Schlag gegen Mafia in Bayern: Durchsuchungen und Festnahmen bei der ’Ndrangheta

Ingolstadt - Unter Führung der Europäischen Staatsanwaltschaft fanden in Bayern, Italien und Bulgarien Durchsuchungen im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die Mafia statt.

Die Polizei durchsuchte 17 Objekte in Bayern.
Die Polizei durchsuchte 17 Objekte in Bayern.  © vifogra / Friedrich

Am frühen Mittwochmorgen wurden insgesamt 46 Wohn- und Gewerbeobjekte in Deutschland, Italien und Bulgarien durchsucht, teilte die Polizei mit.

17 der Objekte liegen den Angaben zufolge in Bayern. Davon lagen elf Objekte im Norden Oberbayerns, eines im Bereich München, eines in der Oberpfalz sowie vier in Mittelfranken, teilte die Polizei am Mittag mit.

Laut Bericht ermittelt die Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben (KPI Z) des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord zusammen mit der Steuerfahndung Augsburg seit über einem Jahr gegen eine international agierende Tätergruppe.

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Deren Mitglieder sollen teilweise der italienischen Mafia-Organisation ’Ndrangheta zuzuordnen sein.

Die Beschuldigten sollen eine kriminelle Vereinigung gebildet und Steuern in Millionenhöhe hinterzogen haben, erklärte die Europäische Staatsanwaltschaft.

Die in Kalabrien beheimatete Organisation ’Ndrangheta gilt als eines der größten und mächtigsten kriminellen Syndikate in Europa, Schätzungen zufolge erwirtschaftet die 'Ndrangheta alljährlich hohe zweistellige Milliardenumsätze.

Insgesamt konnten elf Haftbefehle, vier in Bayern, sechs in Italien und einen in Bulgarien vollzogen sowie umfangreiches Beweismaterial sicherstellen, darunter mehrere sehr hochwertige Fahrzeuge.

"Nach den bisherigen Ermittlungen hatten die Beschuldigten ein kriminelles Netzwerk aufgebaut, über das sie einen Steuerschaden von mindestens 13 Millionen Euro verursachten", so die Ermittler nach Abschluss der Durchsuchungen.

Titelfoto: vifogra / Friedrich

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