Leichtsinn muss Konsequenzen haben: Söder fordert Bestrafung der Superspreaderin

München - Nach dem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (53, CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. 

Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, fordert Konsequenzen nach dem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen.
Markus Söder (53, CSU), Ministerpräsident von Bayern, fordert Konsequenzen nach dem Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen.  © Lino Mirgeler/dpa , Peter Kneffel/dpa

"Garmisch-Partenkirchen ist ein Musterfall für Unvernunft", sagte Söder am Montag nach einer Kabinettssitzung in München

Der Fall sei ein Beispiel dafür, wie schnell sich Corona-Infektionen verbreiten könnten. "Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben." Es sei deshalb sinnvoll, mit entsprechend "hohen Bußgeldern" zu agieren.

Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen geht davon aus, dass der aktuelle Ausbruch vor allem auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. 

Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. 

Nach Angaben der Behörde hatte sie auf der Kneipentour schon Symptome und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet. 

In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden. Söder warnte erneut vor Leichtsinn und Unvernunft. Um Deutschland herum explodierten die Corona-Zahlen.

Wer deshalb glaube, dass Deutschland eine Insel der Glückseligen sei, sei naiv.

Update 15.10 Uhr: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Superspreaderin von Garmisch

Nach einem schweren Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen ermittelt die Staatsanwaltschaft München II gegen eine mutmaßliche "Superspreaderin". 

Dabei gehe es um den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Mayer am Montag. "Was im Raum steht, ist ein mögliche Verletzung der Quarantänevorschriften." 

Eine 26-jährige US-Amerikanerin, die in Garmisch-Partenkirchen lebt, soll trotz Krankheitsanzeichen durch verschiedene Kneipen gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben des Landratsamts hatte sich testen lassen. Bis zum Ergebnis hätte sie in Quarantäne bleiben müssen. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass deutsches Recht gilt.

Die Frau arbeitete in einem Hotel für US-Streitkräfte und deren Familien. Die Ferienunterkunft wurde am Montag für zwei Wochen geschlossen, nachdem mehrere Beschäftigte positiv getestet wurden, wie das Hotel auf seiner Homepage mitteilte.

Titelfoto: Lino Mirgeler/dpa , Peter Kneffel/dpa

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