Kuriose Impfgeschichte beendet Reise: Seniorin angeblich am 3.26.2021 geimpft

München - Am Münchner Flughafen wurde eine Ärztin, die - trotz Allergie auf das Vakzin - an zwei nicht existierenden Daten in einer seit vier Jahren geschlossenen Praxis geimpft worden sein soll, von der Bundespolizei geschnappt.

Auf dem Münchner Flughafen endeten die Reise-Pläne einer 70 Jahre alten Frau, als sie ihre Impfpapiere vorzeigte.
Auf dem Münchner Flughafen endeten die Reise-Pläne einer 70 Jahre alten Frau, als sie ihre Impfpapiere vorzeigte.  © Sven Hoppe/dpa (Symbolbild)

Eigentlich wollte die 70-Jährige am Dienstag nach Charlotte (North Carolina) in die USA fliegen.

Am Check-in weigerte sie sich zuerst, den verlangten Impfpass vorzuzeigen, kam dann der Aufforderung der Mitarbeiterin einer US-Fluglinie doch nach.

Die Angestellte am Schalter schien jedoch etwas irritiert von dem Dokument und rief die Bundespolizei zur Abklärung.

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Die Beamten nahmen das Impfbuch genauer unter die Lupe - und auch ihnen kam da einiges verdächtig vor. Denn laut Eintragungen war die Reisende einmal am 1.15.2021 und einmal am 3.26.2021 geimpft worden.

Daten, die überhaupt nicht existieren. Hinzu kam, dass die Praxis, die angeblich geimpft haben soll, laut einer dpa-Mitteilung bereits vor vier Jahren geschlossen wurde.

Welchen Impfstoff sie bekam, wusste die Dame nicht mehr - aber es sei bestimmt nicht von Biontech gewesen. Dagegen sei sie schließlich allergisch. Laut Impfpass wurde sie aber - man ahnt es - mit Biontech/Pfizer geimpft.

Würde das alleine schon mehr als nur zweifelhaft erscheinen, kamen noch weitere ominöse Details hinzu.

Auf der Wache hüllte sich die Dame dann in Schweigen

Den Beamten der Bundespolizei in München kamen die Dokumente der Reisenden mehr als nur fragwürdig vor.
Den Beamten der Bundespolizei in München kamen die Dokumente der Reisenden mehr als nur fragwürdig vor.  © Bundespolizeidirektion München (Symbolbild)

Als sie keine Erklärung für die fragwürdigen Eintragungen hatte, entdeckten die Beamten noch weitere Ungereimtheiten.

"Was sie jedoch hatte, war ein negativer Antigentest, die Durchführung am Vortag und das Negativ-Ergebnis von ihr selbst mit dem handschriftlichen Zusatz, sie bescheinige sich selbst, dass sie wegen gesundheitlicher Störungen nicht geimpft werden darf", heißt es in einer Mitteilung der Bundespolizei.

"Auch einen Nachweis über eine überstandene Corona-Infektion mit der 'Bildung neutralisierender Antikörper' gegen das Corona-Virus im Oktober letzten Jahres hatte die gute Frau parat."

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In der Summe dieser ganzen, sich teils widersprechender Bescheinigungen hielten es die Beamten für sinnvoll, die Dame mit zur Wache zu nehmen, wo "die Wahl-Österreicherin es dann vorzog, sich hinsichtlich der detaillierten Fragen der Ermittler in Schweigen zu hüllen".

Die Beamten behielten die fragwürdigen Dokumente und ermitteln nun wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung.

In die USA konnte die 70-Jährige auch nach dem Verlassen der Wache - zumindest an diesem Tag - nicht mehr reisen.

Titelfoto: Bundespolizeidirektion München (Symbolbild)

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