Selfie mit "Prince Charming": Ex-Priesteramtsanwärter bereut Foto trotz Folgen nicht

München - Auch wenn ein spontanes Selfie mit "Prince Charming" ihn möglicherweise den Traumberuf gekostet hat, bereut der schwule Ex-Priesteramtsanwärter Henry Frömmichen (21) aus München das Foto nach eigenen Worten keinesfalls.

Dieser Schnappschuss mit "Prince Charming" Alexander Schäfer (40, l.) hat für Henry Frömmichen (21) erhebliche Folgen.
Dieser Schnappschuss mit "Prince Charming" Alexander Schäfer (40, l.) hat für Henry Frömmichen (21) erhebliche Folgen.  © Screenshot Instagram/Henry Frömmichen

"Ich finde, es ist wichtig, gerade in der heutigen Zeit einfach Farbe zu bekennen und einfach für das einzustehen und für die Menschen einzustehen, die einem wichtig sind", sagte der 21-Jährige der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag nach einem Segnungsgottesdienst für gleichgeschlechtliche Paare in der Landeshauptstadt des Freistaats.

"Ich glaube, das ist vor allem wichtig für die jungen Menschen, die einfach sehen: Okay, da ist jemand, der ist zwar schwul, aber er will diesen Weg gehen, will Priester werden", führte Frömmichen aus.

Sein Fall hatte Ende April 2021 für Schlagzeilen und somit eine erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt.

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Nach seiner Darstellung war er aus dem Münchner Priesterseminar geworfen worden, nachdem dessen Leiter das Foto von Frömmichen und Alexander Schäfer (40), dem "Prince Charming" aus der gleichnamigen Datingshow des Senders VOX für Schwule, auf Instagram entdeckt hatte.

"In diesem Zusammenhang wurde mir dann von Seiten des Seminarleiters vorgeworfen, ich würde mich mit homosexuellen Menschen solidarisieren und die Art von Homosexualität, wie sie da im Fernsehen dargestellt wird, propagieren", sagte Frömmichen zu den direkten Folgen.

Henry Frömmichen (21) aus München bereut das Foto mit "Prince Charming" Alexander Schäfer (40) nicht.
Henry Frömmichen (21) aus München bereut das Foto mit "Prince Charming" Alexander Schäfer (40) nicht.  © Felix Hörhager/dpa
Pfarrvikar Wolfgang Rothe (53, l.) segnet Henry Frömmichen (21) bei einem Gottesdienst.
Pfarrvikar Wolfgang Rothe (53, l.) segnet Henry Frömmichen (21) bei einem Gottesdienst.  © Felix Hörhager/dpa

Erzbistum München und Freising will sich zu Gründen im Fall Henry Frömmichen nicht äußern

Das Erzbistum München und Freising wollte sich zu den Gründen, warum der junge Mann das Priesterseminar verlassen musste, auf Anfrage nicht äußern. Ebenso auch der Seminarleiter Wolfgang Lehner.

Dieser betonte allerdings: "Wenn jemand homosexuell geprägt ist, es aber schafft, unaufgeregt ein gesundes Beziehungsgefüge zu Männern und zu Frauen zu entwickeln, wenn also dieses Thema der Sexualität nicht dauernd im Vordergrund steht, für den sehe ich keinen Grund, warum er nicht Priester werden kann."

Titelfoto: Screenshot Instagram/Henry Frömmichen

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