Ex-Mönch Anselm Bilgri hat seinen Lebensgefährten geheiratet

München - Der ehemalige Benediktiner-Mönch Anselm Bilgri (67) hat am Freitag seinen langjährigen Lebensgefährten geheiratet.

Der ehemalige Benediktiner-Mönch Anselm Bilgri (r, 67) und sein Mann Markus küssen sich nach ihrer Trauung vor dem Münchner Standesamt in der Mandlstraße.
Der ehemalige Benediktiner-Mönch Anselm Bilgri (r, 67) und sein Mann Markus küssen sich nach ihrer Trauung vor dem Münchner Standesamt in der Mandlstraße.  © Peter Kneffel/dpa

"Ich denke, das ist nach elf Jahren Anlauf und reichlicher Prüfung auch nicht überhastet", sagte der als Standesbeamte fungierende Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, 62) zu dem hinter den Gesichtsmasken hörbar schmunzelnden Paar.

Bilgri und der 40 Jahre alte Manager Markus waren mit einer geschmückten Rikscha zum Standesamt in München in der Mandlstraße gefahren.

Nur die beiden Trauzeugen waren als Gäste im Saal dabei, als sich das Paar unter einer Reproduktion von Gustav Klimts Malerei "Der Kuss" und zu den Klängen der "Ode an die Freude" das Ja-Wort gab - live gestreamt ins Internet.

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Bilgris Privatleben findet in der Öffentlichkeit Beachtung, weil er vor rund 40 Jahren vom späteren Papst Joseph Ratzinger zum Priester geweiht wurde und später Prior des Klosters Andechs war. Er hatte Ende 2020 bekannt gegeben, aus der römisch-katholischen Kirche aus- und zu den deutlich liberaleren Altkatholiken übergetreten zu sein.

Kurze Zeit später machte er öffentlich, dass er schwul ist und seit Jahren mit seinem Partner zusammenlebt.

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Mit einer Rikscha kommt das Paar am Standesamt an.
Mit einer Rikscha kommt das Paar am Standesamt an.  © Peter Kneffel/dpa

Er habe schon im Kloster mit der Erkenntnis gekämpft, homosexuell zu sein, hatte Bilgri erzählt. Erst seit seinem Austritt aus dem Kloster könne er offen dazu stehen.

Sein Mann sei aber nicht der einzige Grund, warum er der römisch-katholischen Kirche nach Jahrzehnten den Rücken kehre.

"Mir geht natürlich - wie vielen Menschen - der Umgang mit den Betroffenen sexuellen Missbrauchs furchtbar auf den Geist", sagte er.

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"Aber nicht nur das: Es tut sich einfach nichts, obwohl Forderungen nach Reformen immer lauter werden. Daran wird auch der Synodale Weg nichts ändern."

Titelfoto: Peter Kneffel/dpa

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