Drogen bei Münchner Polizei: Skandal weitet sich immer weiter aus!

München - Der Drogen-Skandal bei der Münchner Polizei zieht immer größere Kreise!

Das Polizeipräsidium in der Innenstadt der bayerischen Landeshauptstadt.
Das Polizeipräsidium in der Innenstadt der bayerischen Landeshauptstadt.  © Peter Kneffel/dpa

Mittlerweile stehen 30 Beamte der bayerischen Landeshauptstadt unter Verdacht. Sie sollen vor allem Drogen konsumiert und an Kollegen weitergegeben haben.

"Daneben wird gegen einzelne Beschuldigte auch wegen des Verdachts unter anderem der Strafvereitelung im Amt, der Verfolgung Unschuldiger, der Körperverletzung im Amt und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt", teilte das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag in München mit.

Bislang war von 21 beschuldigten Polizisten die Rede gewesen. Inzwischen zählen die Ermittler 26 Beschuldigte aus dem Polizeipräsidium München, ein Schwerpunkt ist die Polizeiinspektion 11 in der Altstadt.

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Zwei weitere Beschuldigte sind Angehörige der Bayerischen Bereitschaftspolizei, je ein Tatverdächtiger gehört zum Polizeipräsidium Oberbayern Nord und zum Polizeipräsidium Schwaben Nord.

"Soko Nightlife" ermittelt gegen Beamte der Polizei in München

"Die im Raum stehenden Vorwürfe sind mit unserem Selbstverständnis und auch mit der berechtigten Erwartungshaltung der Bürgerinnen und Bürger an ihre Polizei absolut unvereinbar", betonte der Münchner Polizeipräsident Thomas Hampel am Dienstag. Im Anschluss an die strafrechtliche Aufarbeitung werde das Polizeipräsidium mit aller Konsequenz geeignete Disziplinarmaßnahmen durchführen.

"Die individuellen Tatbeteiligungen der beschuldigten Beamten sind weiterhin noch offen und Gegenstand der Ermittlungen", betonte das LKA. Der Vorwurf des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisation beziehe sich auf Inhalte, die drei Beamte jeweils in Einzelchats ausgetauscht hätten.

Bislang haben die gut 20 Ermittlerinnen und Ermittlern der "Soko Nightlife" den Angaben zufolge mehr als dreieinhalb Millionen Chatnachrichten, mehr als drei Millionen Bilder und gut 75.000 Videodateien ausgewertet. "Die Größe der sichergestellten Datenspeicher umfasst mehr als 6,5 TB (Terabyte)", hieß es vom LKA.

Nach früheren Erkenntnissen sollen die Beschuldigten mindestens seit 2018 in die Drogenszene verwickelt gewesen sein. Die Vorwürfe kamen nur ans Licht, weil ein mutmaßlicher Drogendealer über seine mutmaßlichen Kunden in Uniform auspackte. Die Polizisten sollen die Rechtsverstöße überwiegend in ihrer Freizeit beim Feiern begangen haben.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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