Daten-Desaster bei Corona-Zahlen! Wirbel um Notbremse und Inzidenz in München

München - Seit dem Wochenende liegt der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in München wieder über der kritischen Marke von 100. Doch wegen einer Datenpanne zwischen dem Robert Koch-Institut (RKI) und dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gibt es nun Verwirrung um die Notbremse-Regelung.

Zusammengestellte Absperrgitter stehen am Odeonsplatz hinter einem Schild mit der Aufschrift "Maskenpflicht. Cover your mouth an nose!".
Zusammengestellte Absperrgitter stehen am Odeonsplatz hinter einem Schild mit der Aufschrift "Maskenpflicht. Cover your mouth an nose!".  © Peter Kneffel/dpa

Nach den Zahlen des LGL lag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in der Stadt München am Sonntag bei 116,4 (Stand 11.4., 8 Uhr). Nach den Zahlen des RKI lag die Sieben-Tage-Inzidenz für die Landeshauptstadt aber nur bei 94,4!

Erst am vergangenen Mittwoch hatte die Stadt die Corona-Notbremse gelockert, nachdem über das Osterwochenende der Inzidenzwert unter 100 gesunken war.

Sollte dieser drei Tage infolge wieder über 100 liegen, würden wieder schärfere Corona-Regeln gelten.

Ausschlaggebend dafür sei eigentlich der vom RKI veröffentlichte Wert, hieß es von der Stadt München.

Nun werde mit den zuständigen Stellen geklärt, wie weiter verfahren werden soll.

Kitas und Schulen bleiben jedoch unabhängig von der Entwicklung die gesamte Woche geöffnet. Für diese ist immer der letzte Arbeitstag der Vorwoche ausschlaggebend - also der Freitag, als der Wert in München noch unter 100 lag.

Zahlen von LGL und RKI unterscheiden sich erheblich

Bayernweit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz am Sonntag nach den RKI-Zahlen auf 138,7, nach den LGL-Zahlen auf 148,2. Bundesweiter Spitzenreiter war erneut Hof mit 534,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche.

Coburg zieht wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen nun die Corona-Notbremse. Die Ansteckungszahlen in der Stadt stiegen durch die aggressive Corona-Variante B.1.1.7 derzeit rasant an, teilte Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) am Sonntag mit.

Ab Montag gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Museen und viele Geschäfte müssen wieder schließen. Auch Kontakte werden eingeschränkt.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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