem Einsatzkräfte für den G7-Gipfel untergebracht waren, wie ein Sprecher der Münchner Polizei der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Ermittler gingen von Brandstiftung aus.

Die Polizei fahndete kurz nach Bekanntwerden unter anderem mit einem Hubschrauber nach möglichen Tätern, blieb dabei zunächst aber ohne Erfolg, wie der Sprecher weiter sagte.

Ermittler untersuchten die völlig ausgebrannten Mannschaftswagen. Den Schaden schätzten die Beamten im sechsstelligen Bereich. Verletzt wurde niemand.

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Franz Haslbeck vom Protest-Bündnis "Stop G7 Elmau" distanzierte sich explizit von dem mutmaßlichen Brandanschlag.

Er gehe davon aus, dass keine Organisation aus dem Bündnis involviert gewesen sei, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Haslbeck betonte, "Stop G7 Elmau" stehe für friedlichen Protest.

Ermittlungen auch im linksextremen Spektrum nach Brandanschlag

Die Polizei jedoch ermittelt auch im linksextremen Spektrum. Wie der Sprecher der Münchner Polizei, Andreas Franken, der Deutschen Presse-Agentur weiter sagte, gibt es auch in anderen Richtungen Untersuchungen.

Es gebe bislang aber noch keine Tatverdächtigen. "Wir gehen natürlich davon aus, dass es sich hierbei um ein Branddelikt mit Bezug zum Treffen der G7 handelt, da die Kräfte für diesen Einsatz extra hier in München vor Ort waren."

Franken sagte weiter: "Wir werden diesen Vorfall heranziehen, um unsere Einsatzkräfte zu sensibilisieren. Und das wird natürlich in unsere polizeiliche Einsatztaktik miteinfließen."

Aktuelle Einsatzplanung in Gefahr? Bundesinnenministerin gelassen

Ein Ermittler der Spurensicherung geht Polizeiautos vorbei, die in der Nacht gebrannt hatten.
Ein Ermittler der Spurensicherung geht Polizeiautos vorbei, die in der Nacht gebrannt hatten.  © Matthias Balk/dpa

Es ist nicht der erste Vorfall im Zusammenhang mit dem Treffen auf Schloss Elmau, das am Sonntag beginnt und für das bereits höchste Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden.

Am Dienstag waren teils gefährliche Manipulationen an Stromverteilerkästen bekannt geworden, innerhalb des Sicherheitsbereichs rund um den Tagungsort. Auch Schmierereien wurden gesichtet, etwa "G7 verschieben" und "No G7". Die Polizei ging von politisch motivierten Straftaten aus.

Zudem waren geheime Polizeidokumente öffentlich geworden, die vom Gipfel im Jahr 2015 stammen, der auch auf Schloss Elmau abgehalten wurde.

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Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) reagierte gelassen und sagte, auf die aktuelle Einsatzplanung habe die Veröffentlichung keinen Einfluss. Sie erwarte aber Aktivitäten eher von der linksextremistischen Seite, sie seien aber auch von Seiten der Corona-Proteste wie auch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine nicht ausgeschlossen.

Der G7-Gipfel ist vom 26. bis zum 28. Juni auf Schloss Elmau in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen geplant. Dort treffen sich unter der Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) die Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens, Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Japans und Kanadas.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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