Coronavirus und Computerprobleme: Bayern wartet auch weiter auf Endergebnis der Kommunalwahlen

München - Zum Coronavirus kommen auch noch Computerprobleme: Die Auszählung der Kommunalwahlen in Bayern verläuft extrem schleppend - vor allem in Nürnberg. Der Trend der Tage bestätigt sich: SPD und CSU büßen ein.

Die Auszählung der Kommunalwahlen in Bayern verläuft extrem schleppend.
Die Auszählung der Kommunalwahlen in Bayern verläuft extrem schleppend.  © Sven Hoppe/dpa

Nach massiven Problemen bei der Auszählung müssen die Bürger in Bayern weiter auf ein endgültiges Ergebnis der Kommunalwahl warten. 

Die größten Verzögerungen herrschen in Nürnberg, wo das Wahlamt auch am Mittwoch kein vorläufiges Endergebnis der Stadtratswahl liefern konnte. "In manchen Fällen wird sogar eine Neuauszählung erforderlich sein", heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung vom Mittwoch. Grund seien Problemen mit einem neuen Computerprogramm.

In München hat es dagegen nach drei Tagen geklappt: Dem vorläufigen Endergebnis zufolge werden die Grünen stärkste politische Kraft im neuen Stadtrat mit 29,1 Prozent der Stimmen, gefolgt von der CSU mit 24,7 Prozent. Auf Platz drei folgt die SPD mit 22 Prozent.

Während SPD und CSU deutliche Verluste einstecken mussten, konnten die Grünen 12,5 Prozentpunkte zulegen. Insgesamt entsenden 13 Parteien und politische Gruppierungen Vertreter in den Stadtrat, darunter auch die Satirepartei Die Partei, die Bayernpartei und die Rosa Liste. 

Wer in der Stadtpolitik mit wem zusammenarbeitet, dürfte auch vom Ausgang der per Briefwahl durchgeführten Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters abhängen, die am Sonntag in einer Woche ausgezählt wird.

Als hoher Favorit geht Amtsinhaber Dieter Reiter (SPD) gegen CSU-Bewerberin Kristina Frank in die zweite Runde.

In Bayerns drittgrößter Stadt Augsburg wäre künftig ein schwarz-grünes Bündnis möglich. Nach der Auszählung aller Stimmzettel erreichte die CSU bei der Kommunalwahl am Sonntag 32,2 Prozent der Stimmen (minus 5,5 Prozentpunkte gegenüber der Vorwahl), während die Grünen ihren Anteil auf 23,4 Prozent nahezu verdoppelten.

Laut der am Dienstag abgeschlossenen Auszählung hätten die beiden Parteien im Stadtrat 34 von 60 Sitzen.

Kommunalwahlen 2020: Bayernweit zeichnete sich immer stärker Trend ab

Nach massiven Problemen bei der Auszählung müssen die Bürger in Bayern weiter auf ein endgültiges Ergebnis der Kommunalwahl warten. 
Nach massiven Problemen bei der Auszählung müssen die Bürger in Bayern weiter auf ein endgültiges Ergebnis der Kommunalwahl warten.   © Sven Hoppe/dpa

Bayernweit zeichnete sich immer stärker der Trend ab, dass die beiden großen Parteien CSU und SPD Verluste hinnehmen mussten, während bisher kleinere Gruppierungen hinzugewinnen konnten. 

Vor allem die Freien Wähler (plus 8,2 Prozentpunkte) und die Grünen (plus 5,6) konnten in den kreisfreien Städten zulegen. Die SPD verlor den Angaben des Statistischen Landesamt zufolge mit einem Minus von 6,3 Punkten am stärksten, auch die CSU (minus 5,4) musste in den Stadträten und Kreistagen deutlich Federn lassen.

Die SPD dürfte am Ende mehr als 300 Mandate in den Kreistagen und Stadträten der kreisfreien Städte verlieren, die CSU deutlich über 200. Grüne, Freie Wähler und AfD legten in gleichem Maße zu. 

Das Statistische Landesamt hat seiner Auswertung 81 der 96 Kreise und kreisfreien Städte zugrunde gelegt.

Kuriosität am Rande: Trotz des Debakels um AfD-Kandidaten wider Willen im oberbayerischen Vaterstetten kann die Partei wieder in den Gemeinderat und in den Ebersberger Kreistag einziehen. Im Kreistag dürfte auch der AfD-Abgeordnete Manfred Schmidt sitzen - er bekam die zweithöchste Zahl der Stimmen auf der AfD-Liste, die AfD hat drei Sitze. Ob er die Wahl annimmt, war am Mittwoch aber unklar.

Der 82-jährige Schmidt soll Bürger ohne ihr Wissen auf die AfD-Listen für Kreistag und Gemeinderat gesetzt haben, darunter eine Rentnerin, eine Hochbetagte und ein Alzheimer-Patient. Auch diese Kandidaten wider Willen bekamen dreistellige Stimmenzahlen bei der Gemeinderatswahl und vierstellige bei der Kreistagswahl.

In Unterfranken mischt künftig auch die bisherige Weinkönigin der fränkischen Winzer in der Politik mit. Die 24-jährige Carolin Meyer zog für die Freien Wähler in den Kreistag des Landkreises Kitzingen ein, wie sie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Meyer hatte für die Freien Wähler auf Listenplatz 18 kandidiert und wurde auf Platz 15 nach vorne gewählt.

Alle Infos zur Krise im +++ Coronavirus-Bayern-Ticker +++

Alle Infos zur Lage in ganz Deutschland im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Ein Trend der vergangenen Tage bestätigt sich derweil weiterhin: SPD und CSU büßen ein.
Ein Trend der vergangenen Tage bestätigt sich derweil weiterhin: SPD und CSU büßen ein.  © Sven Hoppe/dpa

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

Mehr zum Thema München:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0