Scharfschützen noch abgehalten: Flieger hätte Greenpeace-Aktion fast mit Leben bezahlt!

München - Bei der missglückten Protestaktion vor dem EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat die Polizei nach Darstellung des bayerischen Innenministers bewusst nicht auf den Motorschirmflieger geschossen.

Der "Greenpeace"-Schriftzug auf dem Fallschirm verhinderte einen Scharfschützeneinsatz.
Der "Greenpeace"-Schriftzug auf dem Fallschirm verhinderte einen Scharfschützeneinsatz.  © Christian Charisius/dpa

"Man hat aufgrund der Beschriftung "Greenpeace" davon abgesehen, dass Scharfschützen hier eingegriffen haben. Wenn die Polizei zu einer anderen Einschätzung gekommen wäre, dass es sich um einen Terror-Anschlag handeln könnte, dann hätte der Flieger die Aktion möglicherweise mit seinem Leben bezahlen müssen", sagte CSU-Politiker Joachim Herrmann (64) am Mittwoch in der Sendung "Bild Live" auf dem Portal der Bild.

Ein 38 Jahre alter Mann aus Baden-Württemberg war am Vorabend kurz vor dem Anpfiff des Fußballspiels gegen Frankreich auf dem Platz im Münchner EM-Stadion gelandet und hatte im Landeanflug zwei Männer verletzt, die ins Krankenhaus kamen. Der Motorschirm-Pilot wurde festgenommen, sein Flieger sichergestellt. Gegen ihn wird wegen verschiedener Delikte ermittelt.

Ursprünglich wollte der Pilot nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace einen großen gelben Ball in die Arena sinken lassen.

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Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln, sodass er ins Stadion herabsank.

Greenpeace entschuldigte sich im Nachhinein für die Aktion.

Bundesregierung verurteilt Greenpeace-Aktion in Münchner EM-Stadion

Antonio Rüdiger (Deutschland) spricht mit dem Greenpeace-Aktivist auf dem Spielfeld.
Antonio Rüdiger (Deutschland) spricht mit dem Greenpeace-Aktivist auf dem Spielfeld.  © Christian Charisius/dpa

Die Bundesregierung hat die missglückte Greenpeace-Protestaktion im Münchner EM-Stadion scharf kritisiert.

"Das war eine unverantwortliche Aktion, die Menschen in große Gefahr gebracht hat", erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Die Aktion sei zwar "Gott sei Dank einigermaßen glimpflich" ausgegangen, was auch "eine große Erleichterung" sei. Trotzdem sollten die Verantwortlichen "schon selbstkritisch den Sinn solcher Aktionen hinterfragen, bei denen es um maximales Spektakel für maximale PR-Wirkung" gehe, sagte Seibert.

Diese führten zu "potenziell gemeingefährlichen Situationen". Seibert stellte klar, dass die Verurteilung der Greenpeace-Aktion nichts mit den Inhalten des Protests zu tun habe.

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Man müsse diese Aktion so beurteilen, "völlig unabhängig davon, welchem Zweck sie diente", sagte Seibert.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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