War es Mord? Überraschende Wende im Fall um totgeraste 20-Jährige

Würzburg/Eisenheim - Überraschende Wende im Berufungsverfahren um eine totgefahrene 20-Jährige aus Unterfranken in Bayern: Aufgrund neuer Hinweise ist gegen einen Mitfahrer im Unfallwagen Haftbefehl wegen Anstiftung zum Mord erlassen worden.

Der Angeklagte sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht auf der Anklagebank.
Der Angeklagte sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht auf der Anklagebank.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Er soll dem Fahrer des Unfallwagens gesagt haben, auf die Fußgängerin zuzufahren, teilte das Landgericht Würzburg am Freitag in einer Pressemitteilung mit. Der 22-jährige Deutsche sitze nun in Untersuchungshaft.

Auch der 21-jährige Unfallfahrer wurde am Freitag wegen Verdacht des Mordes dem Haftrichter vorgeführt. Den Haftbefehl hat das Gericht am Freitag gegen Auflagen aber außer Vollzug gesetzt. "Bei dem Fahrer wird insbesondere keinerlei Verdunkelungsgefahr gesehen", heißt es.

Wie die Main-Post berichtete, hatte sich eine Zeugin bei Gericht gemeldet, die sagte, sie könne nicht länger schweigen: Auf einer Party hätte demnach einer der vier Insassen des Unfallwagens einer anderen Person erzählt, der Beifahrer habe den Fahrer angestachelt, die junge Frau umzufahren. 

Der Unfall ereignete sich im April 2017 nach einem Weinfest in Untereisenheim (Landkreis Würzburg).

Gegen den Fahrer und drei Mitfahrer läuft derzeit ein Berufungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung. In Erster Instanz wurde der Deutsche nach Jugendstrafrecht zu einer Geldstrafe von 5000 Euro und einem Jahr Fahrverbot verurteilt. 

Da er während der Fahrt betrunken war, hatte ihn ein Gutachter als schuldunfähig eingestuft. Die drei Mitfahrer bekamen wegen unterlassener Hilfeleistung ebenfalls eine Geldstrafe auferlegt.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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