Einzigartiges Angebot für junge Flüchtlinge aus der Ukraine in München

München - Mehr als 50 junge Geflüchtete aus der Ukraine können an einer Schule in München ein ukrainisches Abschlussdiplom erlangen.

Ukraninische Schüler können in München nun ihren Abschluss nach ukrainischem Lehrplan machen.
Ukraninische Schüler können in München nun ihren Abschluss nach ukrainischem Lehrplan machen.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die "SchlaU"-Schule habe die Schülerinnen und Schüler im vergangenen Monat beim ukrainischen Kultusministerium für einen Abschluss im Sommer 2023 angemeldet, teilte der Gründer und Vorstand der Münchner Ergänzungsschule, Michael Stenger, mit.

Der Unterricht folge bis dahin einem speziellen Lehrplan, der mit Partnerschulen aus der Ukraine entwickelt worden sei und die Anforderungen des ukrainischen Kultusministeriums erfülle.

Das Projekt steht dabei unter dem Motto "das Beste von beidem". Neben dem ukrainischen Stundenplan steht auch Deutschunterricht auf dem Lehrplan der Jugendlichen.

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So sollen sie nach ihrem Abschluss selber entscheiden können, ob sie sich an einer ukrainischen Universität immatrikulieren oder ihren Bildungsweg in Deutschland fortsetzen wollen.

Außerdem biete die Schule Hilfe bei der Integration in die deutsche Gesellschaft und psycho-soziale und traumapädagogische Unterstützung an, hieß es.

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Damit ist das Projekt bislang offenbar das einzige seiner Art - ähnliche Angebote für ukrainische Geflüchtete in Bayern sind weder den Initiatoren noch dem bayerischen Kultusministerium bekannt. Die Schule wird dabei von vielen Seiten unterstützt, so etwa vom Bildungsministerium der Ukraine, einer Partnerschule in der ukrainischen Stadt Ternopil und dem ukrainischen Konsulat in München.

Die "SchlaU"-Schule gibt es inzwischen seit mehr als 20 Jahren. Die Ergänzungsschule bietet Geflüchteten nach eigenen Angaben nicht nur ein sicheres Lernumfeld, sondern auch psychosoziale Unterstützung.

Verwaltet wird das Bildungsangebot von dem "Trägerkreis junge Flüchtlinge e.V." in Zusammenarbeit mit der Stadt München.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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