21.000 Euro weg: So übernehmen Betrüger das komplette Online-Bankkonto ihres Opfers

Manching - Eine Betrugsmasche mit ungewöhnlich hohem Aufwand hat einem 74-jährigen Mann 21.000 Euro gekostet.

Das Opfer glaubt - nach Erhalt der Post - mit einem Mitarbeiter der Bank zu sprechen. Ein teurer Fehler. (Symbolbild)
Das Opfer glaubt - nach Erhalt der Post - mit einem Mitarbeiter der Bank zu sprechen. Ein teurer Fehler. (Symbolbild)  © 123RF/Ruslan Huzau

"Ein derartiger Fall ist auch bei uns eher untypisch", sagte eine Polizeisprecherin auf TAG24-Nachfrage.

Im Vergleich zum bereits bekannten "Enkel-Trick", bei dem ein angebliches Enkelkind bei betagten Opfern anruft, von einer finanziellen Notlage spricht, und ein angeblicher Freund vorbei kommen würde, um das durch die Großeltern bereitgestellte Geld abzuholen, müssen die Betrüger hier weiter ausholen.

Allerdings können sie bei Erfolg den kompletten Online-Banking-Service für sich nutzen.

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Im konkreten Fall hatte der Täter den Online-Banking-Account des Rentners übernommen. Allerdings brachte ihm dieser digitale Zugang nichts, ohne den durch die Bank bereitgestellten "SecureGo Netkey". Eine Sicherheits-PIN, die eigentlich diese Fremdnutzung verhindert.

In dem digitalen Bank-Zugang kann man sich - beispielsweise für den Fall, dass man die Bankgeschäfte auf einem neuen Endgerät abwickelt möchte - diesen Sicherheitscode zuschicken lassen. Dies hatte der Betrüger veranlasst.

"So etwas würde eine echte Bank nie machen"

Mit einem simplen Trick können die Internet-Betrüger an den notwendigen Sicherheitscode des Bankkontos kommen. (Symbolbild)
Mit einem simplen Trick können die Internet-Betrüger an den notwendigen Sicherheitscode des Bankkontos kommen. (Symbolbild)  © Unsplash/Steve Halama

"Der Brief wird dann von der Bank direkt zu der vom Kunden hinterlegten Adresse geschickt, damit auch wirklich nur er diese notwendige PIN bekommt", so die Polizeisprecherin.

So weit, so sicher. Jedoch erhielt das 74-jährige Opfer dann einen Anruf. Ein falscher Bankmitarbeiter, also der Täter, überzeugte den Senioren, ihm diesen "SecureGo Netkey" zum angeblichen Systemabgleich zu nennen.

"So etwas würde eine echte Bank nie machen", teilte die Pressestelle des Polizeipräsidium Oberbayern Nord gegenüber TAG24 mit.

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Damit hatte der Internetbetrüger nun vollständige Handhabe über das Konto seines Opfers und erbeutete dadurch mehr als 21.000 Euro.

"Uns ist wichtig, dass die Menschen für diese ungewöhnliche Form des Betrugs sensibilisiert werden." Aus diesem Grund gab die Kriminalpolizeiinspektion Ingolstadt eine spezielle Warnung heraus:

  • Bedenken Sie, dass Ihre Bank Sie nie dazu auffordern wird, speziell an Sie übermittelte PINs, Codes, TANs, NetKeys und andere sensible Informationen am Telefon oder per Mail preiszugeben.
  • Geben Sie nie Ihre PIN oder andere Zugangsdaten zu Ihrem Online-Banking am Telefon oder per Mail weiter.
  • Legen Sie auf und kontaktieren Sie selbst ihre Bank oder ihren zuständigen Bankberater.
Sobald man Opfer eines solchen Betruges wird oder auch nur der Versuch stattgefunden hat, sollte man unbedingt Anzeige bei der Polizei erstatten.

Titelfoto: Unsplash/Steve Halama

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