Gedenken an Münchner OEZ-Opfer: "Ein Stück aus meinem Herzen herausgerissen"

München - Beim Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags in München vor fünf Jahren hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (54, CSU) zum Kampf gegen Hasskriminalität und Hetze aufgerufen.

Das Denkmal "Für Euch" erinnert an die neun Opfer des rassistischen Anschlags vom 22. Juli 2016.
Das Denkmal "Für Euch" erinnert an die neun Opfer des rassistischen Anschlags vom 22. Juli 2016.  © Tobias Hase/dpa

Der Rechtsextremismus wachse in der Gesellschaft wie ein Tumor, sagte er am Donnerstag vor dem Olympia-Einkaufszentrum (OEZ), wo ein 18-jähriger Schüler David S. am 22. Juli 2016 aus Hass acht Jugendliche und eine Frau erschossen hatte, bevor er sich selbst das Leben nahm.

"Das war eine klar politisch motivierte Gewalttat", erklärte Söder weiter.

Anfangs war von einem Amoklauf aus Rache die Rede gewesen. Erst 2018 stuften die Behörden die Tat als rassistisch ein.

München: SEK-Einsatz auf Autobahn! Mutmaßlich bewaffnete Person eskaliert im Reisebus
München Crime SEK-Einsatz auf Autobahn! Mutmaßlich bewaffnete Person eskaliert im Reisebus

Ähnlich hatte sich zuvor Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (63, SPD) geäußert. Dieser Anschlag gehöre zur blutigen Spur des rechten Terrors, die sich seit Jahrzehnten durch Deutschland ziehe.

Nichts auf der Welt werde die geliebten Menschen zurückbringen, die gestorben seien, weil ein Mörder seine menschenverachtenden, hasserfüllten Pläne in die Tat umgesetzt habe.

Reiter versicherte die Angehörigen der Solidarität. "Wir sind hier. Sie sind nicht allein."

Angehörige der Opfer halten Rede

Wie tief der Schmerz bei den Familien der Münchner Opfer sitzt, machte Gisela Kollmann deutlich, deren Enkel Giuliano mit 19 Jahren am OEZ starb. "Es ist ein Stück aus meinem Herzen herausgerissen worden."

In ihrer Rede erinnerte sie an Opfer anderer Anschläge wie in Hanau und Halle. "Wir müssen zusammenstehen, uns gegenseitig stützen und miteinander sprechen, um unsere Liebsten stets im Herzen zu bewahren", sagte sie.

Dass auch die Tat in München inzwischen als rassistisch gelte, sei ein Trost und habe den Ermordeten die Würde zurückgegeben.

Titelfoto: Tobias Hase/dpa

Mehr zum Thema München: