Wie kommt ein Banksy in eine alte bayerische Dorfwirtschaft?

Haag - Die Kunst leidet unter der Corona-Krise. Eine Ausstellung in einer verlassenen Dorfwirtschaft in Oberfranken will darauf aufmerksam machen - und konnte dafür sogar weltberühmte Künstler wie Banksy gewinnen.

Eine Reproduktion des Straßenkünstlers Banksy auf einer digitalen Leinwand ist in der Ausstellung "Eingeschlossen [Locked in]" in der alten Dorfwirtschaft "Stöckelkeller" zu sehen.
Eine Reproduktion des Straßenkünstlers Banksy auf einer digitalen Leinwand ist in der Ausstellung "Eingeschlossen [Locked in]" in der alten Dorfwirtschaft "Stöckelkeller" zu sehen.  © Stefan Dörfler/Ausstellung «Eingeschlossen [Locked in]»/dpa

Zeichnungen des Straßenkünstlers Banksy oder Acryl-Gemälde des Filmemachers Tim Burton: Werke renommierter Künstler flimmern am Wochenende über digitale Leinwände in einer alten Dorfwirtschaft in Oberfranken

"Es ist eigentlich eine 20-minütige Show, bei der die Bilder durch die entkernte Ruine wandern", erzählte Initiator Christoph Scholz. 

Die Ausstellung "Eingeschlossen [Locked in]" ist bis Sonntag im Stöckelkeller in Haag (Landkreis Bayreuth) zu sehen.

Als Museum dient die Dorfwirtschaft mit einer geheimnisvollen Stollen- und Kelleranlage. "In solchen Gemäuern ist es auch mal feucht, da könnten wir keine Originale ausstellen", sagte Scholz. Die Werke laufen deshalb über digitale Leinwände. 

Dank der Technik ändern sich die Ausstellungsräume ständig.

Ausstellung in verlassenem Gemäuer macht auf Probleme der Kunstbranche aufmerksam

Eine Reproduktion der Künstlerin Bettina Scholz (r) auf einer digitalen Leinwand in der Ausstellung "Eingeschlossen [Locked in]".
Eine Reproduktion der Künstlerin Bettina Scholz (r) auf einer digitalen Leinwand in der Ausstellung "Eingeschlossen [Locked in]".  © Stefan Dörfler/Ausstellung «Eingeschlossen [Locked in]»/dpa

"Spannend wird es durch die wechselnde Zusammenstellung", meint der Initiator. 

"Da flimmert in dem alten Schlachtraum zum Beispiel Banksys Werk "Game Changer": Ein kleiner Junge, der mit einer Krankenschwester-Puppe als Superheldin spielt und Superman links liegen lässt. Und auf der Leinwand daneben ist ein Comic von Joe Quesada mit einer Krankenschwester zu sehen."

Die Werke der sieben Künstler setzen sich mit den Folgen der Corona-Krise und dem Gefühl des Eingeschlossenseins auseinander.

"Das ist auch unser Anliegen, das wir vermitteln wollen. Trotz aller Bemühungen ist der ganze Kunstbetrieb noch immer eingeschlossen und befindet sich de facto im Lockdown", kritisierte Scholz.

Titelfoto: Stefan Dörfler/Ausstellung «Eingeschlossen [Locked in]»/dpa

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