Frau soll Ehemann getötet, Grab aufgebohrt und seine Urne entwendet haben

München/Tegernsee - Es sind schlimme Vorwürfe: Wegen Mordes an ihrem Ehemann und Störung der Totenruhe wird einer Frau ab Montag (9.30 Uhr) vor dem Landgericht München II der Prozess gemacht. 

Die Angeklagte wird vor Prozessbeginn zu ihrem Platz im Verhandlungssaal gebracht. Rechts steht ihre Anwältin Marina Hamel.
Die Angeklagte wird vor Prozessbeginn zu ihrem Platz im Verhandlungssaal gebracht. Rechts steht ihre Anwältin Marina Hamel.  © Peter Kneffel/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft der Krankenschwester in diesem Zusammenhang entsprechend vor, ihren Mann in der gemeinsamen Wohnung in Tegernsee mit Insulin und Morphium getötet zu haben.

Später soll sie das Urnengrab ihres Mannes aufgebohrt und die Urne mitgenommen haben. 

Einen Teil der Asche habe sie in diesem Zusammenhang in ein Glas, den Rest in den Bezug ihres Kopfkissens gefüllt, heißt es von der Anklagebehörde.

Update 13.30 Uhr: Frau will vor Gericht aussagen

Die Frau ist wegen Mordes und Störung der Totenruhe angeklagt - und kündigte zum Prozessauftakt am Montag vor dem Landgericht München II eine Aussage an: "Am liebsten würde ich alles von A bis Z sagen." Dazu kam es aber zunächst nicht, weil ihr Verteidiger sich darüber beklagte, neue Akten noch nicht habe einsehen zu können. 

Die Aussage seiner Mandantin könne darum frühestens am zweiten Verhandlungstag stattfinden. Aus Akten, die der Vorsitzende Richter verlas, ging allerdings hervor, wie die Angeklagte die Sachlage womöglich darstellen wird: Ihr Mann habe sich selbst umgebracht. Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Krankenschwester dagegen vor, ihren Mann in der gemeinsamen Wohnung in Tegernsee mit Insulin und Morphium getötet zu haben. 

Das mutmaßliche Motiv formuliert die Anklagebehörde so: "Die Angeschuldigte hatte entschieden, dass ihr Ehemann, von dem sie lange Jahre in erheblichem Ausmaß finanziell profitiert hatte, ihr nun zu nichts mehr nütze sei."

Später soll die Witwe das Urnengrab ihres Mannes aufgebohrt und die Urne mitgenommen haben. Einen Teil der Asche habe sie in ein Glas, den Rest in den Bezug ihres Kopfkissens gefüllt, heißt es von der Anklagebehörde. 

Als Nebenkläger in dem Verfahren sind die drei Kinder des Toten zugelassen. Nach Gerichtsangaben sind insgesamt 14 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach Anfang November fallen.

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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