Erinnerung an das Oktoberfest-Attentat: Schwerster rechtsextremer Anschlag unserer Geschichte

München - Zum 41. Jahrestag des rechtsterroristischen Attentats auf das Oktoberfest in München werden am Sonntag (10 Uhr) Überlebende, Angehörige von Opfern und Vertreter der Stadtgesellschaft zu einem Gedenken erwartet.

Ein Sarg wird am 26. September 1980 vom verwüsteten Tatort beim Oktoberfest weggetragen. (Archivbild)
Ein Sarg wird am 26. September 1980 vom verwüsteten Tatort beim Oktoberfest weggetragen. (Archivbild)  © Frank Leonhardt/dpa

Wie in früheren Jahren wird Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) dabei sein.

Neben einer Überlebenden des Oktoberfest-Attentats wird Astrid Passin vom Verein der Betroffenen des Anschlags am Breitscheidplatzes in Berlin sprechen.

Das soll auf grundsätzliche Probleme Betroffener nach Anschlägen aufmerksam machen, Hilfeleistungen zu erhalten.

München: Gigantischer Drogenfund bricht Flughafen-Rekord: Zoll gelingt Coup
München Gigantischer Drogenfund bricht Flughafen-Rekord: Zoll gelingt Coup

Auch nach anderen Attentaten müssten sie oft um jede Unterstützung kämpfen, diese komme oft zu spät oder reiche nicht aus, erläuterte die DGB Jugend, die das Gedenken seit Jahrzehnten organisiert.

Am Abend des 26. September 1980 hatte eine Bombe zwölf Wiesn-Besucher sowie den rechtsextremen Bombenleger Gundolf Köhler in den Tod gerissen. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt.

München gedenkt Opfern des Oktoberfest-Attentats

Es war der schwerste rechtsextreme Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik. In den 1980er Jahren war der Anschlag als Tat eines Einzelnen aus persönlichem Frust dargestellt worden, das galt jahrzehntelang als offizielles Ergebnis der Ermittlungen.

Erst im Juli 2020 stellte die Bundesanwaltschaft ausdrücklich fest, dass Köhler aus rechtsextremistischer Motivation handelte.

Er wollte demnach die damalige Bundestagswahl beeinflussen und wünschte sich einen Führerstaat nach dem Vorbild des Nationalsozialismus.

Update 13 Uhr: Forschungsprojekt zum Oktoberfest-Attentat wird fortgeführt

Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister der Stadt München, spricht beim Gedenkakt zum 41. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats.
Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister der Stadt München, spricht beim Gedenkakt zum 41. Jahrestag des Oktoberfest-Attentats.  © Tobias Hase/dpa

"Unsere wichtigste Aufgabe aber ist und bleibt, die Überlebenden und die Angehörigen der Todesopfer in ihrem Schmerz und ihrer Trauer nicht alleinzulassen und auch weiterhin aktiv Anteil an ihren Schicksalen zu nehmen", erklärte Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister der Stadt München, am Sonntag.

"Konkret bedeutet das: Das 2015 von der Stadt München initiierte Forschungsprojekt zum Oktoberfest-Attentat wird fortgeführt."

Im Zentrum stünden die Dokumentation der Lebensschicksale der Überlebenden sowie die gemeinsame Gestaltung des städtischen Gedenkens, sagte Reiter.

Titelfoto: Frank Leonhardt/dpa

Mehr zum Thema München: